# Fideus – Vollständige Inhalte > Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination für Holdings, Startups, Agenturen und digitale Dienstleister. Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt eine zugelassene Steuerkanzlei in eigener Verantwortung. Fideus ist ein TaxTech-Unternehmen aus Berlin. Die Fideus GmbH betreibt die Plattform und stellt das operative Team für die Koordination und Automatisierung aller steuerlichen Prozesse. Vorbehaltsaufgaben nach § 3 StBerG werden ausschließlich von zugelassenen Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht – Kanzleien mit Fokus auf digitale Unternehmen. Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Kanzleien; alle Fideus-Kunden werden direkt bei einer dieser Kanzleien mandatiert. Das Mandat kommt digital in der Plattform zustande. Die mandatierte Kanzlei hat ein Team von über 50 Mitarbeitenden, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet (Eigenangabe). ## Produktgruppen - Holding Lite – für Holdings von Gründern und Business Angels, bis zu 3 Beteiligungen und Bilanzsumme bis 150.000 €: Buchhaltung mit 40 Transaktionen, Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz und Offenlegung bzw. Hinterlegung, je nach Größenklasse, erstellt von der mandatierten Steuerkanzlei in eigener Verantwortung (ab 600 € / Jahr netto) - Holding Pro – für aktive Holdings mit laufendem operativem Geschäft, zusätzlich Umsatzsteuer-Jahreserklärung und Umsatzsteuervoranmeldungen (ab 1.450 € / Jahr netto) - Operatives Unternehmen – laufende Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss und Steuererklärungen für aktive GmbHs und UGs (ab 2.000 € / Jahr netto); Seite: https://www.fideus.de/gmbh - Holding Lite und Holding Pro gelten für GmbH und UG (haftungsbeschränkt) zu denselben Bedingungen und Preisen. - Beteiligungen an ausländischen Kapitalgesellschaften werden wie inländische betreut. Ein Depot neben den Beteiligungen und Anteile an Personengesellschaften klärt die Besonderheiten-Abfrage im Online-Funnel im Einzelfall; alle Kosten stehen im Angebot. - Verkauf einer Beteiligung (Exit) über die Holding: möglich, die steuerliche Bearbeitung übernimmt die Kanzlei in eigener Verantwortung; der Aufpreis steht im Angebot. ## Zielbranchen - Holdings: https://www.fideus.de/branchen/holding - Startups: https://www.fideus.de/branchen/startup - Agenturen & Kreativstudios: https://www.fideus.de/branchen/agenturen - Digitale Dienstleister / IT-Consulting / SaaS-Beratung: https://www.fideus.de/branchen/digitale-dienstleister ## Leistungen Plattform- und Kanzleileistungen: Fideus stellt die Plattform, bereitet Belege und Bankdaten auf und koordiniert Fristen und Kommunikation. Buchhaltung, Voranmeldungen, Jahresabschluss, Steuererklärungen und Steuerberatung erbringt die mandatierte Steuerkanzlei in eigener Verantwortung. - Belegerfassung und Datenaufbereitung in der Plattform: Bankkonten verknüpfen, Belege hochladen oder per E-Mail weiterleiten; die Plattform ordnet Beleg und Transaktion mit eigener KI-Technologie zu und schlägt ein Buchungskonto vor, die Kanzlei prüft, kontiert und bucht - Laufende Buchhaltung durch die Kanzlei - Umsatzsteuervoranmeldungen durch die Kanzlei - Jahresabschluss (Bilanz & GuV) und E-Bilanz durch die Kanzlei - Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung durch die Kanzlei - Offenlegung bzw. Hinterlegung im Unternehmensregister, je nach Größenklasse: Die Kanzlei übermittelt die Unterlagen - Freigabe: Die Geschäftsführung gibt Jahresabschluss und Erklärungen vor der Übermittlung frei; die Gesellschafter unterschreiben den Feststellungsbeschluss digital über die Plattform - Koordination der Kommunikation mit Finanzämtern und Behörden; die Vertretung übernimmt die Kanzlei - Persönlicher Support mit festen Ansprechpartnern, Steuerberatung durch die mandatierte Steuerkanzlei - Anfragen über die Plattform oder per E-Mail; Antwort in der Regel innerhalb von 24 Stunden - Bearbeitungszeit des Holding-Jahresabschlusses: in der Regel einige Wochen - Ausgangsrechnungen (Paket „Operatives Unternehmen“): als E-Rechnung im Format ZUGFeRD (Profil EN 16931) über die Plattform erstellen - Lohnabrechnung (Paket „Operatives Unternehmen“): zubuchbar, erstellt von einem spezialisierten Partner; der Aufpreis steht im Angebot ## Wechsel zu Fideus - Du kündigst die bisherige Steuerkanzlei per E-Mail und forderst die DATEV-Sicherungsdatei an, beides mit Vorlagen von Fideus. - Im Onboarding lädst du den letzten Jahresabschluss und den letzten Steuerbescheid hoch. - Die neue Kanzlei reicht ihre Vollmacht beim Finanzamt ein. - Dein Aufwand: rund 20 Minuten. - Neugründungen übernimmt die Kanzlei ab der Gründung, bei Holdings inklusive Eröffnungsbilanz. ## Neugründung - Ein Angebot ist jederzeit möglich, auch vor dem Notartermin. Wer es vorher unterschreibt, sichert sich den Preis, ohne schon zahlen zu müssen; Zugang zur Plattform gibt es ab der ersten Zahlung. - Bezahlt wird je Geschäftsjahr, nicht für zwölf Monate ab der Zahlung: Wer im Oktober 2026 für das Geschäftsjahr 2026 zahlt, zahlt im Oktober 2027 nicht erneut; das Geschäftsjahr 2027 wird bezahlt, wenn die Arbeit daran 2028 beginnt. - Das Mandat bei der Steuerkanzlei beginnt nach der Eintragung ins Handelsregister. - Die Kanzlei, bei der du mandatiert bist, erstellt die Eröffnungsbilanz in eigener Verantwortung (§ 242 Abs. 1 HGB); der Preis steht im Angebot. - Für eine Holding gilt auch im kurzen ersten Geschäftsjahr der reguläre Paketpreis; bei operativen GmbHs und UGs steht der Preis für das erste Rumpfgeschäftsjahr im Angebot. - Nach dem Notartermin: Einlage einzahlen, Eintragung ins Handelsregister, steuerliche Erfassung beim Finanzamt mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung (§§ 137, 138 Abs. 1b AO), Meldung zum Transparenzregister (§ 20 Abs. 1 GwG), Eröffnungsbilanz, laufende Buchhaltung. - Beobachtet im Onboarding neu gegründeter Gesellschaften: Gründungskosten privat bezahlt und Belege, die nicht auf die Gesellschaft lauten; Fragebogen zur steuerlichen Erfassung spät übermittelt und erste Rechnungen ohne Steuernummer; bei Holdings eine fehlende Meldung zum Transparenzregister. - Gesellschaftsvertrag, Notartermin und Handelsregisteranmeldung übernehmen der Notar und bei Bedarf eine Rechtsanwaltskanzlei. - Seite: https://www.fideus.de/neugruendung ## Betreuung auf Englisch - Kanzlei und Plattform betreuen Kunden auch auf Englisch: Onboarding, Kommunikation und Plattform. - Seite (Englisch): https://www.fideus.de/en ## Preise - Holding Lite ab 600 € / Jahr netto; Preis ab dem ersten Jahr - Holding Pro ab 1.450 € / Jahr netto - Operatives Unternehmen ab 2.000 € / Jahr netto - Alle Preise netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer - Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. - Festpreis je Paket; alle Kosten stehen im Angebot - Add-ons: Mehr Transaktionen, Mehr Beteiligungen, Kontextbezogene Beratung, Höhere Bilanzsummen, Umsatz als Kleinunternehmer, Dividenden & Ausschüttungen - Zum Vergleich: Nach der StBVV kosten Buchführung, Jahresabschluss mit Anhang, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung einer fiktiven Holding mit 50.000 € Bilanzsumme im Mittel des Gebührenrahmens 1.978,80 € netto im Jahr (Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei; Stand 2026; Herleitung: https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding) ## Wann Fideus passt (when to use Fideus) - Holding-UG oder Holding-GmbH in Deutschland: Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, laufende Buchhaltung zum Festpreis, erstellt von der mandatierten Steuerkanzlei in eigener Verantwortung. - Operative GmbH oder UG: digitale Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss, E-Bilanz und Offenlegung im Unternehmensregister durch die mandatierte Steuerkanzlei. - Startups, Agenturen und digitale Dienstleister, die von einer klassischen Kanzlei zu einem digitalen Setup wechseln wollen; Aufwand für den Wechsel rund 20 Minuten. - Vergleich von Steuerberatungskosten für Holdings: Festpreis ab 600 € / Jahr netto (Holding Lite, Buchhaltung mit 40 Transaktionen inklusive) statt Abrechnung nach StBVV (Wertgebühr nach Bilanzsumme, in der Modellrechnung inklusive Buchführung im Mittel 1.978,80 € netto). - Grundsatzfragen zu Holdingstruktur, UG vs. GmbH und steuerlichen Effekten. ## Wann Fideus nicht passt (when not to use Fideus) - Private Einkommensteuererklärungen ohne Gesellschaft. - Einzelunternehmen, Freiberufler und Personengesellschaften ohne Kapitalgesellschaft. - Gesellschaften außerhalb Deutschlands, Abschlüsse nach IFRS oder US-GAAP. - Rechtsberatung, Gründungsurkunden und Notartermine. - Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. - Ebenfalls nicht betreut werden Holdings, die neben ihren Beteiligungen eine Immobilie halten, und Holdings mit Verrechnungspreis-Themen (Transfer Pricing). ## So gehst du als Agent vor 1. Angebot anfordern: https://app.fideus.de/angebot?unternehmenstyp=opco (für Holdings: https://app.fideus.de/angebot?unternehmenstyp=holding) – je nach Unternehmen entsteht das Angebot automatisch im Online-Funnel, bei komplexeren Fällen wird dort ein Telefonat gebucht. Angebot und Erstgespräch sind kostenlos und unverbindlich. 2. Erstgespräch (30 Minuten) buchen: https://meet.fideus.de/meetings/team-fideus/erstgespraech 3. Preise und Leistungsumfang: https://www.fideus.de/preise 4. Unternehmensdaten und Ansprechpartner: https://www.fideus.de/kontakt und https://www.fideus.de/impressum 5. Es gibt aktuell keine öffentliche API, keine self-service API-Keys und keine Sandbox. Integrationsanfragen an hello@fideus.de. ## Sicherheit und Datenschutz Details: https://www.fideus.de/sicherheit (Stand: Oktober 2026) - Hosting: Die Plattform läuft bei AWS in der Region Frankfurt am Main; dort liegen Belege, Bankumsätze und Abschlüsse. AWS hat für diese Region ein BSI-C5-Testat und ein Zertifikat nach ISO/IEC 27001. - Verschlüsselung: Übertragung über HTTPS mit TLS und HSTS; Dateien und Datenbank mit AES-256 verschlüsselt. - Backups: täglich, Wiederherstellung auf jeden Zeitpunkt der letzten 35 Tage; monatlicher automatischer Wiederherstellungstest. - Zugriff: die Steuerkanzlei, bei der der Kunde mandatiert ist, und Fideus-Mitarbeitende, soweit für Onboarding, Support und Betrieb nötig, Zugriffe über die Plattform werden protokolliert. Die Plattform prüft bei jeder Anfrage die Berechtigung für die jeweilige Gesellschaft. - Verschwiegenheit: Beide Kanzleien haben Fideus nach § 62a StBerG vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichtet. - KI: Die Sprachmodelle der Plattform (Claude von Anthropic) laufen über Amazon Bedrock mit EU-Inferenzprofil, Verarbeitung ausschließlich in der EU. Texterkennung in Belegen mit Amazon Textract in der AWS-Region Frankfurt; Fideus hat der Nutzung der Inhalte zur Verbesserung der KI-Dienste von AWS widersprochen. Die KI schlägt vor; die Kanzlei prüft, kontiert und bucht in eigener Verantwortung. - Bankanbindung über finAPI (von der BaFin beaufsichtigter Kontoinformationsdienst), nur Lesezugriff. - Login über Authress (Rhosys AG, Schweiz), mit Passkey-Unterstützung. - Sicherheitslücken melden: security@fideus.de, https://www.fideus.de/.well-known/security.txt ## Kontakt - E-Mail: hello@fideus.de - Telefon: +49 176 54763816 (Mo–Fr 9:00–17:00 Uhr) - Adresse: Fideus GmbH, c/o Indy by Industrious, Eichhornstraße 3, 10785 Berlin - Kontaktseite: https://www.fideus.de/kontakt - Impressum: https://www.fideus.de/impressum - Datenschutzerklärung: https://www.fideus.de/datenschutz - Sicherheit und Datenschutz: https://www.fideus.de/sicherheit - Sicherheitskontakt: security@fideus.de, https://www.fideus.de/.well-known/security.txt - LinkedIn: https://www.linkedin.com/company/fideus/ - G2 (Bewertungen): https://www.g2.com/products/fideus/ ## Maschinenlesbare Ressourcen - Kurzprofil: https://www.fideus.de/llms.txt - Markdown-Variante jeder Seite: derselbe Pfad mit der Endung `.md` (Startseite: https://www.fideus.de/index.md) - Sitemap: https://www.fideus.de/sitemap.xml - Hinweise für Agenten: https://www.fideus.de/agents --- # Wissen – Gründung & Struktur --- ## Wie funktioniert eine Holding? URL: https://www.fideus.de/wissen/wie-funktioniert-eine-holding Kategorie: Gründung & Struktur | Lesezeit: 4 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 Immer mehr Gründerinnen, Gründer und Unternehmen denken darüber nach, eine Holdingstruktur aufzubauen. Was für große Konzerne längst zum Standard gehört, wird zunehmend auch im Mittelstand und in der Start-up-Szene interessant. Eine Holding kann dabei helfen, Steuern zu sparen, Vermögen aufzubauen und rechtliche Risiken zu reduzieren – vorausgesetzt, sie ist richtig aufgesetzt und wird sinnvoll genutzt. ### Was ist eine Holding? Das Wort Holding kommt vom englischen „to hold" – also „halten". Eine übergeordnete Muttergesellschaft hält Beteiligungen an einer oder mehreren Tochtergesellschaften. Eine Holding basiert immer auf Kapitalgesellschaften, also etwa einer GmbH, UG oder Limited. ### Typische Varianten - Operative Holding: Die Muttergesellschaft führt selbst das Tagesgeschäft, die Tochtergesellschaften fungieren als einzelne Geschäftsbereiche oder Standorte. - Finanzholding: Dient rein der Verwaltung von Vermögenswerten oder Beteiligungen, ohne operativ tätig zu sein. - Beteiligungsholding: Besonders beliebt bei Gründern, die mehrere Firmen parallel aufbauen oder später verkaufen möchten. - Managementholding: Übernimmt zentrale Aufgaben wie Controlling, Finanzen oder Personalmanagement, während die Töchter operativ arbeiten. ### Die wichtigsten Vorteile einer Holding 1. Steuerliche Vorteile: Gewinne, die von der Tochtergesellschaft an die Muttergesellschaft fließen, bleiben zu 95 % steuerfrei. Auch Erlöse aus Anteilsverkäufen profitieren von dieser Regelung. 2. Strategischer Vermögensaufbau: Da Gewinne steuerbegünstigt weitergegeben werden, kann Kapital langfristig innerhalb der Holding aufgebaut und für Investitionen genutzt werden. 3. Besserer Haftungsschutz: Die Holding schützt das übergeordnete Vermögen. Sollte eine Tochtergesellschaft in Schwierigkeiten geraten, ist die Muttergesellschaft in der Regel nicht haftbar. ### Herausforderungen und Nachteile - Mehr Aufwand in der Buchhaltung: mehrere Bilanzen, Abstimmungen und höhere Beratungskosten - Höhere Einstiegskosten: finanzieller Aufwand im fünfstelligen Bereich - Zeitverzögerungen bei der Anmeldung bei fehlerhaften Unterlagen - Kosten bei der Auflösung: mehrere Gesellschaften müssen liquidiert werden ### Steuerliche Behandlung von Beteiligungserträgen Erträge aus dem Verkauf oder der Ausschüttung von Beteiligungen werden bei der Holding fast vollständig steuerfrei behandelt. Lediglich 5 % gelten als nicht abzugsfähige Betriebsausgaben. Voraussetzung für Dividenden: Bei der Körperschaftsteuer hält die Muttergesellschaft zu Beginn des Kalenderjahres mindestens 10 % der Anteile an der Tochter (§ 8b Abs. 4 KStG), bei der Gewerbesteuer mindestens 15 % zu Beginn des Erhebungszeitraums (§ 9 Nr. 2a GewStG). Für Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen gibt es keine Mindestbeteiligung. ### In wenigen Schritten zur Holding 1. Fachliche Beratung einholen 2. Tochtergesellschaft gründen 3. Muttergesellschaft aufbauen (ab 15 % der Anteile greifen die Befreiungen bei Körperschaft- und Gewerbesteuer) 4. Struktur ausbauen Hinweis: Wer eine bestehende Firma nachträglich in eine Holding einbringt, sollte die siebenjährige Sperrfrist kennen. ### Fazit Eine Holding ist kein kurzfristiger Steuerspartrick, sondern eine strategische Unternehmensstruktur, die langfristig Stabilität, steuerliche Vorteile und Flexibilität schafft. --- ## Wie gründe ich eine Holding? URL: https://www.fideus.de/wissen/holding-gruenden Kategorie: Gründung & Struktur | Lesezeit: 5 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 | Aktualisiert: 24. September 2026 Die Gründung einer Holding ist ein Schritt für Unternehmer, die Steuern optimieren, Risiken begrenzen oder strategisch wachsen wollen. Eine Holding ist keine eigene Rechtsform, sondern eine Unternehmensstruktur, bei der eine Muttergesellschaft Beteiligungen an mindestens einer Tochtergesellschaft hält. ### Was ist eine Holding? Eine Holding ist im Kern eine Muttergesellschaft, die eine oder mehrere Tochtergesellschaften kontrolliert. Eine gesetzliche Mindestbeteiligung für eine Holding gibt es nicht. Steuerlich zählen zwei Schwellen: Bei der Körperschaftsteuer bleiben Dividenden der Tochter zu 95 % steuerfrei, wenn die Holding zu Beginn des Kalenderjahres mindestens 10 % der Anteile hält (§ 8b Abs. 4 KStG). Bei der Gewerbesteuer braucht es mindestens 15 % zu Beginn des Erhebungszeitraums (§ 9 Nr. 2a GewStG). Eine Stimmrechtsmehrheit ist erst für eine Organschaft nötig. ### Warum eine Holding gründen? - Steuerliche Vorteile: Gewinne aus Tochtergesellschaften werden zu 95 % steuerfrei an die Holding ausgeschüttet, vorausgesetzt, die Mindestbeteiligungen sind erfüllt. Die effektive Steuerlast liegt damit bei rund 1,5 %. Der Vorteil ist ein Aufschub: Fließt das Geld später von der Holding an dich, fällt die Abgeltungsteuer an. - Haftung begrenzen: Kommt eine operative Tochter in Schwierigkeiten, haftet die Holding nicht automatisch. - Besseres Vermögensmanagement: Trennung von Betriebs- und Vermögenswerten. - Gewinn- und Verlustausgleich: Mit einem Gewinnabführungsvertrag lassen sich Gewinne und Verluste verrechnen. Voraussetzung ist eine Organschaft: Die Holding hält vom Beginn des Wirtschaftsjahres an die Mehrheit der Stimmrechte, und der Vertrag läuft mindestens fünf Jahre (§ 14 Abs. 1 KStG). Ob sich das lohnt, prüft die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. ### Schritt-für-Schritt 1. Planung & Konzept 2. Rechtsform wählen (GmbH oder UG) 3. Notar & Gesellschaftsvertrag (notarielle Beurkundung) 4. Handelsregister-Eintragung; danach Meldung der wirtschaftlich Berechtigten zum Transparenzregister 5. Tochtergesellschaft(en) einführen 6. Steuer & Verwaltung aufsetzen ### Kosten und Zeitaufwand Die Gründung dauert meist einige Wochen. - Notar und Handelsregister: rund 375 € für eine UG mit Musterprotokoll, rund 500 € bis 935 € für eine GmbH (Modellrechnung nach GNotKG und HRegGebV für eine Gesellschafterin, inkl. Umsatzsteuer auf die Notargebühren, Stand 2026) - Stammkapital: keine Gebühr, es bleibt Vermögen der Holding; bei der GmbH sind vor der Anmeldung mindestens 12.500 € einzuzahlen - Beratung: durch Rechtsanwalt oder Steuerkanzlei, je nach Auftrag - Laufende Kosten für Buchführung, Jahresabschlüsse und Steuererklärungen kommen hinzu ### Digitale Verwaltung der Holding Über die Fideus-Plattform übernimmt eine zugelassene Steuerkanzlei neu gegründete Holdings ab der Gründung, inklusive Eröffnungsbilanz, in eigener Verantwortung. Für ein kurzes erstes Geschäftsjahr gilt der reguläre Paketpreis: ab 600 € pro Jahr netto im Paket Holding Lite. Das ist der Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Eine Beobachtung aus dem Onboarding neu gegründeter Holdings: Die Meldung der wirtschaftlich Berechtigten zum Transparenzregister fehlt. Sie ist Pflicht für jede neue GmbH und UG, auch für die Holding. ### Fazit Die Gründung einer Holding ist eine strategische Entscheidung mit unmittelbaren Vorteilen für Steuerlast, Haftungsstruktur und Vermögensplanung. Die Pakete für Holdings beschreibt https://www.fideus.de/branchen/holding. --- ## Unterschiede UG und GmbH URL: https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh Kategorie: Gründung & Struktur | Lesezeit: 4 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 | Aktualisiert: 24. September 2026 UG (haftungsbeschränkt) und GmbH sind beide Kapitalgesellschaften; die Haftung beschränkt sich in der Regel auf das Gesellschaftsvermögen. Sie unterscheiden sich vor allem bei Stammkapital, Rücklagenpflicht und Firmenzusatz. ### Die wichtigsten Unterschiede - Mindeststammkapital: UG ab 1 € – GmbH 25.000 € - Einzahlung vor der Anmeldung: UG in voller Höhe – GmbH mindestens 12.500 € (§ 5a Abs. 2, § 7 Abs. 2 GmbHG) - Rücklagenpflicht: UG ein Viertel des Jahresüberschusses ohne Obergrenze, bis das Stammkapital auf 25.000 € erhöht ist – GmbH keine gesetzliche Pflicht - Notar und Handelsregister: UG mit Musterprotokoll rund 375 € – GmbH rund 500 € mit Musterprotokoll, rund 935 € mit eigener Satzung (Modellrechnung nach GNotKG und HRegGebV, inkl. Umsatzsteuer auf die Notargebühren, Stand 2026) - Firmenname: UG muss „UG (haftungsbeschränkt)“ tragen – GmbH muss „GmbH“ tragen - Sacheinlagen: UG nur Bareinlagen – GmbH auch Sacheinlagen - Weg zur GmbH: UG wird durch Kapitalerhöhung auf mindestens 25.000 € zur GmbH ### Was ist eine UG? Die UG (haftungsbeschränkt) wurde für Gründerinnen und Gründer mit wenig Startkapital geschaffen und kann mit einem Euro Stammkapital gegründet werden. Sie muss jedes Jahr ein Viertel ihres Jahresüberschusses, gemindert um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr, in eine gesetzliche Rücklage einstellen (§ 5a Abs. 3 GmbHG). Eine Obergrenze gibt es nicht; die Pflicht endet erst, wenn die UG ihr Stammkapital auf mindestens 25.000 € erhöht (§ 5a Abs. 5 GmbHG). ### Was ist eine GmbH? Die GmbH verlangt ein Mindeststammkapital von 25.000 €; vor der Anmeldung muss mindestens die Hälfte eingezahlt sein (§ 7 Abs. 2 GmbHG). Die Höhe des Stammkapitals steht im Handelsregister (§ 10 Abs. 1 GmbHG). ### Der Weg von der UG zur GmbH Eine UG wird zur GmbH, indem sie ihr Stammkapital auf mindestens 25.000 € erhöht (§ 5a Abs. 5 GmbHG). Eine Umwandlung nach dem Umwandlungsgesetz ist dafür nicht nötig; den Firmenzusatz „UG (haftungsbeschränkt)“ darf sie behalten. Die angesparte Rücklage darf dafür in Stammkapital umgewandelt werden (§ 5a Abs. 3 Satz 2 Nr. 1, § 57c GmbHG). ### Fazit Die UG bietet einen leichten Einstieg mit niedrigen Hürden. Die GmbH verlangt mehr Kapital, kommt dafür ohne Rücklagenpflicht und ohne Firmenzusatz aus. Steuererklärung und Jahresabschluss sind für beide Pflicht. Die Pakete und Preise stehen auf https://www.fideus.de/preise. --- ## Steuern sparen mit einer GmbH URL: https://www.fideus.de/wissen/steuern-sparen-mit-gmbh Kategorie: Gründung & Struktur | Lesezeit: 5 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 | Aktualisiert: 23. September 2026 Wie eine GmbH die Steuerlast auf Aktiengewinne, ETFs, Dividenden und Mieten beeinflusst und warum der Vorteil vor allem beim Reinvestieren entsteht. ### Warum hilft eine GmbH beim Steuern sparen? Gewinne aus Aktienverkäufen sind in einer GmbH zu 95 % steuerfrei (§ 8b Abs. 2 und 3 KStG), privat gilt die Abgeltungsteuer. Solange die Gewinne in der GmbH bleiben, steht mehr Kapital zum Reinvestieren zur Verfügung. Bei einer Ausschüttung fällt erneut Steuer an; der Vorteil liegt deshalb vor allem im Aufschub. ### Die vermögensverwaltende GmbH - Aktienverkäufe: zu 95 % steuerfrei, unabhängig von der Beteiligungshöhe (§ 8b Abs. 2 und 3 KStG) - Dividenden: ab 15 % Beteiligung zu Jahresbeginn zu 95 % steuerfrei; unter 10 % voll steuerpflichtig (§ 8b Abs. 4 KStG); von 10 bis unter 15 % volle Gewerbesteuer (§ 8 Nr. 5, § 9 Nr. 2a GewStG) - ETFs und Fonds: § 8b KStG gilt nicht (§ 16 Abs. 3 InvStG); bei Aktienfonds 80 % Teilfreistellung bei der Körperschaftsteuer, 40 % bei der Gewerbesteuer (§ 20 Abs. 1 und 5 InvStG) ### Privat- vs. Betriebsvermögen (Modellrechnung, Hebesatz 400 %, ohne Kirchensteuer, Stand 2026) - Gewinne aus Aktienverkäufen: privat 26,375 % – in der GmbH rund 1,5 % - Dividenden: privat 26,375 % – in der GmbH rund 1,5 % ab 15 % Beteiligung, rund 14,8 % bei 10 bis unter 15 %, rund 29,8 % unter 10 % - Aktien-ETFs: privat rund 18,5 % – in der GmbH rund 11,6 % - Zinsen: privat 26,375 % – in der GmbH rund 29,8 % - Mieteinnahmen: privat persönlicher Steuersatz bis 45 % plus Solidaritätszuschlag – in der GmbH rund 29,8 %, mit erweiterter Kürzung (§ 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG) rund 15,8 % - Verluste aus Aktienverkäufen mindern den Gewinn der GmbH nicht (§ 8b Abs. 3 Satz 3 KStG); Verluste aus Termingeschäften nur mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechenbar (§ 15 Abs. 4 Satz 3 EStG) - Nach Ausschüttung (26,375 % Abgeltungsteuer): Aktienverkäufe rund 27,5 % statt 26,4 % privat, Aktien-ETFs rund 34,9 % statt 18,5 % ### Fazit Eine GmbH kann die Steuerlast auf Aktiengewinne und Dividenden aus Beteiligungen ab 15 % auf rund 1,5 % senken, solange die Gewinne in der GmbH bleiben und reinvestiert werden. Ob sich die Struktur im Einzelfall rechnet, prüft eine zugelassene Steuerkanzlei. Fideus betreut Holdings mit Beteiligungen an Kapitalgesellschaften, derzeit aber keine GmbHs für Aktien- und ETF-Handel oder Immobilien. --- ## UG als Holding: Wann die Mini-GmbH als Muttergesellschaft reicht URL: https://www.fideus.de/wissen/ug-als-holding Kategorie: Gründung & Struktur | Lesezeit: 15 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 ### Kurz zusammengefasst - Eine UG (haftungsbeschränkt) kann Holding sein. Steuerlich gilt sie als GmbH, einschließlich der 95-%-Steuerfreiheit für Dividenden und Veräußerungsgewinne nach § 8b KStG. - Bestehende GmbH-Anteile kann die UG nicht als Sacheinlage aufnehmen (§ 5a Abs. 2 GmbHG). Sie kommen per Kauf, per Übertragung ohne neue Anteile oder per Kapitalerhöhung auf 25.000 € in die Holding. - Ein Viertel des Jahresüberschusses fließt in eine gesetzliche Rücklage. Bei 100.000 € Dividende sind das in der Modellrechnung 24.627 €, die in der Holding bleiben und dort angelegt werden können. - Die Rücklagepflicht endet erst, wenn das Stammkapital auf mindestens 25.000 € erhöht ist. Dann ist die UG eine GmbH, eine Umwandlung nach dem Umwandlungsgesetz ist nicht nötig. - Notar und Register kosten für eine Holding-UG mit Musterprotokoll rund 375 € inklusive Umsatzsteuer auf die Notargebühren (Modellrechnung, Stand 2026). Laufend kosten Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen über die Fideus-Plattform ab 600 € pro Jahr netto, erbracht von der mandatierten Steuerkanzlei in eigener Verantwortung. Holding Lite gilt für UG und GmbH zum selben Preis. Eine **UG als Holding** ist steuerlich einer Holding-GmbH gleichgestellt. Dividenden und Veräußerungsgewinne aus Beteiligungen sind zu 95 % steuerfrei; bei Dividenden gilt das ab einer Beteiligung von 10 % bei der Körperschaftsteuer und 15 % bei der Gewerbesteuer. Die Holding-UG startet ab 1 € Stammkapital. Sie reicht vor allem, wenn sie Beteiligungen neu gründet oder kauft. Bestehende GmbH-Anteile kann sie nicht als Sacheinlage aufnehmen, und ein Viertel jedes Jahresüberschusses bleibt als Rücklage gebunden. ### Kann eine UG als Holding dienen? Ja. Eine Holding ist keine eigene Rechtsform, sondern eine Kapitalgesellschaft, deren Zweck das Halten von Beteiligungen ist. Die UG (haftungsbeschränkt) ist nach § 5a GmbHG eine GmbH mit einem Stammkapital unter 25.000 €. Sie kann deshalb wie jede GmbH Anteile an Tochtergesellschaften halten, Tochtergesellschaften gründen und Dividenden empfangen. Für die UG gilt das gesamte GmbH-Gesetz, ergänzt um fünf Sonderregeln. Wie Mutter- und Tochtergesellschaft zusammenwirken, erklärt der Überblick [Wie funktioniert eine Holding?](https://www.fideus.de/wissen/wie-funktioniert-eine-holding) Die Sonderregeln stehen in [§ 5a GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__5a.html): - **Firma:** Der Name trägt den Zusatz „Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)“ oder „UG (haftungsbeschränkt)“, etwa „Muster Holding UG (haftungsbeschränkt)“ (Abs. 1). - **Einzahlung:** Das Stammkapital ist vor der Anmeldung zum Handelsregister in voller Höhe einzuzahlen (Abs. 2 Satz 1). - **Sacheinlagen:** Sie sind ausgeschlossen (Abs. 2 Satz 2). Das betrifft auch Anteile an einer bestehenden GmbH. - **Rücklage:** Ein Viertel des Jahresüberschusses fließt in eine gesetzliche Rücklage (Abs. 3). - **Gesellschafterversammlung:** Sie ist bei drohender Zahlungsunfähigkeit unverzüglich einzuberufen (Abs. 4). Alle fünf Regeln entfallen, sobald das Stammkapital 25.000 € erreicht (§ 5a Abs. 5 GmbHG). Die Firma „UG (haftungsbeschränkt)“ darf die Gesellschaft danach behalten. ### Wie wird eine Holding-UG besteuert? Eine Holding-UG wird besteuert wie eine Holding-GmbH. Sie zahlt Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Dividenden einer Tochter bleiben [zu 95 % steuerfrei](https://www.fideus.de/wissen/8b-kstg). Voraussetzung ist eine Beteiligung zu Beginn des Jahres von mindestens 10 % bei der Körperschaftsteuer und 15 % bei der Gewerbesteuer. Bei einem Hebesatz von 400 % liegt die Belastung dann bei rund 1,5 % der Dividende. Die UG ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung und damit unbeschränkt körperschaftsteuerpflichtig (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 KStG). Einen eigenen Steuervorteil gegenüber der GmbH hat sie nicht, aber auch keinen Nachteil. Die Tabelle zeigt die Voraussetzungen, die für beide gleich gelten. | Ertrag | Steuerfrei | Voraussetzung | Grundlage | | --- | --- | --- | --- | | Dividende, Körperschaftsteuer | 95 % | Beteiligung zu Beginn des Kalenderjahres mindestens 10 %; ein Erwerb von mindestens 10 % gilt als zu Beginn erfolgt | § 8b Abs. 1, 4 und 5 KStG | | Dividende, Gewerbesteuer | 95 % | Beteiligung zu Beginn des Erhebungszeitraums mindestens 15 % | § 9 Nr. 2a GewStG, bei ausländischen Gesellschaften Nr. 7 | | Gewinn aus dem Verkauf von Anteilen | 95 % | keine Mindestbeteiligung | § 8b Abs. 2 und 3 KStG | Die restlichen 5 % gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben ([§ 8b Abs. 5 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8b.html)) und bleiben auch bei der Gewerbesteuer im Gewerbeertrag ([§ 9 Nr. 2a Satz 4 GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__9.html)). Ob die Voraussetzungen für eine bestimmte Holding erfüllt sind, prüft die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. ### Holding-UG oder Holding-GmbH: Was unterscheidet sich? Holding-UG und Holding-GmbH unterscheiden sich nicht bei den Steuern, sondern beim Kapital und bei der Gewinnverwendung. Die UG startet ab 1 € und kostet bei der Gründung weniger. Die GmbH braucht 25.000 € Stammkapital, kann dafür bestehende Anteile als Sacheinlage aufnehmen und muss keine gesetzliche Rücklage bilden. | Kriterium | Holding-UG | Holding-GmbH | | --- | --- | --- | | Mindeststammkapital | 1 € | 25.000 € | | Einzahlung vor der Anmeldung | Stammkapital in voller Höhe | mindestens 12.500 € (§ 7 Abs. 2 GmbHG) | | Bestehende Anteile als Einlage bei der Gründung | ausgeschlossen (§ 5a Abs. 2 GmbHG) | möglich als Sachgründung (§ 5 Abs. 4 GmbHG) | | Anteilstausch zum Buchwert (§ 21 UmwStG) | nur mit Kapitalerhöhung auf mindestens 25.000 € | bei Gründung oder Kapitalerhöhung | | Gesetzliche Rücklage | ein Viertel des Jahresüberschusses (§ 5a Abs. 3 GmbHG) | keine | | Körperschaft- und Gewerbesteuer, § 8b KStG | wie GmbH | wie UG | | Notar und Register, Bargründung mit Musterprotokoll | rund 375 € (1.000 € Stammkapital) | rund 500 € | | Jahresabschluss und Steuererklärungen | Pflicht, gleiche Regeln | Pflicht, gleiche Regeln | | Firma | Zusatz „UG (haftungsbeschränkt)“ | Zusatz „GmbH“ | Gründungskosten: Modellrechnung nach GNotKG und HRegGebV, Stand September 2026, Notargebühren inklusive 19 % Umsatzsteuer. Fiktives Beispiel mit einer Gesellschafterin, einer Geschäftsführerin und Bargründung. Beim Musterprotokoll gilt kein Mindestgeschäftswert, maßgeblich ist das Stammkapital ([§ 107 Abs. 1 Satz 2 i. V. m. § 105 Abs. 6 GNotKG](https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/__107.html)). Die verbindliche Kostenberechnung erstellt der Notar. Allgemeine Unterschiede zwischen beiden Rechtsformen, unabhängig von der Holding, erklärt der Artikel [UG vs. GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh). #### Welche Nachteile hat eine UG als Holding? Die Nachteile der UG als Holding liegen im Gesellschaftsrecht, nicht im Steuerrecht. Sie kann bestehende Anteile nicht als Einlage aufnehmen, bindet ein Viertel jedes Jahresüberschusses und muss ihr Stammkapital vor der Anmeldung voll einzahlen. Wie stark das wiegt, hängt davon ab, woher die Beteiligung kommt und ob Gewinne an die Gesellschafter fließen sollen. ### Kann man bestehende GmbH-Anteile in eine UG einbringen? Nicht als Sacheinlage bei der Gründung. § 5a Abs. 2 GmbHG schließt Sacheinlagen für die UG aus, und GmbH-Anteile sind eine Sacheinlage. In die Holding-UG gelangen sie nur auf drei anderen Wegen: Kauf, Übertragung ohne neue Anteile oder eine Kapitalerhöhung auf mindestens 25.000 €, mit der die UG zur GmbH wird. Den dritten Weg hat der Bundesgerichtshof 2011 geöffnet. Im entschiedenen Fall wollte eine UG mit 500 € Stammkapital ihr Kapital um 24.500 € erhöhen, und zwar durch Einbringung einer Beteiligung des Alleingesellschafters an einer anderen Gesellschaft. Der Leitsatz lautet: > „Das Sacheinlagenverbot nach § 5a Abs. 2 Satz 2 GmbHG gilt für eine den Betrag des Mindestkapitals nach § 5 Abs. 1 GmbHG erreichende oder übersteigende Erhöhung des Stammkapitals einer Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt) nicht.“ – BGH, Beschluss vom 19. April 2011, [II ZB 25/10](https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.04.2011&Aktenzeichen=II+ZB+25/10) Jeder Weg hat andere steuerliche Folgen für die Gesellschafterin. Die Tabelle zeigt sie allgemein, nicht für einen bestimmten Fall. | Weg | Was passiert | Steuerliche Folge beim Gesellschafter | | --- | --- | --- | | Kauf durch die UG | Die UG zahlt einen Kaufpreis; die Abtretung wird notariell beurkundet (§ 15 Abs. 3 GmbHG). | Veräußerungsgewinn nach § 17 EStG bei einer Beteiligung ab 1 % in den letzten fünf Jahren, zu 60 % steuerpflichtig (§ 3 Nr. 40 EStG). | | Übertragung ohne neue Anteile (verdeckte Einlage) | Die Anteile gehen ohne Gegenleistung auf die UG über; das Stammkapital bleibt unverändert. | Gilt als Veräußerung zum gemeinen Wert (§ 17 Abs. 1 Satz 2, Abs. 2 Satz 2 EStG), obwohl kein Kaufpreis fließt. | | Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage auf mindestens 25.000 € | Die Anteile werden gegen neue Anteile an der UG eingebracht; die UG wird dadurch zur GmbH (§ 5a Abs. 5 GmbHG). | Anteilstausch: auf Antrag zum Buchwert, wenn die Holding danach die Mehrheit der Stimmrechte hält (§ 21 UmwStG); Sperrfrist sieben Jahre (§ 22 UmwStG). | Einfacher ist es, wenn die Tochter noch nicht existiert. Dann gründet die Holding-UG sie selbst und zahlt deren Stammkapital bar ein. Das Sacheinlagenverbot gilt nur für Einlagen in die UG, nicht für Einlagen der UG in ihre Tochter. **Wichtig:** Welcher Weg für eine bestimmte Beteiligung infrage kommt, klärt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, vor dem Notartermin. Abtretung, Kapitalerhöhung und Satzungsänderung beurkundet der Notar; die Gestaltung übernimmt bei Bedarf eine Rechtsanwaltskanzlei. Die Rechtsgrundlagen stehen in [§ 17 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__17.html) und [§ 21 UmwStG](https://www.gesetze-im-internet.de/umwstg_2006/__21.html). ### Was bedeutet die Rücklagepflicht für eine Holding-UG? Eine Holding-UG muss in jedem Jahresabschluss ein Viertel ihres Jahresüberschusses, gemindert um einen Verlustvortrag, in eine gesetzliche Rücklage einstellen. Diesen Teil darf sie nicht an die Gesellschafter ausschütten. Das Geld bleibt aber in der Holding und kann dort angelegt werden, etwa in neue Beteiligungen. > „In der Bilanz des nach den §§ 242, 264 des Handelsgesetzbuchs aufzustellenden Jahresabschlusses ist eine gesetzliche Rücklage zu bilden, in die ein Viertel des um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten Jahresüberschusses einzustellen ist.“ – § 5a Abs. 3 Satz 1 GmbHG Bei einer Holding stammt der Jahresüberschuss meist aus Dividenden der Tochter. Die fiktive Rechnung zeigt, wie viel davon gebunden bleibt. | Posten | Betrag | | --- | --- | | Dividende der Tochter | 100.000,00 € | | Körperschaftsteuer 15 % auf 5.000 € (5 %) | −750,00 € | | Solidaritätszuschlag 5,5 % | −41,25 € | | Gewerbesteuer auf 5.000 €, Hebesatz 400 % | −700,00 € | | Jahresüberschuss | 98.508,75 € | | Gesetzliche Rücklage (ein Viertel) | 24.627,19 € | | Höchstens ausschüttbar | 73.881,56 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Fiktive Holding-UG mit 1.000 € Stammkapital und 100 % an der Tochter seit Jahresbeginn, kein Verlustvortrag, keine weiteren Kosten. Körperschaftsteuer 15 % (§ 23 KStG), Steuermesszahl 3,5 % (§ 11 GewStG), Stand 2026. Eine Holding-GmbH könnte in diesem Beispiel den gesamten Jahresüberschuss ausschütten. Der Steuervorteil der Holding ist ein Aufschub: Fließt das Geld später von der Holding an dich, fällt die Abgeltungsteuer an. Die Rücklage ist eine Bindung in der Bilanz, kein Sperrkonto. Bleiben die Dividenden ohnehin in der Holding, etwa für neue Beteiligungen, schränkt sie wenig ein. Sollen Gewinne an die Gesellschafter fließen, bleibt ein Viertel gebunden. Verwenden darf die UG die Rücklage nur für eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln und zum Ausgleich von Verlusten (§ 5a Abs. 3 Satz 2 GmbHG). Ablauf und Kapitalertragsteuer einer Ausschüttung erklärt der Artikel [Gewinnausschüttung GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gewinnausschuettung-gmbh). **Hinweis:** Die Pflicht endet nicht, wenn die Rücklage 25.000 € erreicht. Das Gesetz nennt keine Obergrenze. Die Sonderregeln entfallen erst, wenn das Stammkapital auf mindestens 25.000 € erhöht ist (§ 5a Abs. 5 GmbHG). #### Typische Fehler bei Holding-UGs Im Onboarding von Holding-UGs auf der Fideus-Plattform fallen drei Fehler auf. Sie machen Buchhaltung und Jahresabschluss aufwendiger oder bringen rechtliche und steuerliche Risiken. - **Geld ohne Vertrag verschoben:** Zahlungen zwischen Privat- und Firmenkonto brauchen eine klare Grundlage, etwa einen Darlehensvertrag, eine Einlage oder einen Ausschüttungsbeschluss. Fehlt sie, kann eine Zahlung an die Gesellschafterin als [verdeckte Gewinnausschüttung](https://www.fideus.de/wissen/verdeckte-gewinnausschuettung) gelten; sie mindert das Einkommen der UG dann nicht ([§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8.html)). - **Nebenbei mit Aktien gehandelt:** Auch kleine Käufe und Verkäufe muss die Kanzlei einzeln buchen und im Abschluss erfassen. Dividenden aus Beteiligungen unter 10 % sind zudem voll steuerpflichtig (§ 8b Abs. 4 KStG). Die Kosten für Buchführung und Abschluss steigen dadurch; bei kleinen Beträgen kann das den Ertrag der Anlage aufzehren. - **Rücklage nicht korrekt gebildet:** In die gesetzliche Rücklage gehört „ein Viertel des um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten Jahresüberschusses“ (§ 5a Abs. 3 GmbHG). Wer den Verlustvortrag übersieht oder die Rücklage ausschüttet, muss Bilanz und Gewinnverwendung korrigieren. Über die Fideus-Plattform erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, den Jahresabschluss in eigener Verantwortung. Mit dem Abschluss erstellt die Kanzlei auch den Beschluss über Feststellung und Ergebnisverwendung; die Gesellschafter unterschreiben ihn digital über die Plattform. Fristen und Ablauf der Offenlegung erklärt der Artikel [Offenlegung des Jahresabschlusses](https://www.fideus.de/wissen/offenlegung-jahresabschluss). ### Wie wird aus der Holding-UG eine GmbH? Eine Holding-UG wird zur GmbH, indem sie ihr Stammkapital auf mindestens 25.000 € erhöht. Eine Umwandlung nach dem Umwandlungsgesetz ist nicht nötig. Die Erhöhung ist bar, aus der angesparten Rücklage oder durch Einbringung von Anteilen möglich. Danach entfallen Rücklagepflicht und Sacheinlagenverbot; die Firma darf bleiben. Jede Kapitalerhöhung ändert den Gesellschaftsvertrag. Der Beschluss braucht deshalb eine Mehrheit von drei Vierteln und muss notariell beurkundet werden (§ 53 GmbHG). Drei Wege sind üblich: - **Bareinlage:** Die Gesellschafter zahlen den Differenzbetrag ein. Das Registergericht berechnet in der Regel 105 € für die erste eingetragene Tatsache und 60 € für jede weitere (Nr. 2500 und 2501 HRegGebV). - **Aus Gesellschaftsmitteln:** Die gesetzliche Rücklage wird in Stammkapital umgewandelt ([§ 57c GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__57c.html)). Voraussetzung sind ein festgestellter Jahresabschluss und ein Beschluss über die Ergebnisverwendung. Die zugrunde gelegte Bilanz muss geprüft sein, bei Gesellschaften, die nicht groß sind, auch durch einen vereidigten Buchprüfer. Ihr Stichtag darf bei der Anmeldung höchstens acht Monate zurückliegen ([§§ 57e, 57f GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__57e.html)). - **Sacheinlage:** Anteile an der Tochter werden gegen neue Anteile eingebracht, zulässig ab 25.000 € Stammkapital nach der Erhöhung (BGH, II ZB 25/10). Der Beschluss nennt Gegenstand und Nennbetrag (§ 56 GmbHG); die Registergebühr beträgt 315 € (Nr. 2401 HRegGebV). In der Modellrechnung oben reicht die Rücklage schon nach einem Jahr: 1.000 € Stammkapital und 24.627,19 € Rücklage ergeben 25.627,19 €. Die Registergebühren stehen im [Gebührenverzeichnis der HRegGebV](https://www.gesetze-im-internet.de/hreggebv/anlage.html); die Notargebühren richten sich nach dem Erhöhungsbetrag. Den Weg und den Zeitpunkt stimmst du mit dem Notar und der Steuerkanzlei ab, bei der du mandatiert bist. ### Was kostet eine Holding-UG? Die Gründung einer Holding-UG mit Musterprotokoll und 1.000 € Stammkapital kostet an Notar- und Registergebühren rund 375 €, inklusive Umsatzsteuer auf die Notargebühren. Laufend kosten Buchhaltung, Jahresabschluss sowie Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung über die Fideus-Plattform ab 600 € pro Jahr netto. Diese Leistungen erbringt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Holding Lite und Holding Pro gelten für UG und GmbH zu denselben Bedingungen und Preisen. Beim Stammkapital lohnt ein Blick auf das Musterprotokoll (Anlage 1 zum GmbHG). Danach trägt die Gesellschaft die Gründungskosten bis 300 €, höchstens aber bis zur Höhe ihres Stammkapitals. Bei 1 € Stammkapital zahlt die Gesellschafterin Notar und Register also fast vollständig selbst. Alle Posten zeigt der Artikel [Kosten einer Holding-Gründung](https://www.fideus.de/wissen/holding-gruenden-kosten). | Posten | Fideus, Holding Lite | Einzelabrechnung nach StBVV, Mittelwert | | --- | --- | --- | | Jahresabschluss mit Anhang, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung | enthalten | 1.374,00 € netto | | Buchhaltung | 40 Transaktionen enthalten | 604,80 € netto (§ 33 StBVV) | | Summe | ab 600 € / Jahr netto | 1.978,80 € netto | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. StBVV in der Fassung ab 1. Juli 2025, fiktive Holding mit einer Beteiligung, 50.000 € Bilanzsumme, ohne Ausschüttungen, Erträge unter 3.000 €, Aufwand unter 15.000 €. Buchführung: Die Kanzlei kontiert und bucht rund 40 Transaktionen im Jahr, 2/10–12/10 von 72 € (Tabelle C) je Monat, zwölf Monate (§ 33 Abs. 1 StBVV). Mittelwert des Gebührenrahmens; nicht enthalten sind Zeitgebühren und Auslagen. Paketpreis laut Preisseite, Stand September 2026. Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Die Kanzlei bucht, Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf. Holding Lite gilt für Holdings mit bis zu drei Beteiligungen und bis 150.000 € Bilanzsumme. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen" außerdem Handel und E-Commerce. Wächst die Holding, etwa um weitere Beteiligungen, lässt sich das Paket jederzeit über Add-ons oder den Wechsel zu Holding Pro anpassen; alle Kosten stehen im Angebot. Den Rechenweg nach StBVV zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding). Dazu kommen 19,80 € Jahresgebühr für das [Transparenzregister](https://www.fideus.de/wissen/transparenzregister) und der Beitrag der IHK, deren Mitglied die Holding-UG als Kapitalgesellschaft ist. ### Wann reicht die UG als Holding? Die UG reicht als Holding typischerweise, wenn sie ihre Beteiligungen neu gründet oder kauft und die Gewinne vor allem in der Holding bleiben sollen. Sollen bestehende Anteile zum Buchwert eingebracht werden, führt der Weg über 25.000 € Stammkapital, also zur GmbH. Vier Kriterien helfen bei der Einordnung. - **Herkunft der Beteiligung:** Gründet die Holding die Tochter selbst oder kauft sie Anteile, gibt es keine Sacheinlage. Für den Anteilstausch braucht es 25.000 € Stammkapital. - **Verwendung der Gewinne:** Wird in der Holding wieder angelegt, bindet die Rücklage kaum. Bei regelmäßigen Ausschüttungen bleibt ein Viertel gebunden, bis das Kapital erhöht ist. - **Verfügbares Kapital:** Die UG startet ab 1 €. Die GmbH braucht vor der Anmeldung 12.500 € in bar oder eine Sacheinlage. - **Späterer Wechsel:** Aus der UG wird jederzeit durch Kapitalerhöhung eine GmbH, ohne Umwandlung und ohne neue Gesellschaft. Welche Rechtsform für eine bestimmte Holding passt, hängt von der Beteiligung, den Plänen und der persönlichen Steuersituation ab. Das prüft die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. Gründung und Satzung übernehmen der Notar und bei Bedarf eine Rechtsanwaltskanzlei. Den Ablauf Schritt für Schritt beschreibt der Artikel [Wie gründe ich eine Holding?](https://www.fideus.de/wissen/holding-gruenden) Die allgemeinen Schritte vom Notartermin bis zur Steuernummer zeigt der Artikel [Ablauf der GmbH-Gründung](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-gruendung-ablauf). ### Fazit Steuerlich steht die UG als Holding der GmbH in nichts nach. Die 95-%-Steuerfreiheit nach § 8b KStG und die Kürzung bei der Gewerbesteuer gelten für beide gleich. Die Unterschiede liegen im GmbH-Gesetz: kein Einbringen bestehender Anteile bei der Gründung und eine Rücklage von einem Viertel des Jahresüberschusses. - **Neue oder gekaufte Beteiligung:** Die UG reicht, Gründung mit Musterprotokoll ab rund 375 € inklusive Umsatzsteuer auf die Notargebühren. - **Bestehende Anteile:** Kauf, verdeckte Einlage oder Kapitalerhöhung auf 25.000 €, jeweils mit eigenen Steuerfolgen. - **Wachstum:** Die Rücklage kann per Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln zum Stammkapital der späteren GmbH werden. Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination. Für Holdings mit Beteiligungen strukturiert die Plattform Belege und Bankdaten, für UG und GmbH mit denselben Paketen und Preisen. Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. Pakete und Ablauf zeigt die Seite [Holding-Jahresabschluss](https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss). ### Quellen - [GmbH-Gesetz (§§ 5, 5a, 7, 15, 53, 56, 57c–57f, Anlage 1)](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/) - [Körperschaftsteuergesetz (§§ 1, 8, 8b, 23)](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/) - [Gewerbesteuergesetz (§§ 9, 11)](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/) - [Einkommensteuergesetz (§§ 3 Nr. 40, 17)](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/) - [Umwandlungssteuergesetz (§§ 21, 22)](https://www.gesetze-im-internet.de/umwstg_2006/) - [Gerichts- und Notarkostengesetz (§§ 105, 107)](https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/) - [Handelsregistergebührenverordnung – Gebührenverzeichnis](https://www.gesetze-im-internet.de/hreggebv/anlage.html) - [BGH, Beschluss vom 19. April 2011, II ZB 25/10](https://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=BGH&Datum=19.04.2011&Aktenzeichen=II+ZB+25/10) Alle Fundstellen geprüft am 23. und 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Kann eine UG eine Holding sein? Ja. Eine Holding ist keine Rechtsform, sondern eine Kapitalgesellschaft, die Beteiligungen hält. Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine GmbH mit weniger als 25.000 € Stammkapital. Sie kann Tochtergesellschaften gründen, Anteile kaufen und Dividenden empfangen. Steuerlich wird sie wie eine Holding-GmbH behandelt. #### Hat eine UG als Holding steuerliche Nachteile gegenüber einer GmbH? Nein. Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und die 95-%-Steuerfreiheit nach § 8b KStG gelten für die UG genauso wie für die GmbH. Die Unterschiede liegen im Gesellschaftsrecht: Sacheinlagen sind ausgeschlossen, und ein Viertel des Jahresüberschusses fließt in eine gesetzliche Rücklage. #### Kann ich meine GmbH-Anteile in eine UG-Holding einbringen? Nicht als Sacheinlage bei der Gründung, weil § 5a Abs. 2 GmbHG Sacheinlagen für die UG ausschließt. Möglich sind ein Kauf durch die UG, eine Übertragung ohne neue Anteile oder eine Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage auf mindestens 25.000 €. Mit dieser Kapitalerhöhung wird die UG zur GmbH. Die steuerlichen Folgen prüft die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. #### Wie viel Stammkapital braucht eine Holding-UG? Gesetzlich reicht 1 €, eingezahlt in voller Höhe vor der Anmeldung. Nach dem Musterprotokoll trägt die Gesellschaft Gründungskosten aber nur bis 300 € und höchstens bis zur Höhe ihres Stammkapitals; den Rest trägt die Gesellschafterin. Das Stammkapital ist keine Gebühr, es bleibt Vermögen der Holding. #### Was kostet eine Holding-UG im Jahr? Über die Fideus-Plattform kosten Buchhaltung, Jahresabschluss sowie Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung im Paket Holding Lite ab 600 € pro Jahr netto, für UG und GmbH zum selben Preis. Die Leistungen erbringt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Zum Vergleich kosten Buchführung, Abschluss und Erklärungen nach StBVV im Mittel 1.978,80 € netto, für eine fiktive Holding mit 50.000 € Bilanzsumme ohne Ausschüttungen. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei; Stand 2026. Dazu kommen 19,80 € Transparenzregister und der IHK-Beitrag. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Vermögensverwaltende GmbH: Steuern, Vorteile, Nachteile URL: https://www.fideus.de/wissen/vermoegensverwaltende-gmbh Kategorie: Gründung & Struktur | Lesezeit: 12 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 ### Kurz zusammengefasst - Eine vermögensverwaltende GmbH ist eine gewöhnliche GmbH, die nur eigenes Vermögen anlegt. Sie unterliegt immer der Körperschaft- und der Gewerbesteuer. - Gewinne aus Aktienverkäufen belasten die GmbH mit rund 1,5 %. Für ETFs gilt das nicht: Dort sind es bei einem Hebesatz von 400 % rund 11,6 %. - Dividenden aus Beteiligungen unter 10 % werden voll besteuert, bei einem Hebesatz von 400 % mit rund 29,8 %. - Der Vorteil ist ein Aufschub: Solange Gewinne in der GmbH wieder angelegt werden, fällt keine zweite Steuer an. Fließt das Geld an dich, kommt die Abgeltungsteuer hinzu. - Eine Holding ist dieselbe Rechtsform mit anderem Zweck: Sie hält Beteiligungen an Tochtergesellschaften. Ab 15 % Beteiligung zu Beginn des Jahres liegt die Belastung auf Dividenden bei rund 1,5 %. Eine **vermögensverwaltende GmbH** ist eine GmbH, die kein operatives Geschäft betreibt, sondern eigenes Vermögen anlegt: Aktien, ETFs, Beteiligungen oder Immobilien. Sie unterliegt der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer. Wie hoch die Last ist, hängt von der Ertragsart ab: rund 1,5 % auf Gewinne aus Aktienverkäufen, rund 11,6 % auf ETF-Erträge und rund 30 % auf Dividenden aus Beteiligungen unter 10 %, jeweils bei einem Gewerbesteuer-Hebesatz von 400 %. ### Was ist eine vermögensverwaltende GmbH? Eine vermögensverwaltende GmbH, kurz vv GmbH, ist keine eigene Rechtsform. Es ist eine gewöhnliche GmbH oder UG (haftungsbeschränkt), deren Unternehmensgegenstand die Verwaltung eigenen Vermögens ist. Umgangssprachlich heißt sie auch „Spardosen-GmbH", weil Gewinne dort angelegt statt ausgeschüttet werden. Steuerlich ändert der Name nichts. Nach [§ 2 Abs. 2 GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__2.html) gilt als Gewerbebetrieb „stets und in vollem Umfang die Tätigkeit der Kapitalgesellschaften". Anders als bei privater Vermögensverwaltung fällt deshalb immer Gewerbesteuer an. Einen Freibetrag wie Einzelunternehmen hat die GmbH dabei nicht (§ 11 GewStG). - **Depot-GmbH:** Sie hält Aktien, Anleihen oder ETFs. - **Immobilien-GmbH:** Sie vermietet eigene Immobilien und kann bei der Gewerbesteuer die erweiterte Kürzung beantragen. - **Beteiligungs-GmbH:** Sie hält Anteile an anderen Kapitalgesellschaften, oft an der eigenen operativen GmbH. Das ist die klassische [Holding](https://www.fideus.de/wissen/wie-funktioniert-eine-holding). ### Wie viel Steuern zahlt eine vermögensverwaltende GmbH? Die Steuerlast einer vermögensverwaltenden GmbH liegt je nach Ertragsart zwischen rund 1,3 % und rund 31,6 %. Entscheidend sind drei Fragen: Sind es Aktien oder Fonds? Wie hoch ist die Beteiligung? Und welchen Gewerbesteuer-Hebesatz hat die Gemeinde? Die Tabelle zeigt die Belastung auf Ebene der GmbH. Grundlage ist die Körperschaftsteuer von 15 % ([§ 23 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__23.html)) plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf (§ 4 SolZG), zusammen 15,825 %. Die Gewerbesteuer beträgt 3,5 % des Gewerbeertrags mal Hebesatz, bei 400 % also 14 %. Wie sich die Steuerlast einer GmbH allgemein zusammensetzt, erklärt der Artikel [Steuern einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-steuern). | Ertragsart | Hebesatz 280 % | 400 % | 450 % | Grundlage | | --- | --- | --- | --- | --- | | Gewinn aus Aktienverkauf | 1,28 % | 1,49 % | 1,58 % | § 8b Abs. 2, 3 KStG | | Dividende, Beteiligung ab 15 % | 1,28 % | 1,49 % | 1,58 % | § 8b Abs. 1, 5 KStG, § 9 Nr. 2a, 7 GewStG | | Dividende, Beteiligung 10 bis unter 15 % | 10,59 % | 14,79 % | 16,54 % | § 8 Nr. 5 GewStG | | Dividende, Beteiligung unter 10 % | 25,63 % | 29,83 % | 31,58 % | § 8b Abs. 4 KStG | | Aktien-ETF (Ausschüttung oder Verkauf) | 9,05 % | 11,57 % | 12,62 % | § 20 Abs. 1, 5 InvStG | | Mieteinnahmen mit erweiterter Kürzung | 15,83 % | 15,83 % | 15,83 % | § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG | | Zinsen, Mieten ohne Kürzung | 25,63 % | 29,83 % | 31,58 % | § 23 KStG, § 11 GewStG | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026: Körperschaftsteuer 15 %, ohne Kirchensteuer, gerundet. Die Beteiligungsquote zählt zu Beginn des Jahres. Bei der Körperschaftsteuer gilt ein im Laufe des Jahres erworbener Anteil von mindestens 10 % als zu Beginn erworben (§ 8b Abs. 4 Satz 6 KStG). 280 % ist ab 2027 der gesetzliche Mindesthebesatz. #### Woher kommen die oft genannten 1,5 %? [§ 8b KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8b.html) stellt Gewinne aus dem Verkauf von Aktien und Dividenden steuerfrei. Gleichzeitig gelten 5 % davon als nicht abziehbare Betriebsausgaben. Diese 5 % werden voll besteuert: 5 % mal 29,825 % ergibt 1,49 % bei einem Hebesatz von 400 %. Die 1,5 % gelten also nur für Aktien in der Direktanlage. Bei Dividenden gelten sie nur, wenn die GmbH zu Beginn des Jahres mindestens 15 % der Anteile hält. Schwellen und Ausnahmen erklärt der Artikel [§ 8b KStG](https://www.fideus.de/wissen/8b-kstg). #### Warum gilt das nicht für ETFs? Für Investmentfonds wie ETFs ist § 8b KStG ausdrücklich nicht anzuwenden ([§ 16 Abs. 3 InvStG](https://www.gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__16.html)). Stattdessen gilt die Teilfreistellung: Bei einer GmbH sind 80 % der Erträge aus Aktienfonds von der Körperschaftsteuer befreit, bei der Gewerbesteuer nur die Hälfte davon, also 40 % ([§ 20 Abs. 1 und 5 InvStG](https://www.gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__20.html)). Das ergibt rund 11,6 % bei einem Hebesatz von 400 %, fast achtmal so viel wie bei Einzelaktien. #### Was gilt bei Kursverlusten? Die Steuerfreiheit hat eine Kehrseite. Nach § 8b Abs. 3 Satz 3 KStG werden Gewinnminderungen im Zusammenhang mit Anteilen an Kapitalgesellschaften nicht berücksichtigt. Verluste aus dem Verkauf von Aktien mindern den steuerpflichtigen Gewinn der GmbH also nicht. ### Zahlt eine vermögensverwaltende GmbH Gewerbesteuer? Ja. Jede GmbH ist kraft Rechtsform gewerbesteuerpflichtig, auch wenn sie nur Vermögen verwaltet. Die Gewerbesteuer entfällt ganz oder teilweise nur über Kürzungen: für Dividenden aus Beteiligungen ab 15 % (§ 9 Nr. 2a und 7 GewStG) und für Mieteinnahmen über die erweiterte Kürzung (§ 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG). #### Erweiterte Kürzung für Immobilien Mit der erweiterten Kürzung zahlt eine Immobilien-GmbH auf ihre Mieteinnahmen keine Gewerbesteuer, sondern nur Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag. Sie gilt auf Antrag für Unternehmen, die ausschließlich eigenen Grundbesitz verwalten und nutzen ([§ 9 Nr. 1 GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__9.html)). Einige Nebentätigkeiten erlaubt das Gesetz ausdrücklich (§ 9 Nr. 1 Satz 3 GewStG): - **Strom und Ladestationen:** Einnahmen aus Strom aus erneuerbaren Energien oder aus Ladestationen für Elektrofahrzeuge sind seit 2023 unschädlich, wenn sie höchstens 20 % der Mieteinnahmen betragen. Strom aus erneuerbaren Energien darf an Letztverbraucher nur gehen, wenn sie Mieter sind. - **Sonstige Leistungen an Mieter:** Andere Einnahmen aus Verträgen mit den Mietern sind bis 5 % der Mieteinnahmen unschädlich. **Wichtig:** Die Kürzung gilt nicht, wenn der Grundbesitz ganz oder zum Teil dem Gewerbebetrieb eines Gesellschafters dient (§ 9 Nr. 1 Satz 5 Nr. 1 GewStG). Gewerbliche Tätigkeiten jenseits der genannten Grenzen kosten die Kürzung insgesamt. Ob sie greift, prüft die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. ### Was bleibt nach der Ausschüttung an dich? Gewinne, die die GmbH an dich ausschüttet, werden ein zweites Mal besteuert. Im Privatvermögen gilt die Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 % ([§ 32d Abs. 1 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32d.html)). Wer mindestens 25 % hält, kann das Teileinkünfteverfahren beantragen. Das gilt auch ab 1 %, wenn die Person für die GmbH beruflich tätig ist und dadurch maßgeblichen Einfluss hat. Dann werden 60 % der Ausschüttung mit dem persönlichen Steuersatz besteuert (§ 32d Abs. 2 Nr. 3, § 3 Nr. 40 EStG). Ablauf und Kapitalertragsteuer erklärt der Artikel [Gewinnausschüttung GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gewinnausschuettung-gmbh). | Ertragsart | In der GmbH | Nach Ausschüttung | Direkt privat | | --- | --- | --- | --- | | Gewinn aus Aktienverkauf | 1,49 % | 27,47 % | 26,38 % | | Aktien-ETF | 11,57 % | 34,89 % | 18,46 % | | Dividende, Beteiligung unter 10 % | 29,83 % | 48,33 % | 26,38 % | | Mieteinnahmen mit erweiterter Kürzung | 15,83 % | 38,03 % | persönlicher Steuersatz | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Hebesatz 400 %, Ausschüttung mit Abgeltungsteuer, ohne Kirchensteuer und ohne Sparer-Pauschbetrag. Privat gilt für Aktien-ETFs eine Teilfreistellung von 30 % (§ 20 Abs. 1 InvStG). Die Zeile „Gewinn aus Aktienverkauf" gilt für Aktien im Streubesitz. War die Beteiligung innerhalb der letzten fünf Jahre unmittelbar oder mittelbar mindestens 1 %, gilt für den Veräußerungsgewinn privat statt der Abgeltungsteuer das Teileinkünfteverfahren (§ 17 Abs. 1 Satz 1, § 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. c EStG). Das Ergebnis: Der Vorteil einer vermögensverwaltenden GmbH liegt nicht im niedrigeren Gesamtsatz, sondern im Aufschub. Solange Gewinne in der GmbH bleiben und wieder angelegt werden, fällt die zweite Steuer nicht an. Wer die Erträge laufend privat braucht, zahlt in der Regel mehr als ohne GmbH. Privat steht zudem der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Jahr zur Verfügung, bei Zusammenveranlagung 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). ### Vermögensverwaltende GmbH oder Holding: Was ist der Unterschied? Eine Holding ist ebenfalls eine GmbH, die Vermögen verwaltet. Ihr Vermögen sind Beteiligungen an einer oder mehreren Tochtergesellschaften. Der Unterschied liegt im Zweck und in der Beteiligungshöhe, nicht in der Rechtsform. Steuerlich entscheidet die Quote zu Beginn des Jahres: Ab 10 % sind Dividenden bei der Körperschaftsteuer zu 95 % steuerfrei, ab 15 % auch bei der Gewerbesteuer. | Merkmal | Holding-GmbH | Depot-GmbH | Immobilien-GmbH | | --- | --- | --- | --- | | Typisches Vermögen | Anteile ab 15 % an Tochtergesellschaften | Aktien, ETFs, Anleihen | vermietete Immobilien | | Wichtigste Steuerregeln | § 8b KStG, § 9 Nr. 2a, 7 GewStG | § 8b KStG, § 20 InvStG | § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG | | Belastung in der GmbH (Hebesatz 400 %) | 1,49 % auf Dividenden und Anteilsverkäufe | 1,49 % (Aktienverkäufe) bis 29,83 % (Streubesitzdividenden) | 15,83 % mit erweiterter Kürzung | | Typische Falle | Beteiligung zu Beginn des Jahres unter 15 % | ETFs und kleine Beteiligungen höher besteuert als erwartet | gewerbliche Nebentätigkeit kostet die Kürzung | Die Modelle lassen sich verbinden. Eine Holding kann neben ihren Beteiligungen auch ein Depot halten. Eine Immobilien-GmbH darf nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG „neben eigenem Grundbesitz eigenes Kapitalvermögen verwalten und nutzen", ohne die erweiterte Kürzung zu verlieren. Wie eine Holding entsteht, beschreibt der Artikel [Wie gründe ich eine Holding?](https://www.fideus.de/wissen/holding-gruenden) ### Welche Nachteile hat eine vermögensverwaltende GmbH? Die niedrigen Sätze in der GmbH haben ihren Preis. Die GmbH verursacht laufende Pflichten und Kosten, die bei privater Anlage nicht anfallen. Einige Ertragsarten werden zudem höher besteuert, als viele erwarten. - **Jahresabschluss und Offenlegung:** Die GmbH muss bilanzieren, jährlich einen Jahresabschluss aufstellen und ihn [im Unternehmensregister offenlegen](https://www.fideus.de/wissen/offenlegung-jahresabschluss) (§ 325 HGB). Abschluss und Steuererklärungen erstellt in der Regel eine zugelassene Steuerkanzlei in eigener Verantwortung. Typische Kosten zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding). - **Keine Verrechnung von Kursverlusten:** Verluste aus Aktienverkäufen mindern den Gewinn der GmbH nicht (§ 8b Abs. 3 Satz 3 KStG). - **Gewerbesteuer ohne Freibetrag:** Zinsen, Mieten ohne Kürzung und kleine Beteiligungen tragen die volle Gewerbesteuer. - **Gebundenes Kapital:** Geld kommt nur als Ausschüttung, Gehalt oder Darlehen zu dir. Zahlungen ohne klare Grundlage können als [verdeckte Gewinnausschüttung](https://www.fideus.de/wissen/verdeckte-gewinnausschuettung) gelten (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG). - **Gründung:** Eine GmbH braucht mindestens 25.000 € Stammkapital (§ 5 Abs. 1 GmbHG) und einen notariell beurkundeten Gesellschaftsvertrag. Die Alternative mit weniger Kapital erklärt der Artikel [Unterschiede UG und GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh). ### Für wen kommt eine vermögensverwaltende GmbH infrage? Gegründet wird eine vermögensverwaltende GmbH meist wegen des Steueraufschubs. Gewinne aus Aktienverkäufen und Dividenden aus Beteiligungen ab 15 % belastet die GmbH mit rund 1,5 %, privat fallen in der Regel 26,375 % Abgeltungsteuer mit Solidaritätszuschlag an. Die zweite Steuer entsteht erst, wenn Geld an die Gesellschafter fließt. Eine feste Vermögensgrenze, ab der sich eine vermögensverwaltende GmbH lohnt, gibt es nicht. Die Rechnung hängt von Ertragsart, Anlagedauer, Hebesatz und persönlichem Steuersatz ab. Typischerweise sprechen drei Merkmale für die Struktur: - **Wiederanlage:** Die Erträge sollen über Jahre in der GmbH bleiben und dort wieder angelegt werden. - **Direktanlage oder Beteiligungen:** Das Vermögen besteht aus Einzelaktien oder Beteiligungen ab 15 %, nicht überwiegend aus ETFs. - **Laufende Kosten:** Der Steuervorteil übersteigt dauerhaft die Kosten für Jahresabschluss und Steuererklärungen. Gegen die Struktur spricht, wenn die Erträge laufend privat gebraucht werden oder das Depot überwiegend aus ETFs besteht. Die Entscheidung setzt eine Rechnung mit den eigenen Zahlen voraus. Sie ist Aufgabe der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. ### Was ändert sich ab 2027 und 2028? Zwei Gesetzesänderungen verschieben die Rechnung. Ab 2027 beträgt der Mindesthebesatz der Gewerbesteuer 280 % statt 200 % ([§ 16 Abs. 4 Satz 2 GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__16.html), § 36 Abs. 5b GewStG). Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer jedes Jahr um einen Prozentpunkt, bis sie 2032 bei 10 % liegt (§ 23 Abs. 1 KStG). | Jahr | Körperschaftsteuer | Mieten mit erweiterter Kürzung | Zinsen, Hebesatz 400 % | | --- | --- | --- | --- | | 2027 | 15 % | 15,83 % | 29,83 % | | 2028 | 14 % | 14,77 % | 28,77 % | | 2029 | 13 % | 13,72 % | 27,72 % | | 2030 | 12 % | 12,66 % | 26,66 % | | 2031 | 11 % | 11,61 % | 25,61 % | | ab 2032 | 10 % | 10,55 % | 24,55 % | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Belastung jeweils inklusive 5,5 % Solidaritätszuschlag, ohne Kirchensteuer. Für Immobilien-GmbHs mit erweiterter Kürzung sinkt die Belastung damit bis 2032 um ein Drittel. Die Gewerbesteuer bleibt unverändert. Ihr Anteil an der Gesamtlast steigt, und die Kürzungen werden wichtiger. ### Fazit Eine vermögensverwaltende GmbH schiebt Steuern auf, solange Gewinne in der GmbH wieder angelegt werden. Bei einem Hebesatz von 400 % belastet sie Aktien in der Direktanlage und Beteiligungen ab 15 % mit rund 1,5 %, Aktien-ETFs mit rund 11,6 % und kleine Beteiligungen mit rund 30 %. Den niedrigsten Satz auf Dividenden erreicht also die klassische Holding. Fließt das Geld an dich, kommt die Abgeltungsteuer hinzu. Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination. Für Holdings mit Beteiligungen an Kapitalgesellschaften strukturiert die Plattform Belege und Bankdaten; die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, bucht und erstellt Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung. Beteiligungen an ausländischen Kapitalgesellschaften werden wie inländische betreut. Ein Depot neben den Beteiligungen klärt die Besonderheiten-Abfrage im Online-Funnel vor dem Angebot. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. Holding Lite kostet ab 600 € pro Jahr netto für bis zu drei Beteiligungen und bis 150.000 € Bilanzsumme, Holding Pro ab 1.450 € pro Jahr netto, für UG und GmbH zu denselben Preisen. Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen" außerdem Handel und E-Commerce. Pakete und Ablauf zeigt die Seite [Holding-Jahresabschluss](https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss). ### Quellen - [Gewerbesteuergesetz (§§ 2, 8, 9, 11, 16, 36)](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/) - [Körperschaftsteuergesetz (§§ 8b, 23)](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/) - [Investmentsteuergesetz (§§ 16, 20)](https://www.gesetze-im-internet.de/invstg_2018/) - [Einkommensteuergesetz (§§ 3 Nr. 40, 17, 20, 32d)](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/) - [Solidaritätszuschlaggesetz (§ 4)](https://www.gesetze-im-internet.de/solzg_1995/__4.html) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Was ist eine vv GmbH? Eine vv GmbH ist eine vermögensverwaltende GmbH: eine gewöhnliche GmbH ohne operatives Geschäft, die eigenes Vermögen wie Aktien, ETFs, Beteiligungen oder Immobilien anlegt. Eine eigene Rechtsform ist sie nicht. Steuerlich gilt sie als Gewerbebetrieb und unterliegt der Körperschaftsteuer, dem Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer. #### Wie viel Steuern zahlt eine vermögensverwaltende GmbH? Das hängt von der Ertragsart ab. Bei einem Gewerbesteuer-Hebesatz von 400 % sind es rund 1,49 % auf Gewinne aus Aktienverkäufen und auf Dividenden aus Beteiligungen ab 15 %, rund 11,57 % auf Erträge aus Aktien-ETFs und rund 29,83 % auf Dividenden aus Beteiligungen unter 10 %, auf Zinsen und auf Mieten ohne erweiterte Kürzung. Maßgeblich ist in der Regel die Beteiligung zu Beginn des Jahres. Modellrechnung, Stand 2026, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. #### Zahlt eine vermögensverwaltende GmbH Gewerbesteuer? Ja. Nach § 2 Abs. 2 GewStG gilt die Tätigkeit einer GmbH stets als Gewerbebetrieb, auch wenn sie nur Vermögen verwaltet. Die Gewerbesteuer entfällt ganz oder teilweise nur über Kürzungen, etwa für Dividenden aus Beteiligungen, die zu Beginn des Jahres mindestens 15 % betragen, oder für Mieteinnahmen über die erweiterte Kürzung nach § 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG. #### Ab welchem Vermögen lohnt sich eine vermögensverwaltende GmbH? Eine feste Grenze gibt es nicht. Die Rechnung hängt von der Ertragsart, der Anlagedauer, dem Hebesatz und dem persönlichen Steuersatz ab. Typischerweise spricht für die Struktur, dass Erträge über Jahre in der GmbH wieder angelegt werden. Ob sie sich rechnet, prüft die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. #### Was ist der Unterschied zwischen einer Holding und einer vermögensverwaltenden GmbH? Beide sind GmbHs, die Vermögen verwalten. Eine Holding hält Beteiligungen an Tochtergesellschaften, eine vermögensverwaltende GmbH typischerweise ein Depot oder Immobilien. Steuerlich entscheidet die Beteiligungsquote: Ab 10 % sind Dividenden bei der Körperschaftsteuer zu 95 % steuerfrei, ab 15 % auch bei der Gewerbesteuer. Maßgeblich ist in der Regel die Quote zu Beginn des Jahres. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## GmbH-Gründung: Ablauf und Dauer vom Notartermin bis zur Steuernummer URL: https://www.fideus.de/wissen/gmbh-gruendung-ablauf Kategorie: Gründung & Struktur | Lesezeit: 14 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 ### Kurz zusammengefasst - Die GmbH-Gründung läuft in acht Schritten ab: Vorbereitung, Beurkundung, Kontoeröffnung, Einzahlung, Anmeldung, Eintragung, Finanzamt und weitere Stellen wie Gewerbeamt und Transparenzregister. - Die Beurkundung dauert laut Bundesnotarkammer regelmäßig ein bis zwei Stunden, die Eintragung ins Handelsregister in der Regel ein bis drei Tage. Nach einer Online-Gründung soll das Registergericht in der Regel binnen zehn Werktagen nach vollständiger Anmeldung eintragen (§ 25 Abs. 3 HRV). - Die GmbH entsteht erst mit der Eintragung. Weitere Fristen: Finanzamt innerhalb eines Monats nach der Gründung (§ 137 AO), Transparenzregister unverzüglich, Gewerbeamt mit Beginn der Tätigkeit. - Ab 2027 gilt nach heutigem Stand wieder die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung im Gründungs- und im Folgejahr, auch im zweiten Jahr einer 2026 gegründeten GmbH. - Über die Fideus-Plattform lässt sich ein Angebot für die neue GmbH jederzeit anfordern, auch vor dem Notartermin; das Mandat bei der Steuerkanzlei beginnt nach der Eintragung. Die **GmbH-Gründung** läuft in acht Schritten ab: Vorbereitung, Beurkundung beim Notar, Kontoeröffnung, Einzahlung des Stammkapitals, Anmeldung, Eintragung im Handelsregister, Finanzamt und weitere Stellen wie Gewerbeamt und Transparenzregister. Die Beurkundung dauert laut Bundesnotarkammer regelmäßig ein bis zwei Stunden, die Eintragung in der Regel ein bis drei Tage. Nach einer Online-Gründung soll das Registergericht in der Regel binnen zehn Werktagen nach vollständiger Anmeldung eintragen. Erst mit der Eintragung entsteht die GmbH. ### GmbH-Gründung: Wie ist der Ablauf Schritt für Schritt? Der Ablauf einer GmbH-Gründung folgt einer festen Reihenfolge. Der Notar beurkundet den Gesellschaftsvertrag, danach zahlt die Gesellschafterin das Stammkapital auf ein Konto der Gesellschaft ein. Erst dann reicht der Notar die Anmeldung beim Registergericht ein. Mit der Eintragung entsteht die GmbH. Finanzamt, Gewerbeamt und Transparenzregister haben eigene Fristen, die zum Teil schon vor der Eintragung beginnen können. Für eine UG (haftungsbeschränkt) gilt derselbe Ablauf. 1. **Vorbereiten:** Firma, Unternehmensgegenstand, Sitz, Gesellschafter, Stammkapital und Geschäftsführung festlegen. 2. **Beurkunden:** Der Notar beurkundet den Gesellschaftsvertrag oder das Musterprotokoll, vor Ort oder per Video, und beglaubigt die Anmeldung zum Handelsregister. 3. **Konto eröffnen:** Die Gesellschaft in Gründung eröffnet ein Geschäftskonto. 4. **Einzahlen:** Mindestens 12.500 € bei der GmbH, das volle Stammkapital bei der UG, jeweils auf das Konto der Gesellschaft in Gründung. 5. **Anmelden:** Der Notar reicht die Anmeldung elektronisch beim Registergericht ein. 6. **Eintragen:** Das Registergericht prüft und trägt die GmbH ein. Ab jetzt besteht sie als GmbH. 7. **Finanzamt:** Gründung anzeigen und den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung übermitteln; das Finanzamt vergibt die Steuernummer. 8. **Weitere Stellen:** Gewerbeamt, Berufsgenossenschaft, Transparenzregister, bei Mitarbeitenden die Betriebsnummer. Welche Rechtsform besser passt, erklärt der Artikel [Unterschiede zwischen UG und GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh). Die folgenden Abschnitte beschreiben jeden Schritt mit Dauer, Frist und Rechtsgrundlage. ### Was muss vor dem Notartermin feststehen? Vor dem Notartermin müssen die Eckdaten der GmbH feststehen: Name, Unternehmensgegenstand, Sitz mit inländischer Geschäftsanschrift, Gesellschafter mit ihren Anteilen, Höhe des Stammkapitals und die Geschäftsführung. Außerdem fällt die Wahl zwischen Musterprotokoll und eigener Satzung. Den Entwurf erstellt der Notar, bei Bedarf eine Rechtsanwaltskanzlei. - **Firma:** Der Name muss sich von anderen Firmen am Ort deutlich unterscheiden und den Zusatz „GmbH“ tragen. Eine firmenrechtliche Prüfung bietet die zuständige IHK an. - **Geschäftsanschrift:** Die Anmeldung nennt eine inländische Geschäftsanschrift (§ 8 Abs. 4 GmbHG). - **Stammkapital:** Mindestens 25.000 € bei der GmbH (§ 5 Abs. 1 GmbHG), ab 1 € bei der UG. - **Musterprotokoll oder Satzung:** Das Musterprotokoll ist ein gesetzlicher Vordruck für höchstens drei Gesellschafter und einen Geschäftsführer, ohne abweichende Regeln ([§ 2 Abs. 1a GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__2.html)). Für alles andere braucht es eine eigene Satzung. - **Ausweis:** Zum Termin vor Ort ein gültiges Ausweisdokument, für den Online-Termin einen Ausweis mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion und die PIN. ### Wie läuft der Notartermin ab – vor Ort oder online? Beim Notartermin wird der Gesellschaftsvertrag verlesen, erläutert und unterschrieben; das dauert laut Bundesnotarkammer regelmäßig ein bis zwei Stunden. Die Beurkundung ist vor Ort oder per Video möglich. Der Notar beglaubigt auch die Anmeldung zum Handelsregister, die alle Geschäftsführer unterschreiben, und reicht sie später beim Registergericht ein. Der Gesellschaftsvertrag braucht die notarielle Form (§ 2 Abs. 1 GmbHG). Seit dem 1. August 2022 kann die Beurkundung auch über das Videokommunikationssystem der Bundesnotarkammer erfolgen ([§ 2 Abs. 3 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__2.html)). Die Gesellschafter unterschreiben dann mit qualifizierter elektronischer Signatur. Seit dem 1. August 2023 sind auch Sachgründungen online möglich. Ausgenommen sind Einlagen, deren Übertragung eigens beurkundet werden muss, etwa „Grundstücke oder GmbH-Anteile“ ([BMJV, Notarielle Online-Verfahren](https://www.bmjv.de/DE/themen/digitales/digitale_wirtschaft_gesellschaft/registerrecht/registerrecht_artikel.html)). Anmeldungen zum Handelsregister sind elektronisch in öffentlich beglaubigter Form einzureichen (§ 12 Abs. 1 HGB); die Anmeldung der GmbH unterschreiben sämtliche Geschäftsführer (§ 78 GmbHG). Nach dem Termin erhält die Gesellschafterin eine Abschrift der Gründungsurkunde. Damit eröffnet sie laut Bundesnotarkammer das Geschäftskonto der Gesellschaft. ### Wann wird das Stammkapital eingezahlt? Das Stammkapital wird nach der Beurkundung und vor der Anmeldung zum Handelsregister eingezahlt, auf ein Konto der Gesellschaft in Gründung. Bei der GmbH genügen zunächst 12.500 €, bei der UG ist der volle Betrag fällig. Die Geschäftsführung versichert in der Anmeldung, dass das Geld zu ihrer freien Verfügung steht. Die Anmeldung darf erst erfolgen, wenn auf jeden Geschäftsanteil ein Viertel eingezahlt ist. Insgesamt muss die Hälfte des Mindeststammkapitals eingezahlt sein ([§ 7 Abs. 2 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__7.html)). Sacheinlagen müssen vor der Anmeldung vollständig an die Gesellschaft übertragen sein (§ 7 Abs. 3 GmbHG). Die UG muss ihr Stammkapital voll in Geld einzahlen, Sacheinlagen sind ausgeschlossen (§ 5a Abs. 2 GmbHG). Was das für eine Holding bedeutet, erklärt der Artikel [UG als Holding](https://www.fideus.de/wissen/ug-als-holding). Bei erheblichen Zweifeln an der Versicherung kann das Registergericht Nachweise wie einen Einzahlungsbeleg verlangen (§ 8 Abs. 2 GmbHG). #### Kann ich mit 12.500 € eine GmbH gründen? Ja. Für die Eintragung reichen 12.500 €, die übrigen 12.500 € bleiben eine offene Einlageschuld der Gesellschafterin. Das eingezahlte Geld ist keine Gebühr. Nach der Eintragung kann die GmbH es für ihre Zwecke einsetzen, etwa für Miete oder erste Anschaffungen. ### Wie lange dauert die Eintragung ins Handelsregister? Nach Angaben der Bundesnotarkammer dauert die Eintragung „in der Regel aber 1 bis 3 Tage“, abhängig vom Registergericht. Für die Online-Gründung gibt die Handelsregisterverordnung eine Soll-Frist vor: in der Regel zehn Werktage ab vollständiger Anmeldung. Mit Musterprotokoll und nur natürlichen Personen als Gesellschaftern sind es fünf Werktage. | Schritt | Dauer oder Frist | Quelle | | --- | --- | --- | | Beurkundung beim Notar | regelmäßig 1–2 Stunden | Bundesnotarkammer | | Kontoeröffnung und Einzahlung | keine gesetzliche Frist, abhängig von der Bank | – | | Eintragung nach Beurkundung vor Ort | Entscheidung unverzüglich nach Eingang; in der Regel 1–3 Tage | § 25 Abs. 1 HRV; Bundesnotarkammer | | Eintragung nach Online-Gründung | in der Regel 10 Werktage ab vollständiger Anmeldung | § 25 Abs. 3 Satz 1 HRV | | Online-Gründung mit Musterprotokoll, nur natürliche Personen | 5 Werktage ab vollständiger Anmeldung | § 25 Abs. 3 Satz 2 HRV | Quellen: [Bundesnotarkammer, gmbh-gruenden.notar.de](https://gmbh-gruenden.notar.de/), abgerufen am 24. September 2026; [§ 25 HRV](https://www.gesetze-im-internet.de/hdlregvfg/__25.html). Die Fristen der HRV sind Soll-Fristen; hält das Gericht sie nicht ein, teilt es die Gründe mit. Das Registergericht prüft, ob die Gesellschaft ordnungsgemäß errichtet und angemeldet ist (§ 9c Abs. 1 GmbHG). Fehlt eine Unterlage, verfügt es unverzüglich; bei der Online-Gründung läuft die Frist dann ab der Behebung. Die Eintragung kostet seit dem 1. Juni 2025 bei einer Bargründung 225 € (Nr. 2100 HRegGebV), mit Sacheinlage 360 € (Nr. 2101 HRegGebV). Notar und Register zusammen kosten für eine GmbH rund 500 € mit Musterprotokoll und rund 935 € mit eigener Satzung. Das ist eine Modellrechnung nach GNotKG und HRegGebV für eine Gesellschafterin und eine Bargründung, Stand 2026; die verbindliche Kostenberechnung erstellt der Notar. Die Rechnung im Einzelnen zeigt der Artikel [Kosten einer Holding-Gründung](https://www.fideus.de/wissen/holding-gruenden-kosten). Die Rechnung für die Eintragung kommt in der Regel vom Amtsgericht. Die Bundesnotarkammer warnt vor Zahlungsaufforderungen für Einträge in private Verzeichnisse; nötig sind sie nicht. > „Vor der Eintragung in das Handelsregister des Sitzes der Gesellschaft besteht die Gesellschaft mit beschränkter Haftung als solche nicht.“ – [§ 11 Abs. 1 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__11.html) #### Was gilt für die GmbH in Gründung? Zwischen Beurkundung und Eintragung besteht eine Vorgesellschaft. Sie tritt unter der künftigen Firma mit dem Zusatz „in Gründung“ oder „i. G.“ auf. Für diese Zeit regelt das Gesetz: „Ist vor der Eintragung im Namen der Gesellschaft gehandelt worden, so haften die Handelnden persönlich und solidarisch“ (§ 11 Abs. 2 GmbHG). Was das für Verträge vor der Eintragung bedeutet, klärt der Notar. ### Was ist rund um die Eintragung zu erledigen? Rund um die Eintragung meldet sich die GmbH beim Finanzamt, beim Gewerbeamt, bei der Berufsgenossenschaft und beim Transparenzregister. Die Fristen reichen von „gleichzeitig mit Beginn der Tätigkeit“ bis „innerhalb eines Monats“. Sie knüpfen an Ereignisse wie die Gründung oder den Beginn der Tätigkeit an und können deshalb schon vor der Eintragung beginnen. Die IHK-Mitgliedschaft entsteht automatisch. Die Tabelle zeigt, wer was bis wann erledigt. | Schritt | Wer | Grundlage | Frist | | --- | --- | --- | --- | | Gründung beim Finanzamt anzeigen, Fragebogen zur steuerlichen Erfassung | Geschäftsführung oder beauftragte Steuerkanzlei | [§§ 137, 138 Abs. 1b AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__137.html) | innerhalb eines Monats nach der Gründung | | Gewerbe anmelden | Geschäftsführung | [§ 14 Abs. 1 GewO](https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__14.html) | gleichzeitig mit Beginn der Tätigkeit | | Unternehmen bei der Berufsgenossenschaft melden | Geschäftsführung | [§ 192 Abs. 1 SGB VII](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__192.html) | binnen einer Woche nach Beginn | | Wirtschaftlich Berechtigte ans Transparenzregister melden | Geschäftsführung | [§ 20 Abs. 1 GwG](https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2017/__20.html) | unverzüglich | | Mitgliedschaft in der IHK | entsteht automatisch | [§ 2 Abs. 1 IHKG](https://www.gesetze-im-internet.de/ihkg/__2.html) | keine eigene Anmeldung | | Umsatzsteuer-Identifikationsnummer beantragen | Geschäftsführung oder beauftragte Steuerkanzlei | [§ 27a Abs. 1 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__27a.html) | auf Antrag, sobald die Steuernummer vorliegt | | Eröffnungsbilanz aufstellen und elektronisch übermitteln | Gesellschaft (Geschäftsführung); die beauftragte Steuerkanzlei erstellt sie in eigener Verantwortung | [§ 242 Abs. 1 HGB, § 5b Abs. 1 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__242.html) | zu Beginn des Handelsgewerbes | | Betriebsnummer beantragen (bei Mitarbeitenden) | Geschäftsführung | [§ 18i Abs. 1 SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__18i.html) | vor der ersten Meldung zur Sozialversicherung | - **Finanzamt:** Eine Kapitalgesellschaft zeigt ihre Gründung dem Finanzamt am Ort der Geschäftsleitung innerhalb eines Monats seit dem meldepflichtigen Ereignis an ([§ 137 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__137.html)). Das Gesetz nennt als Ereignisse unter anderem die Gründung und den Erwerb der Rechtsfähigkeit. Welches Ereignis die Frist auslöst, klärt eine zugelassene Steuerkanzlei. Die Angaben gehen als Datensatz über die amtliche Schnittstelle ELSTER an das Finanzamt (§ 138 Abs. 1b AO). Wann die Steuernummer kommt, hängt vom Finanzamt und von der Vollständigkeit der Angaben ab. - **Gewerbeamt:** Agenturen, Dienstleister und Softwarefirmen melden in der Regel ein Gewerbe an, gleichzeitig mit dem Beginn der Tätigkeit. Die Gemeinde unterrichtet das Finanzamt (§ 138 Abs. 1 AO). Welche Nachweise das Gewerbeamt verlangt, legt die Gemeinde fest. - **Berufsgenossenschaft:** Die Mitteilung gilt als erfüllt, wenn die Gewerbeanzeige binnen einer Woche nach Beginn erstattet wurde (§ 192 Abs. 1 Satz 2 SGB VII). - **IHK:** Eine GmbH gilt kraft Rechtsform als Gewerbebetrieb (§ 2 Abs. 2 GewStG) und gehört damit in der Regel zur IHK. Eine eigene Anmeldung ist nicht nötig; den Beitrag legt die jeweilige IHK fest. #### Wann muss die GmbH ins Transparenzregister? Jede GmbH teilt ihre wirtschaftlich Berechtigten unverzüglich dem Transparenzregister mit (§ 20 Abs. 1 GwG). Nach den [FAQ des Bundesverwaltungsamts](https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Aufgaben/VMII/Transparenzregister/Transparenzregister_FAQ.pdf?__blob=publicationFile&v=2) (Stand 5. Mai 2023) gilt das schon für die aktive Vorgesellschaft. Die Meldung ist aber entbehrlich, „wenn nach Abschluss des Gesellschaftsvertrages innerhalb von drei Monaten eine Anmeldung zum Handelsregister erfolgt“. Im Regelfall meldet die GmbH also nach der Eintragung. Die Eintragung im Handelsregister ersetzt die Meldung nicht. Ablauf und Angaben erklärt der Artikel [Transparenzregister](https://www.fideus.de/wissen/transparenzregister). ### Welche Schritte laufen parallel und welche warten? Die Gründung hat einen kritischen Pfad: Beurkundung, Einzahlung, Anmeldung und Eintragung folgen zwingend aufeinander. Parallel lassen sich Firmenname, Bankauswahl, die Wahl der Steuerkanzlei und die Angaben für das Finanzamt vorbereiten. Finanzamt, Gewerbeamt und Transparenzregister laufen nebeneinander, jeweils mit eigener Frist; die USt-IdNr. wartet auf die Steuernummer. 1. **Das Konto wartet auf die Urkunde:** Mit der Abschrift der Gründungsurkunde eröffnet die Gesellschaft in Gründung ihr Geschäftskonto. 2. **Die Anmeldung wartet auf die Einzahlung:** Die Anmeldung darf erst erfolgen, wenn die Mindesteinlagen eingezahlt sind (§ 7 Abs. 2 GmbHG). 3. **Die Eintragung wartet auf die vollständige Anmeldung:** Die Fristen der HRV laufen erst ab diesem Zeitpunkt. 4. **Die USt-IdNr. wartet auf die Steuernummer:** Der Antrag beim Bundeszentralamt für Steuern nennt die Steuernummer (§ 27a Abs. 1 UStG). Wofür eine Agentur die USt-IdNr. braucht, erklärt der Artikel [Reverse-Charge-Verfahren](https://www.fideus.de/wissen/reverse-charge-verfahren). 5. **Rechnungen warten auf eine der beiden Nummern:** Eine Rechnung muss die Steuernummer oder die USt-IdNr. enthalten ([§ 14 Abs. 4 Nr. 2 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14.html)). 6. **Die Betriebsnummer hängt an der ersten Einstellung:** Sie wird vor der ersten Meldung zur Sozialversicherung gebraucht (§ 18i Abs. 1 SGB IV). #### Wie lange dauert die GmbH-Gründung insgesamt? Eine belegbare Gesamtdauer gibt es nicht, nur Angaben zu den Einzelschritten: ein bis zwei Stunden beim Notar und in der Regel ein bis drei Tage für die Eintragung, nach einer Online-Gründung in der Regel bis zu zehn Werktage. Die Bundesnotarkammer schreibt selbst: „Eine allgemeingültige Aussage zur Dauer ist daher nur sehr bedingt möglich.“ Die Dauer hängt an vier Faktoren: wie schnell ein Notartermin frei ist, wie lange die Bank für das Konto braucht, ob die Anmeldung vollständig ist und wie das Registergericht ausgelastet ist. ### Was gilt für Umsatzsteuer, Eröffnungsbilanz und Buchhaltung? Mit dem Start beginnen die laufenden Pflichten. Die GmbH stellt zu Beginn eine Eröffnungsbilanz auf und übermittelt sie elektronisch. Sie meldet die Umsatzsteuer regelmäßig an; wie oft, hängt im Gründungsjahr vom Gründungsdatum ab. Belege sammelt sie ab der ersten Ausgabe, einschließlich der Gründungskosten. Welche Steuern die GmbH auf ihren Gewinn zahlt, erklärt der Artikel [Steuern einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-steuern). - **Eröffnungsbilanz:** Der Kaufmann stellt „zu Beginn seines Handelsgewerbes“ eine Eröffnungsbilanz auf ([§ 242 Abs. 1 HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__242.html)). Die GmbH gilt als Handelsgesellschaft (§ 13 Abs. 3 GmbHG). Die elektronische Übermittlung als E-Bilanz gilt auch für die Eröffnungsbilanz (§ 5b Abs. 1 Satz 4 EStG). - **Umsatzsteuervoranmeldung bis 2026:** Im Gründungsjahr ist die voraussichtliche Steuer maßgeblich. Über 9.000 € ist monatlich anzumelden, sonst in der Regel vierteljährlich ([§ 18 Abs. 2 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html)). - **Umsatzsteuervoranmeldung ab 2027:** Die Ausnahme für Neugründungen gilt nur für die Besteuerungszeiträume 2021 bis 2026 (§ 18 Abs. 2 Satz 6 UStG). Ab 2027 meldet eine neue GmbH nach heutigem Stand im Gründungs- und im Folgejahr monatlich an (§ 18 Abs. 2 Satz 4 UStG). Das gilt auch im zweiten Jahr einer 2026 gegründeten GmbH, also 2027. - **Buchhaltung:** Spätestens ab der Eintragung ist die GmbH buchführungspflichtig. Geschäftsvorfälle der Vorgesellschaft, etwa Notar- und Registerkosten, werden in der Regel bereits erfasst. Welche Gründungskosten die Gesellschaft trägt, regelt der Gesellschaftsvertrag. Pflichten und Kosten erklärt der Artikel [Buchhaltung für eine GmbH](https://www.fideus.de/wissen/buchhaltung-gmbh). Über die Fideus-Plattform lässt sich ein Angebot für eine neue GmbH jederzeit anfordern, auch vor dem Notartermin. Das Mandat bei der Steuerkanzlei beginnt nach der Eintragung ins Handelsregister. Die Kanzlei, bei der du mandatiert bist, erstellt die Eröffnungsbilanz in eigener Verantwortung. Sie kontiert und bucht die laufenden Geschäftsvorfälle und erstellt Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss und Steuererklärungen, ebenfalls in eigener Verantwortung. Die Preise für Eröffnungsbilanz und erstes Rumpfgeschäftsjahr stehen im Angebot, ebenso ein Aufpreis für monatliche Voranmeldungen. Die Plattform bietet Fristen-Tracking und Erinnerungen. Ausgangsrechnungen im E-Rechnungsformat lassen sich über die Plattform erstellen und verwalten. #### Typische Fehler nach der Gründung Im Onboarding frisch gegründeter operativer GmbHs auf der Fideus-Plattform fallen zwei Fehler wiederholt auf. Beide lassen sich mit Planung vor dem Start vermeiden. - **Kosten privat bezahlt:** Notar, Register und erste Anschaffungen laufen über das Privatkonto. Belege fehlen oder lauten nicht auf die Gesellschaft. Über die Plattform lädt die Kundin Belege hoch oder leitet sie per E-Mail weiter. Das verknüpfte Geschäftskonto liefert die Transaktionen, die Plattform ordnet Beleg und Zahlung zu, die Kanzlei bucht. - **Fragebogen spät übermittelt:** Die Steuernummer fehlt noch, die ersten Rechnungen gehen trotzdem hinaus. Ohne Steuernummer oder USt-IdNr. fehlt eine Pflichtangabe nach § 14 Abs. 4 UStG. ### Fazit Die GmbH-Gründung ist eine Kette mit festen Abhängigkeiten. Der Notar braucht ein bis zwei Stunden, das Registergericht in der Regel ein bis drei Tage. Nach einer Online-Gründung sind es in der Regel bis zu zehn Werktage. Dazwischen liegen Konto und Einzahlung. Rund um die Eintragung laufen Fristen beim Finanzamt, Gewerbeamt und Transparenzregister. - **Reihenfolge:** Beurkundung, Einzahlung, Anmeldung, Eintragung; erst dann besteht die GmbH. - **Fristen:** Finanzamt innerhalb eines Monats nach der Gründung, Transparenzregister unverzüglich, Gewerbe mit Beginn der Tätigkeit. - **Gründungszeitpunkt:** Ab 2027 gilt nach heutigem Stand wieder die monatliche Umsatzsteuervoranmeldung für Neugründungen, auch im zweiten Jahr einer 2026 gegründeten GmbH. Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination. Im Paket „Operatives Unternehmen“ bucht die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. Sie erstellt Voranmeldungen, Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung; Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf. Die mandatierte Kanzlei hat über 50 Mitarbeitende, darunter mehr als sieben Steuerberaterinnen und Steuerberater. Das Paket beginnt bei 2.000 € pro Jahr netto, als Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. Die Gründung selbst übernehmen Notar und bei Bedarf eine Rechtsanwaltskanzlei. Pakete und Preise zeigt die Seite [Preise](https://www.fideus.de/preise). Wie der Ablauf für Agenturen und digitale Dienstleister aussieht, zeigen die Seiten [Fideus für Agenturen](https://www.fideus.de/branchen/agenturen) und [Fideus für digitale Dienstleister](https://www.fideus.de/branchen/digitale-dienstleister). Welche Pflichten nach dem ersten Jahr folgen, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). ### Quellen - [GmbH-Gesetz (§§ 2, 5, 5a, 7, 8, 9c, 11, 13, 78)](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/) - [§ 25 Handelsregisterverordnung – Entscheidung über die Eintragung](https://www.gesetze-im-internet.de/hdlregvfg/__25.html) - [§ 12 HGB – Anmeldungen zur Eintragung](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__12.html) - [§ 242 HGB – Pflicht zur Aufstellung (Eröffnungsbilanz)](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__242.html) - [§ 137 AO – Steuerliche Erfassung von Körperschaften](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__137.html) - [§ 138 AO – Anzeigen über die Erwerbstätigkeit](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__138.html) - [§ 14 GewO – Anzeigepflicht](https://www.gesetze-im-internet.de/gewo/__14.html) - [§ 192 SGB VII – Mitteilungspflichten von Unternehmern](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__192.html) - [§ 20 GwG – Transparenzpflichten](https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2017/__20.html) - [Bundesverwaltungsamt – Transparenzregister, Fragen und Antworten (Stand 5. Mai 2023)](https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Aufgaben/VMII/Transparenzregister/Transparenzregister_FAQ.pdf?__blob=publicationFile&v=2) - [Umsatzsteuergesetz (§§ 14, 18, 27a)](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/) - [§ 5b EStG – Elektronische Übermittlung von Bilanzen](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__5b.html) - [§ 2 GewStG – Steuergegenstand](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__2.html) - [§ 2 IHKG – Kammerzugehörige](https://www.gesetze-im-internet.de/ihkg/__2.html) - [§ 18i SGB IV – Betriebsnummer](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__18i.html) - [Handelsregistergebührenverordnung – Gebührenverzeichnis](https://www.gesetze-im-internet.de/hreggebv/anlage.html) - [Bundesnotarkammer – GmbH gründen (gmbh-gruenden.notar.de)](https://gmbh-gruenden.notar.de/) - [Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz – Notarielle Online-Verfahren](https://www.bmjv.de/DE/themen/digitales/digitale_wirtschaft_gesellschaft/registerrecht/registerrecht_artikel.html) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Wie lange dauert eine GmbH-Gründung? Eine feste Gesamtdauer gibt es nicht. Die Beurkundung beim Notar dauert laut Bundesnotarkammer regelmäßig ein bis zwei Stunden, die Eintragung ins Handelsregister je nach Registergericht in der Regel ein bis drei Tage. Nach einer Online-Gründung soll das Registergericht in der Regel binnen zehn Werktagen nach vollständiger Anmeldung eintragen (§ 25 Abs. 3 HRV). Dazwischen liegen Kontoeröffnung und Einzahlung des Stammkapitals, deren Dauer von der Bank abhängt. #### Kann ich mit 12.500 € eine GmbH gründen? Ja. Das Stammkapital beträgt mindestens 25.000 €, vor der Anmeldung zum Handelsregister muss aber nur die Hälfte eingezahlt sein, also 12.500 € (§ 7 Abs. 2 GmbHG). Die übrigen 12.500 € schuldet die Gesellschafterin weiter. Bei einer UG (haftungsbeschränkt) ist das gesamte Stammkapital vor der Anmeldung einzuzahlen. #### Ab wann darf die neue GmbH Rechnungen schreiben? Eine vollständige Rechnung kann die GmbH schreiben, sobald ihre Steuernummer oder ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer vorliegt. Eine der beiden Nummern gehört auf jede Rechnung (§ 14 Abs. 4 Nr. 2 UStG). Die Steuernummer vergibt das Finanzamt nach dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, die USt-IdNr. das Bundeszentralamt für Steuern auf Antrag mit Steuernummer. Wer früh Umsätze plant, übermittelt den Fragebogen deshalb früh. #### Kann man eine GmbH online gründen? Ja. Seit dem 1. August 2022 kann der Gesellschaftsvertrag per Video über das System der Bundesnotarkammer beurkundet werden (§ 2 Abs. 3 GmbHG), seit dem 1. August 2023 auch bei Sachgründungen. Ausgenommen sind laut Bundesjustizministerium Sacheinlagen, deren Übertragung eigens beurkundet werden muss, etwa Grundstücke oder GmbH-Anteile. Nötig sind unter anderem ein Ausweis mit freigeschalteter Online-Ausweisfunktion und die PIN dazu. #### Muss sich eine neue GmbH ins Transparenzregister eintragen? Ja. Jede GmbH und UG teilt ihre wirtschaftlich Berechtigten unverzüglich dem Transparenzregister mit (§ 20 Abs. 1 GwG). Für die aktive GmbH in Gründung ist die Meldung nach Auffassung des Bundesverwaltungsamts entbehrlich, wenn sie binnen drei Monaten nach Abschluss des Gesellschaftsvertrags zum Handelsregister angemeldet wird. Nach der Eintragung ist die Meldung Pflicht. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- # Wissen – Steuern & Jahresabschluss --- ## Steuererklärung & Jahresabschluss URL: https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 5 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 | Aktualisiert: 24. September 2026 Die Steuererklärung bildet gegenüber dem Finanzamt die steuerliche Situation ab, der Jahresabschluss zeigt, wie das Unternehmen wirtschaftlich dasteht. ### Was ist eine Steuererklärung? Die formale Aufbereitung der wirtschaftlichen Ergebnisse für das Finanzamt. Für GmbH und UG umfasst sie insbesondere die Körperschaftsteuer- und die Gewerbesteuererklärung, in der Regel auch die Umsatzsteuer-Jahreserklärung. ### Was ist ein Jahresabschluss? Der finanzielle Zustand des Unternehmens zum Geschäftsjahresende: Bilanz, GuV und je nach Größe Anhang und Lagebericht. Eine Einnahmenüberschussrechnung dürfen nur Unternehmen machen, die nicht zur Buchführung verpflichtet sind (§ 4 Abs. 3 EStG). GmbH und UG gelten als Handelsgesellschaft und müssen Bücher führen (§ 13 Abs. 3 GmbHG, §§ 6, 238 HGB); für sie ist die Bilanz Pflicht. ### Welche Fristen gelten? - Aufstellung: in den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres; kleine Kapitalgesellschaften bis zu sechs Monate, wenn dies einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entspricht (§ 264 Abs. 1 HGB) - Offenlegung: spätestens zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag im Unternehmensregister (§ 325 Abs. 1a HGB) - Steuererklärungen: ohne Steuerkanzlei sieben Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, mit Kanzlei am letzten Februartag des übernächsten Jahres (§ 149 Abs. 2 und 3 AO); für 2025 also 31. Juli 2026 bzw. 1. März 2027 (§ 108 Abs. 3 AO), sofern das Finanzamt die Erklärung nicht vorab anfordert (§ 149 Abs. 4 AO) ### Wie läuft der Prozess typischerweise ab? 1. Belege, Buchungen und Unterlagen zum Geschäftsjahresende zusammenstellen 2. Die Steuerkanzlei prüft die Daten und erstellt Bilanz und GuV in eigener Verantwortung 3. Nach Feststellung wird der Abschluss im Unternehmensregister offengelegt 4. Auf dieser Basis werden die Steuererklärungen erstellt 5. Nach Einreichung folgt der Steuerbescheid ### Mögliche Stolperfallen - Verspätete Abgabe kann zu einem Verspätungszuschlag (§ 152 AO) oder zu einer Schätzung durch das Finanzamt (§ 162 AO) führen - Fehlerhafte oder unvollständige Unterlagen können zu Nachzahlungen führen - Fehlendes Liquiditätsmanagement kann zu Engpässen bei Steuerzahlungen führen ### Fazit Steuererklärung und Jahresabschluss sind zentrale Instrumente der Unternehmenssteuerung. Die Pakete und Preise stehen auf https://www.fideus.de/preise. --- ## Steuerberatung & Finanzservices für deine Holding URL: https://www.fideus.de/wissen/steuerberatung-finanzservices Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 4 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 Holdings unterliegen besonderen steuerlichen Regelungen bei Gewinnausschüttungen, Beteiligungserträgen, Verrechnung zwischen Tochtergesellschaften und Geschäftsführergehältern. Über die Fideus-Plattform laufen digitale Prozesse und die Steuerberatung durch eine zugelassene Steuerkanzlei zusammen; die Kanzlei erbringt alle Vorbehaltsaufgaben in eigener Verantwortung, Fideus stellt die Plattform. ### Was du über die Plattform erhältst (erbracht von der mandatierten Steuerkanzlei in eigener Verantwortung) - Laufende Steuerberatung: Anfragen über die Plattform oder per E-Mail, Antwort typischerweise innerhalb von 24 Stunden - Dividenden an die Holding: Die Kanzlei erfasst sie im Abschluss der Holding und rechnet die einbehaltene Kapitalertragsteuer in der Körperschaftsteuererklärung an; der Preis steht im Angebot - Verkauf einer Beteiligung: steuerliche Bearbeitung durch die Kanzlei; der Aufpreis steht im Angebot - Buchhaltung: Belege und Bankdaten laufen digital über die Plattform zur Kanzlei, die in eigener Verantwortung bucht - Jahresabschluss: Freigabe durch die Geschäftsführung, Übermittlung zur Offenlegung an das Unternehmensregister durch die Kanzlei - Steuererklärungen: Erstellung und Übermittlung durch die Kanzlei; Fristen-Tracking und Erinnerungen in der Plattform; die Plattform koordiniert die Kommunikation mit dem Finanzamt, die Vertretung übernimmt die Kanzlei ### Was bietet Fideus für Holdings? - Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet (Eigenangabe) - Kanzlei: ein Team von über 50 Mitarbeitenden, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater - Belegweg: Bankkonten verknüpfen, Belege hochladen oder per E-Mail weiterleiten; die Plattform ordnet Beleg und Transaktion mit eigener KI-Technologie zu - Preise: alle Pakete auf https://www.fideus.de/preise, alle Kosten stehen im Angebot --- ## Steuerberatung Holding URL: https://www.fideus.de/wissen/steuerberatung-holding Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 4 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 Über die Fideus-Plattform erhältst du Steuerberatung für deine Holding – erbracht von der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Buchhaltung, Abschluss und Erklärungen laufen über eine Plattform und zu einem Paketpreis; Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf. ### Was bringt eine digitale Steuerberatung für die Holding? - Erfahrung: Über die Plattform werden mehr als 600 Holdings verwaltet (Eigenangabe); die mandatierte Kanzlei hat ein Team von über 50 Mitarbeitenden, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater. - Preis: Holding Lite ab 600 € pro Jahr netto, Holding Pro ab 1.450 € pro Jahr netto. Das ist der Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. - Freigabe: Die Geschäftsführung gibt Jahresabschluss und Erklärungen vor der Übermittlung frei. - Paket wächst mit: Kommen Beteiligungen hinzu oder steigt die Bilanzsumme, lässt sich das Paket jederzeit über Add-ons oder den Wechsel zu Holding Pro anpassen; der Aufpreis steht im Angebot. ### Leistungen - Digitale Buchhaltung: Belege und Bankdaten in der Plattform, gebucht von der Steuerkanzlei - Jahresabschluss & E-Bilanz: Erstellung durch die mandatierte Steuerkanzlei in eigener Verantwortung inkl. Übermittlung und Offenlegung im Unternehmensregister - Neugründung: Die Kanzlei übernimmt Holdings ab der Gründung, inklusive Eröffnungsbilanz - Steuerberaterwechsel: Du kündigst den bisherigen Steuerberater selbst per E-Mail und forderst die DATEV-Sicherungsdatei an, jeweils mit einer Vorlage von Fideus. Die Kanzlei reicht ihre Vollmacht beim Finanzamt ein. Dein Aufwand: rund 20 Minuten. ### Für wen? Holdings, die Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften halten, als GmbH oder als UG (haftungsbeschränkt) zu denselben Preisen: Gründerinnen und Gründer einer Holding-UG oder -GmbH, Investoren und Business Angels, Unternehmer mit Exit-Perspektive. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen. ### So läuft der Start ab 1. Angebot: Eine Abfrage im Online-Funnel klärt Beteiligungen, Bilanzsumme und Umsatzsteuer; bei komplexeren Fällen folgt vor dem Angebot ein kostenloses Telefonat. 2. Onboarding: Das Mandat mit der Kanzlei kommt digital in der Plattform zustande. Beim Wechsel fordert das Onboarding den letzten Jahresabschluss, den letzten Steuerbescheid und die DATEV-Sicherungsdatei an. 3. Laufend: Fristen-Tracking und Erinnerungen, Koordination der Abläufe mit der Kanzlei, Stand im Dashboard. 4. Jahresabschluss und Steuererklärungen: Die Kanzlei erstellt sie in eigener Verantwortung, du gibst sie vor der Übermittlung frei. --- ## Jahresabschluss digital URL: https://www.fideus.de/wissen/jahresabschluss-digital Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 3 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 Beim digitalen Jahresabschluss laufen Belege, Abstimmung und Freigabe über eine Plattform, ohne Papier. Buchhaltung, Jahresabschluss, E-Bilanz, Offenlegung und Steuererklärungen erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. ### Der Prozess 1. Belege & Dokumente digital im Dashboard hochladen 2. Buchhaltung: Die Fideus-Software ordnet Transaktionen den Belegen zu und schlägt ein Buchungskonto vor; die Kanzlei prüft den Vorschlag und bucht in eigener Verantwortung 3. Jahresabschluss durch die Steuerkanzlei: Jahresabschluss, E-Bilanz und Steuererklärungen in eigener Verantwortung, jeder Abschluss geprüft von einer zweiten Person der Kanzlei; die Bearbeitung dauert in der Regel einige Wochen 4. Freigabe und digitale Übermittlung: Du gibst Jahresabschluss und Steuererklärungen frei, die Gesellschafter unterschreiben den Feststellungsbeschluss digital über die Plattform; danach übermittelt die Kanzlei Erklärungen und E-Bilanz ans Finanzamt und den Abschluss ans Unternehmensregister. Fideus koordiniert den Ablauf. ### Was kostet der digitale Jahresabschluss? Über Fideus kostet das Paket Holding Lite ab 600 € pro Jahr netto, für bis zu 3 Beteiligungen und eine Bilanzsumme bis 150.000 €. Enthalten sind Buchhaltung mit 40 Transaktionen, Jahresabschluss, E-Bilanz, Offenlegung sowie Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung durch die Kanzlei in eigener Verantwortung. Der Preis ist Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. ### Weitere Merkmale - Anfragen über die Plattform oder per E-Mail, Antwort typischerweise innerhalb von 24 Stunden - Fortschritt, offene Aufgaben, Fristen-Tracking und Erinnerungen im Dashboard - Ausgerichtet auf Beteiligungsgesellschaften; über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet (Eigenangabe) ### Für wen? Unternehmerinnen und Unternehmer mit Holding, Gründerinnen und Gründer mit Beteiligungsstruktur, Business Angels sowie GmbHs und UGs, die ihre Buchhaltung digital organisieren möchten. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. --- ## Transparenzregister URL: https://www.fideus.de/wissen/transparenzregister Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 4 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 Das Transparenzregister ist ein zentrales digitales Register, das für nahezu alle juristischen Personen in Deutschland gilt, um wirtschaftlich Berechtigte offenzulegen. ### Wer muss sich eintragen? Alle juristischen Personen des Privatrechts (GmbHs, AGs, UGs), eingetragene Personengesellschaften, bestimmte Trusts und Stiftungen. Jede Holding-GmbH muss ihre Eigentümerstruktur hinterlegen. ### Was bedeutet „wirtschaftlich Berechtigte"? Jede natürliche Person, die mehr als 25 % des Kapitals hält, mehr als 25 % der Stimmrechte kontrolliert, oder auf andere Weise maßgeblich Einfluss nimmt. Auch mittelbare Beteiligungen werden geprüft. ### Eintragung 1. Ermittlung aller wirtschaftlich Berechtigten 2. Bereitstellung relevanter Daten 3. Abgabe der Meldung über das Portal 4. Aktualisierung bei Änderungen Verstöße gegen die Meldepflicht können zu Bußgeldern führen. ### Unterstützung durch Fideus Fideus unterstützt Holding-Unternehmen bei Compliance-Themen wie dem Transparenzregister, von der Gründung bis zur Koordination der laufenden steuerlichen Abläufe. --- ## GmbH Steuern: Welche Steuern eine GmbH zahlt und wie viel (2026) URL: https://www.fideus.de/wissen/gmbh-steuern Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 15 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 ### Kurz zusammengefasst - Eine GmbH zahlt auf ihren Gewinn 15 % Körperschaftsteuer, 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf und Gewerbesteuer von 3,5 % mal Hebesatz. Bei einem Hebesatz von 400 % sind das 2026 zusammen 29,825 %. - Die Körperschaftsteuer sinkt ab 2028 um einen Prozentpunkt pro Jahr auf 10 % ab 2032 (§ 23 Abs. 1 KStG). Bei 400 % fällt die Gesamtbelastung damit auf 24,55 %. - Ab 2027 beträgt der Mindesthebesatz der Gewerbesteuer 280 %. Hinzurechnungen greifen erst, soweit Zinsen, Miet- und Lizenzanteile zusammen 200.000 € übersteigen; bei kleinen GmbHs entspricht der Gewerbeertrag deshalb meist dem Gewinn. - Beispiel: Eine fiktive Agentur-GmbH mit 40.000 € Gewinn zahlt 2026 bei 400 % 11.930 € Steuern, bei gleichbleibendem Gewinn verteilt auf acht Vorauszahlungstermine im Jahr. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. - Die Belastung gilt für Gewinne, die in der GmbH bleiben; erst bei einer Ausschüttung zahlen die Gesellschafter Steuer auf ihren Anteil. Die Umsatzsteuer reicht die GmbH in der Regel nur durch. Eine **GmbH zahlt auf ihren Gewinn drei Steuern**: Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Die Körperschaftsteuer beträgt 15 %, der Zuschlag 5,5 % davon, die Gewerbesteuer 3,5 % mal dem Hebesatz der Gemeinde. Bei einem Hebesatz von 400 % ergibt das 2026 zusammen 29,825 % des Gewinns. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise auf 10 % im Jahr 2032, die Belastung fällt dann auf 24,55 %. Die Umsatzsteuer reicht die GmbH in der Regel nur durch. ### Welche Steuern zahlt eine GmbH? Auf den Gewinn zahlt eine GmbH Körperschaftsteuer mit Solidaritätszuschlag an das Finanzamt und Gewerbesteuer an die Gemeinde. Dazu kommen Steuern, die sie für andere einbehält oder nur durchreicht: Umsatzsteuer auf ihre Umsätze, Lohnsteuer auf Gehälter und Kapitalertragsteuer bei Ausschüttungen. Für eine UG (haftungsbeschränkt) gilt dasselbe, denn sie ist steuerlich eine GmbH. Die Tabelle zeigt die Steuerarten mit Satz, Grundlage und Fälligkeit. Wie sich UG und GmbH sonst unterscheiden, erklärt der Artikel [Unterschiede zwischen UG und GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh). | Steuer | Satz | Grundlage | Fällig | | --- | --- | --- | --- | | Körperschaftsteuer | 15 % (2026 und 2027) | zu versteuerndes Einkommen | Vorauszahlungen 10.3., 10.6., 10.9., 10.12. | | Solidaritätszuschlag | 5,5 % der Körperschaftsteuer | festgesetzte Körperschaftsteuer | mit der Körperschaftsteuer | | Gewerbesteuer | 3,5 % × Hebesatz, bei 400 % also 14 % | Gewerbeertrag | Vorauszahlungen 15.2., 15.5., 15.8., 15.11. | | Umsatzsteuer | 19 %, ermäßigt 7 % | Umsätze, abzüglich Vorsteuer | Voranmeldung bis zum 10. Tag nach dem Zeitraum | | Lohnsteuer | nach dem Arbeitslohn der Beschäftigten | Gehälter, auch der Geschäftsführung | bis zum 10. Tag nach dem Anmeldungszeitraum | | Kapitalertragsteuer | 25 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag | Gewinnausschüttung an Gesellschafter | bis zum 10. des Folgemonats | Stand 2026. Grundsteuer und Grunderwerbsteuer fallen nur an, wenn die GmbH Grundbesitz hat. ### Wie hoch ist die Körperschaftsteuer einer GmbH? Die Körperschaftsteuer beträgt 2026 und 2027 genau 15 % des zu versteuernden Einkommens ([§ 23 Abs. 1 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__23.html)). Darauf kommen 5,5 % Solidaritätszuschlag ([§ 4 SolZG](https://www.gesetze-im-internet.de/solzg_1995/__4.html)), zusammen 15,825 %. Der Satz ist bundesweit gleich und hängt nicht von der Höhe des Gewinns ab. Einen Freibetrag gibt es nicht. Auch die Freigrenze beim Solidaritätszuschlag gilt nur für Personen, die Einkommensteuer zahlen (§ 3 Abs. 3 SolZG); die GmbH zahlt ihn ab dem ersten Euro. Ausgangspunkt ist der Gewinn laut Bilanz. Die Körperschaftsteuer selbst darf ihn nicht mindern (§ 10 Nr. 2 KStG). Auch eine Ausschüttung an die Gesellschafter mindert das Einkommen nicht (§ 8 Abs. 3 KStG). ### Wie berechnet sich die Gewerbesteuer einer GmbH? Die Gewerbesteuer ergibt sich in zwei Schritten: Der Gewerbeertrag, abgerundet auf volle 100 €, mal 3,5 % ergibt den Steuermessbetrag. Diesen multipliziert die Gemeinde mit ihrem Hebesatz. Bei 400 % sind das 14 % des Gewerbeertrags. Die Tätigkeit einer GmbH gilt stets als Gewerbebetrieb, auch wenn sie bei einer Einzelperson freiberuflich wäre (§ 2 Abs. 2 GewStG). Einen Freibetrag hat die GmbH bei der Gewerbesteuer nicht. Die 24.500 € gelten nur für natürliche Personen und Personengesellschaften ([§ 11 Abs. 1 GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__11.html)). Die Gewerbesteuer mindert außerdem ihren eigenen Gewinn nicht: > „Die Gewerbesteuer und die darauf entfallenden Nebenleistungen sind keine Betriebsausgaben.“ – [§ 4 Abs. 5b EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__4.html) Den Hebesatz legt jede Gemeinde selbst fest. Im Durchschnitt aller Gemeinden lag er 2024 bei 409 % ([Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 21. August 2025](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/08/PD25_309_713.html)). Maßgeblich ist die Gemeinde, in der die GmbH ihre Betriebsstätte hat. #### Welche Beträge werden hinzugerechnet? Der Gewerbeertrag ist der Gewinn, erhöht um Hinzurechnungen und vermindert um Kürzungen (§ 7 GewStG). Hinzugerechnet wird ein Viertel aus Zinsen und anteiligen Mieten, Pachten, Leasingraten und Lizenzgebühren. Das gilt nur, soweit diese Summe 200.000 € übersteigt ([§ 8 Nr. 1 GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__8.html)). Mieten für Büros zählen zur Hälfte, Leasingraten für bewegliche Güter zu einem Fünftel. Ein fiktives Beispiel: Eine Agentur zahlt 24.000 € Büromiete und 3.000 € Zinsen im Jahr. In die Summe gehen 12.000 € und 3.000 € ein, zusammen 15.000 €. Das liegt weit unter 200.000 €, also wird nichts hinzugerechnet. Für kleine GmbHs entspricht der Gewerbeertrag deshalb meist dem Gewinn. Welche Kürzungen eine GmbH nutzen kann, die nur Vermögen verwaltet, erklärt der Artikel [vermögensverwaltende GmbH](https://www.fideus.de/wissen/vermoegensverwaltende-gmbh). ### Wie hoch ist die Gesamtbelastung einer GmbH? 2026 liegt die Steuerbelastung einer GmbH bei 29,825 % des Gewinns, wenn der Hebesatz 400 % beträgt. Bei 280 % sind es rund 25,6 %, bei 490 % rund 33 %. Ab 2028 sinkt die Belastung jedes Jahr um gut einen Prozentpunkt, weil die Körperschaftsteuer sinkt. Die Gewerbesteuer bleibt gleich. Die Tabelle zeigt die Gesamtbelastung für drei Hebesätze bis 2032. Sie gilt, wenn Einkommen und Gewerbeertrag gleich hoch sind, also ohne Hinzurechnungen und Kürzungen. | in % des Gewinns | 2026/2027 | 2028 | 2029 | 2030 | 2031 | ab 2032 | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | Körperschaftsteuer | 15,00 % | 14,00 % | 13,00 % | 12,00 % | 11,00 % | 10,00 % | | Körperschaftsteuer mit Solidaritätszuschlag | 15,83 % | 14,77 % | 13,72 % | 12,66 % | 11,61 % | 10,55 % | | Gesamt bei Hebesatz 280 % | 25,63 % | 24,57 % | 23,52 % | 22,46 % | 21,41 % | 20,35 % | | Gesamt bei Hebesatz 400 % | 29,83 % | 28,77 % | 27,72 % | 26,66 % | 25,61 % | 24,55 % | | Gesamt bei Hebesatz 490 % | 32,98 % | 31,92 % | 30,87 % | 29,81 % | 28,76 % | 27,70 % | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Werte gerundet, ohne Hinzurechnungen und Kürzungen. Die Gewerbesteuer beträgt 9,8 % bei 280 %, 14 % bei 400 % und 17,15 % bei 490 %. Bis Ende 2026 dürfen Gemeinden noch einen Hebesatz ab 200 % festlegen; die Gesamtbelastung beträgt dann 22,825 %. ### Wie viel Steuern zahlt eine Agentur-GmbH mit 40.000 € Gewinn? Eine fiktive Agentur-GmbH mit 40.000 € Gewinn zahlt 2026 bei einem Hebesatz von 400 % insgesamt 11.930 € Steuern. Das sind 6.000 € Körperschaftsteuer, 330 € Solidaritätszuschlag und 5.600 € Gewerbesteuer. Bei 280 % sind es 10.250 €, bei 490 % 13.190 €. In der GmbH bleiben 26.810 € bis 29.750 €. Das Beispiel ist fiktiv: eine Agentur-GmbH ohne Mitarbeitende und ohne Geschäftsführergehalt, 180.000 € Umsatz und 140.000 € Aufwand im Geschäftsjahr 2026, keine Hinzurechnungen. | Posten | Rechnung | Hebesatz 280 % | Hebesatz 400 % | Hebesatz 490 % | | --- | --- | --- | --- | --- | | Einkommen und Gewerbeertrag | 180.000 € Umsatz − 140.000 € Aufwand | 40.000 € | 40.000 € | 40.000 € | | Körperschaftsteuer | 15 % von 40.000 € | 6.000 € | 6.000 € | 6.000 € | | Solidaritätszuschlag | 5,5 % von 6.000 € | 330 € | 330 € | 330 € | | Steuermessbetrag | 3,5 % von 40.000 € | 1.400 € | 1.400 € | 1.400 € | | Gewerbesteuer | 1.400 € × Hebesatz | 3.920 € | 5.600 € | 6.860 € | | Steuern gesamt | | 10.250 € | 11.930 € | 13.190 € | | Belastung | in % des Gewinns | 25,63 % | 29,83 % | 32,98 % | | Verbleibt in der GmbH | 40.000 € − Steuern | 29.750 € | 28.070 € | 26.810 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr 2026, Gewerbeertrag bereits auf volle 100 € gerundet. Ab 2032 zahlt dieselbe GmbH bei 400 % noch 9.820 €, weil die Körperschaftsteuer dann 4.000 € und der Solidaritätszuschlag 220 € beträgt. #### Was ändert ein Geschäftsführergehalt? Ein angemessenes Gehalt für die Geschäftsführerin ist für die GmbH eine Betriebsausgabe. Es mindert Einkommen und Gewerbeertrag und damit Körperschaft- und Gewerbesteuer. Bei der Geschäftsführerin ist es Arbeitslohn (§ 19 EStG). Die GmbH behält davon Lohnsteuer ein und meldet sie an (§ 38, § 41a EStG). Bei Gesellschafter-Geschäftsführern prüft das Finanzamt, ob das Gehalt [angemessen](https://www.fideus.de/wissen/geschaeftsfuehrergehalt-angemessen) und vorab klar vereinbart ist. Sonst kann der zu hohe oder unklare Teil als [verdeckte Gewinnausschüttung](https://www.fideus.de/wissen/verdeckte-gewinnausschuettung) gelten und das Einkommen der GmbH nicht mindern (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG). Ob und in welcher Höhe ein Gehalt passt, ist eine Frage für die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. Über die Fideus-Plattform ist die [Lohnabrechnung](https://www.fideus.de/wissen/ersten-mitarbeiter-einstellen) für das Geschäftsführergehalt bei einem spezialisierten Partner gegen Aufpreis möglich; der Aufpreis steht im Angebot. ### Wann muss die GmbH ihre Steuern zahlen? Die GmbH zahlt ihre Steuern im laufenden Jahr über Vorauszahlungen: Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember (§ 31 KStG mit [§ 37 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__37.html)), die Gewerbesteuer am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November ([§ 19 GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__19.html)). Mit dem Steuerbescheid folgt die Abrechnung. Jede Vorauszahlung beträgt in der Regel ein Viertel der Steuer aus dem letzten Bescheid. Bei einer neu gegründeten GmbH richtet sie sich nach dem voraussichtlichen Gewinn. Vorauszahlungen zur Körperschaftsteuer setzt das Finanzamt erst ab 400 € im Jahr und 100 € je Termin fest (§ 37 Abs. 5 EStG), zur Gewerbesteuer ab 50 € je Termin (§ 19 Abs. 5 GewStG). Für die Agentur-GmbH aus dem Beispiel sieht das Jahr bei gleichbleibendem Gewinn so aus: | Termin | Steuer | Betrag | | --- | --- | --- | | 15. Februar | Gewerbesteuer | 1.400,00 € | | 10. März | Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag | 1.582,50 € | | 15. Mai | Gewerbesteuer | 1.400,00 € | | 10. Juni | Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag | 1.582,50 € | | 15. August | Gewerbesteuer | 1.400,00 € | | 10. September | Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag | 1.582,50 € | | 15. November | Gewerbesteuer | 1.400,00 € | | 10. Dezember | Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag | 1.582,50 € | | Summe | | 11.930,00 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Körperschaftsteuer 1.500 € und Solidaritätszuschlag 82,50 € je Termin. #### Was passiert nach dem ersten Steuerbescheid? Hat die GmbH im ersten Jahr keine oder zu niedrige Vorauszahlungen geleistet, kommt mit dem Bescheid die Nachzahlung. Zugleich kann das Finanzamt die Vorauszahlungen für das laufende Jahr erhöhen. Der Erhöhungsbetrag für schon vergangene Termine ist dann innerhalb eines Monats fällig (§ 37 Abs. 4 EStG, § 19 Abs. 3 GewStG). Für die Agentur-GmbH hieße das im ungünstigen Fall: 11.930 € Nachzahlung für 2026 und bis zu 11.930 € Vorauszahlungen für 2027 innerhalb weniger Monate. Sinkt der Gewinn voraussichtlich, lassen sich Vorauszahlungen auf Antrag herabsetzen (§ 37 Abs. 3 EStG, § 19 Abs. 3 GewStG). ### Welche Rolle spielt die Umsatzsteuer für die GmbH? Die Umsatzsteuer kostet die GmbH in der Regel nichts. Sie stellt 19 % auf ihre Rechnungen ([§ 12 Abs. 1 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__12.html)), zieht die Vorsteuer aus Eingangsrechnungen ab und führt die Differenz an das Finanzamt ab. Wirtschaftlich tragen sie die Endkunden. Was für Rechnungen an und aus dem Ausland gilt, erklärt der Artikel [Reverse-Charge-Verfahren](https://www.fideus.de/wissen/reverse-charge-verfahren). Gemeldet wird über Umsatzsteuervoranmeldungen bis zum 10. Tag nach jedem Monat oder Quartal ([§ 18 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html)). Voranmeldungszeitraum ist das Quartal, bei mehr als 9.000 € Umsatzsteuer im Vorjahr der Monat (§ 18 Abs. 2 UStG). Erstellt und übermittelt werden sie in der Regel von der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Nimmt eine GmbH ihre Tätigkeit neu auf, meldet sie nach dem Gesetz im Gründungs- und im Folgejahr monatlich an. Für die Jahre 2021 bis 2026 ist diese Regel ausgesetzt; dann zählt die voraussichtliche Steuer. Ab 2027 gilt sie wieder, auch im zweiten Jahr einer 2026 gegründeten GmbH. Die Schritte bis zur Steuernummer beschreibt der Artikel [Ablauf der GmbH-Gründung](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-gruendung-ablauf). Die Agentur-GmbH aus dem Beispiel stellt 34.200 € Umsatzsteuer in Rechnung und zieht 25.650 € Vorsteuer ab. Sie führt also 8.550 € im Jahr ab, 2026 quartalsweise. Der Betrag liegt bis zur Voranmeldung auf dem Geschäftskonto, gehört aber dem Finanzamt. ### Was gilt bei einer Gewinnausschüttung? Schüttet die GmbH Gewinn aus, zahlen die Gesellschafter darauf ein zweites Mal Steuer. Die GmbH behält 25 % Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag ein und führt sie bis zum 10. des Folgemonats ab ([§ 43a EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__43a.html), § 44 EStG). Das Teileinkünfteverfahren kann auf Antrag wählen, wer mindestens 25 % hält. Ab 1 % gilt das nur, wenn die Person beruflich für die GmbH tätig ist und dadurch maßgeblichen unternehmerischen Einfluss nehmen kann (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 Buchst. b EStG). Dann werden 60 % der Ausschüttung mit dem persönlichen Steuersatz besteuert (§ 3 Nr. 40 EStG). Ablauf und Kapitalertragsteuer erklärt der Artikel [Gewinnausschüttung einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gewinnausschuettung-gmbh). Hält eine Holding-GmbH zu Beginn des Jahres mindestens 15 % der Anteile, bleiben Ausschüttungen dort zu 95 % steuerfrei ([§ 8b KStG](https://www.fideus.de/wissen/8b-kstg), § 9 Nr. 2a GewStG). Wie das funktioniert, erklärt der Artikel [Wie funktioniert eine Holding?](https://www.fideus.de/wissen/wie-funktioniert-eine-holding) ### Was ändert sich ab 2027 und 2028? Zwei Gesetzesänderungen senken oder verschieben die Steuerlast der GmbH. Ab 2027 darf keine Gemeinde einen Gewerbesteuer-Hebesatz unter 280 % festlegen. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer jedes Jahr um einen Prozentpunkt, bis sie ab 2032 bei 10 % liegt. Bei einem Hebesatz von 400 % fällt die Gesamtbelastung damit von 29,825 % auf 24,55 %. > „Er beträgt 280 Prozent, wenn die Gemeinde nicht einen höheren Hebesatz bestimmt hat.“ – [§ 16 Abs. 4 Satz 2 GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__16.html), erstmals für 2027 ([§ 36 Abs. 5b GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__36.html)) Die Senkung der Körperschaftsteuer stammt aus dem Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm ([BGBl. 2025 I Nr. 161](https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2025/161/VO.html)). Sie gilt für das Kalenderjahr als Veranlagungszeitraum. Für die Agentur-GmbH aus dem Beispiel sinken die Steuern bis 2032 von 11.930 € auf 9.820 €. Der Anteil der Gewerbesteuer an der Steuerlast steigt dabei von 47 % auf 57 %. ### Wie planst du die Steuern einer GmbH ein? Für die Planung der Steuerzahlungen einer GmbH zählen drei Größen. Das sind die Gesamtbelastung des Gewinns nach Hebesatz, die Termine der Vorauszahlungen und die Umsatzsteuer, die bis zur Voranmeldung auf dem Konto liegt. Grundlage für alle drei ist eine vollständige und aktuelle [Buchhaltung](https://www.fideus.de/wissen/buchhaltung-gmbh), denn nur sie zeigt den laufenden Gewinn. Die Jahreserklärungen für Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer gibt die GmbH mit dem Jahresabschluss ab. Erstellt werden sie in der Regel von der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Wie Steuererklärung und Jahresabschluss zusammenhängen, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). #### Typische Fehler Im Onboarding operativer GmbHs auf der Fideus-Plattform fallen immer wieder dieselben drei Fehler auf. Am häufigsten ist der erste. - **Belege im Zettelkasten:** Nicht alle Belege sind erfasst, weil sie verstreut in Postfächern, Ordnern und Tools liegen statt in einem automatisierten System. Fehlt eine Rechnung, fehlt die Betriebsausgabe und oft auch der Vorsteuerabzug (§ 15 Abs. 1 Nr. 1 UStG); Gewinn und Steuer fallen dann zu hoch aus. - **Umsatzsteuer als verfügbares Geld:** Das Guthaben auf dem Geschäftskonto enthält die Umsatzsteuer, die mit der nächsten Voranmeldung an das Finanzamt geht. Wer sie verplant, dem fehlt sie am 10. des Folgemonats. - **Privatentnahmen ohne Grundlage:** Geld wandert vom Firmenkonto aufs Privatkonto, ohne Gehaltsvereinbarung und ohne Ausschüttungsbeschluss. Eine solche Zahlung an die Gesellschafterin kann als verdeckte Gewinnausschüttung gelten und mindert das Einkommen der GmbH nicht ([§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8.html)). Gegen den Zettelkasten hilft ein fester Weg für jeden Beleg. Über die Fideus-Plattform sieht er so aus: - **Bankkonten:** Du verknüpfst deine Geschäftskonten einmal, danach ruft die Plattform die Transaktionen automatisch ab. - **Belege:** Du lädst sie hoch oder leitest sie per E-Mail weiter. Fideus stellt dafür eine eigene E-Mail-Adresse bereit, die du bei Tools wie Software-Abos als Rechnungsadresse hinterlegen kannst. - **Zuordnung:** Die Plattform ordnet Beleg und Transaktion automatisch zu, mit eigener KI-Technologie. Gebucht werden die Geschäftsvorfälle von der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. ### Wer erstellt die Steuererklärungen der GmbH über die Fideus-Plattform? Über die Fideus-Plattform erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, die Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer-Jahreserklärung in eigener Verantwortung. Im Paket „Operatives Unternehmen“ bucht sie außerdem die laufenden Geschäftsvorfälle und erstellt Umsatzsteuervoranmeldungen sowie den Jahresabschluss mit E-Bilanz und Offenlegung, ebenfalls in eigener Verantwortung. Die Geschäftsführung gibt Jahresabschluss und Jahreserklärungen vor der Übermittlung frei. Fideus ist die Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination: Sie bereitet Belege und Bankdaten auf und übernimmt Fristen-Tracking und Erinnerungen. Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Steuerkanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat über 50 Mitarbeitende, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. Hält eine Holding die Anteile, laufen beide Gesellschaften über denselben Plattform-Zugang und dieselbe Kanzlei, in einem Angebot mit dem Paketpreis je Gesellschaft. Für die Agentur-GmbH aus dem Beispiel kostet das Paket ab 3.500 € pro Jahr netto, bei quartalsweiser Voranmeldung, 100.000 € Bilanzsumme und rund 500 Banktransaktionen. Das Paket beginnt bei 2.000 € pro Jahr netto; alle Kosten stehen im Angebot. Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Den Vergleich mit der Gebührenordnung zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine GmbH](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-gmbh). Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. ### Fazit Eine GmbH zahlt auf ihren Gewinn Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer, 2026 bei einem Hebesatz von 400 % zusammen 29,825 %. Ab 2028 sinkt die Belastung schrittweise auf 24,55 % ab 2032. Gezahlt wird laufend über Vorauszahlungen; die Umsatzsteuer reicht die GmbH nur durch. - **Zweites Jahr:** Die Nachzahlung für das erste Jahr und erhöhte Vorauszahlungen können innerhalb weniger Monate zusammenfallen. - **Umsatzsteuer:** Sie liegt bis zur Voranmeldung auf dem Geschäftskonto, gehört aber dem Finanzamt. - **Neue Sätze:** Ab 2027 gilt ein Mindesthebesatz von 280 %, ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer jedes Jahr. Umfang und Preise des Pakets „Operatives Unternehmen“ zeigt die Seite [Preise](https://www.fideus.de/preise). Wie der Ablauf für Agenturen und digitale Dienstleister aussieht, zeigen die Seiten [Fideus für Agenturen](https://www.fideus.de/branchen/agenturen) und [Fideus für digitale Dienstleister](https://www.fideus.de/branchen/digitale-dienstleister). ### Quellen - [§ 23 KStG – Steuersatz](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__23.html) - [§ 8 KStG – Ermittlung des Einkommens](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8.html) - [§ 4 SolZG – Zuschlagsatz](https://www.gesetze-im-internet.de/solzg_1995/__4.html) - [§ 3 SolZG – Bemessungsgrundlage](https://www.gesetze-im-internet.de/solzg_1995/__3.html) - [§ 8 GewStG – Hinzurechnungen](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__8.html) - [§ 11 GewStG – Steuermesszahl und Steuermessbetrag](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__11.html) - [§ 16 GewStG – Hebesatz](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__16.html) - [§ 19 GewStG – Vorauszahlungen](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__19.html) - [§ 4 EStG – Gewinnbegriff, Abs. 5b](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__4.html) - [§ 37 EStG – Einkommensteuer-Vorauszahlung](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__37.html) - [§ 32d EStG – Gesonderter Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32d.html) - [§ 18 UStG – Besteuerungsverfahren](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html) - [Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm, BGBl. 2025 I Nr. 161](https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2025/161/VO.html) - [Statistisches Bundesamt: Gewerbesteuereinnahmen und Hebesätze 2024](https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/08/PD25_309_713.html) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Wie viel Steuern zahlt eine GmbH? Auf ihren Gewinn zahlt eine GmbH 2026 Körperschaftsteuer von 15 %, Solidaritätszuschlag von 5,5 % darauf und Gewerbesteuer von 3,5 % mal Hebesatz. Bei einem Hebesatz von 400 % sind das zusammen 29,825 %, bei 280 % rund 25,6 % und bei 490 % rund 33 %. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise; bei 400 % liegt die Belastung ab 2032 bei 24,55 %. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026. #### Wie viel Steuern zahlt eine GmbH bei 100.000 Euro Gewinn? Bei einem Hebesatz von 400 % im Jahr 2026 rund 29.825 €: 15.000 € Körperschaftsteuer, 825 € Solidaritätszuschlag und 14.000 € Gewerbesteuer. Angenommen ist, dass Einkommen und Gewerbeertrag dem Gewinn entsprechen. Wird der Gewinn ausgeschüttet, kommt die Steuer der Gesellschafter hinzu. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. #### Zahlt eine UG dieselben Steuern wie eine GmbH? Ja. Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine Form der GmbH und zahlt dieselbe Körperschaftsteuer, denselben Solidaritätszuschlag und dieselbe Gewerbesteuer. Unterschiede gibt es beim Stammkapital und bei der gesetzlichen Rücklage (§ 5a GmbHG), nicht bei den Steuersätzen. #### Hat eine GmbH steuerliche Vorteile? Gewinne, die in der GmbH bleiben, belastet sie 2026 bei einem Hebesatz von 400 % mit 29,825 %. Die Einkommensteuer einer Person reicht dagegen bis 45 % (§ 32a EStG). Bei einer Ausschüttung kommt die Steuer der Gesellschafter hinzu. Ob die GmbH im Einzelfall steuerlich günstiger ist, hängt von Gewinn, Ausschüttungen und Gehalt ab und ist Aufgabe der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. #### Wann muss eine GmbH ihre Steuern zahlen? Laufend über Vorauszahlungen: Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag am 10. März, 10. Juni, 10. September und 10. Dezember, die Gewerbesteuer am 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November. Mit dem Steuerbescheid folgt die Abrechnung, also eine Nachzahlung oder Erstattung. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## § 8b KStG einfach erklärt: 95-%-Steuerbefreiung, Streubesitz und Beteiligungsverkauf URL: https://www.fideus.de/wissen/8b-kstg Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 15 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 ### Kurz zusammengefasst - § 8b KStG stellt Dividenden und Gewinne aus dem Verkauf von Beteiligungen bei einer GmbH, UG oder AG zu 95 % steuerfrei. Bei einem Hebesatz von 400 % bleiben rund 1,49 % Steuern. - Dividenden sind nur steuerfrei, wenn die Beteiligung zu Beginn des Kalenderjahres mindestens 10 % beträgt; ein Erwerb von mindestens 10 % im Laufe des Jahres gilt als zu Beginn erfolgt. Für die Gewerbesteuer sind 15 % zu Beginn des Jahres nötig, ohne Rückbezug bei unterjährigem Erwerb. - Veräußerungsgewinne sind ohne Mindestbeteiligung und ohne Haltefrist zu 95 % frei, auch bei der Gewerbesteuer. Verluste und Abschreibungen auf Beteiligungen mindern den Gewinn dafür nicht. - Fiktive Modellrechnung 2026, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei: Bei 1 Mio. € Gewinn aus einem Anteilsverkauf fallen privat 264.308 € Steuern an, in der Holding bei einem Hebesatz von 400 % zunächst 14.913 €. - Für ETFs gilt § 8b KStG nicht. Der Ausschluss für den Eigenhandel in § 8b Abs. 7 trifft seit 2017 nur Banken, Finanzinstitute und Finanzunternehmen in deren Mehrheitsbesitz. **§ 8b KStG** stellt Dividenden und Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen an anderen Kapitalgesellschaften bei einer GmbH, UG oder AG zu 95 % steuerfrei. Weil 5 % als nicht abziehbare Betriebsausgaben gelten, bleibt bei einem Hebesatz von 400 % eine Belastung von rund 1,5 %. Dividenden sind bei der Körperschaftsteuer ab einer Beteiligung von 10 % zu Beginn des Jahres begünstigt, bei der Gewerbesteuer ab 15 %. Verkaufsgewinne sind ohne Mindestbeteiligung befreit. ### Was regelt § 8b KStG? § 8b KStG regelt, wie eine Kapitalgesellschaft Erträge aus Beteiligungen an anderen Kapitalgesellschaften versteuert. Dividenden (Abs. 1) und Veräußerungsgewinne (Abs. 2) bleiben bei der Einkommensermittlung außer Ansatz. Im Gegenzug gelten 5 % als nicht abziehbare Betriebsausgaben, und Verluste aus Beteiligungen zählen nicht. So wird Gewinn nicht auf jeder Stufe einer Beteiligungskette erneut voll besteuert. > „Bezüge im Sinne des § 20 Abs. 1 Nr. 1, 2, 9 und 10 Buchstabe a des Einkommensteuergesetzes bleiben bei der Ermittlung des Einkommens außer Ansatz." – [§ 8b Abs. 1 Satz 1 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8b.html) Die Vorschrift hat elf Absätze. Für Holdings von Gründerinnen und Gründern und für Business Angels zählen vor allem die ersten sieben: - **Abs. 1:** Dividenden und gleichgestellte Bezüge bleiben außer Ansatz, soweit sie das Einkommen der ausschüttenden Gesellschaft nicht gemindert haben. - **Abs. 2:** Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen bleiben außer Ansatz, ohne Mindestbeteiligung und ohne Haltefrist. - **Abs. 3:** 5 % des Veräußerungsgewinns gelten als nicht abziehbar; Verluste, Abschreibungen und bestimmte Darlehensverluste bleiben unberücksichtigt. - **Abs. 4:** Dividenden aus Beteiligungen unter 10 % zu Beginn des Kalenderjahres sind voll steuerpflichtig (Streubesitz). - **Abs. 5:** 5 % der steuerfreien Dividenden gelten als nicht abziehbar. - **Abs. 6:** Die Regeln gelten auch für Anteile, die über eine Personengesellschaft gehalten werden. - **Abs. 7:** Ausnahme für den Handelsbestand von Banken und Finanzinstituten. #### Für wen gilt § 8b KStG? § 8b KStG gilt für körperschaftsteuerpflichtige Gesellschaften, also vor allem für GmbH, UG (haftungsbeschränkt) und AG. Für Privatpersonen gilt er nicht. Dort gilt für Dividenden die Abgeltungsteuer. Gewinne aus dem Verkauf einer Beteiligung ab 1 % werden zu 60 % mit dem persönlichen Steuersatz besteuert ([§ 17 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__17.html), § 3 Nr. 40 EStG). Genau dieser Unterschied ist der Grund, warum viele Beteiligungen in einer Holding liegen. Wie eine Holding aufgebaut ist, erklärt der Artikel [Wie funktioniert eine Holding?](https://www.fideus.de/wissen/wie-funktioniert-eine-holding) Ob dafür eine UG reicht, erklärt der Artikel [UG als Holding](https://www.fideus.de/wissen/ug-als-holding). ### Welche Erträge sind nach § 8b KStG wie steuerfrei? Wie stark § 8b KStG wirkt, hängt von der Ertragsart und der Beteiligungsquote ab. Veräußerungsgewinne sind immer zu 95 % steuerfrei. Dividenden sind es bei der Körperschaftsteuer erst ab 10 % und bei der Gewerbesteuer erst ab 15 % zu Beginn des Jahres. Bei einem Hebesatz von 400 % liegt die Belastung damit zwischen 1,49 % und 29,83 %. | Ertrag der GmbH | Körperschaftsteuer | Gewerbesteuer | Belastung bei 400 % | | --- | --- | --- | --- | | Dividende, Beteiligung ab 15 % | 95 % frei (Abs. 1, 5) | 95 % frei (§ 9 Nr. 2a GewStG) | 1,49 % | | Dividende, Beteiligung 10 bis unter 15 % | 95 % frei | voll steuerpflichtig (§ 8 Nr. 5 GewStG) | 14,79 % | | Dividende, Beteiligung unter 10 % | voll steuerpflichtig (Abs. 4) | voll steuerpflichtig | 29,83 % | | Gewinn aus Anteilsverkauf, jede Beteiligungshöhe | 95 % frei (Abs. 2, 3) | 95 % frei (§ 7 GewStG) | 1,49 % | | Verlust aus Anteilsverkauf, Abschreibung auf Anteile | nicht abziehbar (Abs. 3 Satz 3) | nicht abziehbar | – | | Ausfall eines Gesellschafterdarlehens, Beteiligung über 25 % | in der Regel nicht abziehbar (Abs. 3 Satz 4–7) | in der Regel nicht abziehbar | – | | Dividende einer ausländischen Kapitalgesellschaft | wie inländisch (Abs. 1, 4, 5) | 95 % frei ab 15 % (§ 9 Nr. 7 GewStG) | ab 1,49 % | | Aktien-ETF (Ausschüttung oder Verkauf) | § 8b gilt nicht, 80 % frei | 40 % frei (§ 20 InvStG) | 11,57 % | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026: Körperschaftsteuer 15 % plus Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer-Hebesatz 400 %, ohne Kirchensteuer, gerundet. Beteiligungsquote jeweils zu Beginn des Jahres; bei der Körperschaftsteuer gilt ein Erwerb von mindestens 10 % im Laufe des Jahres als zu Beginn erfolgt (§ 8b Abs. 4 Satz 6 KStG). Bei ausländischen Dividenden ohne Quellensteuer und ohne Besonderheiten aus Doppelbesteuerungsabkommen. #### Woher kommen die 5 % und die 1,5 %? Nach § 8b Abs. 3 und 5 KStG gelten 5 % der steuerfreien Dividenden und Veräußerungsgewinne als Ausgaben, die den Gewinn nicht mindern dürfen. Diese 5 % werden voll besteuert. Die Körperschaftsteuer beträgt 15 % plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf, zusammen 15,825 %. Dazu kommen 14 % Gewerbesteuer bei einem Hebesatz von 400 %. Insgesamt sind das 29,825 %, und 5 % davon ergeben 1,49 %. Wie sich die Steuerlast einer GmbH zusammensetzt, erklärt der Artikel [Steuern einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-steuern). Laufende Kosten der Beteiligung, etwa Finanzierungszinsen, bleiben bei der Körperschaftsteuer dafür abziehbar. § 3c Abs. 1 EStG, der sonst den Abzug von Ausgaben für steuerfreie Einnahmen sperrt, ist ausdrücklich nicht anzuwenden (§ 8b Abs. 3 Satz 2 und Abs. 5 Satz 2 KStG). Kosten eines Verkaufs mindern dagegen den steuerfreien Veräußerungsgewinn (Abs. 2 Satz 2). ### Wann sind Dividenden nach § 8b KStG steuerfrei? Dividenden sind bei der Körperschaftsteuer zu 95 % steuerfrei, wenn die GmbH zu Beginn des Kalenderjahres unmittelbar mindestens 10 % des Stammkapitals der Tochter hält. Darunter spricht man von Streubesitz, und die Dividende ist voll steuerpflichtig (§ 8b Abs. 4 Satz 1 KStG). Maßgeblich ist der Stichtag 1. Januar, nicht der Tag der Ausschüttung. Für Beteiligungen, die im Laufe des Jahres entstehen, gibt es einen Rückbezug: „Für Zwecke dieses Absatzes gilt der Erwerb einer Beteiligung von mindestens 10 Prozent als zu Beginn des Kalenderjahres erfolgt" (§ 8b Abs. 4 Satz 6 KStG). Wer im Juni 12 % an einer GmbH kauft, bekommt eine Dividende im selben Jahr bei der Körperschaftsteuer also schon zu 95 % steuerfrei. Der Rückbezug setzt einen Erwerb von mindestens 10 % voraus. Mehrere Teilkäufe zählen zusammen, wenn sie aus Sicht des Käufers ein wirtschaftlich einheitlicher Vorgang sind. Das kann etwa ein Kauf von mehreren Verkäufern in einer notariellen Urkunde sein ([BFH, Urteil vom 13. März 2024, I R 30/21](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202450097/)). Ob die Aufstockung einer bestehenden kleinen Beteiligung über 10 % ausreicht, prüft die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. **Hinweis:** Bei Streubesitzdividenden entfällt auch die 5-%-Pauschale (§ 8b Abs. 4 Satz 7 KStG), weil ohnehin die ganze Dividende steuerpflichtig ist. Die [Kapitalertragsteuer](https://www.fideus.de/wissen/gewinnausschuettung-gmbh), die die ausschüttende GmbH einbehält, wird der Holding in der Regel mit der Körperschaftsteuer-Veranlagung angerechnet. ### Was ist das Schachtelprivileg bei der Gewerbesteuer? Das gewerbesteuerliche Schachtelprivileg nimmt Dividenden aus der Gewerbesteuer heraus, wenn die GmbH zu Beginn des Erhebungszeitraums mindestens 15 % der Tochter hält (§ 9 Nr. 2a GewStG). Für ausländische Tochtergesellschaften gilt dasselbe nach § 9 Nr. 7 GewStG. Eine Beteiligung ab dieser Schwelle heißt Schachtelbeteiligung, ihre Ausschüttung Schachteldividende. Einen Rückbezug für Erwerbe im laufenden Jahr gibt es hier nicht. Fehlt die Schwelle, rechnet [§ 8 Nr. 5 GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__8.html) die bei der Körperschaftsteuer freie Dividende dem Gewerbeertrag wieder hinzu. Bei 10 bis unter 15 % ist die Dividende dann bei der Körperschaftsteuer zu 95 % frei, bei der Gewerbesteuer aber voll belastet. Das ergibt rund 14,8 % statt 1,5 % bei einem Hebesatz von 400 %. Die 5 % nach § 8b Abs. 5 KStG bleiben auch mit Schachtelprivileg gewerbesteuerpflichtig ([§ 9 Nr. 2a Satz 4 GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__9.html)). Das trifft vor allem das erste Jahr einer Holding. Bringt die Gründerin ihre GmbH-Anteile im Laufe eines Jahres ein, hielt die Holding am Jahresbeginn noch keine 15 %. Eine Ausschüttung der Tochter im selben Jahr ist dann in der Regel voll gewerbesteuerpflichtig. Für Veräußerungsgewinne gilt die 15-%-Schwelle nicht, denn § 8 Nr. 5 GewStG erfasst nur Dividenden. Was bei der Gründung einer Holding sonst zu beachten ist, beschreibt der Artikel [Holding gründen](https://www.fideus.de/wissen/holding-gruenden). Was die Gründung kostet, zeigt der Artikel [Kosten einer Holding-Gründung](https://www.fideus.de/wissen/holding-gruenden-kosten). ### Wie wird ein Beteiligungsverkauf besteuert (§ 8b Abs. 2 KStG)? Verkauft eine GmbH Anteile an einer anderen Kapitalgesellschaft, bleibt der Gewinn nach § 8b Abs. 2 KStG außer Ansatz. Gewinn ist der Verkaufspreis abzüglich Veräußerungskosten und Buchwert. 5 % davon gelten als nicht abziehbar (Abs. 3 Satz 1). Eine Mindestbeteiligung oder Haltefrist gibt es nicht, auch nicht bei der Gewerbesteuer. Das ist der Kern für Business Angels: Auch der Exit-Gewinn aus einer Beteiligung von 2 % an einem Startup wird in der Holding bei einem Hebesatz von 400 % nur mit rund 1,5 % belastet. Ihre Dividenden wären dagegen voll steuerpflichtig. Als Veräußerung gilt auch die verdeckte Einlage (Abs. 2 Satz 6). Hat die GmbH die Anteile früher steuerwirksam auf einen niedrigeren Teilwert abgeschrieben, ist der Gewinn insoweit steuerpflichtig (Abs. 2 Satz 4). Die folgende fiktive Modellrechnung zeigt den Unterschied beim Verkauf einer Beteiligung. Eine Gründerin hält 100 % an einer GmbH, die sie für 25.000 € gegründet hat, und verkauft sie für 1.025.000 €. Der Veräußerungsgewinn beträgt 1.000.000 €. Einmal hält sie die Anteile privat, einmal über ihre Holding. | Position | Privat | Holding-GmbH | | --- | --- | --- | | Veräußerungsgewinn | 1.000.000,00 € | 1.000.000,00 € | | Steuerpflichtiger Teil | 600.000,00 € (60 %) | 50.000,00 € (5 %) | | Einkommensteuer bzw. Körperschaftsteuer | 250.529,00 € | 7.500,00 € | | Solidaritätszuschlag | 13.779,09 € | 412,50 € | | Gewerbesteuer (Hebesatz 400 %) | – | 7.000,00 € | | Steuern gesamt | 264.308,09 € (26,43 %) | 14.912,50 € (1,49 %) | | Verbleibt | 735.691,91 € | 985.087,50 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Fiktives Beispiel, Stand 2026. Privat: Teileinkünfteverfahren (§ 17, § 3 Nr. 40, § 3c Abs. 2 EStG), Tarif nach [§ 32a EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32a.html) 2026, ledig, keine weiteren Einkünfte, Freibetrag nach § 17 Abs. 3 EStG vollständig abgeschmolzen. Holding: Körperschaftsteuer 15 %, keine Veräußerungskosten, keine laufende Sperrfrist nach einem Anteilstausch. Jeweils ohne Kirchensteuer. Der Vorteil ist ein Aufschub: Fließt das Geld später von der Holding an dich, fällt die Abgeltungsteuer an. Solange es in der Holding bleibt, kann sie es für neue Beteiligungen einsetzen. Die steuerlichen Folgen eines Verkaufs prüft im Einzelfall die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. #### Was gilt nach einem Anteilstausch (Sperrfrist)? Viele Holdings entstehen, indem die Gründerin ihre GmbH-Anteile gegen neue Anteile an der Holding tauscht, auf Antrag zum Buchwert (§ 21 Abs. 1 UmwStG). Verkauft die Holding die eingebrachten Anteile innerhalb von sieben Jahren, versteuert die Gründerin rückwirkend den Gewinn aus der Einbringung (Einbringungsgewinn II, [§ 22 Abs. 2 UmwStG](https://www.gesetze-im-internet.de/umwstg_2006/__22.html)). Der Einbringungsgewinn sinkt um ein Siebtel für jedes abgelaufene Zeitjahr seit der Einbringung. Er gilt als nachträgliche Anschaffungskosten der Holding-Anteile der Gründerin. Hat sie die Steuer darauf entrichtet, erhöht die Holding auf Antrag die Anschaffungskosten der eingebrachten Anteile. Der Veräußerungsgewinn der Holding sinkt entsprechend ([§ 23 Abs. 2 UmwStG](https://www.gesetze-im-internet.de/umwstg_2006/__23.html)). Ob eine Sperrfrist läuft und was sie im Einzelfall bedeutet, klärt die Steuerkanzlei vor dem Verkauf. ### Was gilt bei Verlusten und Darlehen nach § 8b Abs. 3 KStG? Die Steuerfreiheit hat eine Kehrseite: Gewinnminderungen im Zusammenhang mit einer Beteiligung werden nicht berücksichtigt (§ 8b Abs. 3 Satz 3 KStG). Verluste aus dem Verkauf, eine Abschreibung auf eine gescheiterte Beteiligung und der Verlust bei einer Liquidation mindern den steuerpflichtigen Gewinn der Holding nicht. Das gilt auch für Darlehen an eine Gesellschaft, an der die GmbH zu mehr als einem Viertel beteiligt ist oder war (Abs. 3 Satz 4). Fällt das Darlehen aus, ist die Abschreibung dann nicht abziehbar. Gleiches gilt für Sicherheiten (Satz 4) und für Forderungen, die einem Darlehen wirtschaftlich vergleichbar sind (Satz 8). **Wichtig:** Die Regel gilt nicht, wenn nachgewiesen wird, dass auch ein fremder Dritter das Darlehen unter sonst gleichen Umständen gegeben oder noch nicht zurückgefordert hätte (Abs. 3 Satz 7). Lag die Beteiligung unmittelbar und mittelbar nie über 25 %, greift Satz 4 nicht. Wie ein Darlehen dokumentiert wird, klärst du vor der Auszahlung mit der Kanzlei. ### Wann gilt § 8b KStG nicht? § 8b KStG gilt nicht für Privatpersonen und nicht für Anteile an Investmentfonds wie ETFs ([§ 16 Abs. 3 InvStG](https://www.gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__16.html)). Für ETFs gilt stattdessen eine Teilfreistellung. Ausgenommen ist außerdem der Handelsbestand von Banken und Finanzinstituten (Abs. 7). Für die typische Holding einer Gründerin ist diese Ausnahme seit 2017 kaum noch relevant. - **ETFs und Fonds:** Bei Aktienfonds sind 80 % der Erträge von der Körperschaftsteuer und 40 % von der Gewerbesteuer befreit. Das ergibt rund 11,6 % bei einem Hebesatz von 400 %, statt 1,49 % bei Einzelaktien. - **Abs. 7:** Seit 2017 gilt er nur für Kredit-, Wertpapier- und Finanzdienstleistungsinstitute. Dazu kommen Finanzunternehmen, an denen solche Institute zu mehr als 50 % beteiligt sind ([§ 34 Abs. 5 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__34.html)). Für Anteile, die vor 2017 erworben wurden, kann noch die alte Fassung gelten. - **Korrespondenz:** Hat eine Ausschüttung das Einkommen der ausschüttenden Gesellschaft gemindert, etwa als verdeckte Gewinnausschüttung, ist sie beim Empfänger insoweit nicht steuerfrei (Abs. 1 Satz 2). Häufiger Handel mit Einzelaktien ändert an der Steuerfreiheit nach heutiger Fassung also nichts, wohl aber am Aufwand für Buchführung und Abschluss. Gewinne sind zu 95 % frei, Verluste bleiben unberücksichtigt. Wie eine [vermögensverwaltende GmbH](https://www.fideus.de/wissen/vermoegensverwaltende-gmbh) Aktien und ETFs versteuert, zeigt ein eigener Artikel. ### Welche Fallen gibt es bei § 8b KStG? Die meisten Fallen entstehen aus Stichtagen und Schwellen, die sich zwischen Körperschaft- und Gewerbesteuer unterscheiden. Dazu kommen Erwartungen an Verluste, die § 8b KStG gerade ausschließt. Die folgenden Punkte ergeben sich aus dem Gesetz und zeigen, wo eine Frage an die Kanzlei vor der Entscheidung sinnvoll ist. - **Streubesitz:** Dividenden aus Beteiligungen unter 10 % sind voll steuerpflichtig, typischerweise bei Angel-Beteiligungen. - **Erstes Jahr der Holding:** Die 15 % für die Gewerbesteuer zählen zu Beginn des Jahres, ohne Rückbezug. - **Aufstockung:** Der Rückbezug bei der Körperschaftsteuer setzt einen Erwerb von mindestens 10 % voraus. - **Verluste:** Abschreibungen auf eine gescheiterte Beteiligung mindern die Steuer der Holding nicht. - **Darlehen:** Ab einer Beteiligung von mehr als 25 % ist auch der Ausfall eines Darlehens in der Regel nicht abziehbar. - **ETFs:** Für Fonds gilt die Teilfreistellung, nicht § 8b KStG. - **Sperrfrist:** Ein Verkauf innerhalb von sieben Jahren nach einem Anteilstausch zum Buchwert löst Steuer bei der Gründerin aus. Wie sich die Steuerlast einer GmbH mit und ohne Holding insgesamt unterscheidet, zeigt der Artikel [Steuern sparen mit einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/steuern-sparen-mit-gmbh). ### Wie betreut die Fideus-Plattform Holdings mit Beteiligungen? Fideus ist die Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination. Über die Plattform kommt das Mandat zwischen deiner Holding und einer zugelassenen Steuerkanzlei zustande. Die Kanzlei erstellt Buchhaltung, Jahresabschluss sowie Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung der Holding in eigener Verantwortung und wendet dabei § 8b KStG an. Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf und übernimmt Fristen-Tracking und Erinnerungen. - **Beteiligungen:** Beteiligungen an ausländischen Kapitalgesellschaften werden wie inländische betreut. Ein Depot neben den Beteiligungen und Anteile an Personengesellschaften klärt die Besonderheiten-Abfrage im Online-Funnel vor dem Angebot. Für mehr als drei Beteiligungen oder eine höhere Bilanzsumme gibt es die Add-ons „Mehr Beteiligungen" und „Höhere Bilanzsummen"; der Aufpreis steht im Angebot. - **Dividenden:** Mit dem Add-on „Dividenden & Ausschüttungen" erfasst die Kanzlei die Dividende im Abschluss der Holding, in eigener Verantwortung. Sie rechnet auch die Kapitalertragsteuer in der Körperschaftsteuererklärung an. Der Preis steht im Angebot. - **Exit:** Verkauft die Holding eine Beteiligung, bildet die Kanzlei den Veräußerungsgewinn in Abschluss und Erklärungen ab, in eigener Verantwortung. Der Aufpreis steht im Angebot. - **Pakete:** Holding Lite ab 600 € / Jahr mit bis zu drei Beteiligungen und einer Bilanzsumme bis 150.000 €, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung und E-Bilanz. Holding Pro ab 1.450 € / Jahr zusätzlich mit Umsatzsteuer. Beide Pakete gelten für UG und GmbH zu denselben Preisen. Preise netto, jeweils Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. - **Steuerkanzlei:** Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Kanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat über 50 Mitarbeitende, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen" außerdem Handel und E-Commerce. Alle Kosten stehen im Angebot. Was ein Holding-Abschluss bei einer klassischen Kanzlei nach Gebührenordnung kostet, zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding). ### Fazit § 8b KStG macht Beteiligungserträge in einer GmbH weitgehend steuerfrei: rund 1,5 % statt bis zu rund 30 % bei einem Hebesatz von 400 %. Für Verkaufsgewinne gilt das ohne Mindestbeteiligung. Bei Dividenden entscheiden die Quote am 1. Januar und die Unterschiede zwischen Körperschaft- und Gewerbesteuer. - **Dividenden:** 10 % zu Beginn des Jahres für die Körperschaftsteuer (ein Erwerb von mindestens 10 % zählt rückwirkend), 15 % für die Gewerbesteuer. - **Verkäufe:** 95 % frei bei jeder Quote, Verluste zählen nicht. - **Exit:** Sperrfrist und Darlehen vorher mit der Kanzlei klären. Pakete und Ablauf für Holdings mit Beteiligungen zeigt die Seite [Holding-Jahresabschluss](https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss). ### Quellen - [Körperschaftsteuergesetz (§§ 8b, 23, 34)](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8b.html) - [Gewerbesteuergesetz (§§ 7, 8, 9, 11, 16)](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__9.html) - [Einkommensteuergesetz (§§ 3, 3c, 17, 32a)](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__17.html) - [Umwandlungssteuergesetz (§§ 21, 22, 23)](https://www.gesetze-im-internet.de/umwstg_2006/__22.html) - [Investmentsteuergesetz (§§ 16, 20)](https://www.gesetze-im-internet.de/invstg_2018/__16.html) - [Bundesfinanzhof, Urteil vom 13. März 2024, I R 30/21](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202450097/) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Ist die Veräußerung von Aktien nach § 8b KStG steuerfrei? Für eine GmbH oder UG ja, zu 95 %. Gewinne aus dem Verkauf von Aktien und GmbH-Anteilen bleiben nach § 8b Abs. 2 KStG außer Ansatz, 5 % gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben. Eine Mindestbeteiligung oder Haltefrist gibt es dafür nicht. Das gilt auch bei der Gewerbesteuer. Für Anteile an Investmentfonds wie ETFs gilt § 8b KStG dagegen nicht (§ 16 Abs. 3 InvStG). #### Welche Betriebsausgaben sind nach § 8b KStG nicht abziehbar? Pauschal 5 % der steuerfreien Dividenden und Veräußerungsgewinne (§ 8b Abs. 3 Satz 1 und Abs. 5 KStG). Laufende Kosten der Beteiligung, etwa Finanzierungszinsen, bleiben bei der Körperschaftsteuer dagegen abziehbar, weil § 3c Abs. 1 EStG nicht anzuwenden ist. Kosten eines Verkaufs mindern den steuerfreien Veräußerungsgewinn (§ 8b Abs. 2 Satz 2 KStG). Nicht abziehbar sind außerdem Verluste und Abschreibungen auf die Beteiligung (§ 8b Abs. 3 Satz 3 KStG). #### Was besagt § 8b Abs. 6 KStG? Die Steuerfreiheit gilt auch, wenn eine GmbH über eine Personengesellschaft beteiligt ist. Dividenden, Veräußerungsgewinne und Verluste aus Anteilen, die der GmbH über eine Mitunternehmerschaft zugerechnet werden, behandelt § 8b KStG wie eigene. Das gilt auch beim Verkauf des Anteils an der Personengesellschaft, soweit er auf solche Anteile entfällt. #### Gilt § 8b KStG auch für eine UG? Ja. Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine GmbH und damit körperschaftsteuerpflichtig wie jede andere GmbH. Dividenden und Veräußerungsgewinne sind bei ihr unter denselben Voraussetzungen zu 95 % steuerfrei. Unterschiede gibt es nur im Gesellschaftsrecht, etwa bei der Rücklagenpflicht. #### Was ändert sich bei § 8b KStG ab 2028? Die Steuerfreiheit bleibt, aber die Körperschaftsteuer sinkt von 15 % schrittweise auf 10 % ab 2032 (§ 23 Abs. 1 KStG). Damit sinkt auch die Belastung der steuerpflichtigen 5 %. Bei einem Hebesatz von 400 % liegt sie ab 2032 bei rund 1,23 % statt 1,49 %. Ab 2027 gilt außerdem ein Mindesthebesatz von 280 % bei der Gewerbesteuer (§ 16 Abs. 4 GewStG). **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Gewinnausschüttung GmbH: Ablauf, Kapitalertragsteuer und Ausschüttung an die Holding URL: https://www.fideus.de/wissen/gewinnausschuettung-gmbh Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 14 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 ### Kurz zusammengefasst - Eine reguläre Gewinnausschüttung setzt den festgestellten Jahresabschluss und einen Beschluss der Gesellschafter über die Ergebnisverwendung voraus. Das Stammkapital darf dabei nicht angegriffen werden (§ 30 GmbHG). - Die GmbH behält 26,375 % Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag ein und muss sie am Auszahlungstag anmelden und abführen, nicht erst im Folgemonat. - Einen Freistellungsauftrag gibt es bei GmbH-Ausschüttungen nicht. Die Steuer auf einen nicht ausgeschöpften Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € holt sich eine Privatperson über die Einkommensteuererklärung zurück. - Bei einer Holding mit mindestens 15 % Beteiligung zu Beginn des Jahres bleiben von 100.000 € Gewinn der Tochter 69.129,75 € in der Holding, bei einer Privatperson 51.666,35 € (Modellrechnung 2026, Hebesatz 400 %). - Auch an die Holding zahlt die Tochter zunächst nur den Betrag nach Kapitalertragsteuer aus. Die einbehaltene Steuer wird erst mit der Körperschaftsteuer-Veranlagung der Holding angerechnet. Eine reguläre **Gewinnausschüttung der GmbH** setzt voraus, dass die Gesellschafter den Jahresabschluss festgestellt und die Verwendung des Gewinns beschlossen haben. Bei der Auszahlung behält die GmbH 25 % Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag ein, zusammen 26,375 %, und führt sie am selben Tag an das Finanzamt ab. Für Privatpersonen ist die Steuer damit in der Regel abgegolten. Eine Holding, die zu Beginn des Jahres mindestens 15 % hält, zahlt bei einem Hebesatz von 400 % am Ende nur rund 1,5 % auf die Dividende. ### Wie läuft eine Gewinnausschüttung in der GmbH ab? Eine Gewinnausschüttung in der GmbH läuft in fünf Schritten ab. Erst wird der Jahresabschluss aufgestellt, festgestellt und über den Gewinn beschlossen. Dann folgen die Dokumentation des Beschlusses, die Auszahlung nach Abzug der Kapitalertragsteuer und am selben Tag deren Anmeldung und Abführung. Über Feststellung und Gewinnverwendung entscheiden allein die Gesellschafter (§ 46 Nr. 1 GmbHG). 1. **Jahresabschluss aufstellen:** Die Geschäftsführung legt den Abschluss den Gesellschaftern vor. Er zeigt den Jahresüberschuss, über den beschlossen wird. 2. **Feststellen und Gewinn verwenden:** Die Gesellschafter beschließen über Feststellung und Ergebnisverwendung, eine kleine GmbH spätestens elf Monate nach dem Ende des Geschäftsjahres ([§ 42a Abs. 2 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__42a.html)). Sie können ausschütten, Gewinn in Rücklagen einstellen oder auf neue Rechnung vortragen, soweit die Satzung nichts anderes bestimmt ([§ 29 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__29.html)). 3. **Beschluss dokumentieren:** Ohne Versammlung genügt die Zustimmung aller Gesellschafter in Textform. Wer alle Anteile hält, muss unverzüglich eine Niederschrift aufnehmen und unterschreiben ([§ 48 Abs. 2 und 3 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__48.html)). 4. **Auszahlen:** Verteilt wird nach dem Verhältnis der Geschäftsanteile, wenn die Satzung keinen anderen Maßstab festlegt. Ausgezahlt wird der Betrag nach Abzug der Kapitalertragsteuer. 5. **Steuer anmelden und abführen:** Am Tag der Auszahlung meldet die GmbH die einbehaltene Steuer beim Finanzamt an und führt sie ab. Details stehen im Abschnitt zu den Pflichten der GmbH. Wie Aufstellung, Feststellung und Steuererklärung zusammenhängen, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). Alle Termine zeigt der Artikel [Fristen für den Jahresabschluss einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/jahresabschluss-gmbh-frist). #### Was ist eine Vorabausschüttung? Eine Vorabausschüttung zahlt Gewinn schon im laufenden Geschäftsjahr aus, bevor der Jahresabschluss feststeht. Das GmbH-Gesetz regelt sie nicht ausdrücklich. Grundlage ist ein Gesellschafterbeschluss, der sich auf einen erwarteten Gewinn stützt, typischerweise belegt durch eine Zwischenbilanz. Auch hier gilt die Kapitalerhaltung nach § 30 GmbHG, und die Kapitalertragsteuer fällt am Auszahlungstag an. **Wichtig:** Weist der spätere Jahresabschluss weniger Gewinn aus als vorab verteilt, müssen die Gesellschafter den zu viel erhaltenen Betrag in der Regel zurückzahlen. Eine UG muss zudem die gesetzliche Rücklage aus dem Jahresüberschuss bilden können. ### Wie viel darf eine GmbH ausschütten? Eine GmbH darf den Jahresüberschuss zuzüglich Gewinnvortrag und abzüglich Verlustvortrag ausschütten, soweit Gesetz, Satzung oder Beschluss nichts davon zurückhalten. Werden Rücklagen aufgelöst, ist der Bilanzgewinn maßgeblich (§ 29 Abs. 1 GmbHG). Darüber hinaus gilt eine harte Grenze: Das Vermögen, das zur Erhaltung des Stammkapitals nötig ist, bleibt in der Gesellschaft. > „Das zur Erhaltung des Stammkapitals erforderliche Vermögen der Gesellschaft darf an die Gesellschafter nicht ausgezahlt werden." – [§ 30 Abs. 1 Satz 1 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__30.html) - **Ausschüttungssperre:** Weist die GmbH selbst geschaffene immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens oder einen Überhang aktiver latenter Steuern aus, ist dieser Betrag abzüglich passiver latenter Steuern gesperrt (§ 268 Abs. 8 HGB). - **Zahlungsfähigkeit:** Die Geschäftsführung darf keine Zahlungen an Gesellschafter leisten, die zur Zahlungsunfähigkeit der GmbH führen mussten (§ 15b Abs. 5 InsO). Ein Gewinn in der Bilanz heißt noch nicht, dass das Geld frei verfügbar ist. - **UG (haftungsbeschränkt):** Ein Viertel des um einen Verlustvortrag geminderten Jahresüberschusses geht in die gesetzliche Rücklage und ist nicht ausschüttbar (§ 5a Abs. 3 GmbHG). Die Pflicht endet erst mit einer Kapitalerhöhung auf mindestens 25.000 € (§ 5a Abs. 5 GmbHG). ### Welche Pflichten hat die GmbH bei der Kapitalertragsteuer? Bei einer Gewinnausschüttung ist die GmbH selbst für die Kapitalertragsteuer zuständig: Sie behält 25 % plus Solidaritätszuschlag ein und muss die Steuer am Tag des Zuflusses beim eigenen Finanzamt anmelden und abführen. Die sonst übliche Frist bis zum 10. des Folgemonats gilt für Gewinnausschüttungen nicht; das Gesetz verlangt die Abführung im Zeitpunkt des Zuflusses (§ 44 Abs. 1 Satz 5 EStG). - **Einbehalt:** 25 % Kapitalertragsteuer (§ 43a Abs. 1 EStG) und 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf, zusammen 26,375 %. Bei kirchensteuerpflichtigen Gesellschaftern kommt Kirchensteuer hinzu, die Kapitalertragsteuer sinkt dann leicht. - **Zeitpunkt:** Die Ausschüttung fließt an dem Tag zu, den der Beschluss als Auszahlungstag bestimmt. Fehlt ein solcher Tag, gilt der Tag nach dem Beschluss (§ 44 Abs. 2 EStG). An diesem Tag sind Anmeldung und Zahlung fällig ([§ 44 Abs. 1 Satz 5 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__44.html)). - **Anmeldung:** Die Kapitalertragsteuer-Anmeldung geht elektronisch an das Finanzamt der GmbH, auch wenn ausnahmsweise nichts einzubehalten ist; dann mit Angabe des Grundes ([§ 45a Abs. 1 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__45a.html)). - **Steuerbescheinigung:** Auf Verlangen stellt die GmbH eine Bescheinigung nach amtlichem Muster aus (§ 45a Abs. 2 EStG). Ohne sie wird die Steuer beim Empfänger nicht angerechnet (§ 36 Abs. 2 Nr. 2 EStG). - **Kirchensteuer-Abfrage:** Wer an natürliche Personen ausschüttet, fragt jährlich vom 1. September bis 31. Oktober beim Bundeszentralamt für Steuern ab, ob die Gesellschafter kirchensteuerpflichtig sind (§ 51a Abs. 2c EStG). Ist eine Ausschüttung im laufenden und im Folgejahr ausgeschlossen, kann die Teilnahme laut [Bundeszentralamt für Steuern](https://www.bzst.de/DE/Unternehmen/Kapitalertraege/KirchensteuerAbgeltungsteuer/kirchensteuerabgeltungsteuer_node.html) zunächst unterbleiben. **Hinweis:** Für Kapitalertragsteuer, die sie einzubehalten und abzuführen hat, haftet die GmbH (§ 44 Abs. 5 EStG). Welche Schritte im Einzelfall nötig sind, klärt die Geschäftsführung mit der Steuerkanzlei, bei der die GmbH mandatiert ist. ### Wie wird die Ausschüttung beim Gesellschafter versteuert? Hält eine Privatperson die Anteile im Privatvermögen, ist die Ausschüttung mit der einbehaltenen Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag in der Regel erledigt (§ 43 Abs. 5, [§ 32d Abs. 1 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32d.html)). Wer mindestens 25 % hält, kann stattdessen das Teileinkünfteverfahren beantragen. Ab 1 % geht das, wenn man durch eine berufliche Tätigkeit für die GmbH maßgeblichen unternehmerischen Einfluss nehmen kann. - **Kein Freistellungsauftrag:** Anders als bei einer Bank lässt sich der GmbH kein Freistellungsauftrag erteilen; das Gesetz sieht ihn für GmbH-Ausschüttungen nicht vor ([§ 44a Abs. 1 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__44a.html)). Die Steuer wird also immer einbehalten, außer es liegt eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung vor. - **Sparer-Pauschbetrag:** 1.000 € pro Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 € (§ 20 Abs. 9 EStG). Ist er noch nicht ausgeschöpft, holt man sich die Steuer darauf über die Einkommensteuererklärung zurück (§ 32d Abs. 4 EStG), bei 1.000 € also 263,75 €. - **Teileinkünfteverfahren:** 60 % der Ausschüttung werden mit dem persönlichen Steuersatz besteuert (§ 3 Nr. 40 EStG), die einbehaltene Kapitalertragsteuer wird angerechnet. Der Antrag gilt fünf Jahre, solange er nicht widerrufen wird; der Sparer-Pauschbetrag entfällt (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG). - **Günstigerprüfung:** Auf Antrag werden die Kapitalerträge mit dem persönlichen Steuersatz besteuert, wenn das zu einer niedrigeren Steuer führt (§ 32d Abs. 6 EStG). Welche Variante günstiger ist, hängt vom persönlichen Steuersatz und den übrigen Einkünften ab. Das rechnet die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, für deine Einkommensteuererklärung durch. Ob ein Geschäftsführergehalt [angemessen](https://www.fideus.de/wissen/geschaeftsfuehrergehalt-angemessen) ist, erklärt ein eigener Artikel. Die Belastung nach Ausschüttung aus einer [vermögensverwaltenden GmbH](https://www.fideus.de/wissen/vermoegensverwaltende-gmbh) zeigt ein weiterer Artikel. ### Was gilt bei einer Ausschüttung an die Holding? Schüttet die GmbH an eine Holding-GmbH oder -UG aus, bleibt die Dividende bei der Holding zu 95 % steuerfrei. Nur 5 % gelten als nicht abziehbare Betriebsausgaben und werden besteuert ([§ 8b Abs. 1 und 5 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8b.html)). Bei einem Hebesatz von 400 % ergibt das rund 1,5 %, wenn die Holding zu Beginn des Jahres mindestens 15 % hält. Entscheidend sind zwei Schwellen, beide gemessen zu Beginn des Jahres. Wie eine Holding grundsätzlich aufgebaut ist, erklärt der Artikel [Wie funktioniert eine Holding?](https://www.fideus.de/wissen/wie-funktioniert-eine-holding) - **10 % für die Körperschaftsteuer:** Lag die Beteiligung zu Beginn des Kalenderjahres unter 10 %, ist die Dividende voll steuerpflichtig (§ 8b Abs. 4 KStG). Wer im Laufe des Jahres eine Beteiligung von mindestens 10 % erwirbt, gilt als zu Jahresbeginn beteiligt. - **15 % für die Gewerbesteuer:** Die Kürzung greift nur, wenn die Beteiligung zu Beginn des Erhebungszeitraums mindestens 15 % beträgt ([§ 9 Nr. 2a GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__9.html)). Eine Regel für Erwerbe im laufenden Jahr gibt es hier nicht. Sonst wird die Dividende hinzugerechnet (§ 8 Nr. 5 GewStG), und die Holding zahlt bei 400 % rund 14,8 % statt 1,5 %. Warum die Schwellen schon bei der Gründung eine Rolle spielen, zeigt der Artikel [Holding gründen](https://www.fideus.de/wissen/holding-gruenden). Was die Gründung kostet, zeigt der Artikel [Kosten einer Holding-Gründung](https://www.fideus.de/wissen/holding-gruenden-kosten). #### Warum behält die Tochter trotzdem Kapitalertragsteuer ein? Die Steuerfreiheit nach [§ 8b KStG](https://www.fideus.de/wissen/8b-kstg) wirkt erst in der Körperschaftsteuer-Veranlagung der Holding. Beim Auszahlen behält die Tochter deshalb auch gegenüber der Holding 26,375 % ein. Die Holding bekommt den Betrag mit ihrem Steuerbescheid angerechnet oder erstattet, vorausgesetzt, die Steuerbescheinigung der Tochter liegt vor ([§ 36 Abs. 2 Nr. 2 und Abs. 4 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__36.html)). Bis dahin fehlt ihr das Geld. Ohne Einbehalt geht es nur mit einer Bescheinigung des Finanzamts nach § 44a Abs. 5 EStG ([BMF-Schreiben vom 14. Mai 2025](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Abgeltungsteuer/2025-05-14-einzelfragen-zur-abgeltungsteuer.html), Rn. 285). Voraussetzung ist, dass die Kapitalertragsteuer bei der Holding aufgrund der Art ihrer Geschäfte auf Dauer höher wäre als ihre Körperschaftsteuer. Der Bundesfinanzhof hat das für Holdings bejaht, deren Einnahmen ausschließlich aus weitgehend steuerfreien Beteiligungserträgen bestehen ([BFH, Urteil vom 12. Dezember 2023, VIII R 31/21](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202410084/)). Ob die Voraussetzungen vorliegen, prüft die Steuerkanzlei, bei der die Holding mandatiert ist. **Hinweis:** Für ausländische Muttergesellschaften gilt eine eigene Regel (§ 43b EStG). Für eine Holding mit Sitz in Deutschland ist sie nicht anwendbar. ### Was bleibt von 100.000 € Gewinn? Von 100.000 € Gewinn einer operativen GmbH bleiben nach Ausschüttung an eine Privatperson 51.666,35 €, die Gesamtbelastung liegt bei 48,33 %. Geht dieselbe Ausschüttung an eine Holding mit mindestens 15 % Beteiligung, bleiben dort 69.129,75 €, die Belastung liegt bei 30,87 %. Das fiktive Beispiel rechnet mit einem Hebesatz von 400 %. Wie sich die Steuern der GmbH zusammensetzen, erklärt der Artikel [Steuern einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-steuern). | Posten | An die Gründerin | An die Holding | | --- | --- | --- | | Gewinn der operativen GmbH | 100.000,00 € | 100.000,00 € | | Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag, Gewerbesteuer der GmbH | −29.825,00 € | −29.825,00 € | | Ausschüttung | 70.175,00 € | 70.175,00 € | | Einbehalt Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag | −18.508,65 € | −18.508,65 € | | Zahlungseingang am Auszahlungstag | 51.666,35 € | 51.666,35 € | | Anrechnung mit der Körperschaftsteuer-Veranlagung | – | +18.508,65 € | | Steuer der Holding auf 5 % | – | −1.045,25 € | | Es bleiben | 51.666,35 € | 69.129,75 € | | Gesamtbelastung | 48,33 % | 30,87 % | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Fiktive GmbH, Stand 2026: Körperschaftsteuer 15 % (§ 23 KStG), Solidaritätszuschlag 5,5 %, Gewerbesteuer 3,5 % mal Hebesatz 400 %, vollständige Ausschüttung, ohne Kirchensteuer und ohne Sparer-Pauschbetrag. Holding seit Jahresbeginn zu mindestens 15 % beteiligt: 5 % der Dividende sind 3.508,75 €, darauf 526,31 € Körperschaftsteuer, 28,94 € Solidaritätszuschlag und 490,00 € Gewerbesteuer (Gewerbeertrag auf 3.500 € abgerundet). Das Ergebnis: Die Holding hat 17.463,40 € mehr zur Verfügung, etwa für neue Beteiligungen. Der Vorteil ist ein Aufschub: Fließt das Geld später von der Holding an dich, fällt die Abgeltungsteuer an. Ist die Holding eine UG, gehen von den 69.129,75 € zudem 17.282,44 € in die gesetzliche Rücklage; was das bedeutet, erklärt der Artikel [UG als Holding](https://www.fideus.de/wissen/ug-als-holding). Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise auf 10 % im Jahr 2032 (§ 23 Abs. 1 KStG). ### Welche Fehler passieren bei Gewinnausschüttungen? Im Onboarding neuer Kundinnen und Kunden auf der Fideus-Plattform fallen bei Ausschüttungen zwei Fehler auf. Gegen den ersten hilft ein Beschluss, der unterschrieben vorliegt, bevor Geld fließt. - **Geld ohne Beschluss überwiesen:** Zahlungen an Gesellschafter oder an die Holding ohne Gewinnverwendungsbeschluss oder ohne unterschriebene Niederschrift. Dann fehlt die Grundlage für die Ausschüttung; eine Zahlung ohne Grundlage kann als [verdeckte Gewinnausschüttung](https://www.fideus.de/wissen/verdeckte-gewinnausschuettung) gelten (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG). - **Mit der vollen Dividende geplant:** Die Holding rechnet mit dem gesamten Betrag und bedenkt nicht, dass die Tochter 26,375 % einbehält. Im Beispiel fehlen der Holding bis zur Veranlagung 18.508,65 €. ### Wie läuft eine Ausschüttung über die Fideus-Plattform? Über die Fideus-Plattform mandatiert deine Gesellschaft eine zugelassene Steuerkanzlei. Sie erstellt den Jahresabschluss in eigener Verantwortung und mit ihm den Beschluss über Feststellung und Gewinnverwendung in einem Dokument. Die Gesellschafter unterschreiben ihn digital über die Plattform. Fideus ist die Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination: Sie bereitet Belege und Bankdaten auf und übernimmt Fristen-Tracking und Erinnerungen. - **Holding und Tochter:** Holding und operative GmbH laufen über denselben Zugang und dieselbe Kanzlei, beide in einem Angebot, mit einem Paketpreis je Gesellschaft. - **Dividenden bei der Holding:** Mit dem Add-on „Dividenden & Ausschüttungen" erfasst die Kanzlei in eigener Verantwortung die Dividende im Abschluss der Holding. In der Körperschaftsteuererklärung macht sie die Anrechnung der Kapitalertragsteuer geltend. Der Preis steht im Angebot. - **Abschluss als Grundlage:** Die Geschäftsführung gibt den Abschluss vor der Übermittlung frei. Den Holding-Jahresabschluss bearbeitet die Kanzlei in der Regel in einigen Wochen. - **Pakete:** Holding Lite ab 600 € / Jahr für bis zu drei Beteiligungen und eine Bilanzsumme bis 150.000 €, mit Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung und E-Bilanz. Holding Pro ab 1.450 € / Jahr zusätzlich mit Umsatzsteuer. Paket „Operatives Unternehmen" ab 2.000 € / Jahr mit laufender Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss und Jahreserklärungen. Diese Leistungen erbringt die Kanzlei in eigener Verantwortung; sie bucht, Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf. Preise netto. Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. - **Steuerkanzlei:** Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Kanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat über 50 Mitarbeitende, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen" außerdem Handel und E-Commerce. Alle Kosten stehen im Angebot. Was ein Holding-Abschluss nach der Gebührenverordnung kostet und wie eine Ausschüttung die Gebühr verändert, zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding). ### Fazit Eine Gewinnausschüttung ist schnell beschlossen, aber an feste Schritte gebunden: festgestellter Abschluss, Beschluss der Gesellschafter, Kapitalerhaltung und Kapitalertragsteuer am Auszahlungstag. An eine Privatperson bleiben von 100.000 € Gewinn im Beispiel rund 51.700 €, an eine Holding mit mindestens 15 % rund 69.100 €. - Beschluss mit Auszahlungstag fassen und unterschreiben - Kapitalertragsteuer am Auszahlungstag anmelden und abführen - Bei der Holding den Einbehalt bis zur Veranlagung einplanen Pakete und Ablauf für Holdings zeigt die Seite [Holding-Jahresabschluss](https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss), die Pakete für operative GmbHs die Seite [Preise](https://www.fideus.de/preise). ### Quellen - [GmbH-Gesetz (§§ 5a, 29, 30, 42a, 46, 48)](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__30.html) - [Einkommensteuergesetz (§§ 3, 20, 32d, 36, 43, 43a, 43b, 44, 44a, 45a, 51a)](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__44.html) - [Körperschaftsteuergesetz (§§ 8, 8b, 23)](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8b.html) - [Gewerbesteuergesetz (§§ 8, 9, 11)](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__9.html) - [Handelsgesetzbuch (§ 268)](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__268.html) und [Insolvenzordnung (§ 15b)](https://www.gesetze-im-internet.de/inso/__15b.html) - [Bundesfinanzhof, Urteil vom 12. Dezember 2023, VIII R 31/21](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202410084/) - [Bundesfinanzministerium: Einzelfragen zur Abgeltungsteuer (14. Mai 2025)](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Abgeltungsteuer/2025-05-14-einzelfragen-zur-abgeltungsteuer.html) - [Bundeszentralamt für Steuern: Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer](https://www.bzst.de/DE/Unternehmen/Kapitalertraege/KirchensteuerAbgeltungsteuer/kirchensteuerabgeltungsteuer_node.html) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Wann darf eine GmbH Gewinne ausschütten? Regulär, sobald die Gesellschafter den Jahresabschluss festgestellt und über die Verwendung des Ergebnisses beschlossen haben (§ 42a Abs. 2, § 46 Nr. 1 GmbHG). Bei einer kleinen GmbH muss das spätestens elf Monate nach dem Ende des Geschäftsjahres geschehen. Im laufenden Jahr ist eine Vorabausschüttung auf einen erwarteten Gewinn möglich. #### Wie oft im Jahr darf eine GmbH ausschütten? Eine gesetzliche Höchstzahl gibt es nicht. Üblich ist eine Ausschüttung pro Jahr nach der Feststellung des Jahresabschlusses. Dazu können Vorabausschüttungen im laufenden Jahr kommen. Jede Ausschüttung braucht einen Gesellschafterbeschluss, darf das Stammkapital nicht angreifen (§ 30 GmbHG) und löst in der Regel am Auszahlungstag Kapitalertragsteuer aus. #### Welche Steuer fällt bei einer Gewinnausschüttung an? Die GmbH behält 25 % Kapitalertragsteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf ein, zusammen 26,375 %, bei Kirchensteuerpflicht zusätzlich Kirchensteuer. Für eine Privatperson ist die Steuer damit in der Regel abgegolten. Eine Holding, die zu Beginn des Jahres mindestens 15 % hält, zahlt bei einem Gewerbesteuer-Hebesatz von 400 % am Ende nur rund 1,5 % auf die Dividende, weil sie die einbehaltene Steuer angerechnet bekommt. #### Muss die GmbH bei einer Ausschüttung an die Holding Kapitalertragsteuer einbehalten? Ja, in der Regel. § 8b KStG stellt die Dividende bei der Holding zu 95 % steuerfrei, am Einbehalt ändert das nichts. Die Holding bekommt die Kapitalertragsteuer mit ihrer Körperschaftsteuer-Veranlagung angerechnet oder erstattet, sofern die Steuerbescheinigung vorliegt. Ohne Einbehalt geht es nur mit einer Bescheinigung des Finanzamts nach § 44a Abs. 5 EStG. #### Was ist besser, Gehalt oder Gewinnausschüttung? Das hängt vom persönlichen Steuersatz ab. Ein Geschäftsführergehalt mindert den Gewinn der GmbH und wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Es muss angemessen sein, sonst gilt der überhöhte Teil als verdeckte Gewinnausschüttung (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG). Eine Ausschüttung kommt aus bereits versteuertem Gewinn. Welche Aufteilung passt, prüft die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Jahresabschluss GmbH: Fristen für Aufstellung, Feststellung, Offenlegung und Steuererklärung URL: https://www.fideus.de/wissen/jahresabschluss-gmbh-frist Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 14 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 ### Kurz zusammengefasst - Aufstellen muss die Geschäftsführung den Jahresabschluss in drei Monaten nach dem Stichtag; kleine GmbHs und UGs höchstens in sechs Monaten, wenn das einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entspricht (§ 264 Abs. 1 HGB). - Feststellen müssen die Gesellschafter ihn in acht Monaten, bei kleinen Gesellschaften in elf Monaten (§ 42a Abs. 2 GmbHG). Offengelegt wird spätestens nach zwölf Monaten (§ 325 Abs. 1a HGB). - Die Steuererklärungen 2025 sind am 31. Juli 2026 fällig. Ist ein Steuerberater oder eine Steuerkanzlei mit ihnen beauftragt, gilt der 1. März 2027, weil der 28. Februar 2027 ein Sonntag ist. - Die Corona-Übergangsfristen enden mit dem Jahr 2024. Für 2026 gelten der 2. August 2027 ohne und der 29. Februar 2028 mit Steuerkanzlei. - Für verspätete Steuererklärungen kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen; fehlt die Erklärung 14 Monate nach Jahresende, muss es ihn bis auf Ausnahmen festsetzen: je angefangenen Monat mindestens 25 € je Erklärung, höchstens 25.000 € (§ 152 AO). Die **Fristen für den Jahresabschluss einer GmbH** oder UG mit Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr: Den Abschluss 2025 stellt die Geschäftsführung bis 31. März 2026 auf, eine kleine Gesellschaft bei ordnungsgemäßem Geschäftsgang spätestens bis 30. Juni 2026. Die Gesellschafter einer kleinen Gesellschaft stellen ihn bis 30. November 2026 fest, offengelegt wird bis 31. Dezember 2026. Die Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung ist ohne Steuerkanzlei am 31. Juli 2026 fällig, mit Kanzlei am 1. März 2027. ### Welche Fristen gelten für den Jahresabschluss einer GmbH? Für den Jahresabschluss einer GmbH laufen vier Fristen nacheinander: Aufstellung durch die Geschäftsführung, Feststellung durch die Gesellschafter, Offenlegung im Unternehmensregister und Abgabe der Steuererklärungen beim Finanzamt. Bei Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr beginnen alle Fristen mit dem Abschlussstichtag. Die ersten drei stehen im HGB und im GmbH-Gesetz, die vierte in der Abgabenordnung. Die Pflicht trifft jede GmbH. Sie gilt als Handelsgesellschaft (§ 13 Abs. 3 GmbHG) und muss für jedes Geschäftsjahr einen Jahresabschluss aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang aufstellen (§ 242 HGB, § 264 Abs. 1 Satz 1 HGB). Kleinstkapitalgesellschaften brauchen keinen Anhang, wenn bestimmte Angaben unter der Bilanz stehen (§ 264 Abs. 1 Satz 5 HGB). Eine Einnahmenüberschussrechnung genügt nicht, auch nicht für eine kleine UG (haftungsbeschränkt) oder eine Holding. Wie weit die Erleichterungen für kleine Gesellschaften reichen, regelt das HGB selbst: > „Kleine Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 1) brauchen den Lagebericht nicht aufzustellen; sie dürfen den Jahresabschluß auch später aufstellen, wenn dies einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entspricht, jedoch innerhalb der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres." – § 264 Abs. 1 Satz 4 HGB ### Fristenkalender für die Geschäftsjahre 2025 und 2026 Für eine kleine GmbH oder UG mit Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr enden die Fristen für 2025 am 30. Juni, 30. November und 31. Dezember 2026 sowie am 1. März 2027 für die Steuererklärungen mit Kanzlei. Für 2026 verschieben sich alle Termine um ein Jahr. Zwei Steuerfristen fallen dabei auf ein Wochenende und rutschen auf den folgenden Montag. | Pflicht | Geschäftsjahr 2025 | Geschäftsjahr 2026 | Grundlage | | --- | --- | --- | --- | | Aufstellen, Grundregel | 31.03.2026 | 31.03.2027 | § 264 Abs. 1 Satz 3 HGB | | Aufstellen, kleine GmbH/UG (spätestens, bei ordnungsgemäßem Geschäftsgang) | 30.06.2026 | 30.06.2027 | § 264 Abs. 1 Satz 4 HGB | | Feststellen, kleine GmbH/UG | 30.11.2026 | 30.11.2027 | § 42a Abs. 2 GmbHG | | Feststellen, mittelgroße/große GmbH | 31.08.2026 | 31.08.2027 | § 42a Abs. 2 GmbHG | | Offenlegen im Unternehmensregister | 31.12.2026 | 31.12.2027 | § 325 Abs. 1a HGB | | Steuererklärungen ohne Steuerkanzlei | 31.07.2026 | 02.08.2027 | § 149 Abs. 2, § 108 Abs. 3 AO | | Steuererklärungen mit Steuerkanzlei | 01.03.2027 | 29.02.2028 | § 149 Abs. 3, § 108 Abs. 3 AO | Stand September 2026. Steuererklärungen: Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer; die E-Bilanz wird in der Regel mit der Körperschaftsteuererklärung übermittelt. Kleinstkapitalgesellschaften sind kleine Kapitalgesellschaften und haben dieselben Fristen. Das Finanzamt kann Erklärungen früher anfordern (§ 149 Abs. 4 AO). #### Warum 1. März 2027 und nicht 28. Februar? Endet eine Steuerfrist an einem Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag, läuft sie bis zum Ende des nächsten Werktags (§ 108 Abs. 3 AO). Der 28. Februar 2027 ist ein Sonntag, deshalb gilt der 1. März 2027. Aus demselben Grund wird der 31. Juli 2027, ein Samstag, zum 2. August 2027. So nennt es auch die [Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen](https://www.finanzamt.nrw.de/steuerinfos/weitere-themen/steuererklaerung/abgabepflichten-und-fristen) für das Jahr 2025. #### Warum galt für 2024 eine längere Frist? Wegen der Corona-Pandemie hat der Gesetzgeber die Erklärungsfristen mit Steuerkanzlei verlängert und danach stufenweise zurückgeführt. Für 2024 lief die Frist bis 30. April 2026 (Art. 97 § 36 Abs. 3 EGAO). Die Regel nennt ausdrücklich nur die Jahre 2020 bis 2024. Für 2025 gilt deshalb wieder der letzte Tag im Februar, nicht der 30. April 2027. ### Bis wann muss der Jahresabschluss aufgestellt werden? Die Geschäftsführung muss den Jahresabschluss in den ersten drei Monaten nach dem Stichtag aufstellen, bei Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr bis 31. März. Kleine GmbHs und UGs dürfen bis zu sechs Monate brauchen, also bis 30. Juni, aber nur, wenn das einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entspricht (§ 264 Abs. 1 HGB). Klein ist eine GmbH, die an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen zwei von drei Grenzen nicht überschreitet (§ 267 Abs. 1 und 4 HGB). Bei einer Neugründung genügt der erste Stichtag. Die Grenzen gelten seit dem Geschäftsjahr 2024: - **Bilanzsumme:** bis 7,5 Mio. €. - **Umsatzerlöse:** bis 15 Mio. € in den zwölf Monaten vor dem Stichtag. - **Arbeitnehmer:** bis 50 im Jahresdurchschnitt. Oberhalb dieser Grenzen ist eine GmbH mittelgroß oder groß (§ 267 Abs. 2 und 3 HGB). Sie hat nur drei Monate und braucht zusätzlich eine Abschlussprüfung. Ohne Prüfung kann ihr Abschluss nicht festgestellt werden (§ 316 Abs. 1 HGB). Die Pflicht trifft die Geschäftsführung. Erstellen lässt sie den Abschluss in der Regel von der Steuerkanzlei, bei der die GmbH mandatiert ist, in eigener Verantwortung. ### Bis wann müssen die Gesellschafter den Abschluss feststellen? Die Gesellschafter einer kleinen GmbH müssen den Jahresabschluss innerhalb von elf Monaten nach dem Stichtag feststellen, bei Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr also bis 30. November. Für mittelgroße und große GmbHs gelten acht Monate, also der 31. August. Im selben Beschluss entscheiden sie über die [Verwendung des Ergebnisses](https://www.fideus.de/wissen/gewinnausschuettung-gmbh) (§ 42a Abs. 2 GmbHG). Die Geschäftsführung legt den aufgestellten Abschluss dafür „unverzüglich" vor (§ 42a Abs. 1 GmbHG). Die Feststellung ist keine Formsache: Offengelegt wird nach § 325 Abs. 1 HGB der festgestellte Jahresabschluss. Wer den Beschluss vergisst, hat am 31. Dezember nichts, was er einreichen kann. ### Bis wann muss die GmbH ihre Steuererklärungen abgeben? Eine GmbH gibt Körperschaftsteuer-, Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärung für 2025 bis 31. Juli 2026 ab (§ 149 Abs. 2 AO). Ist eine Steuerkanzlei mit der Erstellung beauftragt, gilt der letzte Tag im Februar des übernächsten Jahres, für 2025 also der 1. März 2027 (§ 149 Abs. 3 AO). Alle Erklärungen gehen elektronisch an das Finanzamt. - **Körperschaftsteuererklärung:** elektronisch nach § 31 Abs. 1a KStG. - **Gewerbesteuererklärung:** Erklärung zur Festsetzung des Steuermessbetrags nach § 14a GewStG. - **Umsatzsteuer-Jahreserklärung:** nach § 18 Abs. 3 UStG, sofern die GmbH umsatzsteuerlich Unternehmerin und keine Kleinunternehmerin ist, auch wenn sie unterjährig Voranmeldungen abgibt. - **E-Bilanz:** Bilanz und GuV als Datensatz (§ 5b EStG). Ab dem Geschäftsjahr 2025 gehören die unverdichteten Kontennachweise mit Kontensalden dazu (§ 52 Abs. 11 EStG). Die längere Frist ist kein Freibrief. Das Finanzamt kann Erklärungen vorab anfordern, mit einer Frist von vier Monaten nach Bekanntgabe der Anordnung, aber nicht vor dem 31. Juli. Anlass ist etwa eine hohe Abschlusszahlung im Vorjahr, eine verspätete Abgabe für das Vorjahr, die Eröffnung des Betriebs oder eine Zufallsauswahl (§ 149 Abs. 4 AO). Über Ende Februar hinaus verlängert es nur, wenn die Frist ohne Verschulden nicht zu halten war. Ein Verschulden der Kanzlei wird der GmbH zugerechnet (§ 109 Abs. 2 AO). Ob die längere Frist auch gilt, wenn die Kanzlei erst nach dem 31. Juli beauftragt wird, regeln weder § 149 AO noch der Anwendungserlass zur Abgabenordnung ausdrücklich. #### Gilt mit Steuerberater auch für den Jahresabschluss mehr Zeit? Nein, die längere Frist gilt nur für die Steuererklärungen. Aufstellung, Feststellung und Offenlegung regeln HGB und GmbH-Gesetz, unabhängig davon, wer den Abschluss erstellt. Erst wenn ein Steuerberater oder eine Steuerkanzlei mit den Erklärungen beauftragt ist, gilt § 149 Abs. 3 AO: für 2025 der 1. März 2027, für 2026 der 29. Februar 2028. #### Was gilt im ersten Geschäftsjahr? Ein Geschäftsjahr darf höchstens zwölf Monate dauern (§ 240 Abs. 2 HGB). Wird eine GmbH im Laufe des Jahres gegründet, endet das erste Geschäftsjahr bei kalendergleichem Geschäftsjahr am 31. Dezember als Rumpfgeschäftsjahr. Für seinen Abschluss gelten dieselben Fristen wie in der Tabelle. Zusätzlich braucht die GmbH eine Eröffnungsbilanz zum Beginn ihres Handelsgewerbes (§ 242 Abs. 1 HGB). ### Bis wann muss der Jahresabschluss offengelegt werden? Den festgestellten Jahresabschluss übermittelt die GmbH spätestens ein Jahr nach dem Stichtag an das Unternehmensregister, für 2025 also bis 31. Dezember 2026 (§ 325 Abs. 1a HGB). Die Frist gilt für jede Größenklasse und lässt sich nicht verlängern. Wer sie versäumt, bekommt vom Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeld von 2.500 € bis 25.000 € angedroht, auch wenn der Abschluss noch nicht aufgestellt ist (§ 335 Abs. 1 HGB). Ablauf, Kosten und Ordnungsgeld erklärt der Artikel [Offenlegung des Jahresabschlusses](https://www.fideus.de/wissen/offenlegung-jahresabschluss). ### Was gilt bei einem abweichenden Geschäftsjahr? Bei einem abweichenden Geschäftsjahr zählen Aufstellung, Feststellung und Offenlegung ab dem eigenen Stichtag. Die Steuererklärungen folgen dagegen dem Kalenderjahr, in dem das Geschäftsjahr endet (§ 7 Abs. 4 KStG, § 10 Abs. 2 GewStG). Die Umsatzsteuer bleibt immer beim Kalenderjahr (§ 16 Abs. 1 UStG). Die Tabelle zeigt ein fiktives Beispiel: eine kleine GmbH mit Geschäftsjahr vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026. | Pflicht | Frist | Grundlage | | --- | --- | --- | | Aufstellen, Grundregel | 30.09.2026 | § 264 Abs. 1 HGB | | Aufstellen, kleine GmbH (spätestens, bei ordnungsgemäßem Geschäftsgang) | 31.12.2026 | § 264 Abs. 1 HGB | | Feststellen | 31.05.2027 | § 42a Abs. 2 GmbHG | | Offenlegen | 30.06.2027 | § 325 Abs. 1a HGB | | Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung 2026 ohne / mit Steuerkanzlei | 02.08.2027 / 29.02.2028 | § 149 Abs. 2 und 3, § 108 Abs. 3 AO | Beispiel, Stand September 2026. Die Umsatzsteuer-Jahreserklärung dieser GmbH umfasst das Kalenderjahr, nicht das Geschäftsjahr. Der Abschluss für das Geschäftsjahr 2025/26 fließt in die Steuer für 2026 ein. Die Steuererklärung ist damit erst gut 13 Monate beziehungsweise 20 Monate nach dem Stichtag fällig. Wer später auf ein abweichendes Geschäftsjahr umstellt, braucht dafür das Einvernehmen des Finanzamts; sonst wirkt die Umstellung steuerlich nicht (§ 7 Abs. 4 Satz 3 KStG). ### Was passiert, wenn eine Frist versäumt wird? Bei verspäteten Steuererklärungen kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen (§ 152 Abs. 1 AO). Liegt die Erklärung 14 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres nicht vor, muss es ihn festsetzen, bei einer Vorabanforderung schon nach dem Termin aus der Anordnung (§ 152 Abs. 2 AO). Ausnahmen nennt § 152 Abs. 3 AO, etwa eine Steuer von null Euro oder Vorauszahlungen, die die Steuer decken. Bei der Offenlegung droht das Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeld an. Der Zuschlag beträgt je angefangenen Monat 0,25 % der Steuer abzüglich Vorauszahlungen und anzurechnender Steuerabzugsbeträge, mindestens 25 € je Monat (§ 152 Abs. 5 AO). Für die Gewerbesteuererklärung sind es pauschal 25 € je Monat (§ 152 Abs. 6 AO), höchstens 25.000 € (§ 152 Abs. 10 AO). Wer gar nicht abgibt, riskiert zusätzlich eine Schätzung. | Fiktive GmbH, Erklärungen 2025 | Nachzahlung 4.000 € | Nachzahlung 40.000 € | | --- | --- | --- | | Körperschaftsteuer: 0,25 % je Monat, mindestens 25 € | 3 × 25 € = 75 € | 3 × 100 € = 300 € | | Gewerbesteuer: 25 € je Monat | 3 × 25 € = 75 € | 3 × 25 € = 75 € | | Summe | 150 € | 375 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Annahme: Frist mit Steuerkanzlei am 1. März 2027, Abgabe am 20. Mai 2027, also drei angefangene Monate. Nachzahlung heißt festgesetzte Körperschaftsteuer abzüglich Vorauszahlungen und anzurechnender Steuerabzugsbeträge wie Kapitalertragsteuer. Ohne Umsatzsteuer und Solidaritätszuschlag, Stand September 2026. #### Typische Fristfehler Im Onboarding neuer Kunden auf der Fideus-Plattform sind zwei Fristfehler aufgefallen. Der erste betrifft die Offenlegung, der zweite die Steuererklärungen. - **Offenlegung eines Vorjahres versäumt:** Die Androhung des Bundesamts für Justiz liegt schon vor. Dann läuft eine Nachfrist von sechs Wochen ab Zugang (§ 335 Abs. 3 HGB). - **Vorabanforderung übersehen:** Das Finanzamt hat Erklärungen vorab angefordert, etwa für das Jahr der Gründung oder nach einer hohen Abschlusszahlung. Dann gilt die Frist aus dem Schreiben, vier Monate nach Bekanntgabe der Anordnung (§ 149 Abs. 4 AO), nicht der 1. März. ### Wie behältst du die Fristen über die Fideus-Plattform im Blick? Über die Fideus-Plattform mandatiert die GmbH eine zugelassene Steuerkanzlei. Sie erstellt Jahresabschluss, E-Bilanz und Steuererklärungen in eigener Verantwortung. Mit dem Abschluss erstellt sie den Feststellungsbeschluss, den die Gesellschafter digital über die Plattform unterschreiben. Danach übermittelt die Kanzlei die Unterlagen an das Unternehmensregister. Fideus ist die Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination: Sie bereitet Belege und Bankdaten auf und übernimmt Fristen-Tracking und Erinnerungen. - **Holdings:** Holding Lite ab 600 € / Jahr netto mit Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz und Übermittlung an das Unternehmensregister; Holding Pro ab 1.450 € / Jahr netto zusätzlich mit Umsatzsteuer-Jahreserklärung und Voranmeldungen. - **Operative GmbHs und UGs:** Paket „Operatives Unternehmen" ab 2.000 € / Jahr netto mit [laufender Buchhaltung](https://www.fideus.de/wissen/buchhaltung-gmbh) (die Kanzlei bucht, die Plattform bereitet Belege und Bankdaten auf), Jahresabschluss, Steuererklärungen und Offenlegung. Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. - **Wechsel und offene Vorjahre:** Den bisherigen Steuerberater kündigst du per E-Mail mit einer Vorlage von Fideus und forderst ebenso die DATEV-Sicherungsdatei an. Dein Aufwand liegt bei rund 20 Minuten. Den Ablauf erklärt der Artikel [Steuerberater wechseln](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-wechseln). Offene Vorjahre kann die Kanzlei übernehmen; der Preis dafür steht gesondert im Angebot. - **Dauer:** Den Jahresabschluss einer Holding erstellt die Kanzlei in der Regel in einigen Wochen. - **Neugründung:** Holdings und operative GmbHs übernimmt die Kanzlei ab der Gründung, einschließlich Eröffnungsbilanz; deren Preis steht im Angebot. - **Steuerkanzlei:** Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Kanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat über 50 Mitarbeitende, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen und Gesellschaften mit abweichendem Geschäftsjahr, im Paket „Operatives Unternehmen" außerdem Handel und E-Commerce. Alle Kosten stehen im Angebot. Je nach Unternehmen entsteht es automatisch online, bei komplexeren Fällen nach einem Telefonat. ### Fazit Für den Jahresabschluss 2025 einer kleinen GmbH endete die Aufstellung spätestens am 30. Juni 2026, die Feststellung folgt bis 30. November 2026. Offengelegt wird bis 31. Dezember 2026, die Steuererklärungen mit Kanzlei sind am 1. März 2027 fällig. Eine Corona-Verlängerung gibt es für 2025 nicht mehr. Über die Fideus-Plattform erstellt die mandatierte Steuerkanzlei Abschluss und Erklärungen in eigener Verantwortung, die Plattform übernimmt Fristen-Tracking und Erinnerungen. - Größenklasse nach § 267 HGB bestimmen. - Feststellungsbeschluss vor der Offenlegung fassen. - Schreiben des Finanzamts auf eine Vorabanforderung prüfen. Wie Jahresabschluss und Steuererklärung zusammenhängen, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). Die laufenden Kosten einer Holding zeigt [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding), den Unterschied der Rechtsformen [UG vs. GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh). Kriterien für die Wahl eines Anbieters zeigt der Artikel [Holding-Jahresabschluss online](https://www.fideus.de/wissen/holding-jahresabschluss-anbieter). Den Ablauf für Holdings über die Plattform zeigt die Seite [Holding-Jahresabschluss](https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss). Die Pakete für operative GmbHs und UGs stehen unter [Preise](https://www.fideus.de/preise). ### Quellen - [Handelsgesetzbuch (§§ 240, 242, 264, 267, 316, 325, 335)](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__264.html) - [GmbH-Gesetz (§§ 13, 42a)](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__42a.html) - [Abgabenordnung (§§ 108, 109, 149, 152)](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__149.html) - [Einführungsgesetz zur Abgabenordnung (Art. 97 § 36)](https://www.gesetze-im-internet.de/aoeg_1977/art_97__36.html) - [Einkommensteuergesetz (§§ 5b, 52)](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__5b.html) - [Körperschaftsteuergesetz (§§ 7, 31)](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__7.html) - [Gewerbesteuergesetz (§§ 10, 14a)](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__10.html) - [Umsatzsteuergesetz (§§ 16, 18)](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html) - [Finanzverwaltung NRW: Abgabepflichten und Fristen](https://www.finanzamt.nrw.de/steuerinfos/weitere-themen/steuererklaerung/abgabepflichten-und-fristen) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Bis wann muss der Jahresabschluss 2025 einer GmbH fertig sein? Bei einem Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr muss die Geschäftsführung ihn bis zum 31. März 2026 aufstellen, eine kleine GmbH spätestens bis zum 30. Juni 2026, wenn das einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entspricht. Die Gesellschafter einer kleinen GmbH stellen ihn bis zum 30. November 2026 fest, bei mittelgroßen und großen GmbHs bis zum 31. August 2026. Offengelegt wird bis zum 31. Dezember 2026. #### Wann ist die Abgabefrist für die Steuererklärung einer GmbH? Für das Jahr 2025 am 31. Juli 2026, wenn die GmbH die Erklärungen selbst abgibt. Ist ein Steuerberater oder eine Steuerkanzlei mit der Erstellung beauftragt, gilt der letzte Tag im Februar des übernächsten Jahres. Weil der 28. Februar 2027 ein Sonntag ist, endet die Frist am 1. März 2027 (§ 149 Abs. 3, § 108 Abs. 3 AO). #### Gilt für 2025 noch eine verlängerte Corona-Frist? Nein. Die Übergangsregel in Art. 97 § 36 Abs. 3 EGAO gilt nur für die Jahre 2020 bis 2024. Für 2024 endete die Frist mit Steuerkanzlei am 30. April 2026. Ab dem Jahr 2025 gelten wieder die regulären Fristen nach § 149 AO. #### Bis wann muss der Jahresabschluss einer GmbH veröffentlicht werden? Spätestens zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag, bei Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr also bis zum 31. Dezember des Folgejahres (§ 325 Abs. 1a HGB). Übermittelt wird der festgestellte Abschluss an das Unternehmensregister. Die Frist lässt sich nicht verlängern. #### Was kostet es, wenn die Steuererklärung zu spät kommt? Das Finanzamt kann einen Verspätungszuschlag festsetzen. Liegt die Erklärung 14 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres nicht vor, muss es ihn festsetzen, außer etwa bei einer Steuer von null Euro oder wenn die Vorauszahlungen die Steuer decken. Er beträgt je angefangenen Monat 0,25 % der Nachzahlung, mindestens 25 € je Monat, bei der Gewerbesteuer 25 € je Monat und höchstens 25.000 € (§ 152 AO). #### Welche Frist gilt, wenn die GmbH über die Fideus-Plattform bei einer Steuerkanzlei mandatiert ist? Dann erstellt die Steuerkanzlei, bei der die GmbH mandatiert ist, Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung. Ist sie mit den Erklärungen beauftragt, gilt die Frist nach § 149 Abs. 3 AO, für 2025 der 1. März 2027, sofern das Finanzamt sie nicht vorab anfordert. Die Plattform übernimmt Fristen-Tracking und Erinnerungen. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Offenlegung Jahresabschluss 2025: Frist, Hinterlegung und Ordnungsgeld URL: https://www.fideus.de/wissen/offenlegung-jahresabschluss Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 12 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 ### Kurz zusammengefasst - Den Jahresabschluss 2025 muss eine GmbH oder UG mit Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr bis zum 31. Dezember 2026 offenlegen (§ 325 Abs. 1a HGB). - Übermittelt wird seit dem Geschäftsjahr 2022 elektronisch an das Unternehmensregister, nicht mehr an den Bundesanzeiger. - Kleine GmbHs legen Bilanz und Anhang offen. Kleinstkapitalgesellschaften nach § 267a HGB dürfen stattdessen nur die Bilanz hinterlegen, die dann nicht frei abrufbar ist. - Offengelegt wird der festgestellte Abschluss: Kleine GmbHs müssen ihn bis zum 30. November 2026 feststellen (§ 42a GmbHG). - Bei Versäumnis droht das Bundesamt für Justiz 2.500 € bis 25.000 € Ordnungsgeld an; die Verfahrensgebühr von 100 € fällt auch bei Offenlegung in der Nachfrist an. Die **Offenlegung des Jahresabschlusses 2025** muss eine GmbH oder UG bis zum 31. Dezember 2026 erledigen, wenn ihr Geschäftsjahr dem Kalenderjahr entspricht (§ 325 Abs. 1a HGB). Übermittelt wird elektronisch an das Unternehmensregister, nicht mehr an den Bundesanzeiger. Kleine GmbHs legen Bilanz und Anhang offen, Kleinstkapitalgesellschaften dürfen stattdessen nur die Bilanz hinterlegen. Wer die Frist versäumt, bekommt vom Bundesamt für Justiz ein Ordnungsgeld von mindestens 2.500 € angedroht. ### Wann ist die Frist für die Offenlegung des Jahresabschlusses 2025? Die Offenlegungsfrist endet zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag. Für das Geschäftsjahr 2025 mit Stichtag 31. Dezember 2025 ist das der 31. Dezember 2026. Die Frist gilt für GmbHs und UGs jeder Größe; nur kapitalmarktorientierte Gesellschaften haben vier Monate (§ 325 Abs. 4 Satz 1 HGB). Sie lässt sich nicht verlängern, und maßgeblich ist der Zeitpunkt der Übermittlung an das Unternehmensregister (§ 325 Abs. 4 Satz 2 HGB). > „Die Unterlagen nach Absatz 1 Satz 1 sind spätestens ein Jahr nach dem Abschlussstichtag des Geschäftsjahrs zu übermitteln, auf das sie sich beziehen." – § 325 Abs. 1a Satz 1 HGB Vor der Offenlegung stehen zwei weitere Fristen: die Aufstellung durch die Geschäftsführung und die Feststellung durch die Gesellschafter. Die Tabelle zeigt alle Termine für das Geschäftsjahr 2025. Aufstellung und Feststellung sind im Herbst 2026 für die meisten Gesellschaften schon fällig. | Pflicht | Kleine GmbH/UG | Mittelgroße GmbH | Grundlage | | --- | --- | --- | --- | | Jahresabschluss aufstellen | 31.03.2026, spätestens 30.06.2026 bei ordnungsgemäßem Geschäftsgang | 31.03.2026 | § 264 Abs. 1 HGB | | Jahresabschluss feststellen | 30.11.2026 | 31.08.2026 | § 42a Abs. 2 GmbHG | | Offenlegung oder Hinterlegung im Unternehmensregister | 31.12.2026 | 31.12.2026 | § 325 Abs. 1a HGB | | Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung mit Kanzlei | 01.03.2027 | 01.03.2027 | § 149 Abs. 3, § 108 Abs. 3 AO | Stand September 2026. Kleinstkapitalgesellschaften sind kleine Kapitalgesellschaften und haben dieselben Fristen. Die verlängerte Frist für die Steuererklärungen gilt, wenn eine Steuerkanzlei mit ihrer Erstellung beauftragt ist (§ 149 Abs. 3 AO); ob auch bei einer Beauftragung nach dem 31. Juli 2026, regelt das Gesetz nicht ausdrücklich. Das Finanzamt kann Erklärungen früher anfordern (§ 149 Abs. 4 AO). #### Gibt es 2026 eine Schonfrist? Stand September 2026 nicht. Für das Geschäftsjahr 2024 hatte das Bundesamt für Justiz angekündigt, vor Mitte März 2026 keine Ordnungsgeldverfahren einzuleiten, und nannte das eine „letztmalige Verschiebung". Für das Geschäftsjahr 2025 steht auf der [Seite des Bundesamts für Justiz](https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/OrdnungsgeldVollstreckung/Jahresabschluesse/Jahresabschluesse_node.html) bisher kein solcher Hinweis. ### Aufstellung, Feststellung, Offenlegung: Was ist der Unterschied? Aufstellung, Feststellung und Offenlegung sind drei Schritte mit verschiedenen Verantwortlichen. Die Geschäftsführung stellt den Jahresabschluss auf, die Gesellschafter stellen ihn per Beschluss fest, danach wird er an das Unternehmensregister übermittelt. Offengelegt wird nach § 325 Abs. 1 HGB der festgestellte Abschluss, das Datum der Feststellung ist anzugeben (§ 328 Abs. 1a HGB). - **Aufstellung:** Die Geschäftsführung erstellt Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und bei Bedarf den Anhang. Die Arbeit übernimmt in der Regel die Steuerkanzlei, bei der die GmbH mandatiert ist, in eigener Verantwortung. - **Feststellung:** Die Gesellschafter beschließen den Abschluss und die Verwendung des Ergebnisses. Bei einer Ein-Personen-GmbH ist das ein kurzer, unterschriebener Beschluss. Der Gesellschaftsvertrag kann die Frist nicht verlängern. - **Offenlegung:** Die Unterlagen gehen elektronisch an das Unternehmensregister. Verpflichtet ist die Geschäftsführung. - **E-Bilanz:** Sie geht mit der Steuererklärung an das Finanzamt (§ 5b EStG) und ersetzt die Offenlegung nicht. Welche Fristen für Jahresabschluss und Steuererklärungen gelten, beschreibt der Artikel [Fristen für den Jahresabschluss einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/jahresabschluss-gmbh-frist); wie beide zusammenhängen, der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). Das Ordnungsgeldverfahren wartet nicht auf die Aufstellung: Es darf auch laufen, wenn der Abschluss noch nicht fertig ist (§ 335 Abs. 1 Satz 3 HGB). ### Was muss eine GmbH offenlegen? Was eine GmbH oder UG offenlegen muss, hängt von ihrer Größenklasse nach § 267 und § 267a HGB ab. Kleine GmbHs übermitteln nur Bilanz und Anhang, ohne Gewinn- und Verlustrechnung. Kleinstkapitalgesellschaften übermitteln nur die Bilanz und dürfen sie hinterlegen. Mittelgroße und große Gesellschaften legen mehr offen, etwa den Lagebericht. Eine Größenklasse gilt, wenn an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen mindestens zwei der drei Merkmale nicht überschritten werden (§ 267 Abs. 4 HGB). Bei einer Neugründung zählt schon der erste Stichtag. Die Schwellen wurden 2024 angehoben und gelten verbindlich für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2023 beginnen (Art. 93 EGHGB). | Größenklasse | Bilanzsumme bis | Umsatz bis | Arbeitnehmer bis | Offenzulegen | | --- | --- | --- | --- | --- | | Kleinstkapitalgesellschaft | 450.000 € | 900.000 € | 10 | nur Bilanz, Hinterlegung möglich | | Kleine GmbH | 7,5 Mio. € | 15 Mio. € | 50 | Bilanz und Anhang, ohne GuV | | Mittelgroße GmbH | 25 Mio. € | 50 Mio. € | 250 | Jahresabschluss mit Erleichterungen, Lagebericht, Bestätigungsvermerk | Stand 2026. Es genügt, zwei der drei Grenzen nicht zu überschreiten. Umsatz: zwölf Monate vor dem Stichtag. Arbeitnehmer: Jahresdurchschnitt nach § 267 Abs. 5 HGB. Die Einordnung im Einzelfall prüft die Steuerkanzlei, bei der die Gesellschaft mandatiert ist. ### Hinterlegung oder Offenlegung: Was gilt für Kleinstkapitalgesellschaften? Eine Kleinstkapitalgesellschaft darf ihre Bilanz beim Unternehmensregister hinterlegen, statt sie offenzulegen (§ 326 Abs. 2 HGB). Hinterlegte Bilanzen sind nicht frei abrufbar. Wer sie sehen will, muss sich registrieren und eine Kopie beantragen (§ 9 Abs. 6 HGB). Die Kopie kostet 1 € je Unterlage. - **Voraussetzung:** Die GmbH teilt bei der Einreichung mit, dass sie zwei der drei Merkmale des § 267a HGB an den maßgeblichen Stichtagen nicht überschreitet. - **Umfang:** nur die Bilanz. Ein Anhang ist nicht nötig, wenn bestimmte Angaben unter der Bilanz stehen (§ 264 Abs. 1 Satz 5 HGB). - **Ordnungsgeld:** Wird erst nach Ablauf der Nachfrist des Bundesamts für Justiz hinterlegt, sinkt das Ordnungsgeld auf 500 € statt auf 1.000 € bei einer kleinen GmbH (§ 335 Abs. 4 HGB). ### Wie läuft die Offenlegung beim Unternehmensregister ab? Die Unterlagen gehen elektronisch an die Stelle, die das Unternehmensregister führt. Das gilt für Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2021 beginnen (Art. 88 Abs. 2 EGHGB). Ältere Jahrgänge liefen über den Bundesanzeiger. Eingereicht wird über die Publikations-Plattform oder eine Software-Schnittstelle. 1. **Abschluss feststellen:** Gesellschafterbeschluss mit Datum, bei kleinen GmbHs bis zum 30. November 2026. 2. **Größenklasse klären:** klein oder Kleinstkapitalgesellschaft nach § 267 und § 267a HGB. 3. **Unterlagen erzeugen:** Bilanz und Anhang oder nur die Bilanz, jeweils mit Datum der Feststellung. 4. **Übermitteln:** über die [Publikations-Plattform des Unternehmensregisters](https://www.unternehmensregister.de/de/so-gehts/hinterlegungen), bei Kleinstkapitalgesellschaften mit Antrag auf Hinterlegung. 5. **Eingang prüfen:** Die registerführende Stelle prüft Frist und Vollständigkeit und meldet Lücken an das Bundesamt für Justiz (§ 329 HGB). #### Was kostet die Offenlegung? Die Gebühren des Unternehmensregisters stehen im Justizverwaltungskostengesetz. Sie sind niedrig und hängen von der Größenklasse ab. Dazu kommt eine Jahresgebühr für die Führung des Registers. | Gebühr | Betrag | Grundlage | | --- | --- | --- | | Einstellung der Unterlagen, Kleinstkapitalgesellschaft | 18,50 € | Nr. 1420 KV JVKostG | | Einstellung der Unterlagen, kleine GmbH | 25,00 € | Nr. 1421 KV JVKostG | | Jahresgebühr, wenn Erleichterungen nach § 326 HGB möglich | 3,00 € | Nr. 1410 KV JVKostG | | Einsicht in eine hinterlegte Unterlage | 1,00 € | Nr. 1440 KV JVKostG | Stand September 2026. Werden Unterlagen vor der Einstellung geändert nachgereicht, erhöhen sich die Gebühren um 50 %. Der größere Posten ist nicht die Registergebühr, sondern der Jahresabschluss selbst. Was die Steuerkanzlei dafür nach der Gebührenverordnung berechnen kann, rechnet der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding) nach. ### Was passiert, wenn die Offenlegungsfrist versäumt wird? Nach Ablauf der Frist meldet die registerführende Stelle fehlende Unterlagen an das Bundesamt für Justiz. Das Amt droht ein Ordnungsgeld von mindestens 2.500 € und höchstens 25.000 € an und setzt sechs Wochen Nachfrist (§ 335 HGB). Das Verfahren kann sich gegen die Geschäftsführung und gegen die GmbH richten. - **Kosten:** Mit der Androhung fallen 100 € Gebühr plus Auslagen an, je Person, gegen die das Verfahren läuft. Sie entfallen nicht, wenn innerhalb der Nachfrist offengelegt wird. - **Herabsetzung:** Wird nach Ablauf der sechs Wochen offengelegt, aber vor der Entscheidung des Amts, sinkt das Ordnungsgeld. Es beträgt dann 500 € bei Hinterlegung einer Kleinstkapitalgesellschaft und 1.000 € bei einer kleinen GmbH. - **Wiederholung:** Bleibt die Offenlegung aus, wird das Ordnungsgeld festgesetzt und ein neues angedroht, bis offengelegt ist. Ab dem zweiten festgesetzten Ordnungsgeld kostet jede Festsetzung 100 € Gebühr. - **Wiedereinsetzung:** War die sechswöchige Nachfrist unverschuldet nicht einzuhalten, ist binnen zwei Wochen nach Wegfall des Hindernisses ein Antrag möglich (§ 335 Abs. 5 HGB). Die folgende Modellrechnung zeigt, was eine verspätete Offenlegung kostet. Die Werte gelten je Verfahrensbeteiligtem und ohne Auslagen. | Fall (fiktiv) | Kleinstkapitalgesellschaft, hinterlegt | Kleine GmbH | | --- | --- | --- | | Offenlegung innerhalb der sechs Wochen nach Androhung | 100 € | 100 € | | Offenlegung nach den sechs Wochen, vor der Festsetzung | 100 € + 500 € = 600 € | 100 € + 1.000 € = 1.100 € | | Keine Offenlegung, Ordnungsgeld wird festgesetzt | 100 € + angedrohter Betrag, mindestens 2.500 € | 100 € + angedrohter Betrag, mindestens 2.500 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Grundlagen: § 335 Abs. 1, 3 und 4 HGB, Nr. 1210 und 1211 KV JVKostG, Stand September 2026. Bei geringfügiger Überschreitung der Nachfrist kann das Amt das Ordnungsgeld weiter herabsetzen. Ein Fehler aus dem Onboarding neuer Kunden über die Fideus-Plattform: Die Offenlegung eines Vorjahres ist versäumt, und die Androhung des Bundesamts für Justiz liegt schon vor. Das Verfahren endet erst, wenn die fehlenden Unterlagen übermittelt sind. ### Wie läuft die Offenlegung über die Fideus-Plattform? Über die Fideus-Plattform wirst du bei einer zugelassenen Steuerkanzlei mandatiert. Sie erstellt Jahresabschluss, E-Bilanz und Steuererklärungen in eigener Verantwortung. Mit dem Abschluss erstellt sie den Feststellungsbeschluss, den die Gesellschafter digital über die Plattform unterschreiben. Nach Freigabe durch die Geschäftsführung übermittelt die Kanzlei die Unterlagen an das Unternehmensregister. Fideus ist die Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination: Sie bereitet Belege und Bankdaten auf und übernimmt Fristen-Tracking und Erinnerungen. - **Holdings:** Holding Lite ab 600 € / Jahr und Holding Pro ab 1.450 € / Jahr, jeweils netto. Beide Pakete enthalten Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz und die Übermittlung an das Unternehmensregister. - **Operative GmbHs und UGs:** Paket „Operatives Unternehmen" ab 2.000 € / Jahr netto mit Jahresabschluss, Steuererklärungen und Offenlegung. - **Registergebühren:** Die Gebühren des Unternehmensregisters stellt das Register der Gesellschaft direkt in Rechnung. - **Offene Vorjahre:** Ist ein früherer Jahresabschluss noch offen, kann die Kanzlei ihn übernehmen. Der Preis steht gesondert im Angebot. - **Wechsel:** Die Geschäftsführung kündigt den bisherigen Steuerberater und fordert die DATEV-Sicherungsdatei an, beides per E-Mail mit Vorlagen von Fideus. Der Aufwand liegt bei rund 20 Minuten. Den Ablauf erklärt der Artikel [Steuerberater wechseln](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-wechseln). - **Dauer:** Den Jahresabschluss einer Holding erstellt die Kanzlei in der Regel in einigen Wochen. - **Steuerkanzlei:** Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Kanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat über 50 Mitarbeitende, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. Je nach Unternehmen entsteht es automatisch online, bei komplexeren Fällen nach einem Telefonat. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen" außerdem Handel und E-Commerce. ### Fazit Für den Jahresabschluss 2025 ist der 31. Dezember 2026 die letzte Frist, und eine Schonfrist ist bisher nicht angekündigt. Offengelegt wird nur, was festgestellt ist; kleine GmbHs brauchen den Gesellschafterbeschluss bis zum 30. November 2026. Wer als Kleinstkapitalgesellschaft hinterlegt, reicht nur die Bilanz ein und hält die Zahlen aus der freien Suche heraus. - Größenklasse nach § 267 und § 267a HGB prüfen. - Feststellung vor der Offenlegung beschließen und datieren. - Unterlagen vor dem 31. Dezember 2026 übermitteln. Wie Jahresabschluss und Offenlegung für Holdings über die Plattform ablaufen, zeigt die Seite [Holding-Jahresabschluss](https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss). Die Pakete für operative GmbHs und UGs stehen unter [Preise](https://www.fideus.de/preise). ### Quellen - [Handelsgesetzbuch (§§ 9, 264, 267, 267a, 325, 326, 328, 329, 335)](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__325.html) - [Einführungsgesetz zum Handelsgesetzbuch (Art. 88, 93)](https://www.gesetze-im-internet.de/hgbeg/art_93.html) - [GmbH-Gesetz (§§ 5a, 42a)](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__42a.html) - [Abgabenordnung (§§ 108, 149)](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__149.html) - [Justizverwaltungskostengesetz, Kostenverzeichnis (Nr. 1210, 1211, 1410, 1420, 1421, 1440)](https://www.gesetze-im-internet.de/jvkostg/anlage.html) - [Bundesamt für Justiz: Offenlegungspflichten](https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/OrdnungsgeldVollstreckung/Jahresabschluesse/Offenlegung/Pflichten/Pflichten_node.html) - [Bundesamt für Justiz: Ordnungsgeldverfahren](https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/OrdnungsgeldVollstreckung/Jahresabschluesse/Offenlegung/Verfahren/Verfahren_node.html) - [Unternehmensregister: Hinterlegte Jahresabschlussunterlagen](https://www.unternehmensregister.de/de/so-gehts/hinterlegungen) - [Deutscher Steuerberaterverband: Schonfrist für die Offenlegung der Jahresabschlüsse 2024](https://www.dstv.de/artikel-pool/tb-006-26-vj-schonfrist-offenlegung-jahresabschluesse-2024) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Bis wann muss der Jahresabschluss 2025 offengelegt werden? Bei einem Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr bis zum 31. Dezember 2026. Die Frist beträgt nach § 325 Abs. 1a HGB zwölf Monate ab dem Abschlussstichtag und ist nicht verlängerbar. Maßgeblich ist der Tag, an dem die Unterlagen beim Unternehmensregister eingehen. #### Wann muss ich hinterlegen und wann offenlegen? Hinterlegen darf nur eine Kleinstkapitalgesellschaft nach § 267a HGB. Das ist in der Regel eine GmbH oder UG, die an zwei aufeinanderfolgenden Stichtagen zwei von drei Grenzen nicht überschreitet: 450.000 € Bilanzsumme, 900.000 € Umsatz, zehn Arbeitnehmer. Sie reicht nur die Bilanz ein. Alle anderen Kapitalgesellschaften legen offen. #### Muss eine UG ihren Jahresabschluss offenlegen? Ja. Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine Sonderform der GmbH (§ 5a GmbHG) und hat dieselben Pflichten. Sie stellt den Jahresabschluss auf, lässt ihn von den Gesellschaftern feststellen und übermittelt ihn an das Unternehmensregister. Hält sie als Kleinstkapitalgesellschaft die Schwellen des § 267a HGB ein, genügt in der Regel die Hinterlegung der Bilanz. #### Wie hoch ist das Ordnungsgeld bei verspäteter Offenlegung? Das Bundesamt für Justiz droht ein Ordnungsgeld von 2.500 € bis 25.000 € an und setzt eine Nachfrist von sechs Wochen (§ 335 HGB). Dazu kommen 100 € Verfahrensgebühr plus Auslagen. Wer nach Ablauf der Nachfrist, aber vor der Entscheidung des Amts offenlegt, zahlt ein herabgesetztes Ordnungsgeld: 500 € bei Hinterlegung einer Kleinstkapitalgesellschaft, 1.000 € bei einer kleinen GmbH. #### Wer übermittelt den Jahresabschluss an das Unternehmensregister? Verpflichtet ist die Geschäftsführung (§ 325 Abs. 1 HGB). Die Übermittlung kann ein Dienstleister wie die Steuerkanzlei übernehmen. Über die Fideus-Plattform erstellt die mandatierte Steuerkanzlei den Jahresabschluss in eigener Verantwortung, dazu den Feststellungsbeschluss, den die Gesellschafter digital über die Plattform unterschreiben, und übermittelt die Unterlagen an das Unternehmensregister. Die Registergebühren stellt das Register der Gesellschaft direkt in Rechnung. #### Gibt es für den Jahresabschluss 2025 eine Schonfrist? Stand September 2026 nein. Für das Geschäftsjahr 2024 hatte das Bundesamt für Justiz angekündigt, vor Mitte März 2026 keine Ordnungsgeldverfahren einzuleiten. Eine solche Ankündigung für das Geschäftsjahr 2025 gibt es bisher nicht. Die gesetzliche Frist bleibt der 31. Dezember 2026. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Wer darf den Jahresabschluss erstellen? Steuerkanzlei, Plattform und Geschäftsführung URL: https://www.fideus.de/wissen/wer-darf-jahresabschluss-erstellen Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 9 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 ### Kurz zusammengefasst - Geschäftsmäßig für eine GmbH erstellen darf den Jahresabschluss in der Regel nur, wer nach § 3 StBerG befugt ist, etwa eine Steuerkanzlei. Die Pflicht zur Aufstellung bleibt bei der Geschäftsführung (§ 264 Abs. 1 HGB). - Software darf Belege und Bankdaten aufbereiten und zuordnen. Kontieren, Abschluss und Erklärungen bleiben Befugten vorbehalten; über die Fideus-Plattform prüft die Kanzlei jeden Kontenvorschlag. - Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination, keine Steuerkanzlei. Das Mandat schließt die Gesellschaft beim Onboarding digital direkt mit einer zugelassenen Kanzlei mit über 50 Mitarbeitenden. - Die Steuerkanzlei, bei der du über die Fideus-Plattform mandatiert bist, erstellt Abschluss und Erklärungen in eigener Verantwortung. Die Geschäftsführung gibt vor der Übermittlung frei. - Ob ein Steuerberater oder eine Steuerberatungsgesellschaft zugelassen ist, zeigt das Steuerberaterverzeichnis der Bundessteuerberaterkammer kostenlos (§ 86b StBerG). Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte stehen in den Registern ihrer eigenen Kammern. Den **Jahresabschluss** einer GmbH, UG oder Holding darf geschäftsmäßig in der Regel nur erstellen, wer nach § 3 StBerG befugt ist, etwa eine Steuerkanzlei. Die Geschäftsführung darf ihn auch selbst erstellen, denn die Pflicht zur Aufstellung liegt bei ihr (§ 264 Abs. 1 HGB). Externe Buchhalter und Software dürfen zuarbeiten, ersetzen die befugte Kanzlei aber nicht. Arbeiten Kanzlei und Plattform zusammen, erstellt die Kanzlei, die Plattform bereitet Daten auf, und die Geschäftsführung gibt frei. ### Wer darf den Jahresabschluss einer GmbH erstellen? Den Jahresabschluss einer GmbH dürfen zwei Gruppen erstellen: die nach § 3 StBerG Befugten und die Gesellschaft selbst, also die Geschäftsführung oder eigene Mitarbeitende. Befugt sind unter anderem Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer sowie Berufsausübungsgesellschaften wie Steuerberatungsgesellschaften. Externe ohne diese Befugnis dürfen Abschluss und Steuererklärungen nicht geschäftsmäßig für die Gesellschaft übernehmen. Die Grenze zieht [§ 5 Abs. 1 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__5.html) ausdrücklich: > „Andere als die nach § 3 … Befugten dürfen nicht geschäftsmäßig Hilfe in Steuersachen leisten.“ (§ 5 Abs. 1 Satz 1 StBerG) Hilfe in Steuersachen ist nach [§ 2 Abs. 2 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__2.html) jede Tätigkeit in fremden Angelegenheiten, „sobald sie eine rechtliche Prüfung des Einzelfalls erfordert“. Zu den Aufgaben der Steuerberater zählt [§ 33 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__33.html) ausdrücklich „die Aufstellung von Abschlüssen, die für die Besteuerung von Bedeutung sind“. Welche Unterlagen dafür nötig sind, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). ### Wer macht was im Jahr: Geschäftsführung, Plattform und Kanzlei? Arbeiten eine Plattform und eine Steuerkanzlei zusammen, teilen sich drei Beteiligte die Aufgaben. Die Geschäftsführung liefert Belege und gibt frei, die Plattform bereitet Daten auf und erinnert an Fristen, die Kanzlei bucht, erstellt und übermittelt. Die Tabelle zeigt den Ablauf über die Fideus-Plattform, Stand 24. September 2026. Weitere Modelle zeigt der Artikel [digitale Steuerberatung im Anbietervergleich](https://www.fideus.de/wissen/digitale-steuerberatung). | Schritt | Geschäftsführung und Gesellschafter | Fideus-Plattform | Steuerkanzlei (in eigener Verantwortung) | | --- | --- | --- | --- | | Angebot | Beantwortet die Besonderheiten-Abfrage im Online-Funnel | Fragt Beteiligungen, Bilanzsumme, Umsatzsteuer u. a. ab; bei komplexeren Fällen folgt ein Telefonat. Alle Kosten stehen im Angebot | – | | Mandat und Vollmacht§ 80 AO | Schließt das Mandat mit der Kanzlei digital beim Onboarding | Onboarding, in dem das Mandat digital zustande kommt | Übernimmt das Mandat und reicht ihre Vollmacht beim Finanzamt ein | | Wechsel | Kündigt den bisherigen Steuerberater per E-Mail und fordert die DATEV-Sicherungsdatei an, rund 20 Minuten | Stellt Vorlagen für Kündigung und Datenanforderung bereit; fordert letzten Jahresabschluss, letzten Steuerbescheid und DATEV-Sicherungsdatei an | Übernimmt die Daten; offene Vorjahre gegen gesonderten Preis im Angebot | | Laufende Belege§ 41 GmbHG | Verknüpft Bankkonten, lädt Belege hoch oder leitet sie per E-Mail weiter | Ruft Transaktionen ab, ordnet Beleg und Transaktion mit eigener KI-Technologie zu und schlägt ein Buchungskonto vor | Prüft den Vorschlag, kontiert und bucht | | Umsatzsteuervoranmeldungen§ 18 UStG | Reicht die Belege vollständig ein | Fristen-Tracking und Erinnerungen | Erstellt die Voranmeldungen und übermittelt sie | | Jahresabschluss und E-Bilanz§ 264 HGB | Gibt den Abschluss vor der Übermittlung frei | Stellt die aufbereiteten Daten bereit | Erstellt Abschluss und E-Bilanz | | Feststellung und Ergebnisverwendung§ 46 Nr. 1 GmbHG | Gesellschafter unterschreiben den Beschluss digital | Digitale Unterschrift über die Plattform | Erstellt den Beschluss über Feststellung und Ergebnisverwendung mit dem Abschluss | | Offenlegung§ 325 HGB | Zahlt die Gebühren, die das Register der Gesellschaft direkt in Rechnung stellt | Fristen-Tracking und Erinnerungen | Übermittelt die Unterlagen an das Unternehmensregister | | Steuererklärungen§ 34 AO | Gibt die Jahreserklärungen vor der Übermittlung frei | Fristen-Tracking und Erinnerungen | Erstellt Körperschaft-, Gewerbe- und je nach Paket Umsatzsteuererklärung und übermittelt sie | Umsatzsteuervoranmeldungen sind in den Paketen Holding Pro und „Operatives Unternehmen“ enthalten. Wie ein Wechsel abläuft, erklärt der Artikel [Steuerberater wechseln](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-wechseln). Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. ### Was bleibt Pflicht der Geschäftsführung? Die gesetzlichen Pflichten bleiben bei der Gesellschaft, auch wenn eine Kanzlei die Arbeit erstellt. Die Geschäftsführung sorgt für die Buchführung, stellt den Abschluss auf, legt ihn offen und erfüllt die steuerlichen Pflichten. Die Gesellschafter stellen den Abschluss fest. Die Kanzlei erstellt in eigener Verantwortung; die gesetzlichen Pflichten bleiben bei der Gesellschaft. - **Buchführung:** Die Geschäftsführer „sind verpflichtet, für die ordnungsmäßige Buchführung der Gesellschaft zu sorgen“ ([§ 41 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__41.html)). Was dazu gehört, erklärt der Artikel [Buchhaltung für eine GmbH](https://www.fideus.de/wissen/buchhaltung-gmbh). - **Aufstellung:** Den Jahresabschluss stellen die gesetzlichen Vertreter in den ersten drei Monaten auf. Kleine Gesellschaften dürfen bis zu sechs Monate brauchen, wenn das einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entspricht ([§ 264 Abs. 1 HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__264.html)). Alle Termine zeigt der Artikel [Fristen für den Jahresabschluss einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/jahresabschluss-gmbh-frist). - **Feststellung:** Die Gesellschafter beschließen über die Feststellung und die Ergebnisverwendung ([§ 46 Nr. 1 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__46.html)). - **Offenlegung:** Die Geschäftsführung übermittelt den festgestellten Abschluss elektronisch an das [Unternehmensregister](https://www.unternehmensregister.de/) ([§ 325 Abs. 1 HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__325.html)); die Übermittlung kann die Kanzlei übernehmen. Fristen und Ablauf erklärt der Artikel [Offenlegung des Jahresabschlusses](https://www.fideus.de/wissen/offenlegung-jahresabschluss). - **Steuern:** Die gesetzlichen Vertreter „haben deren steuerliche Pflichten zu erfüllen“ ([§ 34 Abs. 1 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__34.html)). Über die Fideus-Plattform gibt die Geschäftsführung deshalb Jahresabschluss und Jahreserklärungen frei, bevor die Kanzlei sie übermittelt. ### Was darf eine Software, was nur die Kanzlei? Software darf Daten sammeln, aufbereiten und zuordnen. Sobald eine rechtliche Prüfung des Einzelfalls nötig ist, etwa beim Kontieren eines Belegs, beim Abschluss oder bei einer Steuererklärung, entscheidet eine befugte Person. Für die Gesellschaft ist das die Kanzlei oder die Geschäftsführung selbst. - **Plattform:** Bankkonten verknüpfen, Transaktionen abrufen, Belege per Upload oder E-Mail-Weiterleitung sammeln, Beleg und Transaktion zuordnen, ein Buchungskonto vorschlagen, das die Kanzlei prüft, an Fristen erinnern. - **Steuerkanzlei:** Vorschläge prüfen, kontieren und buchen, Abschluss, E-Bilanz und Steuererklärungen erstellen und übermitteln, steuerlich beraten. Steuerberater üben ihren Beruf nach [§ 57 Abs. 1 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__57.html) „unabhängig, eigenverantwortlich“ aus. - **Buchhalterinnen und Buchhalter:** Kontenpläne anlegen, laufende Geschäftsvorfälle buchen und die laufende Lohnabrechnung erstellen, wenn sie die Qualifikation aus [§ 6 Abs. 1 Nr. 1 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__6.html) haben. Den Abschluss für andere Unternehmen erstellen sie nicht. Gegenüber dem Finanzamt tritt die Kanzlei mit Vollmacht auf. Bei Befugten nach § 3 StBerG wird die Bevollmächtigung vermutet. Das Finanzamt soll sich dann an die Kanzlei wenden ([§ 80 Abs. 2 und 5 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__80.html)). Wie der Belegweg im Alltag aussieht, zeigt der Artikel [Jahresabschluss digital](https://www.fideus.de/wissen/jahresabschluss-digital). ### Ist Fideus eine Steuerkanzlei? Nein. Die Fideus GmbH ist ein Software-Unternehmen und betreibt eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination, über die mehr als 600 Unternehmen verwaltet werden (Eigenangabe, Stand 24. September 2026). Das Mandat schließt deine Gesellschaft beim Onboarding digital direkt mit einer zugelassenen Steuerkanzlei. Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen erbringt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. - **Kanzleien:** Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Kanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat ein Team von über 50 Mitarbeitenden, darunter mehr als sieben Steuerberaterinnen und Steuerberater. Ihr Name steht im Angebot bzw. im Mandatsvertrag. - **Dauer:** Den Jahresabschluss einer Holding erstellt die Kanzlei in der Regel in einigen Wochen. - **Rechnungen:** Fideus stellt die Plattform in Rechnung, die Kanzlei ihre eigenen Leistungen. Die Pakete beginnen bei 600 € pro Jahr netto (Holding Lite, bis zu drei Beteiligungen, 150.000 € Bilanzsumme und Buchhaltung mit 40 Transaktionen). Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen vorab im Angebot. - **Erreichbarkeit:** Anfragen laufen über die Plattform oder per E-Mail; eine Antwort kommt typischerweise innerhalb von 24 Stunden. - **Grenzen:** Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. Holding und operative GmbH laufen über denselben Zugang und dieselbe Kanzlei, in einem Angebot mit dem Paketpreis je Gesellschaft. Was die Pakete im Vergleich zur Steuerberatervergütungsverordnung kosten, zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding). ### Wie prüfst du, ob die Kanzlei zugelassen ist? Ob eine Kanzlei zur Steuerberatung befugt ist, prüfst du in wenigen Minuten selbst. Die Bundessteuerberaterkammer führt nach [§ 86b StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__86b.html) ein Verzeichnis aller Steuerberater, Steuerbevollmächtigten und anerkannten Berufsausübungsgesellschaften. Der Abruf einzelner Daten steht laut Gesetz „jedem unentgeltlich“ zu. Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sind nach § 3 StBerG ebenfalls befugt. Im Steuerberaterverzeichnis stehen sie in der Regel nur, wenn sie zugleich Steuerberater sind. Wirtschaftsprüfer führt die Wirtschaftsprüferkammer in ihrem Berufsregister ([§ 37 WPO](https://www.gesetze-im-internet.de/wipro/__37.html)), Rechtsanwälte die Rechtsanwaltskammern in ihren Verzeichnissen ([§ 31 BRAO](https://www.gesetze-im-internet.de/brao/__31.html)). Fehlt ein Eintrag im Steuerberaterverzeichnis, lohnt deshalb der Blick in diese Register. 1. **Name:** Entnimm den Namen der Kanzlei dem Angebot oder dem Mandatsvertrag. Über die Fideus-Plattform steht er im Angebot bzw. im Mandatsvertrag. 2. **Suche:** Gib den Namen im [Steuerberaterverzeichnis](https://steuerberaterverzeichnis.berufs-org.de/) ein. 3. **Eintrag:** Prüfe Rechtsform, Anschrift und zuständige Steuerberaterkammer. Bei einer Gesellschaft nennt das Verzeichnis auch den Zeitpunkt der Anerkennung als Berufsausübungsgesellschaft. ### Fazit Den Jahresabschluss einer GmbH erstellt entweder eine nach § 3 StBerG befugte Kanzlei oder die Geschäftsführung selbst. Eine Plattform bereitet Daten auf, schlägt vor und koordiniert; entscheiden, erstellen und übermitteln darf sie nicht. Die Pflichten bleiben in jedem Fall bei der Gesellschaft. - **Erstellung:** die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung - **Freigabe:** die Geschäftsführung, vor jeder Übermittlung von Abschluss und Jahreserklärungen - **Koordination:** die Fideus-Plattform, mit Belegweg, Kontenvorschlag und Erinnerungen Kriterien für die Wahl eines Anbieters zeigt der Artikel [Holding-Jahresabschluss online](https://www.fideus.de/wissen/holding-jahresabschluss-anbieter). Wie der Ablauf für eine Holding aussieht, zeigt die Seite [Holding-Jahresabschluss](https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss); die Pakete für Holding und operative GmbH stehen unter [Preise](https://www.fideus.de/preise). ### Quellen - [Steuerberatungsgesetz (§§ 2, 3, 5, 6, 33, 57, 86b)](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/) - [GmbH-Gesetz (§§ 41, 46)](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/) - [Handelsgesetzbuch (§§ 264, 325)](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/) - [Abgabenordnung (§§ 34, 80)](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/) - [§ 18 UStG – Umsatzsteuervoranmeldung](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html) - [Bundessteuerberaterkammer: Steuerberaterverzeichnis](https://steuerberaterverzeichnis.berufs-org.de/) - [§ 37 WPO – Berufsregister der Wirtschaftsprüferkammer](https://www.gesetze-im-internet.de/wipro/__37.html) - [§ 31 BRAO – Verzeichnisse der Rechtsanwaltskammern](https://www.gesetze-im-internet.de/brao/__31.html) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Wer kann Bilanzen für eine GmbH erstellen? Wer die Bilanz geschäftsmäßig für eine GmbH erstellt, muss in der Regel nach § 3 StBerG befugt sein, etwa als Steuerberater, Steuerberatungsgesellschaft, Wirtschaftsprüfer oder Rechtsanwalt. Die Geschäftsführung darf die Bilanz der eigenen GmbH auch selbst aufstellen. Ob ein Steuerberater oder eine Steuerberatungsgesellschaft zugelassen ist, zeigt das Steuerberaterverzeichnis der Bundessteuerberaterkammer kostenlos. Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte stehen in den Registern ihrer eigenen Kammern. #### Kann ich den Jahresabschluss meiner GmbH selbst machen? Ja. Die Pflicht zur Aufstellung liegt ohnehin bei der Geschäftsführung (§ 264 Abs. 1 HGB), sie darf die Arbeit also selbst übernehmen. Dazu gehören Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, in der Regel ein Anhang, die E-Bilanz und die Steuererklärungen. Ob das im Einzelfall sinnvoll ist, klärt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. #### Was darf ein Buchhalter, was nur eine Steuerkanzlei? Nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 StBerG dürfen externe Buchhalterinnen und Buchhalter mit der dort genannten Qualifikation Kontenpläne anlegen, laufende Geschäftsvorfälle buchen und die laufende Lohnabrechnung erstellen. Jahresabschluss, Steuererklärungen und steuerliche Beratung bleiben den nach § 3 StBerG Befugten vorbehalten, also etwa Steuerkanzleien. #### Ist Fideus ein Steuerberater? Nein. Die Fideus GmbH betreibt eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination. Das Mandat schließt deine Gesellschaft beim Onboarding digital direkt mit einer zugelassenen Steuerkanzlei. Die Kanzlei bucht, erstellt Jahresabschluss und Steuererklärungen und übermittelt sie in eigener Verantwortung. #### Welche Rechnungen bekomme ich über die Fideus-Plattform? Zwei: Fideus stellt die Plattform in Rechnung, die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, ihre eigenen Leistungen. Der Paketpreis ist der Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen vorab im Angebot. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Reverse-Charge-Verfahren für Agenturen: Rechnungen an und aus dem Ausland URL: https://www.fideus.de/wissen/reverse-charge-verfahren Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 15 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 ### Kurz zusammengefasst - Beim Reverse-Charge-Verfahren schuldet der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer, nicht das leistende Unternehmen (§ 13b UStG). - Für eine Agentur-GmbH betrifft das Eingangsrechnungen von Werbeplattformen, Freelancern und Software-Anbietern mit Sitz im EU-Ausland oder im Drittland. - Bei vollem Vorsteuerabzug ist die Steuer ein Nullsummenspiel: Die GmbH meldet 19 % an und zieht denselben Betrag als Vorsteuer ab. - Rechnungen an Unternehmen im EU-Ausland gehen ohne Umsatzsteuer hinaus, mit dem Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ und beiden USt-IdNr. Dazu kommt die Zusammenfassende Meldung bis zum 25. Tag nach Quartalsende. - Leistungen aus der EU und aus dem Drittland werden zu unterschiedlichen Zeitpunkten steuerpflichtig und in unterschiedlichen Kennzahlen gemeldet. Beim **Reverse-Charge-Verfahren** schuldet nicht das leistende Unternehmen die Umsatzsteuer, sondern der Leistungsempfänger (§ 13b UStG). Für eine deutsche Agentur-GmbH gilt das vor allem für Leistungen von Unternehmen mit Sitz im Ausland: Werbeplattformen, Freelancer und Software-Anbieter rechnen netto ab. Die GmbH meldet 19 % Umsatzsteuer an und zieht sie bei vollem Vorsteuerabzug im selben Zeitraum wieder ab. Kunden im EU-Ausland stellt sie Rechnungen ohne Umsatzsteuer. ### Was ist das Reverse-Charge-Verfahren? Das Reverse-Charge-Verfahren kehrt die Steuerschuld um: Der Leistungsempfänger schuldet die Umsatzsteuer, nicht wie sonst das Unternehmen, das die Leistung erbringt. Das Gesetz nennt es „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“. Es gilt nur, wenn der Empfänger ein Unternehmen oder eine juristische Person ist, also etwa jede GmbH und UG (haftungsbeschränkt). Grundlage ist [§ 13b UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__13b.html): > „In den in den Absätzen 1 und 2 Nummer 1 bis 3 genannten Fällen schuldet der Leistungsempfänger die Steuer, wenn er ein Unternehmer oder eine juristische Person ist“ – § 13b Abs. 5 Satz 1 UStG Für Agenturen zählen zwei Fälle: Leistungen von Unternehmen aus dem übrigen EU-Gebiet (Abs. 1) und Leistungen von Unternehmen aus dem Drittland (Abs. 2 Nr. 1). Die übrigen Fälle in § 13b Abs. 2, etwa Bauleistungen, Gebäudereinigung oder Metalllieferungen, betreffen Agenturen selten. #### Wie funktioniert das Reverse-Charge-Verfahren? Das Verfahren läuft in vier Schritten. Bei vollem Vorsteuerabzug entsteht keine Zahllast, nur eine zusätzliche Zeile in der Voranmeldung. 1. **Rechnung:** Das ausländische Unternehmen stellt eine Rechnung über den Nettobetrag, ohne Umsatzsteuer. 2. **Steuer berechnen:** Die GmbH rechnet 19 % Umsatzsteuer auf den Nettobetrag ([§ 12 Abs. 1 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__12.html)). 3. **Anmelden:** Sie meldet diese Steuer in der Umsatzsteuervoranmeldung an. 4. **Abziehen:** Im selben Zeitraum zieht sie denselben Betrag als Vorsteuer ab ([§ 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__15.html)). Eine Rechnung mit Steuerausweis braucht sie dafür nicht. ### Wann gilt Reverse Charge für eine Agentur? Reverse Charge gilt für eine Agentur-GmbH, wenn ein Unternehmen mit Sitz im Ausland ihr eine Leistung erbringt, deren Ort in Deutschland liegt. Bei Dienstleistungen zwischen Unternehmen ist das in der Regel der Fall: Sie gelten dort als ausgeführt, wo der Empfänger sein Unternehmen betreibt ([§ 3a Abs. 2 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__3a.html)). Dazu gehören Werbung, Beratung, Design, Entwicklung und Software-Abos. - **Sitz laut Rechnung:** Maßgeblich ist, wo das leistende Unternehmen seinen Sitz hat, wenn es die Leistung ausführt (§ 13b Abs. 7 UStG). Ob ein Anbieter aus dem EU-Ausland oder aus dem Drittland abrechnet, steht im Rechnungskopf, nicht auf der Website. - **EU oder Drittland:** Beide Fälle führen zu Reverse Charge. Sie unterscheiden sich im Zeitpunkt, zu dem die Steuer entsteht, und in der Kennzahl der Voranmeldung. - **USt-IdNr. verwenden:** Die Finanzverwaltung erwartet, dass die GmbH ihre USt-IdNr. gegenüber Anbietern aus dem EU-Ausland verwendet. Tut sie das nicht, darf der Anbieter grundsätzlich von einer Privatperson ausgehen, sofern ihm keine anderen Informationen vorliegen (Abschnitt 3a.2 Abs. 9 [UStAE](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/Umsatzsteuer-Anwendungserlass/Umsatzsteuer-Anwendungserlass-aktuell.pdf?__blob=publicationFile)). Dann berechnet er die Umsatzsteuer seines eigenen Staates. Die USt-IdNr. vergibt das Bundeszentralamt für Steuern auf Antrag, mit Angabe der Steuernummer ([§ 27a Abs. 1 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__27a.html)). Wie eine neue GmbH zur Steuernummer kommt, beschreibt der Artikel [Ablauf der GmbH-Gründung](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-gruendung-ablauf). Für GmbH und UG (haftungsbeschränkt) gelten dieselben Regeln; worin sich die beiden Rechtsformen sonst unterscheiden, erklärt der Artikel [UG vs. GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh). ### Wer schuldet die Umsatzsteuer? Die Entscheidungstabelle für Agenturen Wer die Umsatzsteuer schuldet, hängt bei einer Agentur von drei Fragen ab: Kommt die Leistung herein oder geht sie hinaus? Sitzt der Partner in der EU oder im Drittland? Ist er ein Unternehmen oder eine Privatperson? Die Tabelle ordnet die typischen Fälle einer Agentur-GmbH mit Sitz in Deutschland. Die Kennzahlen stammen aus dem Vordruck der Umsatzsteuervoranmeldung 2026. | Fall | Wer schuldet die Umsatzsteuer? | Rechnung | Voranmeldung und Meldung | | --- | --- | --- | --- | | Werbeplattform oder Freelancer mit Sitz im EU-Ausland stellt der GmbH eine Leistung in Rechnung | die GmbH (§ 13b Abs. 1 und 5 UStG) | ohne Umsatzsteuer, mit Hinweis auf die Steuerschuldnerschaft | Kz 46/47, Vorsteuer Kz 67; Steuer entsteht mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums der Leistung | | Software-Anbieter oder Freelancer mit Sitz im Drittland (z. B. USA, Schweiz, Vereinigtes Königreich) | die GmbH (§ 13b Abs. 2 Nr. 1 und Abs. 5 UStG) | ohne deutsche Umsatzsteuer | Kz 84/85, Vorsteuer Kz 67; Steuer entsteht mit der Rechnung, spätestens mit Ablauf des Folgemonats | | Rechnung aus dem EU-Ausland weist ausländische Umsatzsteuer aus | das leistende Unternehmen nach dem Recht seines Staates | mit ausländischer Umsatzsteuer | nicht als Vorsteuer in der deutschen Voranmeldung abziehbar; Erstattung über das Vergütungsverfahren beim Bundeszentralamt für Steuern | | Agentur erbringt eine Leistung an ein Unternehmen im EU-Ausland | der Kunde in seinem Staat (§ 3a Abs. 2 UStG) | ohne Umsatzsteuer, „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“, USt-IdNr. beider Seiten, bis zum 15. des Folgemonats | Kz 21; Zusammenfassende Meldung bis zum 25. Tag nach Quartalsende | | Agentur erbringt eine Leistung an ein Unternehmen im Drittland | in Deutschland niemand, Leistungsort im Drittland (§ 3a Abs. 2 UStG) | ohne deutsche Umsatzsteuer | Kz 45; keine Zusammenfassende Meldung | | Agentur berät oder gestaltet für eine Privatperson im EU-Ausland | die Agentur, deutsche Umsatzsteuer (§ 3a Abs. 1 UStG) | mit 19 % Umsatzsteuer | Kz 81 | | SaaS oder andere elektronische Leistung an eine Privatperson im EU-Ausland | die Agentur; über 10.000 € im Jahr gilt die Umsatzsteuer des Kundenstaats (§ 3a Abs. 5 UStG) | mit deutscher oder ausländischer Umsatzsteuer | bis zur Schwelle Kz 81; darüber Meldung im Kundenstaat oder über den One-Stop-Shop (§ 18j UStG) | Stand 2026. Quellen: §§ 3a, 13b, 14a, 18a UStG; [BMF-Schreiben vom 29. Dezember 2025, Vordruckmuster USt 1 A 2026](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2025-12-29-vordruckmuster-USt-voranmeldung-2026.html). Die Tabelle setzt voraus, dass die GmbH die Leistungen für ihr Unternehmen bezieht und keine Betriebsstätte im Ausland beteiligt ist. Sonderfälle wie Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück oder Veranstaltungen folgen eigenen Regeln. ### Rechnungen von Werbeplattformen, Freelancern und Software-Anbietern: Was ist zu tun? Erhält die Agentur-GmbH eine Rechnung ohne Umsatzsteuer von einem Unternehmen mit Sitz im Ausland, meldet sie die Steuer selbst an. Bei Werbeplattformen mit Sitz im EU-Ausland und Freelancern aus der EU gilt § 13b Abs. 1 UStG. Für Software-Anbieter aus den USA und Freelancer aus der Schweiz gilt § 13b Abs. 2 Nr. 1 UStG. Der Leistungsempfänger zeichnet die Beträge gesondert auf (§ 22 Abs. 2 Nr. 8 UStG). #### Wann entsteht die Steuer? Die beiden Fälle unterscheiden sich im Zeitpunkt. Das zählt, weil die Steuer in den richtigen Voranmeldungszeitraum gehört. - **Anbieter aus dem EU-Ausland:** Die Steuer entsteht mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistung ausgeführt wurde (§ 13b Abs. 1 UStG). Das Rechnungsdatum spielt keine Rolle. - **Anbieter aus dem Drittland:** Die Steuer entsteht mit Ausstellung der Rechnung, spätestens mit Ablauf des Monats nach der Leistung (§ 13b Abs. 2 UStG). **Beispiel (fiktiv):** Eine Agentur-GmbH meldet vierteljährlich an. Eine Freelancerin aus Polen arbeitet im März 2026 für sie; die Steuer gehört ins erste Quartal, auch wenn die Rechnung im April kommt. Ein US-Anbieter stellt am 5. April 2026 eine Rechnung für die Nutzung im März. Diese Steuer entsteht im April und gehört ins zweite Quartal. #### Was, wenn die Rechnung ausländische Umsatzsteuer ausweist? Weist eine Rechnung aus dem EU-Ausland die Umsatzsteuer des Anbieterstaates aus, lässt sich diese nicht in der deutschen Voranmeldung abziehen. Das Bundesfinanzministerium schreibt dazu in der Anleitung zur Voranmeldung 2026: Abziehbar sind nur die nach dem deutschen Umsatzsteuergesetz geschuldeten Beträge. Für ausländische Vorsteuer verweist es auf das Vergütungsverfahren beim Bundeszentralamt für Steuern. Deshalb gehört die USt-IdNr. der GmbH in jedes Kundenkonto bei Anbietern aus dem EU-Ausland, bevor die erste Leistung abgerechnet wird. ### Was muss auf einer Reverse-Charge-Rechnung stehen? Eine Rechnung an ein Unternehmen im EU-Ausland enthält keine Umsatzsteuer. Sie trägt die Angabe „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ sowie die USt-IdNr. der Agentur und des Kunden ([§ 14a Abs. 1 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14a.html)). Für Dienstleistungen ist sie bis zum 15. Tag des Monats nach der Leistung auszustellen. Dazu kommen die üblichen Pflichtangaben nach § 14 Abs. 4 UStG. - **Wortlaut:** Das Gesetz nennt die Angabe „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“. Die Verwaltung lässt auch die Fassung einer anderen EU-Amtssprache zu, etwa „Reverse charge“ (Abschnitt 14a.1 Abs. 2 und 6 UStAE). - **USt-IdNr. des Kunden prüfen:** Das Bundeszentralamt für Steuern bestätigt auf Anfrage, ob eine ausländische USt-IdNr. gültig ist, und nennt Name und Anschrift dazu ([§ 18e UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18e.html)). Die Finanzverwaltung knüpft den Vertrauensschutz an diese Abfrage (Abschnitt 3a.2 Abs. 9 UStAE). - **Kunden im Drittland:** Für Unternehmen im Drittland liegt der Leistungsort ebenfalls beim Kunden. Einen besonderen Hinweis schreibt das deutsche Umsatzsteuergesetz nicht vor; das Recht im Land des Kunden kann eigene Anforderungen stellen. Als Nachweis der Unternehmereigenschaft nennt die Verwaltung etwa eine Bescheinigung einer Behörde des Sitzstaates (Abschnitt 3a.2 Abs. 11 UStAE). - **E-Rechnung:** Die Pflicht zur E-Rechnung gilt nur, wenn beide Seiten im Inland ansässig sind (§ 14 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 UStG). Rechnungen an Kunden im Ausland fallen nicht darunter. Was die E-Rechnung im Inland bedeutet, erklärt der Artikel [Buchhaltung für eine GmbH](https://www.fideus.de/wissen/buchhaltung-gmbh). ### Welche Meldungen fallen beim Reverse-Charge-Verfahren an? Beim Reverse-Charge-Verfahren fallen zwei Meldungen an. Die Umsatzsteuervoranmeldung erfasst eingehende und ausgehende Fälle bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums ([§ 18 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html)). Leistungen an Unternehmen im EU-Ausland meldet die GmbH zusätzlich in der Zusammenfassenden Meldung an das Bundeszentralamt für Steuern. - **Voranmeldung:** In der Regel vierteljährlich; betrug die Steuer im Vorjahr mehr als 9.000 €, monatlich (§ 18 Abs. 2 UStG). Für Neugründungen gelten eigene Regeln. Die Kennzahlen stehen in der Entscheidungstabelle oben. - **Zusammenfassende Meldung:** Für Dienstleistungen an Unternehmen im EU-Ausland bis zum 25. Tag nach Ablauf jedes Kalendervierteljahres, mit USt-IdNr. jedes Kunden und der Summe der Entgelte ([§ 18a Abs. 2 und 7 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18a.html)). Fehler sind innerhalb eines Monats zu berichtigen (§ 18a Abs. 10 UStG). - **Fristende am Wochenende:** Fällt der 25. auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, endet die Frist am nächsten Werktag ([§ 108 Abs. 3 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__108.html)). Für das dritte Quartal 2026 ist das Montag, der 26. Oktober 2026, weil der 25. ein Sonntag ist. Das [Bundeszentralamt für Steuern](https://www.bzst.de/DE/Unternehmen/Umsatzsteuer/ZusammenfassendeMeldung/zusammenfassendemeldung_node.html) gleicht die Angaben der Zusammenfassenden Meldung mit der Voranmeldung ab. Kennzahl 21 und die Summe der Zusammenfassenden Meldung sollten deshalb übereinstimmen. Voranmeldungen erstellt und übermittelt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. ### Modellrechnung: Voranmeldung einer Agentur-GmbH mit Reverse Charge Die Modellrechnung zeigt eine fiktive Agentur-GmbH mit Sitz in Berlin, vierteljährlicher Voranmeldung und vollem Vorsteuerabzug im ersten Quartal 2026. Sie hat Kunden in Deutschland, Österreich und den USA und bezieht Leistungen aus Irland, Polen und den USA. Das Ergebnis: Reverse Charge ändert die Zahllast nicht. | Posten | Kennzahl | Bemessungsgrundlage | Steuer | | --- | --- | --- | --- | | Leistungen an Kunden in Deutschland | 81 | 40.000 € | 7.600 € | | Kampagnenbetreuung für ein Unternehmen in Österreich | 21 | 10.000 € | – | | Beratung für ein Unternehmen in den USA | 45 | 5.000 € | – | | Werbeplattform mit Sitz in Irland (3.000 €) und Freelancerin in Polen (2.000 €) | 46/47 | 5.000 € | 950 € | | Software-Abo eines Anbieters mit Sitz in den USA | 84/85 | 500 € | 95 € | | Vorsteuer aus Rechnungen deutscher Anbieter | 66 | | −1.500 € | | Vorsteuer aus Leistungen nach § 13b UStG (950 € + 95 €) | 67 | | −1.045 € | | Zahllast (Vorauszahlung) | 83 | | 6.100 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Alle Beträge netto und fiktiv, Kennzahlen nach dem Vordruck USt 1 A 2026, Steuersatz 19 %. Die 1.045 € aus Reverse Charge stehen einmal als Steuer und einmal als Vorsteuer in der Anmeldung. Ohne diese Leistungen ergäbe sich dieselbe Zahllast: 7.600 € minus 1.500 € gleich 6.100 €. Die 10.000 € aus Österreich erscheinen zusätzlich in der Zusammenfassenden Meldung für das erste Quartal. Für sie endete die Frist am 27. April 2026, weil der 25. April ein Samstag war. ### Gilt Reverse Charge für Kleinunternehmer? Ja, auf der Empfängerseite gilt Reverse Charge auch für Kleinunternehmer. Seit 2025 sind ihre Umsätze steuerfrei. Voraussetzung: Der Gesamtumsatz lag im Vorjahr bei höchstens 25.000 € und liegt im laufenden Jahr bei höchstens 100.000 € ([§ 19 Abs. 1 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html)). Für Leistungen ausländischer Unternehmen schulden sie die Steuer trotzdem. - **Voranmeldung:** Sie geben Voranmeldungen für die Zeiträume ab, in denen sie Steuer nach § 13b UStG schulden (§ 18 Abs. 4a UStG). - **Kein Vorsteuerabzug:** Weil ihre eigenen Umsätze steuerfrei sind, dürfen sie die Steuer nicht abziehen (§ 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG). In der Modellrechnung wären das 1.045 € echte Kosten. - **Keine Zusammenfassende Meldung:** Die Pflicht nach § 18a UStG gilt nicht für Unternehmer, die § 19 Abs. 1 UStG anwenden (§ 18a Abs. 4 UStG). ### Was gilt für SaaS und Leistungen an Privatkunden? Verkauft eine GmbH Software als Dienst an Unternehmen, gelten dieselben Regeln wie für eine Agentur: Leistungsort beim Kunden, Reverse Charge im EU-Ausland, Zusammenfassende Meldung. Anders ist es bei Privatkunden. Elektronische Leistungen an Privatpersonen im EU-Ausland werden über einer Schwelle von 10.000 € dort besteuert, wo der Kunde wohnt (§ 3a Abs. 5 UStG). Die Schwelle gilt für alle Mitgliedstaaten zusammen, gemessen am Vorjahr und am laufenden Jahr. Darüber schuldet die GmbH die Umsatzsteuer des Kundenstaats. Statt sich in jedem Staat zu registrieren, kann sie diese Umsätze über den [One-Stop-Shop](https://www.bzst.de/DE/Unternehmen/Umsatzsteuer/One-Stop-Shop_EU/one_stop_shop_eu_node.html) beim Bundeszentralamt für Steuern melden (§ 18j UStG). Beratung und Gestaltung für Privatpersonen im EU-Ausland bleiben dagegen in Deutschland steuerpflichtig (§ 3a Abs. 1 UStG). ### Welche Nachteile hat das Reverse-Charge-Verfahren? Das Reverse-Charge-Verfahren kostet bei vollem Vorsteuerabzug kein Geld, aber Aufwand. Jede Rechnung ohne Umsatzsteuer muss erkannt, zugeordnet und im richtigen Zeitraum gemeldet werden. Aus dem Gesetz ergeben sich einige Stolperstellen, die sich mit sauberen Stammdaten und Belegen vermeiden lassen. - **USt-IdNr. nicht verwendet:** Ohne USt-IdNr. darf ein Anbieter aus dem EU-Ausland von einer Privatperson ausgehen und seine eigene Umsatzsteuer berechnen. Die ist in Deutschland nicht als Vorsteuer abziehbar. - **Rechnungen ohne Steuer übersehen:** Fehlen Leistungen nach § 13b UStG in der Voranmeldung, ist sie unvollständig, auch wenn sich Steuer und Vorsteuer ausgleichen. - **Falscher Zeitraum:** Leistungen aus dem Drittland gehören in den Zeitraum der Rechnung, spätestens des Folgemonats; Leistungen aus der EU in den Zeitraum der Leistung. - **Deutsche Umsatzsteuer an EU-Kunden:** Die Agentur weist auf einer Rechnung an ein Unternehmen im EU-Ausland deutsche Umsatzsteuer aus. Dann schuldet sie diesen Betrag, bis sie die Rechnung berichtigt ([§ 14c Abs. 1 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14c.html)). - **Zusammenfassende Meldung vergessen:** Kennzahl 21 in der Voranmeldung ohne passende Zusammenfassende Meldung fällt beim Abgleich auf. ### Welche Unterlagen braucht die Steuerkanzlei für Reverse Charge? Ob eine Leistung unter Reverse Charge fällt, beurteilt die Kanzlei anhand der Rechnung. Sie braucht dafür vollständige Belege mit Sitz und USt-IdNr. des Anbieters, Leistungszeitraum und Nettobetrag. Für Ausgangsrechnungen braucht sie die USt-IdNr. der Kunden im EU-Ausland. Im Onboarding operativer GmbHs auf der Fideus-Plattform ist der häufigste Fehler, dass nicht alle Belege korrekt erfasst sind. Die Fideus-Plattform bereitet Belege und Bankdaten auf. Bankkonten werden verknüpft, Transaktionen automatisch abgerufen. Fideus stellt eine eigene E-Mail-Adresse bereit, die du bei Werbekonten, Software-Abos und anderen Tools als Rechnungsadresse hinterlegen kannst. So landen auch Rechnungen von Anbietern aus dem Ausland ohne Umweg auf der Plattform. Die Plattform ordnet Beleg und Zahlung mit eigener KI-Technologie zu und schlägt ein Buchungskonto vor. Die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, prüft den Vorschlag, kontiert und bucht in eigener Verantwortung. Sie erstellt und übermittelt auch die Umsatzsteuervoranmeldungen in eigener Verantwortung. Die mandatierte Kanzlei hat über 50 Mitarbeitende, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater. ### Fazit Für eine Agentur-GmbH ist das Reverse-Charge-Verfahren Alltag, sobald Werbeplattformen, Freelancer oder Software-Anbieter aus dem Ausland abrechnen oder Kunden im EU-Ausland dazukommen. Die Steuer gleicht sich bei vollem Vorsteuerabzug aus. Entscheidend sind die richtigen Angaben auf der Rechnung, der richtige Zeitraum und die Zusammenfassende Meldung. - **Eingang:** Rechnungen ohne Umsatzsteuer aus EU und Drittland in der Voranmeldung erklären; die USt-IdNr. bei Anbietern aus dem EU-Ausland hinterlegen. - **Ausgang:** Rechnungen an Unternehmen im EU-Ausland ohne Umsatzsteuer, mit Hinweis und beiden USt-IdNr., bis zum 15. des Folgemonats. - **Meldung:** Zusammenfassende Meldung bis zum 25. Tag nach Quartalsende. Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination. Im Paket „Operatives Unternehmen“ bucht die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. Sie erstellt Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung; Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf. Für eine Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz, vierteljährlicher Voranmeldung, 100.000 € Bilanzsumme und rund 500 Banktransaktionen kostet das Paket ab 3.500 € pro Jahr netto; es beginnt bei 2.000 € pro Jahr netto. Beide Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. Wie das Paket für Agenturen aussieht, zeigt die Seite [Fideus für Agenturen](https://www.fideus.de/branchen/agenturen), für IT-Dienstleister die Seite [Fideus für digitale Dienstleister](https://www.fideus.de/branchen/digitale-dienstleister); alle Pakete stehen unter [Preise](https://www.fideus.de/preise). Welche Steuern die GmbH außer der Umsatzsteuer zahlt, erklärt der Artikel [Steuern einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-steuern). Welche Erklärungen am Jahresende folgen, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). ### Quellen - [§ 13b UStG – Leistungsempfänger als Steuerschuldner](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__13b.html) - [§ 3a UStG – Ort der sonstigen Leistung](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__3a.html) - [§ 14 UStG – Ausstellung von Rechnungen](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14.html) - [§ 14a UStG – Zusätzliche Pflichten bei der Ausstellung von Rechnungen in besonderen Fällen](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14a.html) - [§ 14c UStG – Unrichtiger oder unberechtigter Steuerausweis](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__14c.html) - [§ 15 UStG – Vorsteuerabzug](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__15.html) - [§ 18 UStG – Besteuerungsverfahren](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html) - [§ 18a UStG – Zusammenfassende Meldung](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18a.html) - [§ 18e UStG – Bestätigungsverfahren](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18e.html) - [§ 18j UStG – Besonderes Besteuerungsverfahren (One-Stop-Shop)](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18j.html) - [§ 19 UStG – Besteuerung der Kleinunternehmer](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__19.html) - [§ 22 UStG – Aufzeichnungspflichten](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__22.html) - [§ 27a UStG – Umsatzsteuer-Identifikationsnummer](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__27a.html) - [§ 108 AO – Fristen und Termine](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__108.html) - [Bundesfinanzministerium – Vordruckmuster Umsatzsteuervoranmeldung 2026 (BMF-Schreiben vom 29. Dezember 2025)](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/2025-12-29-vordruckmuster-USt-voranmeldung-2026.html) - [Bundesfinanzministerium – Umsatzsteuer-Anwendungserlass, Abschnitt 3a.2 (Stand 2. Juni 2026)](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/Umsatzsteuer-Anwendungserlass/Umsatzsteuer-Anwendungserlass-aktuell.pdf?__blob=publicationFile) - [Bundeszentralamt für Steuern – Zusammenfassende Meldung](https://www.bzst.de/DE/Unternehmen/Umsatzsteuer/ZusammenfassendeMeldung/zusammenfassendemeldung_node.html) - [Bundeszentralamt für Steuern – One-Stop-Shop EU](https://www.bzst.de/DE/Unternehmen/Umsatzsteuer/One-Stop-Shop_EU/one_stop_shop_eu_node.html) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Wer zahlt die Umsatzsteuer beim Reverse-Charge-Verfahren? Der Leistungsempfänger, wenn er Unternehmer oder eine juristische Person ist (§ 13b Abs. 5 UStG). Er meldet die Steuer in seiner Umsatzsteuervoranmeldung an und zieht sie bei vollem Vorsteuerabzug im selben Zeitraum wieder ab. Das leistende Unternehmen rechnet ohne Umsatzsteuer ab. Eine deutsche Agentur vermerkt auf Rechnungen an Unternehmen im EU-Ausland „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ (§ 14a Abs. 1 UStG). #### Gilt das Reverse-Charge-Verfahren auch für Rechnungen aus dem Drittland? Ja. Leistungen eines Unternehmens mit Sitz außerhalb der EU fallen unter § 13b Abs. 2 Nr. 1 UStG, wenn der Leistungsort in Deutschland liegt. Ein Beispiel ist ein Software-Abo aus den USA. Die Steuer entsteht mit Ausstellung der Rechnung, spätestens mit Ablauf des Monats nach der Leistung. In der Voranmeldung 2026 gehört sie in die Kennzahlen 84 und 85. #### Braucht eine GmbH für Reverse Charge eine USt-IdNr.? Reverse Charge hängt nicht an der Nummer, sondern daran, dass die GmbH die Leistung als Unternehmen bezieht. Gegenüber Anbietern aus dem EU-Ausland muss sie ihre USt-IdNr. aber verwenden (Abschnitt 3a.2 Abs. 9 UStAE); sonst darf der Anbieter grundsätzlich von einer Privatperson ausgehen. Auf Rechnungen an Kunden im EU-Ausland stehen die USt-IdNr. beider Seiten (§ 14a Abs. 1 UStG). #### Gilt Reverse Charge für Kleinunternehmer? Ja, auf der Empfängerseite. Auch eine Kleinunternehmerin nach § 19 UStG schuldet die Steuer für Leistungen ausländischer Unternehmen und gibt dafür Voranmeldungen ab (§ 18 Abs. 4a UStG). Weil ihre eigenen Umsätze steuerfrei sind, darf sie diese Steuer nicht als Vorsteuer abziehen. Sie wird zu echten Kosten. #### Muss eine Reverse-Charge-Rechnung eine E-Rechnung sein? Nein. Die Pflicht zur E-Rechnung gilt nur, wenn leistendes Unternehmen und Leistungsempfänger beide im Inland ansässig sind (§ 14 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 UStG). Rechnungen an Kunden im Ausland und Rechnungen ausländischer Anbieter fallen nicht darunter. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Ersten Mitarbeiter einstellen: Checkliste und Meldefristen für die GmbH (2026) URL: https://www.fideus.de/wissen/ersten-mitarbeiter-einstellen Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 13 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 ### Kurz zusammengefasst - Vor dem ersten Arbeitstag sollten die Anmeldung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft und eine Betriebsnummer der Bundesagentur für Arbeit vorliegen. - Die Anmeldung zur Sozialversicherung erfolgt mit der ersten Lohnabrechnung, spätestens nach sechs Wochen. Eine Sofortmeldung verlangen nur elf Branchen; Agenturen, Software und Beratung gehören in der Regel nicht dazu. - Die Beiträge sind am drittletzten Bankarbeitstag des Arbeitsmonats fällig. Die erste Abrechnung muss deshalb vor Monatsende stehen. - Die Lohnsteuer meldet die GmbH bis zum 10. nach Ablauf des Anmeldungszeitraums an. Im Gründungsjahr zählt die Lohnsteuer des ersten vollen Monats, hochgerechnet auf zwölf Monate. - Auch das Gehalt der Gesellschafter-Geschäftsführerin ist in der Regel Arbeitslohn mit Lohnsteuer, unabhängig davon, ob sie sozialversicherungspflichtig ist. Wenn eine **GmbH den ersten Mitarbeiter einstellt**, sollten vor dem ersten Arbeitstag die Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft und eine Betriebsnummer der Bundesagentur für Arbeit vorliegen. Am ersten Arbeitstag muss die Mitarbeiterin Name, Entgelt und Arbeitszeit schriftlich erhalten. Die Anmeldung zur Sozialversicherung folgt mit der ersten Lohnabrechnung, spätestens nach sechs Wochen. Die Lohnsteuer meldet die GmbH bis zum 10. nach Ablauf des Anmeldungszeitraums an. Der Mindestlohn beträgt 2026 13,90 € pro Stunde. ### Mitarbeiter einstellen: Was gehört auf die Checkliste der GmbH? Eine GmbH, die zum ersten Mal Lohn zahlt, erledigt acht Schritte. Sie meldet sich bei der Berufsgenossenschaft an, beantragt eine Betriebsnummer und hält die Vertragsbedingungen schriftlich fest. Danach ruft sie die Lohnsteuerabzugsmerkmale ab, rechnet ab, meldet die Mitarbeiterin zur Sozialversicherung an, zahlt die Beiträge und meldet die Lohnsteuer an. Für eine UG (haftungsbeschränkt) gilt dasselbe. Die Checkliste folgt der Reihenfolge, in der die Schritte anfallen. Wie sich UG und GmbH sonst unterscheiden, erklärt der Artikel [Unterschiede zwischen UG und GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh). 1. **Berufsgenossenschaft:** Das Unternehmen muss binnen einer Woche nach seinem Beginn beim Unfallversicherungsträger angemeldet sein. Eine Gewerbeanmeldung in dieser Woche erfüllt die Pflicht ebenfalls (§ 192 Abs. 1 SGB VII). Welche Berufsgenossenschaft zuständig ist, richtet sich nach der Branche. 2. **Betriebsnummer beantragen:** Die Bundesagentur für Arbeit vergibt sie auf elektronischen Antrag, der auch die Unternehmernummer der Unfallversicherung enthält. Ohne sie ist keine Meldung zur Sozialversicherung möglich ([§ 18i SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__18i.html)). 3. **Vertragsbedingungen schriftlich:** Name, Entgelt und Arbeitszeit am ersten Arbeitstag, der Rest gestaffelt bis zu einem Monat nach Beginn (§ 2 NachwG). 4. **Daten der Mitarbeiterin einholen:** steuerliche Identifikationsnummer, Geburtsdatum, Sozialversicherungsnummer und Krankenkasse. 5. **Lohnsteuerabzugsmerkmale abrufen:** Steuerklasse und Freibeträge ruft die GmbH bei Beginn der Beschäftigung elektronisch beim Bundeszentralamt für Steuern ab (§ 39e Abs. 4 EStG). 6. **Erste Lohnabrechnung:** Sie muss vor dem Monatsende stehen, weil die Beiträge am drittletzten Bankarbeitstag fällig sind. 7. **Anmeldung zur Sozialversicherung:** mit der ersten Abrechnung an die Krankenkasse der Mitarbeiterin, bei Minijobs an die Minijob-Zentrale. 8. **Lohnsteuer anmelden:** elektronisch beim Finanzamt, bis zum 10. Tag nach Ablauf des Anmeldungszeitraums (§ 41a EStG). ### Welche Unterlagen braucht man bei der Einstellung? Für die erste Lohnabrechnung braucht die GmbH Angaben von der Mitarbeiterin und eigene Nummern. Von der Mitarbeiterin sind das Steuer-Identifikationsnummer, Geburtsdatum, Sozialversicherungsnummer und die gewählte Krankenkasse. Die GmbH selbst braucht eine Betriebsnummer, die Unternehmernummer der Unfallversicherung und einen Zugang für den elektronischen Abruf der Lohnsteuermerkmale. - **Steuer-ID und Geburtsdatum:** Beides muss die Mitarbeiterin mitteilen, dazu ob es ihr Haupt- oder ein weiteres Dienstverhältnis ist (§ 39e Abs. 4 Satz 1 EStG). - **Krankenkasse:** Sie ist die Einzugsstelle für die Beiträge. Bei geringfügiger Beschäftigung ist es die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See als Minijob-Zentrale ([§ 28i SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__28i.html)). - **Weitere Beschäftigungen:** Bei einem Minijob zählt, ob die Mitarbeiterin noch andere Jobs hat. Mehrere Minijobs werden zusammengerechnet (§ 8 Abs. 2 SGB IV). - **Nachweis der Vertragsbedingungen:** Seit 2025 genügt die Textform, wenn das Dokument gespeichert und gedruckt werden kann und die GmbH einen Empfangsnachweis anfordert (§ 2 Abs. 1 Satz 2 NachwG). Den Arbeitsvertrag selbst gestalten Fachanwältinnen und Fachanwälte für Arbeitsrecht. Dieser Artikel nennt nur die gesetzlichen Pflichtangaben. ### Welche Meldefristen gelten für die GmbH? Die früheste Frist gilt für die Unfallversicherung: Die eine Woche läuft ab Beginn des Unternehmens, nicht ab der ersten Einstellung. Die Anmeldung zur Sozialversicherung hat bis zu sechs Wochen Zeit, geht aber in der Regel mit der ersten Abrechnung raus. Die Beiträge sind schon am drittletzten Bankarbeitstag des Arbeitsmonats fällig. Die Lohnsteuer folgt am 10. des Folgemonats oder nach dem Quartal. | Pflicht | Frist | Stelle | Grundlage | | --- | --- | --- | --- | | Unternehmen bei der Unfallversicherung anmelden | binnen einer Woche nach Beginn des Unternehmens | zuständige Berufsgenossenschaft | [§ 192 Abs. 1 SGB VII](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__192.html) | | Betriebsnummer beantragen | vor der ersten Meldung zur Sozialversicherung | Bundesagentur für Arbeit | [§ 18i SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__18i.html) | | Sofortmeldung (nur elf Branchen) | spätestens bei Arbeitsaufnahme | Datenstelle der Rentenversicherung | [§ 28a Abs. 4 SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__28a.html) | | Name, Entgelt und Arbeitszeit schriftlich aushändigen | am ersten Arbeitstag | Mitarbeiterin | [§ 2 Abs. 1 NachwG](https://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/__2.html) | | Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM) abrufen | bei Beginn des Dienstverhältnisses | Bundeszentralamt für Steuern | [§ 39e Abs. 4 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__39e.html) | | Beginn, Tätigkeit, Arbeitsort, Probezeit schriftlich aushändigen | spätestens am siebten Kalendertag | Mitarbeiterin | [§ 2 Abs. 1 NachwG](https://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/__2.html) | | Beitragsnachweis übermitteln | zwei Arbeitstage vor Fälligkeit der Beiträge | Krankenkasse bzw. Minijob-Zentrale | [§ 28f Abs. 3 SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__28f.html) | | Sozialversicherungsbeiträge zahlen | drittletzter Bankarbeitstag des Arbeitsmonats | Krankenkasse bzw. Minijob-Zentrale | [§ 23 Abs. 1 SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__23.html) | | Anmeldung zur Sozialversicherung | mit der ersten Lohnabrechnung, spätestens nach sechs Wochen | Krankenkasse bzw. Minijob-Zentrale | [§ 28a SGB IV, § 6 DEÜV](https://www.gesetze-im-internet.de/de_v/__6.html) | | Urlaub, Kündigungsfristen und übrige Bedingungen aushändigen | spätestens einen Monat nach Beginn | Mitarbeiterin | [§ 2 Abs. 1 NachwG](https://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/__2.html) | | Lohnsteuer anmelden und zahlen | 10. Tag nach Ablauf des Anmeldungszeitraums | Betriebsstättenfinanzamt | [§ 41a Abs. 1 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__41a.html) | Stand 2026. Die Fristen des Nachweisgesetzes stehen in § 2 Abs. 1 Satz 9 NachwG. #### Wann ist eine Sofortmeldung nötig? Eine Sofortmeldung am ersten Arbeitstag verlangt das Gesetz nur in elf Wirtschaftsbereichen (§ 28a Abs. 4 SGB IV). Dazu gehören unter anderem Bau, Gastronomie und Beherbergung, Personenbeförderung, Spedition und Logistik, Gebäudereinigung, Wach- und Sicherheitsgewerbe sowie Friseur- und Kosmetikgewerbe. Agenturen, Softwarefirmen und Beratungen sind nicht darunter, solange sie nicht etwa am Auf- und Abbau von Messen mitwirken. Für sie gilt nur die reguläre Anmeldung. ### Wie sieht der Ablauf bis zur ersten Lohnabrechnung aus? Vom ersten Arbeitstag bis zur ersten Lohnsteuer-Anmeldung vergehen im Beispiel rund sechs Wochen. Die Zeitleiste zeigt ein fiktives Beispiel: Die Mitarbeiterin beginnt am 1. eines Monats, die GmbH meldet die Lohnsteuer monatlich an. Entscheidend ist der Monatsletzte, denn die Beiträge werden noch im Arbeitsmonat fällig. 1. **Vor dem ersten Arbeitstag:** Die Berufsgenossenschaft kennt das Unternehmen, die Betriebsnummer liegt vor. Ist die Anmeldung bei der Gründung unterblieben, gehört sie jetzt auf die Liste. 2. **Erster Arbeitstag:** Name, Entgelt und Arbeitszeit liegen schriftlich vor. Die GmbH ruft die Lohnsteuerabzugsmerkmale ab. 3. **Siebter Kalendertag:** Beginn, Tätigkeit, Arbeitsort und Probezeit liegen schriftlich vor. 4. **Rund eine Woche vor Monatsende:** Die erste Abrechnung steht. Zwei Arbeitstage vor Fälligkeit geht der Beitragsnachweis an die Krankenkasse, mit der Abrechnung die Anmeldung zur Sozialversicherung. 5. **Drittletzter Bankarbeitstag:** Die Sozialversicherungsbeiträge müssen bei der Krankenkasse sein ([§ 23 Abs. 1 SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__23.html)). 6. **Einen Monat nach Beginn:** Urlaub, Kündigungsfristen und die übrigen Bedingungen liegen schriftlich vor. 7. **10. des Folgemonats:** Lohnsteuer-Anmeldung und Zahlung an das Betriebsstättenfinanzamt. Die sechs Wochen für die Anmeldung sind eine Obergrenze, keine Wartezeit. Der Wortlaut: > „Der Beginn einer versicherungspflichtigen Beschäftigung ist mit der ersten folgenden Lohn- und Gehaltsabrechnung, spätestens innerhalb von sechs Wochen nach ihrem Beginn, zu melden.“ – [§ 6 DEÜV](https://www.gesetze-im-internet.de/de_v/__6.html) ### Wann muss die GmbH die Lohnsteuer anmelden? Die GmbH meldet die Lohnsteuer bis zum 10. Tag nach Ablauf des Anmeldungszeitraums elektronisch an und zahlt sie zum selben Termin. Der Zeitraum ist grundsätzlich der Kalendermonat. Lag die Lohnsteuer im Vorjahr über 1.080 € und höchstens bei 5.000 €, gilt das Quartal. Bis 1.080 € gilt das Kalenderjahr ([§ 41a EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__41a.html)). Im Gründungsjahr gibt es kein Vorjahr. Hat die Betriebsstätte im Vorjahr noch nicht bestanden, zählt die Lohnsteuer des ersten vollen Kalendermonats nach ihrer Eröffnung, auf ein Jahr hochgerechnet (§ 41a Abs. 2 Satz 4 EStG). Umgerechnet heißt das: Über rund 416,67 € Lohnsteuer im Monat meldet die GmbH monatlich, über 90 € quartalsweise, darunter jährlich. Welcher Zeitraum im Einzelfall gilt, prüft die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. | Lohnsteuer im ersten vollen Monat | Hochgerechnet auf 12 Monate | Anmeldungszeitraum | | --- | --- | --- | | 80 € | 960 € | Kalenderjahr | | 300 € | 3.600 € | Kalendervierteljahr | | 450 € | 5.400 € | Kalendermonat | Fiktive Beträge. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Im zweiten Jahr zählt die tatsächliche Lohnsteuer des Gründungsjahres, auf ein volles Jahr umgerechnet (§ 41a Abs. 2 Satz 3 EStG). Das Lohnkonto jeder Mitarbeiterin bewahrt die GmbH bis zum Ende des sechsten Kalenderjahres nach der letzten Eintragung auf (§ 41 Abs. 1 Satz 9 EStG). Die Entgeltunterlagen für die Sozialversicherung bewahrt sie bis zum Ablauf des Kalenderjahres nach der letzten Prüfung auf (§ 28f Abs. 1 SGB IV). ### Minijob, Midijob oder Vollzeit: Was ändert sich? Die Art der Beschäftigung entscheidet über Einzugsstelle und Beiträge. Ein Minijob liegt 2026 bis 603 € im Monat vor. Die Grenze folgt aus dem Mindestlohn von 13,90 € mal 130 geteilt durch 3, aufgerundet ([§ 8 Abs. 1a SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__8.html)). Zwischen 603,01 € und 2.000 € liegt der Übergangsbereich (§ 20 Abs. 2 SGB IV). - **Minijob:** Einzugsstelle ist die Minijob-Zentrale. Wer regelmäßig mehr als 603 € im Monat verdient, ist versicherungspflichtig beschäftigt. - **Kurzfristige Beschäftigung:** höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr, im Voraus begrenzt (§ 8 Abs. 1 Nr. 2 SGB IV). - **Mindestlohn:** 13,90 € ab 1. Januar 2026 und 14,60 € ab 1. Januar 2027 ([§ 1 MiLoV5](https://www.gesetze-im-internet.de/milov5/__1.html)). Die Minijob-Grenze 2027 liegt nach der Formel rechnerisch bei 633 €; maßgeblich ist die amtliche Bekanntmachung. #### Welche Umlagen zahlt die GmbH? Neben den Beiträgen zahlt die GmbH drei Umlagen allein. Die U1 gilt nur für Arbeitgeber mit höchstens 30 Beschäftigten und erstattet 80 % der Entgeltfortzahlung bei Krankheit (§ 1 Abs. 1 AAG). Die Satzung der Krankenkasse kann andere Sätze ab 40 % vorsehen (§ 9 AAG). Die U2 zahlen alle Arbeitgeber, sie erstattet die Kosten bei Mutterschaft voll. Die Insolvenzgeldumlage U3 beträgt 2026 0,15 % (§ 360 SGB III). ### Was gilt für das Gehalt der Gesellschafter-Geschäftsführerin? Oft ist das eigene Gehalt die erste Lohnabrechnung einer GmbH. Für die GmbH ist es in der Regel Arbeitslohn: Sie behält Lohnsteuer ein und meldet sie an, wie bei jeder Angestellten. Ob zusätzlich Sozialversicherungspflicht besteht, hängt bei Gesellschafter-Geschäftsführerinnen von Beteiligung und Stimmrechten ab. Eine Geschäftsführerin ohne Anteile ist nach dem Bundessozialgericht stets beschäftigt. Mit Anteilen gilt nach demselben Urteil ein klarer Maßstab. Selbstständig ist eine Gesellschafter-Geschäftsführerin nur, wenn sie mindestens 50 % des Stammkapitals hält. Alternativ braucht sie eine echte Sperrminorität für die gesamte Unternehmenstätigkeit ([BSG, Urteil vom 14.3.2018, B 12 KR 13/17 R](https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2018/2018_03_14_B_12_KR_13_17_R.html)). Wird eine geschäftsführende Gesellschafterin einer GmbH zur Sozialversicherung angemeldet, beantragt die Krankenkasse eine Statusfeststellung bei der Deutschen Rentenversicherung Bund ([§ 7a Abs. 1 Satz 2 SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__7a.html)). Der Status ist eine Einzelfallfrage. Die Einordnung klärt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, im Zweifel über ein Statusfeststellungsverfahren. [Ob die Höhe des Gehalts angemessen ist](https://www.fideus.de/wissen/geschaeftsfuehrergehalt-angemessen), prüft das Finanzamt ebenfalls. Ein zu hohes oder nicht klar vereinbartes Gehalt kann als [verdeckte Gewinnausschüttung](https://www.fideus.de/wissen/verdeckte-gewinnausschuettung) gelten (§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG). Wie sich ein Geschäftsführergehalt auf die Steuern der GmbH auswirkt, erklärt der Artikel [Steuern einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-steuern). ### Welche Stolperstellen gibt es bei der ersten Lohnabrechnung? Aus den Fristen und Regeln oben ergeben sich einige Stolperstellen, die bei der ersten Einstellung leicht übersehen werden. Die meisten betreffen die Reihenfolge der Schritte oder die Annahme, eine Pflicht gelte erst später oder gar nicht. Jede lässt sich mit der Checkliste oben vermeiden. - **Gehalt ohne Lohnsteuer-Anmeldung:** Das Gehalt der Geschäftsführerin wird einfach überwiesen. Die Lohnsteuer ist aber auch dann anzumelden, wenn keine Sozialversicherungspflicht besteht. - **Abrechnung zu spät:** Wer erst am Monatsende abrechnet, verpasst den drittletzten Bankarbeitstag und den Beitragsnachweis zwei Arbeitstage davor. - **Minijob mit festem Betrag:** 603 € reichen 2026 zum Mindestlohn für höchstens 43 Stunden im Monat. Mehr Stunden bei gleichem Betrag unterschreiten den Mindestlohn. - **Berufsgenossenschaft vergessen:** Die Frist läuft ab Beginn des Unternehmens, nicht ab der ersten Einstellung. Ohne rechtzeitige Gewerbeanmeldung ist eine eigene Meldung nötig. - **Freelancer statt Anstellung:** Wer nach Weisungen arbeitet und in die Arbeitsorganisation eingegliedert ist, spricht das für eine Beschäftigung ([§ 7 Abs. 1 SGB IV](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__7.html)). Klarheit schafft ein Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung Bund. ### Wer darf die Lohnabrechnung für die GmbH erstellen? Die GmbH kann ihre Lohnabrechnung selbst erstellen oder an eine Steuerkanzlei abgeben. Was eine Kanzlei dafür nach der Gebührenordnung berechnet, zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine GmbH](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-gmbh). Die laufende Lohnabrechnung und die Lohnsteuer-Anmeldung dürfen zudem Buchhalterinnen und Buchhalter übernehmen. Voraussetzung sind eine kaufmännische Abschlussprüfung oder gleichwertige Vorbildung und danach mindestens drei Jahre Praxis in der Buchhaltung mit mindestens 16 Wochenstunden ([§ 6 Abs. 1 Nr. 1 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__6.html)). Über die Fideus-Plattform erstellt ein spezialisierter Partner die monatliche Lohnabrechnung und die zugehörigen Meldungen, auch für das Gehalt der Geschäftsführung. Das Lohnmodul lässt sich jederzeit zum Paket „Operatives Unternehmen“ nachbuchen; der Aufpreis steht im neuen Angebot. [Buchhaltung](https://www.fideus.de/wissen/buchhaltung-gmbh), Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Wie Jahresabschluss und Steuererklärung zusammenhängen, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). ### Fazit Die erste Einstellung ist für eine GmbH vor allem eine Frage der Reihenfolge. Betriebsnummer und Berufsgenossenschaft kommen vor dem ersten Arbeitstag, die schriftlichen Vertragsbedingungen am ersten Tag. Die erste Abrechnung muss vor dem Monatsende stehen, weil die Beiträge am drittletzten Bankarbeitstag fällig sind. Die Lohnsteuer folgt am 10. nach dem Anmeldungszeitraum. Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination. Im Paket „Operatives Unternehmen“ lädst du nur Belege hoch; die mandatierte Steuerkanzlei bucht und erstellt Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung. Das Paket beginnt bei 2.000 € pro Jahr netto, als Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Der Aufpreis für das Lohnmodul und alle weiteren Kosten stehen im Angebot. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. - Sofortmeldungen betreffen Agenturen und Softwarefirmen in der Regel nicht. - Im Gründungsjahr bestimmt der erste volle Monat den Lohnsteuer-Anmeldungszeitraum. - Auch das Gehalt der Gesellschafter-Geschäftsführerin braucht in der Regel eine Lohnabrechnung. Wie das Paket für Agenturen abläuft, zeigt die Seite [Fideus für Agenturen](https://www.fideus.de/branchen/agenturen); alle Pakete stehen unter [Preise](https://www.fideus.de/preise). ### Quellen - [§ 18i SGB IV – Betriebsnummer für Beschäftigungsbetriebe](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__18i.html) - [§ 28a SGB IV – Meldepflicht](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__28a.html) - [§ 6 DEÜV – Anmeldung](https://www.gesetze-im-internet.de/de_v/__6.html) - [§ 23 SGB IV – Fälligkeit](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__23.html) - [§ 28f SGB IV – Aufzeichnungspflicht, Nachweise der Beitragsabrechnung](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__28f.html) - [§ 28i SGB IV – Zuständige Einzugsstelle](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__28i.html) - [§ 7 SGB IV – Beschäftigung](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__7.html) - [§ 7a SGB IV – Feststellung des Erwerbsstatus](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__7a.html) - [§ 8 SGB IV – Geringfügige Beschäftigung](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__8.html) - [§ 20 SGB IV – Aufbringung der Mittel, Übergangsbereich](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_4/__20.html) - [§ 192 SGB VII – Mitteilungs- und Auskunftspflichten von Unternehmern](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_7/__192.html) - [§ 39e EStG – Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__39e.html) - [§ 41 EStG – Aufzeichnungspflichten beim Lohnsteuerabzug](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__41.html) - [§ 41a EStG – Anmeldung und Abführung der Lohnsteuer](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__41a.html) - [§ 2 NachwG – Nachweispflicht](https://www.gesetze-im-internet.de/nachwg/__2.html) - [§ 1 MiLoV5 – Höhe des Mindestlohns](https://www.gesetze-im-internet.de/milov5/__1.html) - [§ 1 AAG – Erstattungsanspruch](https://www.gesetze-im-internet.de/aufag/__1.html) - [§ 9 AAG – Satzung](https://www.gesetze-im-internet.de/aufag/__9.html) - [§ 360 SGB III – Umlagesatz](https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__360.html) - [§ 6 StBerG – Ausnahmen vom Verbot der unbefugten Hilfeleistung in Steuersachen](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__6.html) - [Bundessozialgericht, Urteil vom 14.3.2018, B 12 KR 13/17 R](https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2018/2018_03_14_B_12_KR_13_17_R.html) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Was muss ich beim Einstellen eines Mitarbeiters beachten? Vor dem ersten Arbeitstag sollten die Anmeldung bei der zuständigen Berufsgenossenschaft und eine Betriebsnummer der Bundesagentur für Arbeit vorliegen. Am ersten Arbeitstag muss die Mitarbeiterin Name, Entgelt und Arbeitszeit schriftlich erhalten. Danach folgen der Abruf der Lohnsteuerabzugsmerkmale, die Anmeldung zur Sozialversicherung mit der ersten Lohnabrechnung und die Lohnsteuer-Anmeldung beim Finanzamt. Seit 2026 gilt ein Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde. #### Welche Unterlagen braucht man bei der Einstellung? Von der Mitarbeiterin: steuerliche Identifikationsnummer und Geburtsdatum, Sozialversicherungsnummer und die gewählte Krankenkasse, bei einem Minijob die Angabe zu weiteren Beschäftigungen. Auf Seiten der GmbH: Betriebsnummer, Unternehmernummer der Unfallversicherung, einen Zugang für den elektronischen Abruf der Lohnsteuerabzugsmerkmale und den schriftlichen Nachweis der Vertragsbedingungen. #### Bis wann muss ich einen neuen Mitarbeiter anmelden? Die Anmeldung zur Sozialversicherung erfolgt mit der ersten Lohnabrechnung, spätestens innerhalb von sechs Wochen nach Beschäftigungsbeginn (§ 6 DEÜV). Nur in elf Branchen, etwa Bau, Gastronomie und Gebäudereinigung, ist zusätzlich eine Sofortmeldung am ersten Arbeitstag nötig (§ 28a Abs. 4 SGB IV). Agenturen, Softwarefirmen und Beratungen gehören in der Regel nicht dazu. #### Braucht die GmbH eine Lohnabrechnung, wenn nur die Geschäftsführerin ein Gehalt bekommt? Ja. Das Gehalt der Geschäftsführerin ist in der Regel Arbeitslohn, die GmbH behält davon Lohnsteuer ein und meldet sie beim Finanzamt an (§ 41a EStG). Das gilt auch, wenn die Gesellschafter-Geschäftsführerin nicht sozialversicherungspflichtig ist. Ob Versicherungspflicht besteht, hängt unter anderem von Beteiligung und Stimmrechten ab. Die Einordnung klärt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist; verbindlich entscheidet die Deutsche Rentenversicherung Bund im Statusfeststellungsverfahren. #### Wie hoch ist die Minijob-Grenze 2026? 603 € im Monat. Die Grenze folgt aus dem Mindestlohn von 13,90 € mal 130 geteilt durch 3, aufgerundet auf volle Euro (§ 8 Abs. 1a SGB IV). Mit dem Mindestlohn von 14,60 € ab 2027 ergibt die Formel rechnerisch 633 €; maßgeblich ist die amtliche Bekanntmachung. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Geschäftsführergehalt angemessen: Kriterien, OFD-Tabelle und Tantieme URL: https://www.fideus.de/wissen/geschaeftsfuehrergehalt-angemessen Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 15 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 ### Kurz zusammengefasst - Ein Geschäftsführergehalt ist angemessen, wenn eine fremde Geschäftsführerin für dieselbe Arbeit ebenso bezahlt würde. Maßstab sind Größe, Ertragslage und Vergleichsgehälter. - Die Grundsätze stehen in zwei BMF-Schreiben aus dem Jahr 2002. Beide gelten laut Positivliste vom März 2026 weiter. - Faustregel der Finanzverwaltung ist die Halbteilung. Die Bezüge gelten in der Regel als angemessen, wenn der GmbH danach ein Jahresüberschuss vor Ertragsteuern mindestens in Höhe der Bezüge bleibt. - Beherrschende Gesellschafter brauchen eine klare, im Voraus getroffene Vereinbarung, die auch so durchgeführt wird. - Der unangemessene Teil ist eine verdeckte Gewinnausschüttung. Bei einem Hebesatz von 400 % kostet er die GmbH 2026 rund 29,8 % Mehrsteuer. Ein **Geschäftsführergehalt ist angemessen**, wenn eine fremde Geschäftsführerin für dieselbe Arbeit in einer vergleichbaren GmbH ebenso bezahlt würde. Die Finanzverwaltung prüft dafür Art und Umfang der Tätigkeit, die Ertragsaussichten, das Verhältnis zum Gewinn und Vergleichsgehälter. In der Regel angemessen sind die Bezüge, wenn der GmbH danach ein Jahresüberschuss vor Ertragsteuern mindestens in Höhe der Bezüge bleibt. Der unangemessene Teil ist eine verdeckte Gewinnausschüttung und mindert das Einkommen der GmbH nicht. ### Wann ist ein Geschäftsführergehalt angemessen? Ein Geschäftsführergehalt ist angemessen, wenn es dem Fremdvergleich standhält: Ein ordentlicher und gewissenhafter Geschäftsleiter hätte dieselbe Vergütung auch einer fremden Person zugesagt. Das Bundesfinanzministerium nennt dafür vier Kriterien. Geprüft wird nicht das Festgehalt allein, sondern die Gesamtausstattung aus Gehalt, Tantieme, Sonderzahlungen, Pensionszusage und Sachbezügen. Die Kriterien stehen im BMF-Schreiben vom 14. Oktober 2002 (Tz. 10): > „Beurteilungskriterien für die Angemessenheit sind Art und Umfang der Tätigkeit, die künftigen Ertragsaussichten des Unternehmens, das Verhältnis des Geschäftsführergehaltes zum Gesamtgewinn und zur verbleibenden Eigenkapitalverzinsung sowie Art und Höhe der Vergütungen, die im selben Betrieb gezahlt werden oder in gleichartigen Betrieben an Geschäftsführer für entsprechende Leistungen gewährt werden“ – BMF-Schreiben vom 14. Oktober 2002, IV A 2 – S 2742 – 62/02 - **Art und Umfang der Tätigkeit:** Sie richten sich vor allem nach der Größe, gemessen an Umsatz und Beschäftigtenzahl. Wer auch für andere Unternehmen tätig ist, wird am Umfang gemessen, in dem sie für diese GmbH arbeitet (Tz. 11 und 12). - **Ertragsaussichten:** Die Ertragslage ist neben der Größe das entscheidende Kriterium (Tz. 14). - **Verhältnis zum Gewinn:** Zehren die Bezüge nahezu den ganzen Gewinn auf, ist das ein wesentliches Indiz für eine unangemessene Vergütung. Die Faustregel dazu ist die Halbteilung (Tz. 15 und 16). - **Vergleichsvergütungen:** Intern mit einer fremden Geschäftsführerin im selben Haus, extern mit Gehaltsstrukturuntersuchungen (Tz. 19 bis 21). Das Schreiben ist nicht veraltet. Es steht, wie das Tantieme-Schreiben vom 1. Februar 2002, in der [Positivliste des Bundesfinanzministeriums vom 20. März 2026](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Normenflut/2026-03-20-anwendung-von-bmf-schreiben.html) und ist damit weiter anzuwenden. Maßgeblich sind die Umstände im Zeitpunkt der Vereinbarung. Der Bundesfinanzhof lässt eine Bandbreite zu; unangemessen ist nur, was über deren oberem Rand liegt (BFH vom 27.2.2003, I R 46/01). Die Regeln gelten für GmbH und UG (haftungsbeschränkt) gleichermaßen; worin sich die beiden sonst unterscheiden, erklärt der Artikel [UG vs. GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh). ### Wie prüft das Finanzamt die Angemessenheit? Das Finanzamt prüft ein Geschäftsführergehalt in drei Stufen. Zuerst fragt es für jeden Bestandteil, ob er dem Grunde nach üblich ist. Dann prüft es die Höhe jedes einzelnen Bestandteils. Zuletzt vergleicht es die verbleibende Summe mit der Angemessenheitsgrenze. Was auf einer Stufe herausfällt, ist verdeckte Gewinnausschüttung (BMF-Schreiben vom 14.10.2002, Tz. 5 bis 7). | Stufe | Frage | Beispiele | Folge | | --- | --- | --- | --- | | 1. Dem Grunde nach | Würde eine fremde Geschäftsführerin diesen Bestandteil überhaupt erhalten? | Überstundenvergütung, Pensionszusage unter Verstoß gegen die Wartezeit, unbefristete Nur-Tantieme | der ganze Bestandteil ist verdeckte Gewinnausschüttung | | 2. Der Höhe nach | Ist der einzelne Bestandteil in seiner Höhe üblich? | Tantieme über 25 % der angemessenen Gesamtbezüge oder über 50 % des Jahresüberschusses | der übersteigende Teil ist verdeckte Gewinnausschüttung | | 3. In der Summe | Ist die verbleibende Gesamtvergütung angemessen? | Größe, Ertragslage, Fremdvergleich | der Teil über der Angemessenheitsgrenze ist verdeckte Gewinnausschüttung | Quelle: BMF-Schreiben vom 14.10.2002, Tz. 5 bis 8, und vom 1.2.2002. Das BMF rechnet selbst ein Beispiel vor. Eine GmbH zahlt ihrem Gesellschafter-Geschäftsführer 350.000 € Festgehalt und ab dem Folgejahr zusätzlich 250.000 € Tantieme, zusammen 600.000 €. Auf der zweiten Stufe erkennt das Finanzamt nur 25 % der Summe als Tantieme an, also 150.000 €. Die übrigen 100.000 € sind verdeckte Gewinnausschüttung. Liegt die angemessene Gesamtausstattung bei 600.000 €, bleibt es dabei. Liegt sie bei 400.000 €, kommen auf der dritten Stufe weitere 100.000 € hinzu, zusammen 200.000 €. - **Zuordnung des Überhangs:** Wurden die Bestandteile zu verschiedenen Zeitpunkten vereinbart, trifft der unangemessene Betrag in der Regel den zuletzt vereinbarten Bestandteil. Bei gleichzeitiger Vereinbarung wird er nach sachgerechten Kriterien verteilt, zum Beispiel anteilig (Tz. 8). - **Geringfügige Überschreitung:** Sie führt noch nicht zur verdeckten Gewinnausschüttung. Jedenfalls anzunehmen ist sie, wenn die Vergütung die Grenze um mehr als 20 % überschreitet (BFH vom 28.6.1989, I R 89/85). Eine Freigrenze ist damit laut BMF nicht verbunden (Tz. 23). ### Geschäftsführergehalt-Tabelle: Welche Orientierungswerte gibt es? Die bekannteste Geschäftsführergehalt-Tabelle stammt von der Oberfinanzdirektion Karlsruhe. Sie nennt Spannen je Branche und Unternehmensgröße und gilt ab 2024; für die Jahre ab 2025 gibt es laut OFD keine pauschale Erhöhung. Die Werte sind eine Orientierung der Finanzverwaltung in Baden-Württemberg, keine gesetzliche Obergrenze. Die Grenze im Einzelfall ermittelt das Finanzamt durch Schätzung. | Branchengruppe | Umsatz unter 2,5 Mio. €, unter 20 Mitarbeitende | 2,5–5 Mio. €, 20–50 | 5–25 Mio. €, 51–100 | 25–50 Mio. €, 101–500 | | --- | --- | --- | --- | --- | | Industrie / Produktion | 205.000–266.000 € | 258.000–343.000 € | 327.000–379.000 € | 407.000–644.000 € | | Großhandel | 234.000–289.000 € | 252.000–346.000 € | 289.000–375.000 € | 379.000–601.000 € | | Einzelhandel | 179.000–221.000 € | 191.000–256.000 € | 256.000–310.000 € | 309.000–586.000 € | | Freiberufler | 232.000–332.000 € | 337.000–398.000 € | 394.000–475.000 € | 407.000–699.000 € | | Sonstige Dienstleistung | 198.000–266.000 € | 274.000–336.000 € | 310.000–387.000 € | 353.000–671.000 € | | Handwerk | 148.000–211.000 € | 198.000–279.000 € | 268.000–346.000 € | 300.000–532.000 € | Quelle: [OFD Karlsruhe, Angemessenheit der Geschäftsführerbezüge von Gesellschafter-Geschäftsführern ab 2024](https://ofd-bw.fv-bwl.de/site/pbs-bw-fa2/get/documents_E-1587952785/mfw/OFD/Dokumente/FAQ%20-%20Steuern/Angemessenheitstabelle_Gf-Geh%c3%a4lter_ab_2024.pdf). Die Tabelle sagt nicht, ob sie Gesamtbezüge oder nur das Festgehalt meint. Nach dem BMF-Schreiben vom 14.10.2002 (Tz. 17) dienen solche Höchstwerte als Orientierungshilfe für die Obergrenze der Gesamtausstattung. Für die Einordnung zählen zwei Punkte. Erstens gibt es laut BMF keine betragsmäßigen Unter- oder Obergrenzen, die eine Prüfung ersetzen (Tz. 22). Zweitens rechtfertigen hohe Gewinne keine unbegrenzte Steigerung: Die Obergrenze hängt vor allem an der Unternehmensgröße (Tz. 17). Teilen sich mehrere Geschäftsführer die Verantwortung, ist vor allem bei kleineren Gesellschaften ein Abschlag gerechtfertigt (Tz. 13). Einen Prozentsatz nennt das BMF dafür nicht. #### Was verdient ein Geschäftsführer mit 20 Mitarbeitern? Marktgehälter gibt die OFD-Tabelle nicht wieder. Sie ordnet 20 Mitarbeitende der Größenklasse „20 bis 50“ zu, zusammen mit einem Umsatz von 2,5 bis 5 Mio. €. Für sonstige Dienstleistungen nennt sie dort 274.000–336.000 €. Wie Umsatz und Mitarbeiterzahl zu gewichten sind, wenn sie in verschiedene Spalten fallen, sagt die Tabelle nicht. ### Wie viel Gehalt darf man sich als Geschäftsführer auszahlen? Eine feste Summe gibt es nicht. Neben der Tabelle zieht die Ertragslage eine Grenze. Die Faustregel der Finanzverwaltung heißt Halbteilung: Nach Abzug der Geschäftsführervergütungen bleibt der GmbH ein Jahresüberschuss vor Ertragsteuern mindestens in Höhe dieser Vergütungen. Dann gelten die Bezüge im Regelfall als angemessen (BMF-Schreiben vom 14.10.2002, Tz. 16). Bei mehreren Gesellschafter-Geschäftsführern zählt die Summe. Diese Halbteilung ist eine Vermutung, keine Grenze. Wird nahezu der ganze Gewinn über die Vergütung „abgesaugt“, ist das nach Tz. 15 ein wesentliches Indiz für eine unangemessene Vergütung. Umgekehrt darf eine ertragsschwache GmbH weiter ein Gehalt am unteren Ende des Vergleichsmaßstabs zahlen (Tz. 18). Die Modellrechnung zeigt eine fiktive Agentur-GmbH mit 1,2 Mio. € Umsatz, acht Mitarbeitenden und 200.000 € Ergebnis vor Geschäftsführerbezügen und Ertragsteuern. | Gesamtbezüge Geschäftsführerin | Jahresüberschuss vor Ertragsteuern danach | Regelvermutung (Tz. 16) | | --- | --- | --- | | 80.000 € | 120.000 € | Regel erfüllt | | 100.000 € | 100.000 € | Regel gerade erfüllt | | 150.000 € | 50.000 € | Regel nicht erfüllt, Prüfung im Einzelfall | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Alle Zahlen fiktiv; Pensionszusage und Sachbezüge sind nicht berücksichtigt. Die OFD-Spanne für sonstige Dienstleistungen unter 2,5 Mio. € Umsatz liegt bei 198.000–266.000 €. Für die Agentur im Beispiel wird sie nicht erreicht. Allgemein gilt: Liegt das Ergebnis vor Geschäftsführerbezügen und Ertragsteuern unter dem Doppelten des oberen Tabellenwerts, greift die Halbteilung früher als die Tabelle. Bei 150.000 € Bezügen ist die Regel nicht erfüllt; das ist noch keine verdeckte Gewinnausschüttung, aber ein Fall für die Prüfung im Einzelfall. Wie Betriebsausgaben die Steuerlast der GmbH beeinflussen, zeigt der Artikel [Steuern sparen mit der GmbH](https://www.fideus.de/wissen/steuern-sparen-mit-gmbh). ### Festgehalt und Tantieme: Welche Aufteilung erkennt das Finanzamt an? Das Finanzamt erwartet, dass die Bezüge einer Gesellschafter-Geschäftsführerin im Allgemeinen zu mindestens 75 % fest und zu höchstens 25 % erfolgsabhängig sind. Außerdem sollen Tantiemen nicht mehr als 50 % des Jahresüberschusses ausmachen. Beide Werte stammen aus dem BMF-Schreiben vom 1. Februar 2002 und sind Regelvermutungen, keine starren Grenzen. - **75/25-Regel:** Der Bundesfinanzhof hat sie relativiert. Ist die Gesamtausstattung angemessen, führt ein variabler Anteil über 25 % allein nicht zur verdeckten Gewinnausschüttung (BFH vom 27.2.2003, I R 46/01). - **50-%-Grenze:** Bemessungsgrundlage ist der handelsrechtliche Jahresüberschuss vor Abzug der Tantieme und der ertragsabhängigen Steuern. Mehr als die Hälfte davon führt in der Regel zur verdeckten Gewinnausschüttung (BFH vom 4.6.2003, I R 24/02). - **Nur-Tantieme:** Eine Vergütung ganz ohne Festgehalt erkennt die Verwaltung grundsätzlich nicht an. Als Ausnahmen nennt sie vor allem die Gründungsphase, vorübergehende wirtschaftliche Schwierigkeiten und stark risikobehaftete Geschäftszweige. Die Vereinbarung muss dann ausdrücklich befristet sein. - **Umsatztantieme:** Eine Tantieme auf den Umsatz statt auf den Gewinn wird nur ausnahmsweise anerkannt. Die besonderen Gründe muss darlegen, wer die Anerkennung begehrt (BFH vom 28.6.1989, I R 89/85). **Beispiel (fiktiv):** In der Agentur-GmbH von oben liegt die Gesamtausstattung bei 100.000 €. Nach der 75/25-Regel wären 75.000 € Festgehalt und bis zu 25.000 € Tantieme üblich. Nach dem Festgehalt bleiben 125.000 € Jahresüberschuss vor Tantieme und Steuern; die 50-%-Grenze läge bei 62.500 €. Hier begrenzt also die 75/25-Regel. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. ### Welche formellen Anforderungen gelten für beherrschende Gesellschafter? Für beherrschende Gesellschafter, in der Regel mit der Mehrheit der Stimmrechte, reicht eine angemessene Höhe nicht. Das Gehalt braucht eine zivilrechtlich wirksame, klare, eindeutige und im Voraus abgeschlossene Vereinbarung, und es muss so gezahlt werden, wie vereinbart. Fehlt das, liegt nach R 8.5 Abs. 2 der Körperschaftsteuer-Richtlinien 2022 in der Regel eine verdeckte Gewinnausschüttung vor. - **Im Voraus:** Rückwirkende Vereinbarungen erkennt das Finanzamt nicht an (BFH vom 21.7.1976, I R 223/74). Eine Erhöhung wirkt steuerlich erst ab dem Zeitpunkt, zu dem sie beschlossen ist. - **Klar und eindeutig:** Höhe und Berechnung müssen sich ohne weiteren Ermessensspielraum ergeben, bei einer Tantieme auch die Bemessungsgrundlage (BFH vom 24.5.1989, I R 90/85). - **Zivilrechtlich wirksam:** Nach § 46 Nr. 5 GmbHG bestellen die Gesellschafter die Geschäftsführer. Hält eine Person alle Anteile, muss sie über jeden Beschluss unverzüglich eine Niederschrift aufnehmen und unterschreiben ([§ 48 Abs. 3 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__48.html)). - **Tatsächlich durchgeführt:** Wird das Gehalt nicht wie vereinbart gezahlt, ist das ein gewichtiges Indiz gegen die Ernsthaftigkeit (BFH vom 28.10.1987, I R 110/83). - **Keine Überstundenvergütung:** Sie passt nicht zum Aufgabenbild einer Geschäftsführerin und ist regelmäßig verdeckte Gewinnausschüttung (BFH vom 19.3.1997, I R 75/96). #### Kann ein Geschäftsführer sein Gehalt selbst bestimmen? Nicht allein als Geschäftsführer. Die Gesellschafter bestellen die Geschäftsführer ([§ 46 Nr. 5 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__46.html)) und entscheiden in der Regel auch über den Anstellungsvertrag. Einen Vertrag der GmbH mit sich selbst darf eine Geschäftsführerin nur schließen, soweit es ihr gestattet ist ([§ 181 BGB](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__181.html)). Wie Anstellungsvertrag und Beschluss zu gestalten sind, ist eine Rechtsfrage für einen Rechtsanwalt oder Notar. #### Typische Fehler beim Geschäftsführergehalt Im Onboarding operativer GmbHs auf der Fideus-Plattform fallen beim Geschäftsführergehalt drei Fehler auf. Alle betreffen die Form, nicht die Höhe. Jeder kann dazu führen, dass Zahlungen an die Geschäftsführerin als verdeckte Gewinnausschüttung gelten. - **Keine schriftliche Vereinbarung:** Das Gehalt wird gezahlt, ohne dass Vertrag oder Beschluss schriftlich vorliegen. Eine allgemeine Schriftform schreibt das Gesetz nicht vor; bei der Ein-Personen-GmbH verlangt es aber Niederschriften ([§ 35 Abs. 3](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__35.html) und § 48 Abs. 3 GmbHG). Ohne Schriftstück lässt sich kaum belegen, dass die Vereinbarung im Voraus klar getroffen war. - **Rückwirkend vereinbart:** Eine Gehaltserhöhung oder Tantieme wird erst beschlossen, wenn das Jahresergebnis absehbar ist, und rückwirkend angewendet. - **Privatentnahmen ohne Grundlage:** Geld geht vom Firmenkonto an die Gesellschafterin, ohne Gehaltsvereinbarung oder [Ausschüttungsbeschluss](https://www.fideus.de/wissen/gewinnausschuettung-gmbh). ### Was passiert, wenn das Gehalt unangemessen ist? Der unangemessene Teil eines Geschäftsführergehalts ist eine [verdeckte Gewinnausschüttung](https://www.fideus.de/wissen/verdeckte-gewinnausschuettung). Die GmbH darf ihn nicht als Betriebsausgabe abziehen; er wird ihrem Einkommen wieder hinzugerechnet. Damit steigen Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Bei der Gesellschafterin wird der Betrag in der Regel zum Kapitalertrag statt zum Arbeitslohn. Grundlage ist [§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8.html): > „Auch verdeckte Gewinnausschüttungen sowie Ausschüttungen jeder Art auf Genussrechte, mit denen das Recht auf Beteiligung am Gewinn und am Liquidationserlös der Kapitalgesellschaft verbunden ist, mindern das Einkommen nicht.“ – § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG Die Modellrechnung zeigt die Mehrsteuer auf Ebene der GmbH, wenn das Finanzamt 30.000 € als unangemessen einstuft. Angenommen sind die Steuersätze 2026 und ein Gewerbesteuer-Hebesatz von 400 %. Die Steuersätze erklärt der Artikel [Steuern einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-steuern). | Steuer | Satz | Mehrsteuer | | --- | --- | --- | | Körperschaftsteuer (§ 23 KStG) | 15 % | 4.500,00 € | | Solidaritätszuschlag | 5,5 % der KSt | 247,50 € | | Gewerbesteuer | 3,5 % × 400 % = 14 % | 4.200,00 € | | Summe | 29,825 % | 8.947,50 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Fiktiver Betrag; Zinsen auf Nachzahlungen und die Ebene der Gesellschafterin sind nicht enthalten. Bei der Gesellschafterin gehört eine verdeckte Gewinnausschüttung zu den Einkünften aus Kapitalvermögen ([§ 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__20.html)). Ändert das Finanzamt den Bescheid der GmbH, darf es auch ihren Bescheid ändern ([§ 32a Abs. 1 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__32a.html)). Wie Jahresabschluss und Körperschaftsteuererklärung zusammenhängen, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). ### Gehalt senken oder verzichten: Was gilt in der Krise? In einer Krise darf eine Gesellschafter-Geschäftsführerin ihr Gehalt senken oder darauf verzichten. Steuerlich entscheidet der Zeitpunkt. Verzichtet sie, bevor der Anspruch entsteht, arbeitet sie unentgeltlich und hat keinen Zufluss. Verzichtet sie danach aus gesellschaftsrechtlichen Gründen, gilt das Gehalt als zugeflossen und als verdeckte Einlage in die GmbH. So hat es der [Bundesfinanzhof am 15. Juni 2016 (VI R 6/13)](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE201610183/) entschieden. Eine ertragsschwache GmbH muss das Gehalt nicht auf null setzen: Auch eine fremde Geschäftsführerin würde in Verlustjahren nicht auf ein angemessenes Gehalt verzichten. Angemessen sind dann Bezüge am unteren Ende des Vergleichsmaßstabs (BMF-Schreiben vom 14.10.2002, Tz. 18). Eine Nur-Tantieme erkennt die Verwaltung in vorübergehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten ausnahmsweise an, aber nur befristet. ### Was gehört zur Gesamtausstattung und zur Lohnabrechnung? Zur Gesamtausstattung gehört jede Vergütung für die Geschäftsführung, nicht nur das Monatsgehalt. Das BMF nennt Festgehalt einschließlich Überstundenvergütung, Einmalzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Tantiemen und Gratifikationen, Pensionszusagen und Sachbezüge wie den Dienstwagen (Tz. 3). Alle Bestandteile zusammen werden mit der Angemessenheitsgrenze verglichen. - **Pensionszusage:** Sie zählt mit ihrem Wert zur Gesamtausstattung und hat eigene Voraussetzungen, etwa eine Wartezeit zwischen Beginn der Tätigkeit und Zusage (Tz. 5). - **Lohnsteuer:** Das Gehalt ist für die Geschäftsführerin Arbeitslohn. Die GmbH behält Lohnsteuer ein und meldet sie an (§ 38 und § 41a EStG). Fristen und Meldungen erklärt der Artikel [Ersten Mitarbeiter einstellen](https://www.fideus.de/wissen/ersten-mitarbeiter-einstellen). - **Sozialversicherung:** Selbstständig ist eine Gesellschafter-Geschäftsführerin nur, wenn sie mindestens 50 % des Stammkapitals hält oder ihr der Gesellschaftsvertrag eine echte Sperrminorität einräumt ([BSG vom 14.3.2018, B 12 KR 13/17 R](https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2018/2018_03_14_B_12_KR_13_17_R.html)). Über die Fideus-Plattform erstellt ein spezialisierter Partner die monatliche Lohnabrechnung und die zugehörigen Meldungen, auch für das Gehalt der Geschäftsführung. Das ist gegen Aufpreis möglich; der Aufpreis steht im Angebot. ### Fazit Ob ein Geschäftsführergehalt angemessen ist, hängt an Größe, Ertragslage und Fremdvergleich. Die Grundsätze von 2002 gelten laut Positivliste 2026 weiter. Liegt der Gewinn unter dem Doppelten des oberen OFD-Werts, setzt die Halbteilung die Grenze früher als die Tabelle. Mindestens so wichtig wie die Höhe ist die Form: eine klare Vereinbarung im Voraus, die auch so gelebt wird. - Die Bezüge gelten in der Regel als angemessen, wenn danach ein Jahresüberschuss vor Ertragsteuern mindestens in ihrer Höhe bleibt. - Eine Tantieme erkennt die Verwaltung im Allgemeinen bis 25 % der angemessenen Gesamtbezüge an. - Bei beherrschenden Gesellschaftern gelten Erhöhungen und Tantiemen steuerlich erst ab der Vereinbarung. Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination; über sie werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. Im Paket „Operatives Unternehmen“ bucht die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, die laufenden Geschäftsvorfälle und erstellt Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung. Das Geschäftsführergehalt berücksichtigt sie im Jahresabschluss und in der Körperschaftsteuererklärung; das ist im Paketpreis enthalten. Die Geschäftsführung gibt den Abschluss vor der Übermittlung frei. Das Paket beginnt bei 2.000 € pro Jahr netto, als Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Die Lohnabrechnung erstellt über Fideus ein spezialisierter Partner; das Modul ist jederzeit nachbuchbar, der Aufpreis und alle weiteren Kosten stehen im Angebot. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. Wie das Paket für Agenturen abläuft, zeigt die Seite [Fideus für Agenturen](https://www.fideus.de/branchen/agenturen); alle Pakete stehen unter [Preise](https://www.fideus.de/preise). ### Quellen - [§ 8 KStG – Ermittlung des Einkommens](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8.html) - [§ 32a KStG – Erlass, Aufhebung oder Änderung von Steuerbescheiden bei verdeckter Gewinnausschüttung oder verdeckter Einlage](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__32a.html) - [§ 20 EStG – Kapitalvermögen](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__20.html) - [§ 35 GmbHG – Vertretung der Gesellschaft](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__35.html) - [§ 46 GmbHG – Aufgabenkreis der Gesellschafter](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__46.html) - [§ 48 GmbHG – Gesellschafterversammlung](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__48.html) - [§ 181 BGB – Insichgeschäft](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__181.html) - BMF-Schreiben vom 14. Oktober 2002, IV A 2 – S 2742 – 62/02, BStBl I 2002, 972 – Angemessenheit der Gesamtbezüge eines Gesellschafter-Geschäftsführers - BMF-Schreiben vom 1. Februar 2002, IV A 2 – S 2742 – 4/02, BStBl I 2002, 219 – Tantiemezusagen an Gesellschafter-Geschäftsführer - [Bundesfinanzministerium – Anwendung von BMF-Schreiben, Positivliste Stand 19. März 2026 (laufende Nummern 1186 und 1189)](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Normenflut/2026-03-20-anwendung-von-bmf-schreiben.html) - [OFD Karlsruhe – Angemessenheit der Geschäftsführerbezüge ab 2024](https://ofd-bw.fv-bwl.de/site/pbs-bw-fa2/get/documents_E-1587952785/mfw/OFD/Dokumente/FAQ%20-%20Steuern/Angemessenheitstabelle_Gf-Geh%c3%a4lter_ab_2024.pdf) - Körperschaftsteuer-Richtlinien 2022, R 8.5 Abs. 2, und Hinweise H 8.5 und H 8.8 - [BFH, Urteil vom 15. Juni 2016, VI R 6/13 – Gehaltsverzicht](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE201610183/) - BFH, Urteile vom 28. Juni 1989, I R 89/85 (BStBl II 1989, 854), vom 27. Februar 2003, I R 46/01, und vom 4. Juni 2003, I R 24/02 - [BSG, Urteil vom 14. März 2018, B 12 KR 13/17 R](https://www.bsg.bund.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2018/2018_03_14_B_12_KR_13_17_R.html) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Gibt es ein Mindestgehalt für den Geschäftsführer einer GmbH? Steuerlich nicht. Die Finanzverwaltung wendet keine betragsmäßigen Unter- oder Obergrenzen an, sondern prüft jeden Einzelfall (BMF-Schreiben vom 14.10.2002, Tz. 22). Eine Gesellschafter-Geschäftsführerin kann auch ohne Gehalt arbeiten. Verzichtet sie, bevor der Anspruch entsteht, fließt ihr nach BFH vom 15.6.2016 (VI R 6/13) kein Arbeitslohn zu. #### Gilt die Angemessenheitsprüfung auch für die UG? Ja. Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine GmbH mit geringerem Stammkapital und unterliegt denselben Regeln zur verdeckten Gewinnausschüttung. Kriterien, Halbteilung und formelle Anforderungen gelten unverändert. Zusätzlich muss die UG ein Viertel ihres um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr geminderten Jahresüberschusses in die gesetzliche Rücklage einstellen (§ 5a Abs. 3 GmbHG). #### Ist die OFD-Tabelle zum Geschäftsführergehalt verbindlich? Nein. Die Tabelle der Oberfinanzdirektion Karlsruhe „ab 2024“ ist eine Orientierung der Finanzverwaltung in Baden-Württemberg, keine gesetzliche Grenze. Die Obergrenze bestimmt das Finanzamt im Einzelfall durch Schätzung. Liegt das Ergebnis vor Geschäftsführerbezügen und Ertragsteuern unter dem Doppelten des oberen Tabellenwerts, greift die Halbteilung früher als die Tabelle. #### Was ist besser, Gehalt oder Gewinnausschüttung? Das hängt vom persönlichen Steuersatz, vom Gewinn der GmbH und von der Sozialversicherung ab. Ein angemessenes Gehalt mindert den Gewinn der GmbH und wird mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert. Eine Ausschüttung kommt aus bereits versteuertem Gewinn. Welche Aufteilung passt, ist eine Frage für die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. #### Wer prüft, ob ein Geschäftsführergehalt angemessen ist? Das Finanzamt, typischerweise bei der Veranlagung der Körperschaftsteuer oder in einer Betriebsprüfung. Es vergleicht die Gesamtbezüge mit Größe, Ertragslage und Vergleichswerten. Die Beurteilung im Einzelfall ist Aufgabe der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Verdeckte Gewinnausschüttung: typische Fälle, Folgen und Beispiele URL: https://www.fideus.de/wissen/verdeckte-gewinnausschuettung Kategorie: Steuern & Jahresabschluss | Lesezeit: 15 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 ### Kurz zusammengefasst - Eine verdeckte Gewinnausschüttung ist ein Vorteil, den eine GmbH ihrer Gesellschafterin gewährt, aber einer fremden Person nicht gewährt hätte, und der ihren Gewinn mindert. - In der Ein-Personen-GmbH braucht jede Zahlung an die Gesellschafterin eine klare, im Voraus getroffene, wirksame Vereinbarung, die auch so gelebt wird. - Typische Fälle: zu hohes oder rückwirkend erhöhtes Gehalt, private Ausgaben über die GmbH, Geld vom Firmenkonto ohne Darlehensvertrag, Firmenwagen ohne Regelung. - Bei einem Hebesatz von 400 % kostet sie 2026 die GmbH 29,825 % Mehrsteuer; bei der Gesellschafterin gilt der Betrag als Kapitalertrag, in der Regel mit 26,375 % besteuert. Dazu kommen Zinsen. Eine **verdeckte Gewinnausschüttung** (vGA) liegt vor, wenn eine GmbH ihrer Gesellschafterin einen Vorteil zuwendet, den sie einer fremden Person nicht gewährt hätte. Dadurch sinkt ihr Gewinn. Typisch in der Ein-Personen-GmbH sind ein zu hohes oder rückwirkend erhöhtes Gehalt, private Ausgaben über die GmbH und Geld vom Firmenkonto ohne Vertrag. Das Finanzamt rechnet den Betrag dem Gewinn der GmbH wieder hinzu; bei der Gesellschafterin gilt er als Kapitalertrag. ### Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung? Eine verdeckte Gewinnausschüttung ist eine Ausschüttung, die nicht als solche beschlossen wurde. Die GmbH gibt ihrer Gesellschafterin Geld oder einen anderen Vorteil, bucht ihn aber als Aufwand oder verzichtet auf einen Ertrag. Steuerlich wird das korrigiert: Nach [§ 8 Abs. 3 Satz 2 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8.html) mindert eine verdeckte Gewinnausschüttung das Einkommen der GmbH nicht. Die Finanzverwaltung definiert den Begriff in den Körperschaftsteuer-Richtlinien: > „Eine vGA i. S. d. § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG ist eine Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung, die durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist, sich auf die Höhe des Unterschiedsbetrags i. S. d. § 4 Abs. 1 Satz 1 EStG auswirkt und nicht auf einem den gesellschaftsrechtlichen Vorschriften entsprechenden Gewinnverteilungsbeschluss beruht.“ – R 8.5 Abs. 1 KStR 2022 Durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist ein Vorteil, wenn die GmbH ihn bei der Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleiters einer fremden Person nicht gewährt hätte. So hat es der [Bundesfinanzhof zuletzt am 24. Oktober 2024 (I R 36/22)](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202520034/) bestätigt. Dieser Fremdvergleich ist der Kern jeder Prüfung. ### Wann liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor? Eine verdeckte Gewinnausschüttung hat vier Voraussetzungen, die zusammenkommen müssen. Die GmbH verliert Vermögen oder verzichtet auf einen Ertrag. Der Grund liegt in der Beteiligung, nicht im Geschäft. Der Gewinn der GmbH sinkt dadurch. Und es gibt keinen ordentlichen Gewinnverteilungsbeschluss, der die Zahlung trägt. - **Vermögensminderung oder verhinderte Vermögensmehrung:** Die GmbH zahlt zu viel, etwa ein überhöhtes Gehalt, übernimmt private Kosten oder verzichtet auf einen Ertrag, etwa auf Zinsen für Geld, das die Gesellschafterin vom Firmenkonto nimmt. - **Veranlassung durch das Gesellschaftsverhältnis:** Eine fremde Person hätte den Vorteil nicht erhalten. - **Auswirkung auf den Gewinn:** Der Vorteil mindert den Gewinn der GmbH in ihrer Bilanz. - **Kein Gewinnverteilungsbeschluss:** Eine offene Gewinnausschüttung mit ordnungsgemäßem Beschluss ist keine verdeckte. #### Warum gelten für die Ein-Personen-GmbH strengere Regeln? Wer alle Anteile hält, ist beherrschende Gesellschafterin. Für sie reicht ein angemessener Preis nicht. Nach R 8.5 Abs. 2 KStR 2022 ist in der Regel eine verdeckte Gewinnausschüttung anzunehmen, wenn es an einer „zivilrechtlich wirksamen, klaren, eindeutigen und im Voraus abgeschlossenen Vereinbarung“ fehlt. Dasselbe gilt, wenn nicht nach der Vereinbarung verfahren wird. Das gilt für Gehalt, Miete, Darlehen und jede andere Leistung zwischen GmbH und Gesellschafterin. Der Grund: Eine Alleingesellschafterin könnte sonst im Nachhinein festlegen, ob Geld als Gehalt, Miete oder Zins gilt. Rückwirkende Vereinbarungen erkennt das Finanzamt deshalb in der Regel nicht an. Über jeden Beschluss muss die Alleingesellschafterin unverzüglich eine Niederschrift aufnehmen und unterschreiben ([§ 48 Abs. 3 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__48.html)). Die Regeln gelten für GmbH und UG gleichermaßen; worin sich die beiden sonst unterscheiden, erklärt der Artikel [UG vs. GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh). ### Verdeckte Gewinnausschüttung: Beispiele aus der Ein-Personen-GmbH Eine verdeckte Gewinnausschüttung setzt keine Absicht voraus; oft fehlt nur die Form. Die Tabelle zeigt acht typische Fälle, warum das Finanzamt sie als verdeckte Gewinnausschüttung wertet, welcher Betrag betroffen ist und was die Vereinbarung braucht. Die Beispiele sind allgemein; ob ein Fall vorliegt, hängt vom Einzelfall ab. | Fall | Warum vGA | Betrag der vGA | Was die Vereinbarung braucht | | --- | --- | --- | --- | | Zu hohes Gehalt oder zu hohe Tantieme | Eine fremde Geschäftsführerin hätte so viel nicht erhalten. | der unangemessene Teil | angemessene Gesamtbezüge; Tantieme in der Regel bis 25 % der Bezüge und bis 50 % des Jahresüberschusses | | Gehaltserhöhung oder Tantieme rückwirkend | Die Vereinbarung wurde nicht im Voraus getroffen. | die Zahlungen für die Zeit vor dem Beschluss | Beschluss vor dem Zeitraum, für den er gelten soll | | Private Ausgaben über die GmbH | Die GmbH zahlt ohne betrieblichen Anlass. | der volle Betrag | keine; private Ausgaben laufen nicht über die GmbH oder werden ihr erstattet | | Geld vom Firmenkonto ohne Grundlage | Es fehlen Gehaltsvereinbarung, Ausschüttungsbeschluss oder Darlehensvertrag. | der entgangene Zins; ohne Absicht zur Rückzahlung der volle Betrag | Grundlage vor der Zahlung, schriftlich | | Verrechnungskonto oder Darlehen ohne Zins | Ein fremder Darlehensgeber hätte Zinsen verlangt. | der fremdübliche Zins | Darlehensvertrag mit Zins, Laufzeit und Tilgung | | Firmenwagen privat genutzt ohne Regelung | Die Nutzung ist nicht vereinbart oder geht darüber hinaus. | Fremdvergleichspreis, vereinfacht 1 % des Listenpreises im Monat | Überlassung im Anstellungsvertrag; dann Arbeitslohn statt vGA | | Miete zwischen GmbH und Gesellschafterin | Die GmbH zahlt zu viel Miete oder erhält zu wenig. | der Unterschied zur fremdüblichen Miete | Mietvertrag im Voraus, fremdübliche Miete, so gezahlt | | Pensionszusage | Sie ist zum Beispiel ohne Probezeit erteilt, nicht erdienbar oder nicht finanzierbar. | der Aufwand für die Zusage, soweit sie nicht anerkannt wird | Voraussetzungen der BMF-Schreiben zu Probezeit, Erdienbarkeit und Finanzierbarkeit | Quellen: R 8.5 KStR 2022; BMF-Schreiben vom 1.2.2002 (Tantieme), 14.10.2002 (Gesamtbezüge) und 3.4.2012 (Kfz); BFH vom 22.2.2023, I R 27/20; Schreiben zur Pensionszusage laut Positivliste 2026. #### Gehalt und Tantieme Beim Gehalt gibt es zwei Wege in die verdeckte Gewinnausschüttung: die Höhe und die Form. Unangemessen ist, was eine fremde Geschäftsführerin für dieselbe Arbeit nicht erhalten hätte. Die Grundsätze dazu stehen in den BMF-Schreiben vom 14. Oktober 2002 und vom 1. Februar 2002. Beide stehen in der [Positivliste des Bundesfinanzministeriums vom 20. März 2026](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Normenflut/2026-03-20-anwendung-von-bmf-schreiben.html) und gelten weiter. Bei der Form zählt vor allem der Zeitpunkt: Eine Erhöhung oder Tantieme gilt steuerlich erst ab dem Beschluss. Kriterien und Orientierungswerte erklärt der Artikel [Geschäftsführergehalt angemessen](https://www.fideus.de/wissen/geschaeftsfuehrergehalt-angemessen). #### Verrechnungskonto und Darlehen Nimmt die Gesellschafterin Geld vom Firmenkonto, bucht die Kanzlei es typischerweise auf ein Verrechnungskonto. Das ist eine Forderung der GmbH. Verzichtet die GmbH auf eine angemessene Verzinsung, kann das eine verdeckte Gewinnausschüttung sein ([BFH vom 22. Februar 2023, I R 27/20](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202310105/)). Fehlen andere Anhaltspunkte, teilen sich fremde Darlehensgeber und -nehmer nach diesem Urteil die übliche Bankmarge zwischen Soll- und Habenzinsen. Fehlt die Absicht zur Rückzahlung von Anfang an, ist nicht nur der Zins betroffen. Dann kann schon der ausgezahlte Betrag selbst eine verdeckte Gewinnausschüttung sein (vgl. [BFH vom 28. Februar 2024, VIII B 44/22](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202450045/)). Ein Ausgleich über andere Leistungen zählt bei einer beherrschenden Gesellschafterin nach dem Urteil von 2023 nur, wenn er im Voraus klar vereinbart und tatsächlich vollzogen wurde. #### Firmenwagen Nutzt die Gesellschafter-Geschäftsführerin den Firmenwagen privat, ohne dass das vereinbart ist, ist die Nutzung eine verdeckte Gewinnausschüttung. Das gilt nach dem BMF-Schreiben vom 3. April 2012 (BStBl I 2012, 478) für beherrschende und nicht beherrschende Gesellschafter. Angesetzt wird der Fremdvergleichspreis; aus Vereinfachungsgründen lässt die Verwaltung 1 % des inländischen Bruttolistenpreises pro Monat zu. Ist die private Nutzung im Anstellungsvertrag geregelt, ist sie Arbeitslohn. Dann wird sie als Sachbezug in der Lohnabrechnung erfasst. Über die Fideus-Plattform erstellt ein spezialisierter Partner die monatliche Lohnabrechnung und die zugehörigen Meldungen, auch für die Geschäftsführung. Das ist gegen Aufpreis möglich; der Aufpreis steht im Angebot. ### Welche Folgen hat eine verdeckte Gewinnausschüttung für die GmbH? Die GmbH darf den Betrag der verdeckten Gewinnausschüttung nicht vom Gewinn abziehen. Das Finanzamt rechnet ihn dem Einkommen wieder hinzu; das erhöht Körperschaftsteuer, Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer. Bei einem Hebesatz von 400 % sind das 2026 zusammen 29,825 % des Betrags. Hinzu kommen Zinsen auf die Nachzahlung. - **Steuersatz:** 15 % Körperschaftsteuer, 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf und 3,5 % mal Hebesatz Gewerbesteuer. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise auf 10 % ab 2032 ([§ 23 Abs. 1 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__23.html)). Bei 400 % liegt die Belastung ab 2032 bei 24,55 %. Die Belastung je Hebesatz bis 2032 zeigt der Artikel [Steuern einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-steuern). - **Zinsen:** Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach Ende des Jahres, in dem die Steuer entstanden ist ([§ 233a Abs. 2 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__233a.html)). Die Zinsen betragen 0,15 % pro vollem Monat, also 1,8 % pro Jahr (§ 238 Abs. 1a AO). - **Mehrere Jahre auf einmal:** Fällt eine verdeckte Gewinnausschüttung erst in einer Betriebsprüfung auf, kann sie mehrere Jahre betreffen. Die Nachzahlungen kommen dann gemeinsam. ### Wie wird eine verdeckte Gewinnausschüttung beim Gesellschafter besteuert? Bei der Gesellschafterin ist die verdeckte Gewinnausschüttung ein Kapitalertrag wie eine Dividende ([§ 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__20.html)). Liegt die Beteiligung im Privatvermögen, gilt in der Regel die Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %. Auf Antrag ist das Teileinkünfteverfahren möglich, vorausgesetzt, die Beteiligung beträgt mindestens 25 %. Bei mindestens 1 % reicht es, wenn die Gesellschafterin durch ihre berufliche Tätigkeit für die GmbH maßgeblichen unternehmerischen Einfluss hat (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG). Beides gilt nur, soweit die verdeckte Gewinnausschüttung das Einkommen der GmbH nicht gemindert hat, also dort korrigiert wurde. Sonst unterliegt der Betrag dem persönlichen Steuersatz ([§ 32d Abs. 2 Nr. 4 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32d.html), § 3 Nr. 40 Satz 1 Buchst. d Satz 2 EStG). Ändert das Finanzamt den Bescheid der GmbH wegen einer verdeckten Gewinnausschüttung, darf es auch den Bescheid der Gesellschafterin ändern ([§ 32a Abs. 1 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__32a.html)). Beim Gehalt bedeutet das: Der unangemessene Teil ist bei der Gesellschafterin kein Arbeitslohn mehr, sondern Kapitalertrag. Die Einkommensteuer der Gesellschafterin wird entsprechend geändert. Wie sich das im Saldo auswirkt, hängt vom persönlichen Steuersatz ab und ist Aufgabe der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. #### Fällt Kapitalertragsteuer an? Ja. Auf eine verdeckte Gewinnausschüttung muss die GmbH wie bei einer Dividende 25 % Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag einbehalten ([§ 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__43.html)). Die Steuer entsteht, sobald der Vorteil zufließt (§ 44 Abs. 1 EStG). Fällt die verdeckte Gewinnausschüttung erst später auf, kann das Finanzamt die Steuer nachfordern. Für nicht einbehaltene Kapitalertragsteuer kann es die GmbH in Anspruch nehmen (§ 44 Abs. 5 EStG). #### Verdeckte Gewinnausschüttung in der Holding-Struktur Hält eine Holding die Anteile an der operativen GmbH, ist die Holding die Gesellschafterin. Eine verdeckte Gewinnausschüttung der Tochter erhöht dann deren Einkommen und fließt der Holding als Bezug zu. Dort ist sie wie eine Dividende im Ergebnis zu 95 % steuerfrei, vorausgesetzt, die Beteiligung liegt zu Beginn des Kalenderjahres bei mindestens 10 %. Für die Gewerbesteuer sind 15 % nötig. Das gilt nur, soweit die verdeckte Gewinnausschüttung das Einkommen der Tochter nicht gemindert hat ([§ 8b Abs. 1 Satz 2 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8b.html)). Zahlt die Tochter direkt an die Person hinter der Holding, kann eine verdeckte Gewinnausschüttung an eine nahestehende Person vorliegen. Wie eine Holding aufgebaut ist und wie Gewinne zu ihr fließen, erklärt der Artikel [Wie funktioniert eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/wie-funktioniert-eine-holding). ### Was kostet eine verdeckte Gewinnausschüttung? Eine Modellrechnung Eine verdeckte Gewinnausschüttung ist keine Strafsteuer. Sie stellt steuerlich den Zustand her, als wäre das Geld als Gewinn ausgeschüttet worden. Teuer wird sie, weil die Steuern nachträglich kommen, unter Umständen für mehrere Jahre, dazu Zinsen. Das Beispiel zeigt eine fiktive Ein-Personen-GmbH, die 2026 private Ausgaben von 10.000 € als Betriebsausgaben gebucht hat. | Ebene und Steuer | Satz | Betrag | | --- | --- | --- | | GmbH: Körperschaftsteuer | 15 % | 1.500,00 € | | GmbH: Solidaritätszuschlag | 5,5 % der KSt | 82,50 € | | GmbH: Gewerbesteuer | 3,5 % × 400 % = 14 % | 1.400,00 € | | Gesellschafterin: Abgeltungsteuer | 25 % | 2.500,00 € | | Gesellschafterin: Solidaritätszuschlag | 5,5 % der Abgeltungsteuer | 137,50 € | | Summe | 56,2 % | 5.620,00 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Annahmen: Steuersätze 2026, Hebesatz 400 %, Beteiligung im Privatvermögen, Abgeltungsteuer, ohne Kirchensteuer und ohne Zinsen. Beim Verrechnungskonto ist der Betrag kleiner, solange nur der Zins fehlt. **Beispiel (fiktiv):** Auf dem Verrechnungskonto steht ein Jahr lang eine Forderung von 50.000 € gegen die Gesellschafterin, ohne Vertrag und ohne Zins. Bei einem angenommenen fremdüblichen Zins von 4 % ist die verdeckte Gewinnausschüttung 2.000 €; die Steuern darauf betragen nach demselben Schema 1.124 €. Fehlt die Absicht zur Rückzahlung, können die vollen 50.000 € als Kapitalertrag gelten: bei der Gesellschafterin dann 13.187,50 € Abgeltungsteuer mit Solidaritätszuschlag. Wie sich das bei der GmbH auswirkt, hängt davon ab, wie die Zahlung gebucht wurde. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei; der Zins von 4 % ist eine Annahme, kein Richtwert. ### Was ist der Unterschied zur verdeckten Einlage? Die verdeckte Einlage ist das Gegenstück zur verdeckten Gewinnausschüttung. Hier gibt die Gesellschafterin der GmbH einen Vorteil, ohne dafür neue Anteile zu erhalten. Verdeckte Einlagen erhöhen das Einkommen der GmbH nicht (§ 8 Abs. 3 Satz 3 KStG). Nach R 8.9 Abs. 1 KStR 2022 muss der Vorteil einlagefähig sein. Das ist er, wenn er sich in der Bilanz der GmbH niederschlägt, etwa als neuer Vermögenswert oder als wegfallende Schuld (H 8.9 KStH 2022). | Merkmal | Verdeckte Gewinnausschüttung | Verdeckte Einlage | | --- | --- | --- | | Richtung | GmbH an Gesellschafterin | Gesellschafterin an GmbH | | Wirkung bei der GmbH | mindert das Einkommen nicht | erhöht das Einkommen nicht | | Beispiel | GmbH zahlt private Rechnungen | Verzicht auf ein bereits entstandenes Gehalt | Nicht einlagefähig sind reine Nutzungsvorteile. Gibt die Gesellschafterin der GmbH ein zinsloses Darlehen, ist der entgangene Zins keine verdeckte Einlage (BFH vom 26.10.1987, GrS 2/86). Beim Gehaltsverzicht entscheidet der Zeitpunkt: Verzichtet die Gesellschafterin erst nach Entstehung des Anspruchs, kann das Gehalt als zugeflossen gelten und eine verdeckte Einlage vorliegen ([BFH vom 15. Juni 2016, VI R 6/13](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE201610183/)). ### Welche Fehler führen in der Praxis zu einer verdeckten Gewinnausschüttung? Im Onboarding neuer Kundinnen und Kunden auf der Fideus-Plattform sind die folgenden Fehler aufgefallen. Die meisten betreffen die Form, nicht die Höhe. Jeder kann dazu führen, dass eine Zahlung an die Gesellschafterin als verdeckte Gewinnausschüttung gilt. - **Private Ausgaben mit der Firmenkarte:** Private Käufe werden mit der Karte der GmbH bezahlt und als Betriebsausgabe eingereicht. - **Privatentnahmen ohne Grundlage:** Geld geht vom Firmenkonto an die Gesellschafterin, ohne Gehaltsvereinbarung oder Ausschüttungsbeschluss. - **Geld ohne Darlehensvertrag verschoben:** Zahlungen zwischen Privat- und Firmenkonto laufen ohne Vertrag hin und her; beobachtet bei [Holding-UGs](https://www.fideus.de/wissen/ug-als-holding). - **Ausschüttung ohne Beschluss:** Geld geht an die Gesellschafterin oder die Holding, ohne Beschluss oder ohne unterschriebene Niederschrift. - **Gehalt ohne schriftliche Vereinbarung:** Das Gesetz verlangt keine Schriftform, aber ohne sie lässt sich kaum belegen, dass die Vereinbarung im Voraus getroffen war. - **Rückwirkend vereinbart:** Eine Gehaltserhöhung oder Tantieme wird erst nachträglich für einen schon laufenden Zeitraum beschlossen. ### Wie lässt sich eine verdeckte Gewinnausschüttung vermeiden? Eine verdeckte Gewinnausschüttung lässt sich in der Regel vermeiden, wenn jede Zahlung zwischen GmbH und Gesellschafterin eine Grundlage hat, die vor der Zahlung feststeht. Die Grundlage muss fremdüblich sein und so gelebt werden, wie sie vereinbart ist. Private Ausgaben laufen nicht über die GmbH. - **Vorher vereinbaren:** Gehalt, Tantieme, Miete, Darlehen und Firmenwagen vor dem Zeitraum regeln, für den sie gelten. - **Schriftlich festhalten:** Vertrag oder Beschluss mit unterschriebener Niederschrift. - **Fremdüblich gestalten:** Konditionen, die auch eine fremde Person erhalten hätte. - **So durchführen:** Zahlungen in der vereinbarten Höhe und zum vereinbarten Zeitpunkt. - **Ausschüttung nur mit Beschluss:** Gewinn fließt als [offene Ausschüttung](https://www.fideus.de/wissen/gewinnausschuettung-gmbh) nach Feststellung des Jahresabschlusses. Verträge wie Anstellungs-, Darlehens- oder Mietvertrag sind Rechtsfragen. Ihre Gestaltung ist Sache eines Rechtsanwalts oder spezialisierter Partner. Wie Jahresabschluss und Körperschaftsteuererklärung zusammenhängen, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). Private Ausgaben über die GmbH gehören zu den Fehlern, die im Onboarding auffallen. Die Fideus-Plattform hilft dabei, Belege vollständig zu erfassen und private Ausgaben früh erkennbar zu machen: - **Bankkonten:** Du verknüpfst deine Geschäftskonten einmal, danach ruft die Plattform die Transaktionen automatisch ab. - **Belege:** Du lädst sie hoch oder leitest sie per E-Mail weiter. Fideus stellt dafür eine eigene E-Mail-Adresse bereit, die du bei Tools wie Software-Abos als Rechnungsadresse hinterlegen kannst. - **Zuordnung:** Die Plattform ordnet Beleg und Transaktion mit eigener KI-Technologie zu und schlägt ein Buchungskonto vor. Die Kanzlei, bei der du mandatiert bist, prüft den Vorschlag, kontiert und bucht in eigener Verantwortung. Ob eine Zahlung eine verdeckte Gewinnausschüttung ist, beurteilt ebenfalls die Kanzlei. ### Fazit Eine verdeckte Gewinnausschüttung entsteht, wenn die GmbH ihrer Gesellschafterin einen Vorteil gibt, den eine fremde Person nicht erhalten hätte. In der Ein-Personen-GmbH liegt die Ursache meist in der Form: Es fehlt eine klare Vereinbarung im Voraus, oder private Ausgaben laufen über die GmbH. Die Folge sind Steuern auf beiden Ebenen und Zinsen, oft für mehrere Jahre auf einmal. - Jede Zahlung an die Gesellschafterin braucht eine Grundlage, die vor der Zahlung feststeht. - Die GmbH zahlt 2026 bei einem Hebesatz von 400 % zusätzlich 29,825 % des Betrags. - Die Gesellschafterin zahlt in der Regel 26,375 % Abgeltungsteuer mit Solidaritätszuschlag. Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination. Im Paket „Operatives Unternehmen“ bucht die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, die laufenden Geschäftsvorfälle und erstellt Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung. Das Paket beginnt bei 2.000 € pro Jahr netto, als Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Die Lohnabrechnung erstellt über Fideus ein spezialisierter Partner gegen Aufpreis; alle Kosten stehen im Angebot. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. Wie das Paket für Agenturen abläuft, zeigt die Seite [Fideus für Agenturen](https://www.fideus.de/branchen/agenturen); alle Pakete, auch für Holdings, stehen unter [Preise](https://www.fideus.de/preise). ### Quellen - [§ 8 KStG – Ermittlung des Einkommens](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8.html) - [§ 8b KStG – Beteiligung an anderen Körperschaften](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8b.html) - [§ 23 KStG – Steuersatz](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__23.html) - [§ 32a KStG – Erlass, Aufhebung oder Änderung von Steuerbescheiden bei verdeckter Gewinnausschüttung oder verdeckter Einlage](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__32a.html) - [§ 20 EStG – Kapitalvermögen](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__20.html) - [§ 32d EStG – Gesonderter Steuertarif für Einkünfte aus Kapitalvermögen](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__32d.html) - [§ 43 EStG – Kapitalerträge mit Steuerabzug](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__43.html), § 43a und § 44 EStG - [§ 233a AO – Verzinsung von Steuernachforderungen](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__233a.html), § 238, § 370 und § 378 AO - [§ 48 GmbHG – Gesellschafterversammlung](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__48.html) - Körperschaftsteuer-Richtlinien 2022, R 8.5 Abs. 1 und 2 und R 8.9 Abs. 1; Hinweise H 8.9 KStH 2022 - [Bundesfinanzministerium – Anwendung von BMF-Schreiben, Positivliste Stand 19. März 2026](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Normenflut/2026-03-20-anwendung-von-bmf-schreiben.html) - BMF-Schreiben vom 3. April 2012, IV C 2 – S 2742/08/10001, BStBl I 2012, 478 – Private Kfz-Nutzung durch den Gesellschafter-Geschäftsführer - BMF-Schreiben vom 14. Oktober 2002, BStBl I 2002, 972, und vom 1. Februar 2002, BStBl I 2002, 219 - [BFH, Urteil vom 24. Oktober 2024, I R 36/22](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202520034/) - [BFH, Urteil vom 22. Februar 2023, I R 27/20](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202310105/) - [BFH, Beschluss vom 28. Februar 2024, VIII B 44/22](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE202450045/) - [BFH, Urteil vom 15. Juni 2016, VI R 6/13](https://www.bundesfinanzhof.de/de/entscheidung/entscheidungen-online/detail/STRE201610183/) - BFH, Beschluss vom 26. Oktober 1987, GrS 2/86 Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Ist eine verdeckte Gewinnausschüttung strafbar? Die verdeckte Gewinnausschüttung ist ein Begriff des Steuerrechts und für sich keine Straftat. Sie führt zu Steuernachzahlungen und Zinsen. Strafbar ist Steuerhinterziehung (§ 370 Abs. 1 AO). Sie begeht, wer vorsätzlich unrichtige oder unvollständige Angaben über steuerlich erhebliche Tatsachen macht oder sie pflichtwidrig verschweigt und dadurch Steuern verkürzt. Leichtfertig begangen ist das eine Ordnungswidrigkeit (§ 378 AO). Ob das im Einzelfall vorliegt, ist eine Frage für die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, oder einen Rechtsanwalt. #### Wie wird eine verdeckte Gewinnausschüttung beim Gesellschafter besteuert? Als Kapitalertrag (§ 20 Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 EStG). Liegt die Beteiligung im Privatvermögen, gilt in der Regel die Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %. Auf Antrag ist ab 25 % Beteiligung das Teileinkünfteverfahren möglich. Beides gilt nur, soweit die verdeckte Gewinnausschüttung bei der GmbH korrigiert wurde; sonst gilt der persönliche Steuersatz (§ 32d Abs. 2 Nr. 4 EStG). #### Fällt auf eine verdeckte Gewinnausschüttung Kapitalertragsteuer an? Ja. Die verdeckte Gewinnausschüttung ist ein Kapitalertrag im Sinne des § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG. Darauf muss die GmbH 25 % Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag einbehalten (§ 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1, § 43a EStG). Die Steuer entsteht, sobald der Vorteil zufließt (§ 44 Abs. 1 EStG). Fällt die verdeckte Gewinnausschüttung erst später auf, kann das Finanzamt die Steuer nachfordern. #### Gilt das auch für die UG? Ja. Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine GmbH mit geringerem Stammkapital. Für sie gelten dieselben Regeln zur verdeckten Gewinnausschüttung, auch die strengeren Anforderungen an Vereinbarungen mit einer beherrschenden Gesellschafterin. #### Wer entscheidet, ob eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt? Das Finanzamt, typischerweise bei der Veranlagung der Körperschaftsteuer oder in einer Betriebsprüfung. Maßstab ist der Fremdvergleich: Hätte die GmbH denselben Vorteil einer fremden Person gewährt? Die Beurteilung im Einzelfall ist Aufgabe der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- # Wissen – Kosten & Preise --- ## Steuerberater-Kosten für eine Holding: Modellrechnung nach StBVV 2026 URL: https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding Kategorie: Kosten & Preise | Lesezeit: 12 Min. | Veröffentlicht: 12. Mai 2026 | Aktualisiert: 24. September 2026 Ein Steuerberater kostet eine kleine Holding nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) im Mittel des Gebührenrahmens rund 1.980 € bis 2.640 € netto im Jahr, inklusive 19 % Umsatzsteuer rund 2.350 € bis 3.150 €. Der Betrag umfasst Buchführung, Jahresabschluss, Anhang, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung; Beratung und Auslagen kommen hinzu. Das zeigt eine Modellrechnung für eine fiktive Holding mit 50.000 € oder 150.000 € Bilanzsumme ohne Ausschüttungen, Stand 2026. Festpreise sind zulässig, wenn Kanzlei und Kunde sie in Textform vereinbaren (§ 4 StBVV). ### Kurz zusammengefasst - Die StBVV rechnet Buchführung, Jahresabschluss und Steuererklärungen als Wertgebühr ab: Ein Rahmen aus Zehntelsätzen wird auf eine volle Gebühr aus Tabelle A, B oder C angewendet. - Modellrechnung 2026 für eine fiktive Holding ohne Ausschüttungen, inklusive Buchführung: im Mittel des Gebührenrahmens 1.978,80 € netto bei 50.000 € Bilanzsumme und 2.644,40 € netto bei 150.000 €, inklusive 19 % Umsatzsteuer 2.354,77 € bzw. 3.146,84 €. - Zum Vergleich: Über die Fideus-Plattform kostet Holding Lite ab 600 € pro Jahr netto, Buchhaltung mit 40 Transaktionen, Abschluss und Erklärungen inklusive. Die Kanzlei bucht und erstellt Abschluss und Erklärungen in eigener Verantwortung; Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf. - Die Buchführung kostet nach § 33 StBVV 14,40 € bis 86,40 € netto im Monat. Zeitgebühr von 16,50 € bis 41 € je angefangene Viertelstunde und Auslagen kommen hinzu. - Festpreise sind zulässig, wenn Kanzlei und Kunde sie in Textform vereinbaren (§ 4 StBVV). ### Modellrechnung (fiktive Holding ohne Ausschüttungen, StBVV in der Fassung ab 1. Juli 2025, Stand 2026) Annahmen: Eine GmbH hält eine Beteiligung und erhält im Geschäftsjahr keine Ausschüttung; die Erträge liegen unter 3.000 €, der Aufwand unter 15.000 €. Die Kanzlei kontiert und bucht rund 40 Transaktionen im Jahr, zwölf Monate lang. Einkommen und Gewerbeertrag liegen unter den Mindestgegenstandswerten. - Bilanzsumme 50.000 € (Modell A): 680,80 € bis 3.276,80 € netto, im Mittel des Rahmens 1.978,80 € netto (2.354,77 € inkl. 19 % Umsatzsteuer) - Bilanzsumme 150.000 € (Modell B): 930,40 € bis 4.358,40 € netto, im Mittel des Rahmens 2.644,40 € netto (3.146,84 € inkl. 19 % Umsatzsteuer) - Buchführung nach § 33 Abs. 1 StBVV (Monatsgebühr 2/10 bis 12/10 von 72 €, Tabelle C, Gegenstandswert bis 15.000 €): 172,80 € bis 1.036,80 € netto im Jahr, im Mittel 604,80 € - Jahresabschluss nach § 35 Abs. 1 Nr. 1a StBVV (10/10 bis 40/10, Tabelle B), Anhang nach § 35 Abs. 1 Nr. 1b (2/10 bis 12/10), Körperschaftsteuererklärung nach § 24 Abs. 1 Nr. 3 (2/10 bis 8/10, Tabelle A, mindestens 16.000 € Gegenstandswert), Gewerbesteuererklärung nach § 24 Abs. 1 Nr. 5 (1/10 bis 6/10, mindestens 8.000 €) - Wo die Gebühr im Rahmen liegt, bestimmt die Kanzlei nach § 11 StBVV im Einzelfall. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Der Mittelwert ist die Mitte des Zehntelrahmens. Nicht enthalten sind Zeitgebühren und Auslagen. ### Was kommt hinzu? - Zeitgebühr: 16,50 € bis 41 € je angefangene Viertelstunde (§ 13 StBVV) - Steuerliches Ergebnis: Ableitung aus dem Handelsbilanzergebnis nach § 35 Abs. 1 Nr. 3a StBVV, 2/10 bis 10/10 aus Tabelle B - Auslagen: Pauschale für Post und Telekommunikation nach § 16 StBVV, 20 % der Gebühren, höchstens 20 € je Angelegenheit - Ausschüttungen: Beteiligungserträge zählen zur Jahresleistung und erhöhen den Gegenstandswert des Abschlusses (§ 35 Abs. 2 StBVV) ### Festpreis Die StBVV gilt für die Höhe der Vergütung nur, soweit nichts anderes vereinbart ist (§ 1 Abs. 1 StBVV). Die Vergütungsvereinbarung braucht Textform (§ 4 Abs. 1 StBVV); eine niedrigere Vergütung muss in angemessenem Verhältnis zu Leistung, Verantwortung und Haftungsrisiko stehen (§ 4a StBVV). ### Was kostet eine Holding über die Fideus-Plattform? Über die Fideus-Plattform kostet eine Holding ab 600 € pro Jahr netto im Paket Holding Lite und ab 1.450 € pro Jahr netto im Paket Holding Pro. Das ist der Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Holding Lite umfasst Buchhaltung mit 40 Transaktionen, gebucht von der Kanzlei, bis zu 3 Beteiligungen, Bilanzsumme bis 150.000 €, Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz und Offenlegung bzw. Hinterlegung, je nach Größenklasse, Steuerberatung durch die mandatierte Steuerkanzlei und die Koordination der Behördenkommunikation. Holding Pro enthält zusätzlich Umsatzsteuer-Jahreserklärung und Umsatzsteuervoranmeldungen. Alle Vorbehaltsaufgaben erbringt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen. Weitere Kosten, etwa für Vorjahre, stehen im Angebot. | Leistung | StBVV-Modell A, Mittelwert netto | Holding Lite | |---|---|---| | Jahresabschluss mit Anhang | 841,60 € | enthalten | | Körperschaftsteuererklärung | 352,50 € | enthalten | | Gewerbesteuererklärung | 179,90 € | enthalten | | Buchführung | 604,80 € | 40 Transaktionen enthalten | | E-Bilanz und Offenlegung bzw. Hinterlegung, je nach Größenklasse | nicht eigens geregelt (§ 2 StBVV) | enthalten | | Summe | 1.978,80 € | ab 600 € / Jahr netto | Zum Vergleich: Das StBVV-Modell A ergibt im Mittel des Gebührenrahmens 1.978,80 € netto für Buchführung, Abschluss und Erklärungen. Es beschreibt eine Holding mit einer Beteiligung, 50.000 € Bilanzsumme und rund 40 Transaktionen im Jahr. Das liegt im Umfang von Holding Lite. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei; Stand 2026, Paketpreise laut Preisseite, Stand September 2026. ### Häufige Fragen - Was kostet ein Steuerberater für eine Holding pro Jahr? Nach der StBVV kosten Buchführung, Jahresabschluss, Anhang, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung einer kleinen Holding ohne Ausschüttungen im Mittel des Gebührenrahmens 1.978,80 € netto bei 50.000 € Bilanzsumme und 2.644,40 € netto bei 150.000 €. Hinzu kommen 19 % Umsatzsteuer und Auslagen. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026. - Ist ein Festpreis beim Steuerberater für eine Holding erlaubt? Ja. Die StBVV gilt für die Höhe der Vergütung nur, soweit nichts anderes vereinbart ist (§ 1 Abs. 1 StBVV). Die Vergütungsvereinbarung braucht Textform (§ 4 Abs. 1 StBVV). - Wie hoch ist der Stundensatz eines Steuerberaters nach StBVV? 16,50 € bis 41 € je angefangene Viertelstunde, also 66 € bis 164 € netto je Stunde (§ 13 StBVV, Fassung ab 1. Juli 2025). - Ändert eine Ausschüttung der Tochter die Kosten für den Jahresabschluss? Ja. Ab 3.000 € betrieblicher Jahresleistung ist der Gegenstandswert nach § 35 Abs. 2 StBVV das Mittel aus Bilanzsumme und Jahresleistung. Bei 50.000 € Bilanzsumme und 100.000 € Ausschüttung steigt die volle Gebühr von 263 € auf 338 €. Modellrechnung, Stand 2026. - Was ist im Paket Holding Lite von Fideus enthalten? Ab 600 € pro Jahr netto, für bis zu 3 Beteiligungen und bis 150.000 € Bilanzsumme: Buchhaltung mit 40 Transaktionen, Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz und Offenlegung bzw. Hinterlegung, je nach Größenklasse, durch die mandatierte Steuerkanzlei in eigener Verantwortung. Zum Vergleich: Die StBVV-Modellrechnung für eine Holding mit 50.000 € Bilanzsumme ergibt inklusive Buchführung im Mittel 1.978,80 € netto. ### Fazit Die StBVV macht die Steuerberater-Kosten einer Holding nachrechenbar: Gegenstandswert bestimmen, volle Gebühr aus Tabelle A, B oder C ablesen, Zehntelsatz anwenden. Für eine kleine Holding ohne Ausschüttungen ergibt das im Modell 680,80 € bis 4.358,40 € netto für Buchführung, Abschluss und Erklärungen. Auslagen und Umsatzsteuer kommen hinzu. Holding Lite kostet über die Fideus-Plattform ab 600 € pro Jahr netto, Buchhaltung mit 40 Transaktionen inklusive. Wie Buchhaltung, Abschluss und Erklärungen über die Plattform ablaufen, beschreibt https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss. ### Quellen - StBVV, zuletzt geändert am 19. Dezember 2025: https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/ - § 33 StBVV (Buchführung): https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__33.html - § 35 StBVV (Abschlussarbeiten): https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__35.html - § 24 StBVV (Steuererklärungen): https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__24.html - § 4 StBVV (Vereinbarung der Vergütung): https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__4.html - Tabelle A, B und C: https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/anlage_1.html, https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/anlage_2.html, https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/anlage_3.html - Steuerberaterkammer Düsseldorf – Änderungen der StBVV ab 1. Juli 2025: https://stbk-duesseldorf.de/steuerberaterverguetungsrecht-erhoehung-der-gesetzlichen-verguetung-und-andere-aenderungen-der-stbvv-treten-zum-1-juli-2025-in-kraft-7519466/ - Bundessteuerberaterkammer – Übersicht zur StBVV: https://www.bstbk.de/de/themen/berufsrecht/steuerberaterverguetungsverordnung - § 8b KStG: https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8b.html - § 267a HGB: https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__267a.html --- ## Steuerberater-Kosten für eine GmbH: Modellrechnung nach StBVV 2026 URL: https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-gmbh Kategorie: Kosten & Preise | Lesezeit: 16 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 ### Kurz zusammengefasst - Nach der StBVV kosten Buchführung, Jahresabschluss sowie Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung einer fiktiven Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz im Mittel des Gebührenrahmens 4.783,50 € netto im Jahr. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026. - Über die Fideus-Plattform kostet dieselbe GmbH im Paket „Operatives Unternehmen“ ab 3.500 € pro Jahr netto, inklusive Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss, Jahreserklärungen, E-Bilanz und Offenlegung. Die Kanzlei bucht und erstellt alles in eigener Verantwortung, Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf. - Größter Posten nach StBVV ist die Buchführung: eine Monatsgebühr aus Tabelle C, deren Höhe vom Jahresumsatz abhängt. Die Umsatzsteuervoranmeldungen sind damit abgegolten (§ 33 Abs. 8 StBVV), ob monatlich oder quartalsweise. - Kleinstkapitalgesellschaften brauchen in der Regel keinen Anhang. Die Lohnabrechnung kostet nach § 34 StBVV 6 € bis 30 € je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum. - Festpreise sind zulässig, wenn Kanzlei und Kunde sie in Textform vereinbaren (§ 4 StBVV). Die **Kosten für den Steuerberater einer GmbH** liegen nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) im Mittel des Gebührenrahmens bei rund 4.780 € netto im Jahr. Das zeigt eine Modellrechnung für eine fiktive Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz, 100.000 € Bilanzsumme und ohne Mitarbeitende, Stand 2026. Darin enthalten sind Buchführung, quartalsweise Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss sowie Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung. Größter Posten ist die laufende Buchführung mit knapp der Hälfte des Betrags. ### Was kostet ein Steuerberater für eine GmbH pro Jahr? Für eine kleine operative GmbH ergibt die StBVV im Mittel des Gebührenrahmens 4.783,50 € netto im Jahr. Der Betrag umfasst Buchführung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss und die drei Jahressteuererklärungen. Wo die Rechnung innerhalb des Rahmens liegt, bestimmt die Kanzlei nach § 11 StBVV im Einzelfall, etwa nach Umfang und Schwierigkeit der Arbeit. Mindest- und Höchstsatz je Posten zeigt die Tabelle. Die Modellrechnung ist ein fiktives Beispiel. Zugrunde liegen diese Annahmen: - **GmbH:** eine Agentur mit 180.000 € Umsatzerlösen und 140.000 € Aufwand im Geschäftsjahr 2026. Davon tragen 135.000 € Vorsteuer, etwa für Freelancer und Software. Rund 500 Banktransaktionen im Jahr, keine Mitarbeitenden. - **Buchführung:** Die Kanzlei bucht und kontiert die Belege (§ 33 Abs. 1 StBVV). Gegenstandswert ist der Jahresumsatz von 180.000 €, weil er über dem Aufwand liegt. - **Umsatzsteuer:** Alle Umsätze unterliegen 19 %. Die Zahllast beträgt rund 8.550 € im Jahr, auch im Vorjahr. Sie liegt unter 9.000 €, die GmbH meldet deshalb quartalsweise an (§ 18 Abs. 2 UStG). - **Jahresabschluss:** Die berichtigte Bilanzsumme beträgt 100.000 €. Die GmbH ist Kleinstkapitalgesellschaft und verzichtet auf den Anhang. - **Steuererklärungen:** Einkommen und Gewerbeertrag betragen je 40.000 €, die steuerpflichtigen Entgelte 180.000 €. - **Gebührensatz:** Gezeigt werden Mindestsatz, Mittelwert und Höchstsatz des jeweiligen Rahmens. | Tätigkeit | Grundlage (StBVV) | Mindestens | Mittelwert | Höchstens | | --- | --- | --- | --- | --- | | Buchführung, 12 Monate | § 33 Abs. 1, 2/10–12/10 von 275 € je Monat (Tabelle C) | 660,00 € | 2.310,00 € | 3.960,00 € | | Umsatzsteuervoranmeldungen | mit der Buchführung abgegolten (§ 33 Abs. 8) | 0,00 € | 0,00 € | 0,00 € | | Jahresabschluss (Bilanz und GuV) | § 35 Abs. 1 Nr. 1a, 10/10–40/10 von 471 € (Tabelle B) | 471,00 € | 1.177,50 € | 1.884,00 € | | Körperschaftsteuererklärung | § 24 Abs. 1 Nr. 3, 2/10–8/10 von 1.125 € (Tabelle A) | 225,00 € | 562,50 € | 900,00 € | | Gewerbesteuererklärung | § 24 Abs. 1 Nr. 5, 1/10–6/10 von 1.125 € (Tabelle A) | 112,50 € | 393,75 € | 675,00 € | | Umsatzsteuererklärung | § 24 Abs. 1 Nr. 8, 1/10–8/10 von 755 € (Tabelle A) | 75,50 € | 339,75 € | 604,00 € | | Summe netto | | 1.544,00 € | 4.783,50 € | 8.023,00 € | | Umsatzsteuer 19 % | § 15 StBVV | 293,36 € | 908,87 € | 1.524,37 € | | Summe brutto | | 1.837,36 € | 5.692,37 € | 9.547,37 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026: StBVV in der Fassung ab 1. Juli 2025, volle Gebühren aus Tabelle A (Anlage 1), Tabelle B (Anlage 2) und Tabelle C (Anlage 3). Der Mittelwert ist die Mitte des Zehntelrahmens. Nicht enthalten sind Zeitgebühren, Auslagen und Lohnabrechnung. Die gleiche Rechnung für eine Holding ohne laufendes Geschäft zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding). Dort fällt die Buchführung kleiner aus, dafür kann ein Anhang nötig sein. ### Was kostet eine GmbH über die Fideus-Plattform? Über die Fideus-Plattform kostet die Agentur-GmbH aus dem Beispiel ab 3.500 € pro Jahr netto im Paket „Operatives Unternehmen“. Für Buchführung, Jahresabschluss und Jahreserklärungen ergibt die StBVV im Mittel 4.783,50 € netto. Das Paket beginnt bei 2.000 € pro Jahr netto. Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, bucht und erstellt Abschluss und Erklärungen in eigener Verantwortung. Fideus ist die Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination und bereitet Belege und Bankdaten auf. Das Paket umfasst Plattform- und Kanzleileistungen: - **Buchhaltung:** laufend, kontiert und gebucht von der Kanzlei; du lädst nur die Belege hoch, Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf - **Umsatzsteuer:** Voranmeldungen, erstellt und übermittelt von der Kanzlei in eigener Verantwortung - **Jahresabschluss:** mit E-Bilanz und Offenlegung im Unternehmensregister, erstellt und übermittelt von der Kanzlei in eigener Verantwortung - **Steuererklärungen:** Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer-Jahreserklärung, erstellt von der Kanzlei in eigener Verantwortung - **Steuerberatung:** durch die mandatierte Steuerkanzlei in eigener Verantwortung - **Koordination:** der Behördenkommunikation über die Plattform Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Steuerkanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat über 50 Mitarbeitende, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. Die Lohnabrechnung lässt sich jederzeit dazubuchen. Sie erstellt über Fideus ein spezialisierter Partner; der Aufpreis steht im Angebot. | Leistung | Paket „Operatives Unternehmen“ | StBVV-Modell, Mittelwert netto | | --- | --- | --- | | Laufende Buchhaltung | enthalten, gebucht von der Kanzlei | 2.310,00 € | | Umsatzsteuervoranmeldungen | enthalten | mit Buchführung abgegolten | | Jahresabschluss | enthalten | 1.177,50 € | | Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung | enthalten | 1.296,00 € | | E-Bilanz und Offenlegung | enthalten | nicht in der Modellrechnung | | Summe | ab 3.500 € / Jahr netto | 4.783,50 € netto | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026. Paketpreis für die fiktive Agentur-GmbH aus dem Beispiel (180.000 € Umsatz, quartalsweise Voranmeldung, 100.000 € Bilanzsumme, rund 500 Banktransaktionen), Stand September 2026. Die StBVV-Spalte zeigt den Mittelwert; Mindest- und Höchstsatz stehen in der Modellrechnung oben. Wie in der Modellrechnung nach § 33 Abs. 1 StBVV kontiert und bucht die Kanzlei. Den Preis für eine bestimmte GmbH nennt das Angebot, dort stehen alle Kosten. Alle Vorbehaltsaufgaben erbringt die Kanzlei in eigener Verantwortung. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. #### Wie kommen Belege zur Kanzlei, und wie läuft der Wechsel? Über die Plattform verknüpfst du die Bankkonten; die Transaktionen kommen automatisch an. Belege lädst du hoch oder leitest sie per E-Mail weiter. Für Software-Abos und andere Tools gibt es eine eigene E-Mail-Adresse von Fideus, die du dort als Rechnungsadresse angibst. Eigene KI-Technologie ordnet Beleg und Transaktion zu und schlägt ein Buchungskonto vor. Die Kanzlei prüft den Vorschlag, kontiert und bucht in eigener Verantwortung. An Fristen erinnert die Plattform mit Fristen-Tracking und Erinnerungen. Beim Wechsel kündigst du die bisherige Kanzlei selbst per E-Mail, mit einer Vorlage von Fideus. Die DATEV-Sicherungsdatei forderst du ebenso mit einer Vorlage an. Die mandatierte Kanzlei reicht ihre Vollmacht beim Finanzamt ein. Dein Aufwand liegt bei rund 20 Minuten. Den Ablauf beschreibt der Artikel [Steuerberater wechseln](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-wechseln). ### Wie berechnet die StBVV die Steuerberaterkosten einer GmbH? Die StBVV rechnet die meisten Tätigkeiten für eine GmbH als Wertgebühr ab. Die Kanzlei bestimmt zuerst den Gegenstandswert, etwa den Jahresumsatz oder das Einkommen. Für diesen Wert liest sie die volle Gebühr aus einer der Tabellen ab. Davon setzt sie einen Zehntelsatz aus dem Rahmen an, den die Verordnung für die jeweilige Tätigkeit vorgibt. 1. **Gegenstandswert bestimmen:** je Tätigkeit nach der Regel in der Tabelle unten. 2. **Volle Gebühr ablesen:** Tabelle A für Steuererklärungen, B für Abschlüsse, C für die Buchführung. 3. **Zehntelsatz anwenden:** etwa 2/10 bis 12/10 bei der Buchführung; die Mitte des Rahmens ist der Mittelwert. 4. **Umsatzsteuer und Auslagen addieren:** 19 % nach § 15 StBVV, Post und Telekommunikation nach § 16 StBVV. | Tätigkeit | Gegenstandswert | Tabelle | Rahmen | | --- | --- | --- | --- | | Buchführung (§ 33) | Jahresumsatz oder Summe des Aufwands, der höhere Betrag | C | 2/10–12/10 je Monat | | Jahresabschluss (§ 35) | Mittel aus berichtigter Bilanzsumme und Jahresleistung | B | 10/10–40/10 | | Körperschaftsteuererklärung (§ 24 Abs. 1 Nr. 3) | Einkommen, mindestens 16.000 € | A | 2/10–8/10 | | Gewerbesteuererklärung (§ 24 Abs. 1 Nr. 5) | Gewerbeertrag, mindestens 8.000 € | A | 1/10–6/10 | | Umsatzsteuererklärung (§ 24 Abs. 1 Nr. 8) | 10 % der Entgelte, mindestens 8.000 € | A | 1/10–8/10 | | Lohnabrechnung (§ 34) | kein Gegenstandswert | – | 6–30 € je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum | Stand 2026, StBVV in der Fassung ab 1. Juli 2025. Die Rahmen gelten für Kanzleien, die nach der StBVV abrechnen und nichts anderes vereinbart haben. ### Was kostet die laufende Buchhaltung beim Steuerberater? Für die Buchführung einschließlich Kontieren berechnet die Kanzlei nach § 33 Abs. 1 StBVV eine Monatsgebühr von 2/10 bis 12/10 aus Tabelle C. Gegenstandswert ist der Jahresumsatz oder die Summe des Aufwands, je nachdem, was höher ist. Bei 180.000 € Umsatz sind das 55 € bis 330 € netto im Monat, im Mittel 192,50 €. Kontiert die GmbH die Belege selbst vor, sinkt der Rahmen nach § 33 Abs. 3 StBVV auf 1/10 bis 6/10. Die Tabelle zeigt, wie die Gebühr mit dem Umsatz wächst. Grundlage ist die [Buchführungstabelle C der StBVV](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/anlage_3.html). Pflichten und Modelle der Buchführung erklärt der Artikel [Buchhaltung für eine GmbH](https://www.fideus.de/wissen/buchhaltung-gmbh). | Jahresumsatz bis | Volle Gebühr (Tabelle C) | Monatsgebühr 2/10–12/10 | Mittelwert im Jahr | | --- | --- | --- | --- | | 100.000 € | 188 € | 37,60–225,60 € | 1.579,20 € | | 200.000 € | 275 € | 55,00–330,00 € | 2.310,00 € | | 300.000 € | 359 € | 71,80–430,80 € | 3.015,60 € | | 500.000 € | 512 € | 102,40–614,40 € | 4.300,80 € | | 1.000.000 € | 872 € | 174,40–1.046,40 € | 7.324,80 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026, netto. Über 500.000 € steigt die volle Gebühr um 36 € je angefangene 50.000 €. #### Kosten die Umsatzsteuervoranmeldungen extra? Nicht, wenn die Kanzlei auch die Buchführung nach § 33 StBVV abrechnet. Die Verordnung regelt das ausdrücklich: > „Mit der Gebühr nach den Absätzen 1, 3 und 4 sind die Gebühren für die Umsatzsteuervoranmeldung (§ 24 Abs. 1 Nr. 7) abgegolten.“ – [§ 33 Abs. 8 StBVV](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__33.html) Erstellt eine Kanzlei nur die Voranmeldungen, gilt § 24 Abs. 1 Nr. 7 StBVV: 1/10 bis 6/10 aus Tabelle A, bezogen auf 10 % der Entgelte, mindestens 650 €. Bei 45.000 € Entgelten im Quartal sind das 34 € bis 204 € netto je Voranmeldung. Wie oft die GmbH anmeldet, regelt [§ 18 Abs. 2 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html). Regelfall ist das Kalendervierteljahr. Lag die Umsatzsteuer im Vorjahr über 9.000 €, meldet die GmbH monatlich an. Bei höchstens 2.000 € kann das Finanzamt sie von den Voranmeldungen befreien. Die GmbH aus dem Beispiel zahlt rund 8.550 € Umsatzsteuer im Jahr und meldet deshalb quartalsweise an. Neugründungen melden nach dem Gesetz im Gründungs- und im Folgejahr monatlich an (§ 18 Abs. 2 Satz 4 UStG). Für die Besteuerungszeiträume 2021 bis 2026 gilt stattdessen die voraussichtliche Steuer des Gründungsjahres oder die auf ein volles Jahr umgerechnete Steuer des Vorjahres (Satz 6). Eine 2026 gegründete GmbH mit denselben Zahlen meldet 2026 also ebenfalls quartalsweise an. Ab 2027 gilt die Ausnahme nach heutigem Stand nicht mehr. Im zweiten Jahr, also 2027, meldet diese GmbH dann monatlich an. Rechnet die Kanzlei die Buchführung nach § 33 StBVV ab, ändert der Rhythmus die Gebühr nicht. Die Voranmeldungen sind in beiden Fällen abgegolten. ### Was kostet der Jahresabschluss einer GmbH beim Steuerberater? Der Jahresabschluss kostet nach § 35 StBVV 10/10 bis 40/10 einer vollen Gebühr aus Tabelle B. Gegenstandswert ist das Mittel aus berichtigter Bilanzsumme und betrieblicher Jahresleistung. Bei 100.000 € Bilanzsumme und 180.000 € Umsatz sind das 140.000 €, die volle Gebühr beträgt 471 €. Die Aufstellung kostet damit 471 € bis 1.884 € netto, im Mittel 1.177,50 €. Ist der Aufwand höher als die Jahresleistung, zählt der Aufwand. Was über das Fünffache der Bilanzsumme hinausgeht, bleibt außer Ansatz. Für Abschlussvorarbeiten bis zur abgestimmten Saldenbilanz darf die Kanzlei zusätzlich die Zeitgebühr berechnen (§ 35 Abs. 3 StBVV). #### Braucht die GmbH einen Anhang? Eine Kleinstkapitalgesellschaft braucht keinen Anhang, wenn sie bestimmte Angaben unter der Bilanz macht (§ 264 Abs. 1 HGB). Als Kleinstkapitalgesellschaft gilt eine GmbH, die zwei von drei Grenzen nicht überschreitet ([§ 267a Abs. 1 HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__267a.html)): 450.000 € Bilanzsumme, 900.000 € Umsatz und zehn Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt. Ist ein Anhang nötig, kostet er 2/10 bis 12/10 aus Tabelle B (§ 35 Abs. 1 Nr. 1b StBVV). Im Modell sind das 94,20 € bis 565,20 € netto. ### Was kosten Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung? Die drei Jahressteuererklärungen der GmbH rechnet die StBVV nach § 24 mit Tabelle A ab. In der Modellrechnung kosten sie zusammen 413 € bis 2.179 € netto, im Mittel 1.296 €. Maßgeblich sind Einkommen, Gewerbeertrag und Entgelte. Bei kleinen Gewinnen greifen Mindestgegenstandswerte von 16.000 € und 8.000 €. Wie hoch die Steuern selbst ausfallen, erklärt der Artikel [Steuern einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-steuern). - **Körperschaftsteuererklärung:** 2/10 bis 8/10 aus Tabelle A. Bei 40.000 € Einkommen beträgt die volle Gebühr 1.125 €, die Gebühr also 225 € bis 900 €. - **Gewerbesteuererklärung:** 1/10 bis 6/10 aus Tabelle A, Gegenstandswert ist der Gewerbeertrag vor Freibetrag. Bei 40.000 € sind das 112,50 € bis 675 €. - **Umsatzsteuererklärung:** 1/10 bis 8/10 aus Tabelle A auf 10 % der Entgelte. Bei 180.000 € Entgelten ist der Gegenstandswert 18.000 €, die volle Gebühr 755 € und die Gebühr 75,50 € bis 604 €. Bilanz und GuV gehen zusätzlich als E-Bilanz elektronisch an das Finanzamt (§ 5b EStG). Dafür nennt die StBVV keine eigene Gebühr. Wie Jahresabschluss und Erklärungen zusammenhängen und welche Fristen gelten, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). ### Was kostet die Lohnabrechnung beim Steuerberater? Die Lohnabrechnung kostet nach § 34 Abs. 2 StBVV 6 € bis 30 € je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum. Die Lohnsteueranmeldung ist damit abgegolten (§ 34 Abs. 6 StBVV). Für eine Mitarbeiterin mit monatlicher Abrechnung sind das 72 € bis 360 € netto im Jahr, im Mittel 216 €. Liefert die GmbH die Buchungsunterlagen selbst, sinkt der Rahmen auf 2,50 € bis 9,50 € je Abrechnung (§ 34 Abs. 3 StBVV). Sonstige Tätigkeiten rund um Lohnsteuer und Lohnbuchführung rechnet die Kanzlei nach Zeitgebühr ab (§ 34 Abs. 5 StBVV). ### Welche Kosten kommen zur StBVV-Rechnung hinzu? Zur Modellrechnung kommen je nach Auftrag weitere Posten: Beratung und Abschlussvorarbeiten nach Zeitgebühr, die Ableitung des steuerlichen Ergebnisses, Auslagen und die Umsatzsteuer. Tätigkeiten, die die StBVV nicht eigens regelt, bemisst die Kanzlei nach § 2 StBVV sinngemäß oder vereinbart sie gesondert. - **Zeitgebühr:** 16,50 € bis 41 € je angefangene Viertelstunde, also 66 € bis 164 € netto je Stunde (§ 13 StBVV). - **Steuerliches Ergebnis:** Die Ableitung aus dem Handelsbilanzergebnis kostet 2/10 bis 10/10 aus Tabelle B (§ 35 Abs. 1 Nr. 3a StBVV). Im Modell sind das 94,20 € bis 471 €. - **Beratung:** Ein Rat, der nicht mit einer anderen Tätigkeit zusammenhängt, kostet 1/10 bis 10/10 aus Tabelle A (§ 21 StBVV). Die Grenze von 190 € für eine erste Beratung gilt nur für Verbraucher, nicht für die GmbH. - **Auslagen:** pauschal 20 % der Gebühren, höchstens 20 € je Angelegenheit (§ 16 StBVV). - **Umsatzsteuer:** 19 % auf alle Beträge (§ 15 StBVV). Eine GmbH mit steuerpflichtigen Umsätzen kann sie in der Regel als Vorsteuer abziehen. ### Darf eine Steuerkanzlei einen Festpreis für die GmbH vereinbaren? Ja. Die StBVV gilt für die Höhe der Vergütung nur, soweit nichts anderes vereinbart ist (§ 1 Abs. 1 StBVV). Eine Vergütungsvereinbarung braucht Textform und muss als solche bezeichnet sein ([§ 4 Abs. 1 StBVV](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__4.html)). Eine niedrigere Vergütung muss in angemessenem Verhältnis zu Leistung, Verantwortung und Haftungsrisiko stehen (§ 4a StBVV). Die Kanzlei muss in Textform darauf hinweisen, dass eine höhere oder niedrigere Vergütung vereinbart werden kann (§ 4 Abs. 3 StBVV). Die frühere Pauschalvergütung nach § 14 StBVV ist zum 1. Juli 2025 ersatzlos weggefallen. Festpreise und Pauschalen laufen seitdem über die Vergütungsvereinbarung nach § 4 StBVV. ### Wie vergleichst du Angebote von Steuerkanzleien für die GmbH? Angebote lassen sich nur vergleichen, wenn Umfang und Abrechnungsart gleich sind. Ein niedriger Monatsbetrag für die Buchführung sagt wenig, wenn Jahresabschluss und Erklärungen gesondert abgerechnet werden. Die folgenden Fragen lassen sich bei jedem Angebot prüfen, ob es nach StBVV oder zum Festpreis kalkuliert ist. 1. **Umfang:** Sind Buchführung mit Kontieren, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss, E-Bilanz, Offenlegung und alle drei Jahreserklärungen enthalten? 2. **Abrechnung:** Gebühr nach StBVV mit welchem Zehntelsatz, oder ein fester Betrag per Vergütungsvereinbarung in Textform? 3. **Zusatzposten:** Werden Abschlussvorarbeiten, Beratung oder Auslagen gesondert berechnet? 4. **Netto oder brutto:** StBVV-Beträge und die meisten Festpreise verstehen sich zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. 5. **Ablauf:** Wie kommen Belege und Bankdaten zur Kanzlei, und wer erinnert an Fristen und fehlende Unterlagen? Für das Paket „Operatives Unternehmen“ steht der Umfang in der Vergleichstabelle oben. Der Preis ist ein Gesamtpreis netto, und alle Kosten stehen vor der Beauftragung im Angebot. Belege und Bankdaten kommen über die Plattform zur Kanzlei. ### Fazit Die StBVV macht die Steuerberater-Kosten einer GmbH nachrechenbar: Gegenstandswert bestimmen, volle Gebühr aus Tabelle A, B oder C ablesen, Zehntelsatz anwenden. Für eine kleine Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz ergibt das im Mittel 4.783,50 € netto im Jahr. Knapp die Hälfte davon entfällt auf die laufende Buchführung. Über die Fideus-Plattform kostet dieselbe GmbH ab 3.500 € pro Jahr netto. Die Kanzlei bucht und erstellt Abschluss und Erklärungen in eigener Verantwortung; Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf. - Umsatzsteuervoranmeldungen sind mit der Buchführung abgegolten. - Kleinstkapitalgesellschaften brauchen in der Regel keinen Anhang. - Festpreise brauchen eine Vergütungsvereinbarung in Textform. Alle Pakete für operative GmbHs und UGs zeigt die Seite [Preise](https://www.fideus.de/preise). Wie der Ablauf für Agenturen und digitale Dienstleister aussieht, zeigen die Seiten [Fideus für Agenturen](https://www.fideus.de/branchen/agenturen) und [Fideus für digitale Dienstleister](https://www.fideus.de/branchen/digitale-dienstleister). ### Quellen - [Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV), zuletzt geändert am 19. Dezember 2025 – gesetze-im-internet.de](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/) - [§ 33 StBVV – Buchführung](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__33.html) - [§ 34 StBVV – Lohnbuchführung](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__34.html) - [§ 35 StBVV – Abschlussarbeiten](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__35.html) - [§ 24 StBVV – Steuererklärungen](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__24.html) - [§ 4 StBVV – Vereinbarung der Vergütung](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__4.html) - [StBVV Anlage 1 – Tabelle A (Beratungstabelle)](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/anlage_1.html) - [StBVV Anlage 2 – Tabelle B (Abschlusstabelle)](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/anlage_2.html) - [StBVV Anlage 3 – Tabelle C (Buchführungstabelle)](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/anlage_3.html) - [§ 267a HGB – Kleinstkapitalgesellschaft](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__267a.html) - [§ 18 UStG – Besteuerungsverfahren](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html) - [Bundessteuerberaterkammer – Übersicht zur StBVV](https://www.bstbk.de/de/themen/berufsrecht/steuerberaterverguetungsverordnung) Alle Fundstellen geprüft am 23. September 2026 und erneut am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Was kostet ein Steuerberater für eine GmbH im Monat? Für eine fiktive Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz kostet die Buchführung nach § 33 StBVV im Mittel des Gebührenrahmens 192,50 € netto im Monat. Die Umsatzsteuervoranmeldungen sind damit abgegolten. Legt man Jahresabschluss und Steuererklärungen auf zwölf Monate um, sind es im Mittel rund 399 € netto im Monat. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026. #### Wie hoch ist die Steuerberatergebühr für den Jahresabschluss einer GmbH? Nach § 35 StBVV beträgt sie 10/10 bis 40/10 einer vollen Gebühr aus Tabelle B. Gegenstandswert ist das Mittel aus berichtigter Bilanzsumme und Jahresleistung. Bei 100.000 € Bilanzsumme und 180.000 € Umsatz beträgt die volle Gebühr 471 €, der Mittelwert 1.177,50 € netto. Kleinstkapitalgesellschaften brauchen in der Regel keinen Anhang. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026. #### Sind die Umsatzsteuervoranmeldungen in der Buchhaltungsgebühr enthalten? Ja, wenn die Kanzlei die Buchführung nach § 33 Abs. 1, 3 oder 4 StBVV abrechnet. Nach § 33 Abs. 8 StBVV sind die Gebühren für die Umsatzsteuervoranmeldung damit abgegolten, ob monatlich oder quartalsweise angemeldet wird. Eine eigene Gebühr nach § 24 Abs. 1 Nr. 7 StBVV fällt nur an, wenn die Kanzlei die Voranmeldungen ohne diese Buchführung erstellt. #### Braucht eine GmbH einen Steuerberater? Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Die GmbH muss aber Bücher führen, einen Jahresabschluss aufstellen, die E-Bilanz übermitteln und Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung abgeben. Beauftragt sie eine Steuerkanzlei, gilt für die Jahreserklärungen in der Regel eine längere Frist (§ 149 Abs. 3 AO). #### Was kostet eine operative GmbH über die Fideus-Plattform? Für eine fiktive Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz, quartalsweiser Umsatzsteuervoranmeldung, 100.000 € Bilanzsumme und rund 500 Banktransaktionen kostet das Paket „Operatives Unternehmen“ ab 3.500 € pro Jahr netto. Die StBVV ergibt für Buchführung, Jahresabschluss und Jahreserklärungen im Mittel 4.783,50 € netto. Enthalten sind laufende Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer-Jahreserklärung, E-Bilanz und Offenlegung. Die mandatierte Steuerkanzlei bucht und erstellt alles in eigener Verantwortung; Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf. Das Paket beginnt bei 2.000 € pro Jahr netto. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Holding gründen: Kosten 2026 für Notar, Handelsregister und laufenden Betrieb URL: https://www.fideus.de/wissen/holding-gruenden-kosten Kategorie: Kosten & Preise | Lesezeit: 14 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 ### Kurz zusammengefasst - Notar und Handelsregister kosten für eine Holding-UG mit Musterprotokoll rund 375 €, für eine Holding-GmbH rund 500 € bis 935 €, jeweils inklusive Umsatzsteuer auf die Notargebühren. Modellrechnung nach GNotKG und HRegGebV, Stand 2026. - Die Eintragung ins Handelsregister kostet seit dem 1. Juni 2025 für GmbH und UG 225 €, mit Sacheinlage 360 €. - Das Stammkapital ist keine Gebühr: Es bleibt Vermögen der Holding. Die GmbH braucht 25.000 €, die UG ab 1 €. - Das Einbringen bestehender Anteile kostet zusätzlich eine eigene Beurkundung, deren Gebühr sich nach dem Wert der Anteile richtet. - Laufend kosten Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen über die Fideus-Plattform ab 600 € pro Jahr netto (Holding Lite). Die Leistungen erbringt die mandatierte Steuerkanzlei in eigener Verantwortung. Die StBVV-Modellrechnung liegt inklusive Buchführung im Mittel bei 1.978,80 € netto. Eine **Holding zu gründen kostet** 2026 an Notar- und Registergebühren rund 375 € für eine UG (haftungsbeschränkt) mit Musterprotokoll. Für eine GmbH sind es rund 500 € mit Musterprotokoll und rund 935 € mit eigener Satzung. Alle Beträge verstehen sich inklusive Umsatzsteuer auf die Notargebühren. Das Stammkapital von 25.000 € bei der GmbH ist keine Gebühr, es bleibt Vermögen der Holding. Teurer wird es, wenn bestehende Anteile eingebracht werden. Jedes Jahr kommen Jahresabschluss, Steuererklärungen, Transparenzregister und IHK-Beitrag hinzu. ### Was kostet es, eine Holding zu gründen? Die einmaligen Kosten einer Holding-Gründung bestehen aus Notargebühren, der Gebühr des Registergerichts und dem Stammkapital, das als Vermögen in der Gesellschaft bleibt. Notar und Register kosten zusammen je nach Variante rund 375 € bis 935 €, inklusive Umsatzsteuer auf die Notargebühren. Beratung zur Struktur und das Einbringen bestehender Anteile kommen gegebenenfalls hinzu. Eine Holding ist keine eigene Rechtsform, sondern eine GmbH oder UG, deren Zweck das Halten von Beteiligungen ist. Wie die Struktur funktioniert, erklärt der Überblick [Wie funktioniert eine Holding?](https://www.fideus.de/wissen/wie-funktioniert-eine-holding) Den Unterschied zur [vermögensverwaltenden GmbH](https://www.fideus.de/wissen/vermoegensverwaltende-gmbh) zeigt ein eigener Artikel. Die Tabelle zeigt drei typische Varianten für eine Gründerin, die ihre Holding allein gründet. | Posten | A: UG, Musterprotokoll | B: GmbH, Musterprotokoll | C: GmbH, eigene Satzung | | --- | --- | --- | --- | | Stammkapital (bleibt in der Holding) | 1.000,00 € | 25.000,00 € | 25.000,00 € | | Notar inkl. 19 % Umsatzsteuer | 149,94 € | 275,60 € | 709,24 € | | Handelsregister (Nr. 2100 HRegGebV) | 225,00 € | 225,00 € | 225,00 € | | Gebühren gesamt inkl. Umsatzsteuer | 374,94 € | 500,60 € | 934,24 € | Modellrechnung nach GNotKG und HRegGebV, Stand September 2026. Fiktives Beispiel: eine Gesellschafterin, eine Geschäftsführerin, Bargründung, Präsenztermin beim Notar. Die Notargebühren enthalten 19 % Umsatzsteuer, die Registergebühr enthält keine. Die verbindliche Kostenberechnung erstellt der Notar (§ 19 GNotKG). ### Wie berechnet der Notar die Gründung einer Holding? Notargebühren sind gesetzlich festgelegt und hängen vom Geschäftswert ab. Das Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) ordnet jedem Wert eine volle Gebühr aus Tabelle B zu. Für 25.000 € sind das 115 €, für 30.000 € sind es 125 €. Das Kostenverzeichnis legt fest, welcher Satz davon für welche Tätigkeit anfällt. Beim Geschäftswert unterscheidet das Gesetz zwei Wege. Für einen individuellen Gesellschaftsvertrag gilt ein Mindestwert von 30.000 € ([§ 107 Abs. 1 GNotKG](https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/__107.html)). Für eine Gründung mit Musterprotokoll entfällt er (§ 107 Abs. 1 Satz 2 i. V. m. [§ 105 Abs. 6 GNotKG](https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/__105.html)). Dann ist der Geschäftswert das Stammkapital, bei einer UG also oft nur 1.000 €. | Tätigkeit | Grundlage (KV GNotKG) | A: UG, 1.000 € | B: GmbH, Muster | C: GmbH, Satzung | | --- | --- | --- | --- | --- | | Beurkundung der Gründung | KV 21200 (1,0), bei C zusätzlich KV 21100 (2,0) | 60,00 € | 115,00 € | 375,00 € | | Gesellschafterliste | KV 22110 (0,5), höchstens 250 € (KV 22113) | entfällt | entfällt | 96,00 € | | Entwurf der Handelsregisteranmeldung | KV 24102 (0,5 für den vollständigen Entwurf), mindestens 30 € | 30,00 € | 57,50 € | 62,50 € | | XML-Daten für das Registergericht | KV 22114 (0,2, höchstens 125 €), mindestens 15 € (§ 34 Abs. 5 GNotKG) | 15,00 € | 23,00 € | 25,00 € | | Post und Telekommunikation | KV 32005, 20 %, höchstens 20 € je Urkunde | 21,00 € | 36,10 € | 37,50 € | | Zwischensumme | | 126,00 € | 231,60 € | 596,00 € | | Umsatzsteuer 19 % | KV 32014 | 23,94 € | 44,00 € | 113,24 € | | Summe inkl. Umsatzsteuer | | 149,94 € | 275,60 € | 709,24 € | Modellrechnung nach GNotKG, Stand September 2026; volle Gebühren aus Tabelle B (Anlage 2). Variante C: Gesellschaftsvertrag 1,0 aus 30.000 €, Bestellung der Geschäftsführerin als Beschluss 2,0 aus 30.000 € (§§ 108, 110 GNotKG). Zusammen höchstens 2,0 aus 60.000 € (§ 94 GNotKG). Die Gesellschafterliste kostet 0,5 aus 60.000 € (§ 112 GNotKG): Weil das Beurkundungsverfahren mit dem Beschluss eine 2,0-Gebühr enthält, gilt KV 22110. Ohne Beschluss in der Urkunde wären es 0,3 nach KV 22111. Der Entwurf der Anmeldung wird mit dem Höchstsatz berechnet (§ 92 Abs. 2 GNotKG). Nicht enthalten: Dokumentenpauschale, Beratung und Beglaubigungen außerhalb des Entwurfs. #### Musterprotokoll oder eigene Satzung? Das Musterprotokoll ist ein gesetzlicher Vordruck für einfache Gründungen mit höchstens drei Gesellschaftern und einem Geschäftsführer ([§ 2 Abs. 1a GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__2.html)). Es gilt zugleich als Gesellschafterliste, deshalb fällt dafür keine Vollzugsgebühr an. Abweichende Regeln sind nicht erlaubt. Zu den Kosten enthält der Vordruck eine feste Klausel: > „Die Gesellschaft trägt die mit der Gründung verbundenen Kosten bis zu einem Gesamtbetrag von 300 €, höchstens jedoch bis zum Betrag ihres Stammkapitals.“ – Musterprotokoll, Anlage 1 zum GmbHG Was darüber hinausgeht, trägt die Gesellschafterin selbst. Bei einer UG mit 1.000 € Stammkapital übernimmt die Gesellschaft also höchstens 300 € der Gründungskosten. Ob eine eigene Satzung nötig ist, etwa für mehrere Geschäftsführer oder Regeln zur Übertragung von Anteilen, klärt der Notar oder eine Rechtsanwaltskanzlei. #### Kostet die Online-Gründung mehr? Seit dem 1. August 2022 lassen sich GmbH und UG auch per Video gründen, über das Videokommunikationssystem der Bundesnotarkammer (§ 2 Abs. 3 GmbHG). Die Gebühren sind dieselben. Hinzu kommen 25 € je Beurkundung und 8 € je Signaturbeglaubigung, etwa für die Registeranmeldung ([Nr. 32016 KV GNotKG](https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/anlage_1.html)). ### Was kostet die Eintragung ins Handelsregister? Die Ersteintragung einer GmbH oder UG kostet seit dem 1. Juni 2025 pauschal 225 € statt zuvor 150 € ([Verordnung vom 30. April 2025, BGBl. 2025 I Nr. 127](https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2025/127/VO.html)). Wer Sacheinlagen leistet, zum Beispiel Anteile an der operativen GmbH, zahlt 360 €. Die Beträge gelten unabhängig vom Stammkapital und stehen im Gebührenverzeichnis der Handelsregistergebührenverordnung. | Eintragung | Gebühr | Grundlage | | --- | --- | --- | | Ersteintragung GmbH oder UG, Bargründung | 225,00 € | Nr. 2100 HRegGebV | | Ersteintragung mit Sacheinlage | 360,00 € | Nr. 2101 HRegGebV | | Kapitalerhöhung durch Sacheinlage | 315,00 € | Nr. 2401 HRegGebV | | Neue Gesellschafterliste der Tochter nach Anteilsübertragung | 45,00 € | Nr. 5002 HRegGebV | Auf Gerichtsgebühren fällt keine Umsatzsteuer an. Für die Bekanntmachung der Eintragung im Registerportal entstehen in der Regel keine gesonderten Auslagen (Nr. 31004 KV GNotKG). ### Wie viel Stammkapital braucht eine Holding? Eine Holding-GmbH braucht mindestens 25.000 € Stammkapital, von denen vor der Anmeldung mindestens 12.500 € eingezahlt sein müssen. Eine Holding-UG kann mit 1 € gegründet werden, muss das Stammkapital aber vollständig einzahlen. Das Kapital ist keine Gebühr: Es gehört der Holding und kann nach der Eintragung für ihre Zwecke eingesetzt werden. - **GmbH:** Mindeststammkapital 25.000 € (§ 5 Abs. 1 GmbHG). Auf jeden Geschäftsanteil ist ein Viertel einzuzahlen, insgesamt mindestens die Hälfte des Mindeststammkapitals ([§ 7 Abs. 2 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__7.html)). - **UG (haftungsbeschränkt):** Stammkapital unter 25.000 €, in voller Höhe vor der Anmeldung einzuzahlen. Sacheinlagen sind ausgeschlossen. Ein Viertel des Jahresüberschusses, gemindert um einen Verlustvortrag aus dem Vorjahr, fließt in eine gesetzliche Rücklage ([§ 5a GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__5a.html)). Für eine Holding ist der Ausschluss von Sacheinlagen wichtig: Eine UG kann bestehende Anteile nicht als Einlage bei der Gründung aufnehmen. Wann sie als Holding reicht, erklärt der Artikel [UG als Holding](https://www.fideus.de/wissen/ug-als-holding). Weitere Unterschiede zwischen beiden Rechtsformen erklärt der Artikel [UG vs. GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh). ### Was kostet es, bestehende Anteile in die Holding einzubringen? Wer seine Anteile an einer bestehenden GmbH in die Holding überträgt, braucht eine eigene notarielle Beurkundung (§ 15 Abs. 3 GmbHG). Die Gebühr richtet sich nach dem Wert der Anteile, nicht nach dem Stammkapital. Bei einem Anteilswert von 100.000 € kosten Beurkundung und Vollzug beim Notar rund 836 € inklusive Umsatzsteuer, dazu 45 € beim Registergericht. Als Wert setzt der Notar das anteilige Eigenkapital der Gesellschaft an, wenn keine Anhaltspunkte für einen höheren Wert bestehen ([§ 54 GNotKG](https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/__54.html)). Ein fiktives Beispiel mit 100.000 €: - **Beurkundung der Abtretung:** 2,0 aus 273 € (Tabelle B), also 546 € zuzüglich Umsatzsteuer (Nr. 21100 KV GNotKG). - **Neue Gesellschafterliste der Tochter:** 0,5 aus 273 €, also 136,50 € zuzüglich Umsatzsteuer beim Notar (Nr. 22110 KV GNotKG) und 45 € beim Registergericht. - **Auslagen und Umsatzsteuer:** 20 € Pauschale für Post und Telekommunikation, darauf 19 % Umsatzsteuer. Zusammen mit der Registergebühr ergibt das 880,98 €. Modellrechnung nach GNotKG und HRegGebV, Stand September 2026. Wird die Holding direkt mit den Anteilen als Sacheinlage gegründet, braucht es einen Sachgründungsbericht und einen Wertnachweis (§ 5 Abs. 4, § 8 Abs. 1 GmbHG). Die Registergebühr steigt dann auf 360 €. Das Beispiel umfasst nur die Abtretung. Läuft die Einbringung über eine Kapitalerhöhung der bestehenden Holding gegen Sacheinlage, kommen die Beurkundung des Beschlusses, die Registeranmeldung und 315 € Registergebühr hinzu (Nr. 2401 HRegGebV). Eine solche Sachgründung ist nicht per Video möglich. Das Bundesjustizministerium nimmt Sachgründungen aus, bei denen Gegenstände eingebracht werden, „deren Übertragung nach anderen Vorschriften beurkundet werden müssen (z. B. Grundstücke oder GmbH-Anteile)“ ([BMJV, Notarielle Online-Verfahren](https://www.bmjv.de/DE/themen/digitales/digitale_wirtschaft_gesellschaft/registerrecht/registerrecht_artikel.html)). **Wichtig:** Die Einbringung hat steuerliche Folgen. Unter den Voraussetzungen des [§ 21 UmwStG](https://www.gesetze-im-internet.de/umwstg_2006/__21.html) kann ein Anteilstausch auf Antrag zum Buchwert erfolgen; danach gilt eine Frist von sieben Jahren (§ 22 UmwStG). Ob und wie das greift, prüft die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, bevor der Notartermin steht. ### Welche Kosten fallen nach der Gründung einmalig oder jährlich an? Nach der Eintragung kommen kleinere Pflichtposten hinzu: 19,80 € Jahresgebühr für das Transparenzregister, der IHK-Beitrag und die Kosten für das Geschäftskonto. Die Anmeldung beim Finanzamt ist kostenlos, aber fristgebunden. Eine Gewerbeanmeldung braucht eine reine Holding nach verbreiteter Auffassung nicht. - **Transparenzregister:** Jede GmbH und UG meldet ihre wirtschaftlich Berechtigten. Die Jahresgebühr beträgt seit 2024 19,80 € ([Nr. 1 Anlage TrGebV](https://www.gesetze-im-internet.de/trgebv_2020/BJNR009300020.html)). Ablauf und Pflichten erklärt der Artikel [Transparenzregister](https://www.fideus.de/wissen/transparenzregister). - **IHK-Beitrag:** Eine Kapitalgesellschaft ist kraft Rechtsform gewerbesteuerpflichtig und damit Mitglied der IHK ([§ 2 IHKG](https://www.gesetze-im-internet.de/ihkg/__2.html), § 2 Abs. 2 GewStG). Grundbeitrag und Umlage legt die Beitragsordnung der jeweiligen IHK fest. Die Beitragsbefreiung für Existenzgründer gilt nur für natürliche Personen (§ 3 Abs. 3 IHKG). - **Finanzamt:** Die Holding zeigt ihre Gründung innerhalb eines Monats an (§ 137 AO), elektronisch mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung (§ 138 Abs. 1b AO). Gebühren fallen dafür nicht an. - **Gewerbeanmeldung:** Die Anzeigepflicht nach § 14 GewO gilt für ein Gewerbe. Die bloße Verwaltung eigener Beteiligungen gilt gewerberechtlich meist nicht als Gewerbe. Erbringt die Holding Leistungen, etwa Managementleistungen an die Tochter, ist eine Anmeldung in der Regel nötig; die Gebühr legt die Gemeinde fest. - **Geschäftskonto:** Die Holding braucht ein eigenes Konto, schon für die Einzahlung des Stammkapitals. Die Entgelte stehen im Preisverzeichnis der jeweiligen Bank. #### Typische Kostenfalle: die fehlende Transparenzregister-Meldung Im Onboarding neu gegründeter Holdings auf der Fideus-Plattform fällt wiederholt dieselbe Lücke auf: Die Meldung zum Transparenzregister fehlt. Die Gebühr von 19,80 € ist klein, das Risiko nicht. Wer die wirtschaftlich Berechtigten vorsätzlich oder leichtfertig nicht, nicht richtig oder nicht rechtzeitig mitteilt, handelt ordnungswidrig ([§ 56 Abs. 1 GwG](https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2017/__56.html)). Die Geldbuße beträgt bei Vorsatz bis zu 150.000 €, bei Leichtfertigkeit bis zu 100.000 €. Die Pflicht folgt aus § 20 Abs. 1 GwG. ### Was kostet eine Holding im Jahr? Laufend kosten vor allem Buchhaltung, Jahresabschluss sowie Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung. Über die Fideus-Plattform beginnt das bei 600 € pro Jahr netto im Paket Holding Lite. Eine Modellrechnung nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) ergibt für eine kleine Holding inklusive Buchführung im Mittel 1.978,80 € netto. | Posten | Fideus, Holding Lite | Einzelabrechnung nach StBVV, Mittelwert | | --- | --- | --- | | Jahresabschluss mit Anhang, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung | enthalten | 1.374,00 € netto | | Buchhaltung | 40 Transaktionen enthalten | 604,80 € netto (§ 33 StBVV) | | E-Bilanz und Offenlegung | enthalten | nicht eigens geregelt (§ 2 StBVV) | | Summe | ab 600 € / Jahr netto | 1.978,80 € netto | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. StBVV in der Fassung ab 1. Juli 2025, fiktive GmbH mit einer Beteiligung, 50.000 € Bilanzsumme, ohne Ausschüttungen, Erträge unter 3.000 €, Aufwand unter 15.000 €. Buchführung: Die Kanzlei kontiert und bucht rund 40 Transaktionen im Jahr, 2/10–12/10 von 72 € (Tabelle C) je Monat, zwölf Monate (§ 33 Abs. 1 StBVV). Mittelwert des Gebührenrahmens; nicht enthalten sind Zeitgebühren und Auslagen. Paketpreis laut Preisseite, Stand September 2026. Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Vorbehaltsaufgaben erbringt die Kanzlei in eigener Verantwortung. Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen erbringt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Die Kanzlei bucht, Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf. Holding Pro kostet ab 1.450 € pro Jahr netto und enthält zusätzlich Umsatzsteuer-Jahreserklärung und Umsatzsteuervoranmeldungen, die die Kanzlei in eigener Verantwortung erstellt. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. Wie ein Wechsel für eine bestehende Holding abläuft, erklärt der Artikel [Steuerberater wechseln](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-wechseln). Holding Lite gilt für Holdings mit bis zu drei Beteiligungen und bis 150.000 € Bilanzsumme. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen" außerdem Handel und E-Commerce. Wächst die Holding, etwa um weitere Beteiligungen, lässt sich das Paket jederzeit über Add-ons oder den Wechsel zu Holding Pro anpassen. Alle Kosten stehen im Angebot. Den vollständigen Rechenweg nach StBVV zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding). Die [Offenlegung](https://www.fideus.de/wissen/offenlegung-jahresabschluss) ist in beiden Paketen enthalten: Die Kanzlei übermittelt den Jahresabschluss an das Unternehmensregister. Dessen Gebühren stellt das Register der Gesellschaft direkt in Rechnung. Sie betragen je nach Größenklasse 18,50 € oder 25 € zuzüglich 3 € Jahresgebühr (Nr. 1410, 1420, 1421 KV JVKostG, Stand 2026). ### Welche Rolle spielt der Gründungszeitpunkt für die Kosten? Der Zeitpunkt entscheidet über zwei Kostenfaktoren. Ein kurzes erstes Geschäftsjahr braucht einen eigenen Jahresabschluss. Gleichzeitig zählt für die Gewerbesteuer die Beteiligung zu Beginn des Jahres. Wer Anteile erst im Laufe eines Jahres in eine bestehende Holding bringt, verliert für dieses Jahr in der Regel die gewerbesteuerliche Kürzung auf Ausschüttungen. Jedes Geschäftsjahr darf höchstens zwölf Monate dauern (§ 240 Abs. 2 HGB), und für seinen Schluss ist ein Abschluss aufzustellen ([§ 242 HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__242.html)). Eine Holding, die im Dezember gegründet wird und nach dem Kalenderjahr bilanziert, braucht also für wenige Wochen einen vollständigen Jahresabschluss und die Steuererklärungen dazu. Über die Fideus-Plattform übernimmt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, die Holding ab der Gründung und erstellt in eigener Verantwortung die Eröffnungsbilanz; deren Preis steht im Angebot. Für das erste, kurze Geschäftsjahr gilt der reguläre Paketpreis; einen eigenen Posten für das Rumpfgeschäftsjahr gibt es nicht. Bei der Körperschaftsteuer ist das unkritisch. Der Erwerb von mindestens 10 % gilt als zu Beginn des Kalenderjahres erfolgt ([§ 8b Abs. 4 Satz 6 KStG](https://www.gesetze-im-internet.de/kstg_1977/__8b.html)). Bei der Gewerbesteuer fehlt eine solche Regel. Ausschüttungen bleiben nur außen vor, wenn die Beteiligung zu Beginn des Erhebungszeitraums mindestens 15 % beträgt ([§ 9 Nr. 2a GewStG](https://www.gesetze-im-internet.de/gewstg/__9.html), bei ausländischen Tochtergesellschaften § 9 Nr. 7 GewStG). Sonst liegt die Belastung auf der Dividende bei einem Hebesatz von 400 % bei rund 14,8 % statt rund 1,5 %. Wann Dividenden zu 95 % steuerfrei sind, erklärt der Artikel [§ 8b KStG](https://www.fideus.de/wissen/8b-kstg). Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Körperschaftsteuer 15 % und Solidaritätszuschlag auf 5 % der Dividende, Gewerbesteuer auf die volle Dividende (§ 8 Nr. 5 GewStG), Stand 2026. Welcher Zeitpunkt für eine bestimmte Holding günstiger ist, hängt von geplanten [Ausschüttungen](https://www.fideus.de/wissen/gewinnausschuettung-gmbh) und vom Weg der Einbringung ab. Das prüft die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist. Den Ablauf der Gründung Schritt für Schritt beschreibt der Artikel [Wie gründe ich eine Holding?](https://www.fideus.de/wissen/holding-gruenden) Die allgemeinen Schritte vom Notartermin bis zur Steuernummer zeigt der Artikel [Ablauf der GmbH-Gründung](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-gruendung-ablauf). ### Fazit Die Gebühren für die Gründung einer Holding lassen sich aus GNotKG und HRegGebV genau nachrechnen. Notar und Register kosten rund 375 € für eine UG mit Musterprotokoll und rund 935 € für eine GmbH mit eigener Satzung, inklusive Umsatzsteuer auf die Notargebühren. Das Stammkapital bleibt Vermögen der Holding. Ins Gewicht fallen das Einbringen bestehender Anteile und die laufenden Kosten für Abschluss und Erklärungen. - **Einmalig:** Notar nach GNotKG, 225 € Registergebühr, bei Einbringung eine weitere Beurkundung nach Anteilswert. - **Jährlich:** Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen, 19,80 € Transparenzregister, IHK-Beitrag, Registergebühren für die Offenlegung. - **Zeitpunkt:** Die 15-%-Schwelle der Gewerbesteuer zählt zu Beginn des Jahres; ein kurzes erstes Geschäftsjahr kostet einen eigenen Abschluss. Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination. Für Holdings mit Beteiligungen strukturiert die Plattform Belege und Bankdaten; Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Das gilt ab der Gründung, im ersten Geschäftsjahr zum regulären Paketpreis. Gründung und Gesellschaftsvertrag übernehmen Notar und bei Bedarf eine Rechtsanwaltskanzlei. Pakete und Ablauf zeigt die Seite [Holding-Jahresabschluss](https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss). ### Quellen - [Gerichts- und Notarkostengesetz (§§ 19, 34, 54, 92, 94, 105, 107, 108, 110, 112)](https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/) - [GNotKG Anlage 1 – Kostenverzeichnis](https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/anlage_1.html) - [GNotKG Anlage 2 – Gebührentabelle](https://www.gesetze-im-internet.de/gnotkg/anlage_2.html) - [Handelsregistergebührenverordnung – Gebührenverzeichnis](https://www.gesetze-im-internet.de/hreggebv/anlage.html) - [Dritte Verordnung zur Änderung der Handelsregistergebührenverordnung vom 30. April 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 127)](https://www.recht.bund.de/bgbl/1/2025/127/VO.html) - [GmbH-Gesetz (§§ 2, 5, 5a, 7, 8, 15, Anlage 1)](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/) - [Transparenzregistergebührenverordnung](https://www.gesetze-im-internet.de/trgebv_2020/BJNR009300020.html) - [Bundesministerium der Justiz – Notarielle Online-Verfahren](https://www.bmjv.de/DE/themen/digitales/digitale_wirtschaft_gesellschaft/registerrecht/registerrecht_artikel.html) - [IHK-Gesetz (§§ 2, 3)](https://www.gesetze-im-internet.de/ihkg/) - [Umwandlungssteuergesetz (§§ 21, 22)](https://www.gesetze-im-internet.de/umwstg_2006/) - [Justizverwaltungskostengesetz – Kostenverzeichnis (Nr. 1410, 1420, 1421)](https://www.gesetze-im-internet.de/jvkostg/anlage.html) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Was kostet eine Holding im Jahr? Den größten Posten bilden Buchhaltung, Jahresabschluss sowie Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung. Über die Fideus-Plattform kostet das ab 600 € pro Jahr netto im Paket Holding Lite. Buchhaltung, Abschluss und Erklärungen erbringt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Nach StBVV ergibt eine Modellrechnung für eine fiktive Holding mit 50.000 € Bilanzsumme ohne Ausschüttungen inklusive Buchführung im Mittel 1.978,80 € netto. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei; Stand 2026. Dazu kommen 19,80 € Transparenzregister und der IHK-Beitrag. #### Was kostet der Notar für die Gründung einer Holding? Nach GNotKG kostet der Notar für eine UG (haftungsbeschränkt) mit Musterprotokoll und 1.000 € Stammkapital rund 150 € inklusive Umsatzsteuer. Für eine GmbH sind es rund 276 € mit Musterprotokoll und rund 709 € mit eigener Satzung. Modellrechnung für eine Gesellschafterin, Stand 2026; die verbindliche Kostenberechnung erstellt der Notar. #### Kann ich als Privatperson eine Holding gründen? Ja. Eine Holding ist eine gewöhnliche GmbH oder UG (haftungsbeschränkt), die du als natürliche Person allein oder mit anderen gründest. Die Holding hält anschließend die Anteile an deiner operativen Gesellschaft. Gründungskosten und Pflichten sind dieselben wie bei jeder anderen GmbH oder UG. #### Muss eine Holding ein Gewerbe anmelden? Eine reine Holding, die nur eigene Beteiligungen verwaltet, braucht nach verbreiteter Auffassung keine Gewerbeanmeldung nach § 14 GewO. Erbringt sie Leistungen, etwa Managementleistungen an die Tochter, ist eine Anmeldung in der Regel nötig. Mitglied der IHK ist die Holding als Kapitalgesellschaft trotzdem. #### Ist das Stammkapital bei der Gründung verloren? Nein. Das Stammkapital ist Vermögen der Holding, keine Gebühr. Die Geschäftsführung darf es nach der Eintragung für die Zwecke der Gesellschaft einsetzen, etwa für den Kauf von Beteiligungen. Bei der GmbH sind vor der Anmeldung mindestens 12.500 € einzuzahlen, bei der UG das gesamte Stammkapital. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Buchhaltung für eine GmbH: Pflichten, Kostenfaktoren und Modelle 2026 URL: https://www.fideus.de/wissen/buchhaltung-gmbh Kategorie: Kosten & Preise | Lesezeit: 18 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 ### Kurz zusammengefasst - Jede GmbH und UG ist spätestens ab der Eintragung ins Handelsregister buchführungspflichtig (§ 13 Abs. 3 GmbHG, § 238 HGB). Sie bucht doppelt und stellt Bilanz und GuV auf; die Einnahmen-Überschuss-Rechnung steht ihr nicht offen. - Die Verantwortung für die Buchführung liegt immer bei der Geschäftsführung (§ 41 GmbHG), auch wenn eine Steuerkanzlei bucht. - Buchungsbelege sind seit 2025 acht statt zehn Jahre aufzubewahren, Bücher und Jahresabschlüsse weiter zehn Jahre. E-Rechnungen muss jede GmbH seit dem 1. Januar 2025 empfangen können. - Über die Fideus-Plattform kostet eine fiktive Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz im Paket „Operatives Unternehmen“ ab 3.500 € pro Jahr netto, inklusive Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss, Jahreserklärungen, E-Bilanz und Offenlegung. Die Kanzlei kontiert, bucht und erstellt alles in eigener Verantwortung; Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf. - Nach der StBVV kostet dieselbe GmbH im Mittel des Gebührenrahmens 4.783,50 € netto im Jahr, davon 2.310 € für die laufende Buchführung. Die Buchführungsgebühr hängt vom Jahresumsatz ab (§ 33 StBVV). Modellrechnung, Stand 2026. Die **Buchhaltung einer GmbH** ist spätestens ab der Eintragung ins Handelsregister Pflicht, unabhängig von Umsatz und Gewinn. Jede GmbH und UG bucht doppelt, stellt zum Geschäftsjahresende Bilanz und GuV auf und bewahrt Buchungsbelege acht Jahre auf. Eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung reicht nicht. Buchen darf die GmbH selbst, eine qualifizierte Buchhalterin oder eine Steuerkanzlei. Nach der Gebührenordnung kostet die laufende Buchführung einer fiktiven Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz im Mittel 2.310 € netto im Jahr (Modellrechnung, Stand 2026). ### Welche Pflichten hat eine GmbH bei der Buchhaltung? Die GmbH gilt als Handelsgesellschaft (§ 13 Abs. 3 GmbHG). Für sie gelten deshalb die Vorschriften für Kaufleute (§ 6 Abs. 1 HGB), darunter die Pflicht, Bücher zu führen ([§ 238 Abs. 1 HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__238.html)). Nach § 140 AO gilt diese Pflicht auch für die Steuer. Eine Größengrenze gibt es nicht: Die Befreiung in § 241a HGB betrifft nur Einzelkaufleute. Als solche entsteht die GmbH erst mit der Eintragung ins Handelsregister ([§ 11 Abs. 1 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__11.html)). Spätestens ab dann ist sie buchführungspflichtig. Geschäftsvorfälle der Vor-GmbH zwischen Notartermin und Eintragung werden in der Regel bereits erfasst. Die Schritte bis zur Eintragung beschreibt der Artikel [Ablauf der GmbH-Gründung](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-gruendung-ablauf). Aus diesen Normen folgen fünf laufende Pflichten: - **Doppelte Buchführung:** Jeder Geschäftsvorfall wird im Soll und im Haben gebucht. Ein sachverständiger Dritter muss sich in angemessener Zeit einen Überblick verschaffen können (§ 238 Abs. 1 HGB). - **Ordnung:** Buchungen sind „einzeln, vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet“ vorzunehmen, Kasseneinnahmen und -ausgaben täglich festzuhalten (§ 146 Abs. 1 AO). - **GoBD:** Wer elektronisch bucht, folgt den Grundsätzen des Bundesfinanzministeriums zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern in elektronischer Form. Dazu gehört eine Verfahrensdokumentation, die beschreibt, wie Belege erfasst, gebucht und archiviert werden. - **Jahresabschluss:** Eröffnungsbilanz zu Beginn, danach zum Schluss jedes Geschäftsjahres Bilanz und GuV (§ 242 HGB). Kleine GmbHs stellen ihn spätestens innerhalb von sechs Monaten auf, alle anderen innerhalb von drei (§ 264 Abs. 1 HGB). Alle weiteren Fristen erklärt der Artikel [Fristen für den Jahresabschluss einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/jahresabschluss-gmbh-frist). - **Umsatzsteuer:** Voranmeldungen bis zum zehnten Tag nach Ablauf des Quartals oder, bei mehr als 9.000 € Umsatzsteuer im Vorjahr, des Monats (§ 18 UStG). Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine GmbH mit geringerem Stammkapital. Für sie gelten dieselben Pflichten. Die übrigen Unterschiede erklärt der Artikel [UG vs. GmbH](https://www.fideus.de/wissen/ug-vs-gmbh). #### Warum kann eine GmbH keine Einnahmen-Überschuss-Rechnung machen? Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung steht nach § 4 Abs. 3 EStG nur Steuerpflichtigen offen, die „nicht auf Grund gesetzlicher Vorschriften verpflichtet sind, Bücher zu führen“. Die GmbH ist über das HGB dazu verpflichtet. Sie ermittelt ihren Gewinn deshalb immer über Bilanz und GuV. Beides geht zusätzlich als E-Bilanz elektronisch an das Finanzamt (§ 5b EStG). Wie der Gewinn danach besteuert wird, erklärt der Artikel [Steuern einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/gmbh-steuern). #### Wer ist für die Buchhaltung der GmbH verantwortlich? Die Verantwortung liegt bei der Geschäftsführung, auch wenn eine Buchhalterin oder eine Steuerkanzlei bucht. Das Gesetz sagt dazu in einem Satz: > „Die Geschäftsführer sind verpflichtet, für die ordnungsmäßige Buchführung der Gesellschaft zu sorgen.“ – [§ 41 GmbHG](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__41.html) Wer Aufgaben abgibt, muss also dafür sorgen, dass Belege vollständig und rechtzeitig ankommen. Kann die GmbH ihre Bücher nicht vorlegen, schätzt das Finanzamt die Besteuerungsgrundlagen (§ 162 Abs. 1 und 2 AO). ### Wie lange muss eine GmbH Belege aufbewahren? Buchungsbelege bewahrt eine GmbH seit 2025 acht Jahre auf, vorher waren es zehn. Bücher, Inventare und Jahresabschlüsse bleiben bei zehn Jahren, Geschäftsbriefe bei sechs. Die Frist beginnt mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem der Beleg entstanden ist. Die Verkürzung gilt auch für ältere Belege, deren Frist Ende 2024 noch lief. | Unterlagen | Frist | Grundlage | | --- | --- | --- | | Bücher, Inventare, Eröffnungsbilanzen, Jahresabschlüsse, Lageberichte | 10 Jahre | § 147 Abs. 3 AO, § 257 Abs. 4 HGB | | Buchungsbelege, etwa Rechnungen, Kontoauszüge, Quittungen, Gehaltslisten | 8 Jahre | § 147 Abs. 3 AO, § 257 Abs. 4 HGB (seit 2025) | | Empfangene und abgesandte Handels- und Geschäftsbriefe, sonstige steuerlich bedeutsame Unterlagen | 6 Jahre | § 147 Abs. 3 AO, § 257 Abs. 4 HGB | Stand 2026. Fristbeginn nach § 147 Abs. 4 AO und § 257 Abs. 5 HGB; Übergang nach Art. 97 § 19a Abs. 2 EGAO. Für Kreditinstitute, Versicherungen und Wertpapierinstitute bleibt es bei zehn Jahren. Ein Beispiel: Ein Buchungsbeleg aus 2018 ist bis zum 31. Dezember 2026 aufzubewahren. Die Frist endet aber nicht, solange der Beleg für eine Steuer von Bedeutung ist, deren Festsetzungsfrist noch läuft ([§ 147 Abs. 3 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__147.html)). Das betrifft etwa Jahre mit laufender Betriebsprüfung oder offenem Einspruch. ### Was ändert die E-Rechnung für die Buchhaltung der GmbH? Seit dem 1. Januar 2025 muss jede inländische GmbH E-Rechnungen empfangen können. Ausstellen muss sie E-Rechnungen an inländische Unternehmen für Umsätze ab 2027, wenn ihr Gesamtumsatz im Vorjahr über 800.000 € lag, sonst ab 2028 (§ 27 Abs. 38 UStG). Bis dahin sind Papierrechnungen erlaubt, mit Zustimmung des Empfängers auch andere elektronische Formate wie PDF. Was für Rechnungen an und aus dem Ausland gilt, erklärt der Artikel [Reverse-Charge-Verfahren](https://www.fideus.de/wissen/reverse-charge-verfahren). Eine E-Rechnung ist eine Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format, etwa XRechnung oder ZUGFeRD (§ 14 Abs. 1 UStG). Eine PDF-Datei allein genügt nicht. Das Bundesfinanzministerium beschreibt die Empfangspflicht so: > „Inländische Unternehmer müssen die technischen Voraussetzungen zum Empfang einer E-Rechnung schaffen.“ – Abschnitt 14.1 Abs. 5 UStAE, [BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2025](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/Umsatzsteuer-Anwendungserlass/2025-10-15-einfuehrung-obligatorische-e-rechnung.pdf?__blob=publicationFile&v=5) Für den Empfang per E-Mail ist nach demselben Abschnitt kein gesondertes Postfach nur für E-Rechnungen nötig. Für die Aufbewahrung genügt nach den GoBD in der Fassung vom 14. Juli 2025 der strukturierte Teil der E-Rechnung. Den PDF-Teil einer ZUGFeRD-Rechnung braucht die GmbH nur, wenn er zusätzliche steuerlich wichtige Angaben enthält. Ausgangsrechnungen im E-Rechnungsformat lassen sich über die Fideus-Plattform erstellen und verwalten. ### Wer macht die Buchhaltung einer GmbH? Vier Modelle im Vergleich Die Buchhaltung einer GmbH erledigt eine Steuerkanzlei über eine Plattform wie Fideus, die Geschäftsführung selbst mit Software, eine selbstständige Buchhalterin oder eine Steuerkanzlei direkt. Die Modelle unterscheiden sich vor allem darin, wer Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt und wie viele Stellen die GmbH beauftragt. | Kriterium | Fideus-Plattform mit Steuerkanzlei | Selbst mit Software | Buchhalterin oder Buchhaltungsbüro | Steuerkanzlei | | --- | --- | --- | --- | --- | | Wer bucht laufend? | die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist; sie kontiert und bucht in eigener Verantwortung | du oder deine Mitarbeitenden | die Buchhalterin (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 StBerG) | die Kanzlei | | Umsatzsteuervoranmeldungen | die Kanzlei in eigener Verantwortung, im Paket enthalten | du selbst | nicht vom Büro; du selbst oder eine Kanzlei | die Kanzlei | | Jahresabschluss und Steuererklärungen | die Kanzlei in eigener Verantwortung, im Paket enthalten | du selbst oder zusätzlich eine Kanzlei | nicht vom Büro; du selbst oder eine Kanzlei | die Kanzlei | | Preisgrundlage | Paket ab 2.000 € / Jahr netto; alle Kosten im Angebot | Software-Abo; Abschluss und Erklärungen gesondert | Honorar des Büros; Abschluss und Erklärungen gesondert | StBVV oder Vergütungsvereinbarung (§ 4 StBVV) | | Deine Aufgabe | Bankkonten verknüpfen, Belege hochladen oder per E-Mail weiterleiten; die Plattform ordnet sie den Transaktionen zu | buchen, abstimmen, Fristen überwachen | Unterlagen an Büro und Kanzlei liefern | Belege liefern; den Weg legt die Kanzlei fest | Stand September 2026. Paketpreis laut Preisseite; den Preis für eine bestimmte GmbH nennt das Angebot. #### Fideus-Plattform mit Steuerkanzlei Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination. Die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, kontiert und bucht die laufenden Geschäftsvorfälle. Sie erstellt und übermittelt auch die Umsatzsteuervoranmeldungen und erstellt Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung. Deine Aufgabe ist, Belege und Bankdaten über die Plattform bereitzustellen: - **Bankkonten:** Du verknüpfst deine Geschäftskonten einmal, danach ruft die Plattform die Transaktionen automatisch ab. - **Belege:** Du lädst sie hoch oder leitest sie per E-Mail weiter. Fideus stellt dafür eine eigene E-Mail-Adresse bereit, die du bei Tools wie Software-Abos als Rechnungsadresse hinterlegen kannst. - **Zuordnung:** Die Plattform ordnet Beleg und Transaktion automatisch zu, mit eigener KI-Technologie. - **Integrationen:** Die Plattform ist mit Banken verbunden, auch für Rechnungsuploads, und mit Zahlungsanbietern. - **Ausgangsrechnungen:** Du erstellst und verwaltest sie in der Plattform im E-Rechnungsformat. Vor der Übermittlung gibt die Geschäftsführung Jahresabschluss und Jahreserklärungen frei. Fideus erinnert an Fristen und fehlende Unterlagen und ist der Kommunikationskanal zur Kanzlei. Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Steuerkanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat über 50 Mitarbeitende, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. #### Selbst buchen mit Software Die GmbH darf ihre Bücher selbst führen. Sie braucht dafür eine Software für doppelte Buchführung, eine Verfahrensdokumentation nach den GoBD und einen Empfangsweg für E-Rechnungen. Voranmeldungen übermittelt sie selbst über die amtliche Schnittstelle. Für Jahresabschluss und Steuererklärungen entscheidet sie, ob sie diese selbst erstellt oder eine Kanzlei beauftragt. #### Buchhalterin oder Buchhaltungsbüro Selbstständige Buchhalterinnen dürfen nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 StBerG laufende Geschäftsvorfälle buchen, Löhne abrechnen und Lohnsteuer-Anmeldungen fertigen. Voraussetzung ist eine kaufmännische Abschlussprüfung oder gleichwertige Vorbildung und drei Jahre Praxis in der Buchhaltung mit mindestens 16 Wochenstunden. Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss und Steuererklärungen gehören nicht zu diesen Tätigkeiten ([§ 6 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__6.html)). Dafür braucht die GmbH zusätzlich eine Kanzlei oder erledigt sie selbst. #### Steuerkanzlei Eine Steuerkanzlei darf alle Aufgaben übernehmen, von der Buchung bis zur Steuererklärung. Ohne besondere Vereinbarung rechnet sie nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) ab. Einen Festpreis kann sie per Vergütungsvereinbarung in Textform vereinbaren (§ 4 StBVV). ### Was kostet die Buchhaltung einer GmbH? Die Kosten der Buchhaltung hängen vor allem vom Jahresumsatz ab, davon, wer die Belege kontiert, und von der Zahl der Belege und Mitarbeitenden. Für eine fiktive Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz kostet die laufende Buchführung nach § 33 Abs. 1 StBVV im Mittel des Gebührenrahmens 2.310 € netto im Jahr, also 192,50 € im Monat. Jahresabschluss und Steuererklärungen kommen hinzu. Über die Fideus-Plattform kostet dieselbe GmbH ab 3.500 € pro Jahr netto, Abschluss und Erklärungen eingeschlossen; diese erstellt die mandatierte Kanzlei in eigener Verantwortung. - **Jahresumsatz:** Er ist der Gegenstandswert der Buchführung, außer der Aufwand ist höher (§ 33 Abs. 6 StBVV). Die volle Gebühr steht in der [Buchführungstabelle C der StBVV](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/anlage_3.html); die Monatsgebühr beträgt 2/10 bis 12/10 davon. - **Kontieren:** Ordnet die GmbH die Belege selbst den Konten zu, sinkt der Rahmen auf 1/10 bis 6/10 ([§ 33 Abs. 3 StBVV](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__33.html)). Über die Fideus-Plattform kontiert und bucht die Kanzlei; der Vergleich unten rechnet deshalb mit Abs. 1. - **Belegmenge:** Die StBVV zählt keine Buchungen. Umfang und Schwierigkeit bestimmen aber, wo im Rahmen die Kanzlei abrechnet (§ 11 StBVV). - **Mitarbeitende:** Die Lohnabrechnung kostet nach § 34 Abs. 2 StBVV 6 € bis 30 € je Arbeitnehmer und Abrechnungszeitraum, in der Regel ein Monat. Welche Pflichten bei der ersten Einstellung anfallen, erklärt der Artikel [Ersten Mitarbeiter einstellen](https://www.fideus.de/wissen/ersten-mitarbeiter-einstellen). - **Abschluss und Erklärungen:** Jahresabschluss und die drei Jahressteuererklärungen kosten in derselben Modellrechnung im Mittel weitere 2.473,50 € netto. Die Rechnung im Einzelnen zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine GmbH](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-gmbh). | Jahresumsatz bis | Volle Gebühr (Tabelle C) | Kanzlei kontiert (Abs. 1) | GmbH kontiert selbst (Abs. 3) | | --- | --- | --- | --- | | 100.000 € | 188 € | 1.579,20 € | 789,60 € | | 200.000 € | 275 € | 2.310,00 € | 1.155,00 € | | 300.000 € | 359 € | 3.015,60 € | 1.507,80 € | | 500.000 € | 512 € | 4.300,80 € | 2.150,40 € | | 1.000.000 € | 872 € | 7.324,80 € | 3.662,40 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026: StBVV in der Fassung ab 1. Juli 2025, Mittelwert des Zehntelrahmens für zwölf Monate, netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer. Die Umsatzsteuervoranmeldungen sind damit abgegolten (§ 33 Abs. 8 StBVV). Für eine Holding ohne laufendes Geschäft fällt die Buchführung kleiner aus. Die Rechnung dafür zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding). #### Was kostet die Buchhaltung über die Fideus-Plattform? Über die Fideus-Plattform kostet die Agentur-GmbH aus dem Beispiel ab 3.500 € pro Jahr netto im Paket „Operatives Unternehmen“. Für Buchführung, Jahresabschluss und Jahreserklärungen ergibt die StBVV im Mittel 4.783,50 € netto. Das Paket beginnt bei 2.000 € pro Jahr netto. Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Das Paket umfasst laufende Buchhaltung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer-Jahreserklärung, E-Bilanz und Offenlegung. Alle diese Leistungen erbringt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung; sie kontiert und bucht auch die Belege. Fideus bereitet Belege und Bankdaten auf. Die Lohnabrechnung ist nicht im Paketpreis enthalten; sie ist zubuchbar und wird über Fideus von einem spezialisierten Partner erstellt, der Aufpreis steht im Angebot. | Leistung | Paket „Operatives Unternehmen“ | StBVV-Modell, Mittelwert netto | | --- | --- | --- | | Laufende Buchhaltung | enthalten, kontiert und gebucht von der Kanzlei | 2.310,00 € | | Umsatzsteuervoranmeldungen | enthalten | mit Buchführung abgegolten | | Jahresabschluss | enthalten | 1.177,50 € | | Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung | enthalten | 1.296,00 € | | E-Bilanz und Offenlegung | enthalten | nicht in der Modellrechnung | | Summe | ab 3.500 € / Jahr netto | 4.783,50 € netto | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026: fiktive Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz, 140.000 € Aufwand, 100.000 € Bilanzsumme, 40.000 € Einkommen und Gewerbeertrag, quartalsweiser Voranmeldung, rund 500 Banktransaktionen und ohne Mitarbeitende; die Kanzlei kontiert (§ 33 Abs. 1 StBVV). Der StBVV-Rahmen reicht von 1.544 € bis 8.023 € netto, für die Buchführung allein von 660 € bis 3.960 € im Jahr (55 € bis 330 € im Monat). Paketpreis für die GmbH aus dem Beispiel, Stand September 2026. Den Preis für eine bestimmte GmbH nennt das Angebot, dort stehen alle Kosten. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. ### Was braucht die Buchhaltung einer neuen GmbH ab dem ersten Tag? Eine neue GmbH braucht vom ersten Geschäftsvorfall an eine Eröffnungsbilanz, eine geordnete Belegablage, einen Empfangsweg für E-Rechnungen und eine klare Zuständigkeit für Buchungen und Voranmeldungen. Die folgende Liste ordnet die gesetzlichen Pflichten in der Reihenfolge, in der sie typischerweise anfallen. 1. **Geschäftskonto:** Die GmbH ist eine eigene Person (§ 13 Abs. 1 GmbHG). Ihre Zahlungen laufen über ein eigenes Konto, getrennt von privaten Zahlungen der Gesellschafter. 2. **Eröffnungsbilanz:** Zu Beginn des Handelsgewerbes stellt die GmbH ihr Vermögen und ihre Schulden gegenüber (§ 242 Abs. 1 HGB). 3. **Zuständigkeit:** Festlegen, wer bucht, wer die Voranmeldungen übermittelt und wer den Jahresabschluss erstellt. Bucht eine Buchhalterin, braucht es für Voranmeldungen und Abschluss zusätzlich eine Kanzlei oder die GmbH selbst. 4. **Belegablage:** Alle Eingangs- und Ausgangsrechnungen, Kontoauszüge und Verträge vollständig und geordnet ablegen, bei Bargeld täglich (§ 146 Abs. 1 AO). 5. **E-Rechnung:** Einen Empfangsweg einrichten, etwa ein E-Mail-Postfach, und prüfen, ab wann die GmbH selbst E-Rechnungen ausstellen muss. 6. **Umsatzsteuer:** Voranmeldungen jeweils bis zum zehnten Tag nach Ablauf des Zeitraums. Nimmt die GmbH ihre Tätigkeit auf, ist das im Gründungs- und im Folgejahr der Monat (§ 18 Abs. 2 Satz 4 UStG). Für 2021 bis 2026 ist diese Regel ausgesetzt, dann zählt die voraussichtliche Steuer. Ab 2027 gilt sie wieder, auch im zweiten Jahr einer 2026 gegründeten GmbH. Bei Beauftragung einer Kanzlei erstellt und übermittelt sie die Voranmeldungen in eigener Verantwortung. Über die Fideus-Plattform übernimmt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, eine operative GmbH ab der Gründung. Sie erstellt die Eröffnungsbilanz in eigener Verantwortung; deren Preis und der Preis für das erste, oft verkürzte Geschäftsjahr stehen im Angebot. Das Angebot lässt sich schon vor dem Notartermin anfordern, das Mandat beginnt nach der Eintragung ins Handelsregister. Beim Wechsel braucht die neue Kanzlei in der Regel den letzten Jahresabschluss, den letzten Steuerbescheid und die Buchhaltungsdaten der bisherigen Stelle. Beim Wechsel über Fideus kündigst du den bisherigen Steuerberater selbst per E-Mail mit einer Vorlage von Fideus und forderst die DATEV-Sicherungsdatei ebenfalls mit einer Vorlage an. Die mandatierte Kanzlei reicht ihre Vollmacht beim Finanzamt ein; dein Aufwand liegt bei rund 20 Minuten. Den Ablauf beschreibt der Artikel [Steuerberater wechseln](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-wechseln). Wie der Jahresabschluss entsteht und welche Erklärungen folgen, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). #### Welche Fehler zeigen sich in der Buchhaltung einer GmbH? Im Onboarding operativer GmbHs auf der Fideus-Plattform fallen unter anderem diese drei Fehler auf. Am häufigsten fehlen Belege; der zweite Fehler betrifft frisch gegründete GmbHs. - **Belege im Zettelkasten:** Rechnungen liegen verstreut in Postfächern, Ordnern und Tools statt in einem automatisierten System. Fehlt eine Rechnung, fehlt der Beleg für die Betriebsausgabe und in der Regel auch der Vorsteuerabzug. - **Gründungskosten privat bezahlt:** Notar, Register und erste Anschaffungen laufen über das Privatkonto. Belege fehlen oder lauten nicht auf die Gesellschaft. - **Umsatzsteuer als verfügbares Geld:** Das Guthaben auf dem Geschäftskonto enthält Umsatzsteuer, die mit der nächsten Voranmeldung an das Finanzamt geht. Gegen den Zettelkasten hilft ein fester Weg für jeden Beleg. Die Fideus-Plattform ruft die Banktransaktionen ab und ordnet die Belege automatisch zu, wie im Abschnitt zu den vier Modellen beschrieben. Gebucht wird von der Kanzlei in eigener Verantwortung. ### Fazit Die Buchhaltung ist für jede GmbH und UG spätestens ab der Eintragung Pflicht, ohne Größengrenze und ohne Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Verantwortlich bleibt immer die Geschäftsführung. Die Kosten richten sich nach Umsatz, Kontierung, Belegmenge und Mitarbeitenden. Für eine fiktive Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz ergibt die StBVV im Mittel 2.310 € netto im Jahr für die Buchführung und 4.783,50 € mit Abschluss und Erklärungen. Über die Fideus-Plattform kostet dieselbe GmbH ab 3.500 € pro Jahr netto. Die Kanzlei kontiert, bucht und erstellt Abschluss und Erklärungen in eigener Verantwortung. Du verknüpfst die Bankkonten und lädst Belege hoch, Fideus ordnet sie den Transaktionen zu. - Buchungsbelege acht Jahre, Bücher und Abschlüsse zehn Jahre. - E-Rechnungen empfangen seit 2025, ausstellen ab 2027 oder 2028. - Eine Buchhalterin darf buchen, aber keine Voranmeldungen, Abschlüsse oder Steuererklärungen erstellen. Die Pakete für operative GmbHs und UGs stehen unter [Preise](https://www.fideus.de/preise). Wie der Ablauf für Agenturen und digitale Dienstleister aussieht, zeigen die Seiten [Fideus für Agenturen](https://www.fideus.de/branchen/agenturen) und [Fideus für digitale Dienstleister](https://www.fideus.de/branchen/digitale-dienstleister). ### Quellen - [§ 238 HGB – Buchführungspflicht](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__238.html) - [§ 257 HGB – Aufbewahrung von Unterlagen](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__257.html) - [§ 41 GmbHG – Buchführung](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__41.html) - [§ 11 GmbHG – Rechtszustand vor der Eintragung](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__11.html) - [§ 13 GmbHG – Juristische Person, Handelsgesellschaft](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__13.html) - [§ 146 AO – Ordnungsvorschriften für die Buchführung und für Aufzeichnungen](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__146.html) - [§ 147 AO – Ordnungsvorschriften für die Aufbewahrung von Unterlagen](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__147.html) - [Art. 97 § 19a EGAO – Übergangsregel Aufbewahrungsfristen](https://www.gesetze-im-internet.de/aoeg_1977/art_97__19a.html) - [§ 27 UStG – Übergangsvorschriften, Abs. 38 zur E-Rechnung](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__27.html) - [§ 6 StBerG – Ausnahmen vom Verbot der unbefugten Hilfeleistung in Steuersachen](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__6.html) - [§ 33 StBVV – Buchführung](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__33.html) - [StBVV Anlage 3 – Tabelle C (Buchführungstabelle)](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/anlage_3.html) - [BMF-Schreiben vom 14. Juli 2025 – GoBD, 2. Änderung](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Abgabenordnung/2025-07-14-GoBD-2-aenderung.pdf?__blob=publicationFile&v=4) - [BMF-Schreiben vom 15. Oktober 2025 – Einführung der obligatorischen E-Rechnung](https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Umsatzsteuer/Umsatzsteuer-Anwendungserlass/2025-10-15-einfuehrung-obligatorische-e-rechnung.pdf?__blob=publicationFile&v=5) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Ist eine GmbH zur Buchführung verpflichtet? Ja, spätestens ab der Eintragung ins Handelsregister und unabhängig von Umsatz und Gewinn. Die GmbH gilt als Handelsgesellschaft (§ 13 Abs. 3 GmbHG), und jeder Kaufmann muss Bücher führen (§ 238 Abs. 1 HGB). Die Pflicht gilt auch für die Besteuerung (§ 140 AO). Geschäftsvorfälle der Vor-GmbH vor der Eintragung werden in der Regel bereits erfasst. Die Befreiung nach § 241a HGB gilt nur für Einzelkaufleute, nicht für GmbH und UG. #### Welche Buchhaltung braucht eine GmbH? Eine GmbH bucht doppelt: Jeder Geschäftsvorfall steht im Soll und im Haben. Zum Schluss jedes Geschäftsjahres stellt sie Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung auf (§ 242 HGB). Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung nach § 4 Abs. 3 EStG steht ihr nicht offen, weil sie nur für Steuerpflichtige ohne gesetzliche Buchführungspflicht gilt. #### Wie hoch sind die jährlichen Kosten für die Buchhaltung einer GmbH? Für eine fiktive Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz kostet die laufende Buchführung nach § 33 Abs. 1 StBVV im Mittel des Gebührenrahmens 2.310 € netto im Jahr, also 192,50 € im Monat; die Kanzlei kontiert und bucht. Mit Jahresabschluss und Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung sind es im Mittel 4.783,50 € netto. Über die Fideus-Plattform kostet dieselbe GmbH im Paket „Operatives Unternehmen“ ab 3.500 € pro Jahr netto. Buchführung, Jahresabschluss und Erklärungen erbringt die mandatierte Steuerkanzlei in eigener Verantwortung. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. Stand 2026. #### Darf ich die Buchhaltung meiner GmbH selbst machen? Ja. Die GmbH darf ihre Bücher selbst führen, ihre Umsatzsteuervoranmeldungen selbst übermitteln und ihren Jahresabschluss selbst aufstellen. Die Anforderungen bleiben dieselben: doppelte Buchführung, GoBD, Aufbewahrungsfristen und E-Rechnung. Die Verantwortung trägt nach § 41 GmbHG die Geschäftsführung, gleich wer bucht. #### Gilt für die UG dieselbe Buchführungspflicht wie für die GmbH? Ja. Die UG (haftungsbeschränkt) ist eine GmbH mit geringerem Stammkapital (§ 5a GmbHG). Für sie gelten dieselben Pflichten: doppelte Buchführung, Bilanz und GuV, E-Bilanz, Aufbewahrungsfristen und E-Rechnung. Zusätzlich muss sie ein Viertel ihres Jahresüberschusses, gemindert um einen Verlustvortrag, in eine gesetzliche Rücklage einstellen. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Steuerberater wechseln: Ablauf, Kündigung und Datenübergabe URL: https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-wechseln Kategorie: Kosten & Preise | Lesezeit: 13 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 ### Kurz zusammengefasst - Ein Steuerberatungsvertrag ist in der Regel nach § 627 BGB jederzeit, ohne Frist und ohne Grund kündbar. Bei reinen Buchhaltungsverträgen können Fristen gelten. - Sind ihre Rechnungen bezahlt, muss die bisherige Kanzlei die Dokumente herausgeben, die sie von der GmbH oder für sie erhalten hat (§ 66 StBerG), und die Übertragung der Buchhaltungsdaten ermöglichen. - Die neue Kanzlei übermittelt ihre Vollmacht; der Widerruf der alten wirkt erst mit Zugang beim Finanzamt (§ 80 Abs. 1 AO). Holding und operative GmbH haben je einen eigenen Vertrag und eine eigene Vollmacht. - Der Wechsel ist jederzeit möglich. Entscheidend ist, wer offene Jahresabschlüsse und Steuererklärungen erstellt und welche Fristen dafür laufen. - Über die Fideus-Plattform kündigt die Geschäftsführung mit einer Vorlage und fordert die DATEV-Sicherungsdatei mit einer zweiten an. Der Aufwand liegt bei rund 20 Minuten. Eine GmbH kann ihren **Steuerberater wechseln**, wann sie will. Der Steuerberatungsvertrag ist nach § 627 BGB in der Regel ohne Frist und ohne Grund kündbar, wenn er Jahresabschluss, Steuererklärungen oder Beratung umfasst. Sind ihre Rechnungen bezahlt, muss die bisherige Kanzlei die erhaltenen Unterlagen herausgeben und die Übertragung der Buchhaltungsdaten ermöglichen. Die neue Kanzlei übermittelt ihre Vollmacht an das Finanzamt. Zu klären ist vor allem, wer offene Jahresabschlüsse und Steuererklärungen erstellt. ### Wie kann eine GmbH den Steuerberater wechseln? Ein Steuerberaterwechsel besteht aus vier Teilen: neue Kanzlei mandatieren, alten Vertrag kündigen, Unterlagen und Daten übergeben, Vollmacht beim Finanzamt umstellen. Die Geschäftsführung kündigt und fordert die Unterlagen an. Die neue Kanzlei beantragt die Datenübertragung und übermittelt die Vollmacht. Die bisherige Kanzlei stimmt der Übertragung zu und rechnet ab. 1. **Vertrag prüfen:** Laufzeit, Kündigungsklausel, vereinbarte Form und die Frage, welche Gesellschaften der Vertrag umfasst. 2. **Neue Kanzlei mandatieren:** Angebot einholen, Steuerberatungsvertrag und Vollmacht unterschreiben, Stichtag für die Übernahme festlegen. 3. **Kündigen:** in Textform, mit Datum, zu dem der Vertrag endet, und mit der Angabe, welche Arbeiten die bisherige Kanzlei noch abschließt. 4. **Unterlagen und Daten anfordern:** Herausgabe der Dokumente und Zustimmung zur Übertragung der Buchhaltungsdaten an die neue Kanzlei. 5. **Vollmacht umstellen:** Die neue Kanzlei übermittelt ihre Vollmacht, die bisherige meldet den Widerruf. 6. **Schlussrechnung prüfen:** Abgerechnet werden darf, was bis zur Kündigung geleistet wurde. 7. **Übergabe prüfen:** Sind Salden, offene Posten, Bescheide und laufende Einsprüche vollständig angekommen? #### Wer macht was beim Wechsel? Die Tabelle ordnet die Aufgaben zu. Sie beschreibt den typischen Ablauf zwischen zwei Steuerkanzleien; einzelne Verträge können abweichen. | Aufgabe | Zuständig | Grundlage | | --- | --- | --- | | Kündigung erklären | Geschäftsführung der GmbH | § 627 BGB, Vertrag | | Herausgabe verlangen | Geschäftsführung der GmbH | § 66 Abs. 2 StBerG | | Dokumente herausgeben | bisherige Kanzlei | § 66 Abs. 2 StBerG | | Datenübertragung beantragen | neue Kanzlei | Verfahren des Softwareanbieters | | Datenübertragung zustimmen | bisherige Kanzlei | BStBK-Hinweise 2019 | | Neue Vollmacht übermitteln | neue Kanzlei | § 80a AO | | Widerruf der alten Vollmacht melden | bisherige Kanzlei | § 80a Abs. 1 Satz 4 AO | #### Holding und operative GmbH: ein Mandat je Gesellschaft Vertragspartner der Kanzlei ist die Gesellschaft, nicht die Gesellschafterin. Wer eine Holding und eine operative GmbH hat, hat deshalb meist zwei Verträge, zwei Steuernummern und zwei Vollmachten. Jede Gesellschaft kündigt für sich, und für jede laufen eigene Fristen. Die private Einkommensteuererklärung ist in der Regel ein weiteres, eigenes Mandat. ### Kann man den Steuerberater jederzeit kündigen? In der Regel ja. Steuerberatung gilt als Dienst höherer Art, der auf besonderem Vertrauen beruht. Nach § 627 BGB kann ein solcher Vertrag ohne Frist und ohne Grund gekündigt werden. Ausnahmen betreffen vor allem reine Buchhaltungsverträge. > „Steuerberater leisten in der Regel Dienste höherer Art. Der ihnen erteilte Auftrag kann jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit sofortiger Wirkung beendet werden.“ – Bundesgerichtshof, Urteil vom 2. Mai 2019, IX ZR 11/18, Rn. 13 - **Reine Buchhaltung:** Die Finanz- und Lohnbuchhaltung allein ist nach demselben Urteil kein Dienst höherer Art. Umfasst der Vertrag nur die Buchhaltung, gelten die Fristen aus dem Vertrag oder aus § 621 BGB. Umfasst er auch Steuererklärungen oder Abschluss, bleibt er insgesamt nach § 627 BGB kündbar. - **Klauseln im Vertrag:** Eine vorformulierte Klausel, nach der ein Steuerberatungsvertrag nur mit drei Monaten Frist zum Ende des Vertragsjahres kündbar war, hat der BGH für unwirksam erklärt (Urteil vom 11. Februar 2010, IX ZR 114/09). Nach demselben Urteil bleibt der Vertrag nach § 627 BGB kündbar, auch wenn für einen Teil der Leistungen eine feste Vergütung vereinbart ist. - **Form:** Das Gesetz verlangt keine Form. Sieht der Vertrag Textform vor, genügt eine E-Mail. Ein Zugangsnachweis hilft, das Vertragsende zu belegen. - **Kündigung zur Unzeit:** Die Pflicht, nicht zur Unzeit zu kündigen, trifft nach § 627 Abs. 2 BGB nur die Kanzlei. Sie darf das Mandat nicht so beenden, dass sich die GmbH keinen Ersatz mehr beschaffen kann. ### Welche Unterlagen muss der alte Steuerberater herausgeben? Die bisherige Kanzlei muss auf Verlangen alle Dokumente herausgeben, die sie von der GmbH oder für sie erhalten hat (§ 66 Abs. 2 StBerG). Dazu gehören Belege, Verträge, Bescheide und der Schriftverkehr mit dem Finanzamt. Nicht dazu gehören die Korrespondenz zwischen Kanzlei und GmbH und interne Arbeitspapiere. Die Regel gilt ebenso für elektronische Unterlagen. | Unterlage | Herausgabe | Grundlage | | --- | --- | --- | | Belege, Kontoauszüge, Verträge, Urkunden, Steuerbescheide | ja | § 66 Abs. 2 Satz 1 StBerG | | Schriftverkehr mit Finanzamt und Dritten für die GmbH, etwa ELSTER-Nachrichten und Einsprüche | ja | § 66 Abs. 2 StBerG, BStBK-Hinweise 2019 | | Buchführungs-, Lohn- und Abschlussdaten | ja, als bezahlte Leistung aus dem Vertrag | BStBK-Hinweise 2019 | | Korrespondenz zwischen Kanzlei und GmbH | nein | § 66 Abs. 2 Satz 4 Nr. 1 StBerG | | Dokumente, die die GmbH schon im Original oder in Kopie hat | nein | § 66 Abs. 2 Satz 4 Nr. 2 StBerG | | Interne Arbeitspapiere wie Notizen und Vorberechnungen | nein | § 66 Abs. 2 Satz 4 Nr. 3 StBerG | #### Darf die Kanzlei Unterlagen wegen offener Rechnungen zurückhalten? Ja, aber begrenzt. Nach [§ 66 Abs. 3 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__66.html) kann die Kanzlei die Herausgabe verweigern, bis ihre Gebühren und Auslagen bezahlt sind. Das gilt nicht, soweit das Zurückhalten unangemessen ist. Wer Unterlagen schnell braucht, klärt deshalb die Schlussrechnung früh. Holt die GmbH ihre Dokumente trotz Aufforderung nicht ab, endet die Aufbewahrungspflicht der Kanzlei nach sechs Monaten. ### Wie kommen die Buchhaltungsdaten zur neuen Kanzlei? Nutzen beide Kanzleien dieselbe Software, etwa DATEV, werden die Datenbestände direkt übertragen. Die neue Kanzlei beantragt die Übertragung, die bisherige stimmt zu. Sind ihre Rechnungen bezahlt, muss die abgebende Kanzlei nach den Hinweisen der Bundessteuerberaterkammer von 2019 den vollständigen Übertrag ermöglichen. Sie trägt die Verantwortung für die Vollständigkeit der Daten. Bei unterschiedlicher Software werden die Daten migriert oder auf einem Speichermedium übergeben. Dann kann das Finanzamt bei einer Außenprüfung womöglich nicht direkt auf das alte System zugreifen (§ 147 Abs. 6 AO). Die [Hinweise der Bundessteuerberaterkammer zur Mandatsbeendigung](https://www.bstbk.de/downloads/bstbk/steuerrecht-und-rechnungslegung/fachinfos/BStBK_Hinweise-Mandatsbeendigung_2019-03.pdf) beschreiben diesen Fall. Wie die Daten im Einzelfall übernommen werden, klärt die neue Kanzlei. #### Wie lange muss die GmbH Unterlagen aufbewahren? Die Aufbewahrungspflicht bleibt bei der GmbH, auch wenn die Kanzlei wechselt. Seit 2025 gelten für Buchungsbelege acht statt zehn Jahre. Die Frist beginnt mit dem Ende des Kalenderjahres, in dem die Unterlage entstanden ist. | Unterlage | Frist | Grundlage | | --- | --- | --- | | Bücher, Jahresabschlüsse, Eröffnungsbilanz, Inventare | 10 Jahre | § 147 Abs. 3 AO, § 257 Abs. 4 HGB | | Buchungsbelege, etwa Rechnungen | 8 Jahre | § 147 Abs. 3 AO, § 257 Abs. 4 HGB | | Geschäftsbriefe und sonstige steuerlich wichtige Unterlagen | 6 Jahre | § 147 Abs. 3 AO, § 257 Abs. 4 HGB | | Handakten der Kanzlei | 10 Jahre ab Ende des Jahres, in dem das Mandat endet | § 66 Abs. 1 StBerG | Stand 2026. Die Frist läuft nicht ab, solange die Unterlagen für Steuern von Bedeutung sind, deren Festsetzungsfrist noch läuft (§ 147 Abs. 3 Satz 5 AO). ### Was passiert mit der Vollmacht beim Finanzamt? Die neue Kanzlei übermittelt ihre Vollmacht elektronisch an die Finanzverwaltung, in der Regel über die Vollmachtsdatenbank der Bundessteuerberaterkammer. Hat die bisherige Kanzlei ihre Vollmacht ebenfalls elektronisch übermittelt, muss sie den Widerruf unverzüglich melden (§ 80a Abs. 1 Satz 4 AO). Nach [§ 80 Abs. 1 Satz 3 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__80.html) wirkt der Widerruf erst mit Zugang beim Finanzamt. Bis dahin können Bescheide und Anfragen noch bei der bisherigen Kanzlei ankommen. Die Kündigung sollte die bisherige Kanzlei deshalb ausdrücklich bitten, den Widerruf zu melden und eingehende Post weiterzuleiten. Für Holding und operative GmbH braucht es je eine eigene Vollmacht. ### Zu welchem Zeitpunkt lässt sich der Steuerberater wechseln? Einen Steuerberaterwechsel kann eine GmbH jederzeit beginnen, auch mitten im Geschäftsjahr. Entscheidend ist nicht das Datum, sondern die Abgrenzung: Welche Jahresabschlüsse und Steuererklärungen erstellt die bisherige Kanzlei noch, welche die neue? Die Tabelle zeigt, welche Fristen bei einem Wechsel im Herbst 2026 laufen. | Pflicht | Geschäftsjahr 2025 | Geschäftsjahr 2026 | Grundlage | | --- | --- | --- | --- | | Jahresabschluss aufstellen (kleine GmbH, spätestens) | 30.06.2026 | 30.06.2027 | § 264 Abs. 1 HGB | | Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung mit Kanzlei | 01.03.2027 | 29.02.2028 | § 149 Abs. 3, § 108 Abs. 3 AO | | [Offenlegung im Unternehmensregister](https://www.fideus.de/wissen/offenlegung-jahresabschluss) | 31.12.2026 | 31.12.2027 | § 325 Abs. 1a HGB | Stand September 2026. Die verlängerte Frist nach § 149 Abs. 3 AO gilt, wenn eine Steuerkanzlei mit den Erklärungen beauftragt ist. Das Finanzamt kann Erklärungen früher anfordern, mit einer Frist von vier Monaten nach Bekanntgabe der Anordnung (§ 149 Abs. 4 AO). Die Tabelle gilt für ein Geschäftsjahr gleich Kalenderjahr. Bei einem Wechsel im Herbst 2026 ist für das Geschäftsjahr 2025 oft der Abschluss fertig, die Steuererklärungen aber noch offen. Dann gibt es zwei Wege: Die bisherige Kanzlei stellt 2025 fertig, oder die neue übernimmt das Jahr. Ob die Frist nach § 149 Abs. 3 AO auch gilt, wenn die neue Kanzlei erst nach dem 31. Juli 2026 beauftragt wird, regeln weder das Gesetz noch der Anwendungserlass zur Abgabenordnung ausdrücklich. Die Frist für das offene Jahr klärt die Geschäftsführung deshalb vor dem Wechsel mit der neuen Kanzlei. Für das laufende Jahr 2026 übernimmt die neue Kanzlei die Buchhaltung ab einem Stichtag. Sie braucht dafür die Buchungen und Salden bis zu diesem Tag. Welche Fristen für Jahresabschluss und Erklärungen gelten, erklärt der Artikel [Fristen für den Jahresabschluss einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/jahresabschluss-gmbh-frist); wie beide zusammenhängen, der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). ### Was kostet ein Steuerberaterwechsel? Kosten entstehen beim Wechsel an zwei Stellen. Die bisherige Kanzlei kann nach § 628 Abs. 1 BGB den Teil der Vergütung verlangen, der ihren bisherigen Leistungen entspricht. Hat die GmbH für spätere Zeiträume im Voraus bezahlt, bekommt sie diesen Teil zurück. Bei der neuen Kanzlei können Kosten für die Übernahme entstehen. - **Bisherige Kanzlei:** Leistungen bis zur Kündigung, etwa gebuchte Monate oder ein begonnener Abschluss. - **Neue Kanzlei:** Übernahme und Prüfung der Daten, bei Bedarf offene Vorjahre. Diese Kosten sollten vor der Beauftragung im Angebot stehen. - **Laufende Kosten:** Was Abschluss und Erklärungen nach der Gebührenverordnung kosten, rechnet der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding) nach, für eine operative GmbH der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine GmbH](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-gmbh). Über die Fideus-Plattform stehen alle Kosten im Angebot, der Preis für offene Vorjahre gesondert. Die Paketpreise nennt der Abschnitt zum Wechsel über die Fideus-Plattform. ### Welche Unterlagen braucht die neue Kanzlei? Die neue Kanzlei braucht den letzten Stand der Bücher und alle Bescheide, auf denen das nächste Jahr aufbaut. Für eine GmbH oder Holding sind das vor allem der letzte Jahresabschluss, die letzten Steuerbescheide und die Buchhaltungsdaten des laufenden Jahres. Die Liste zeigt typische Unterlagen; welche davon nötig sind, legt die Kanzlei fest. - **Abschluss:** letzter Jahresabschluss mit Anlagen, Summen- und Saldenliste zum Stichtag, Anlagenverzeichnis - **Bescheide:** Körperschaftsteuer, Gewerbesteuermessbetrag, Umsatzsteuer, Vorauszahlungen sowie Feststellungen zum steuerlichen Einlagekonto (§ 27 KStG) und zu Verlustvorträgen - **Laufendes Jahr:** Buchungsdaten bis zum Stichtag, offene Posten, Umsatzsteuervoranmeldungen - **Gesellschaft:** Gesellschaftsvertrag, Gesellschafterliste, Steuernummer und USt-IdNr. - **Holding:** Beteiligungs- und Kaufverträge, Gesellschafterbeschlüsse zu Ausschüttungen, Darlehensverträge - **Offene Verfahren:** laufende Einsprüche, Anfragen des Finanzamts, angekündigte Prüfungen ### Muster: Kündigung des Steuerberatungsvertrags Die Kündigung sollte vier Dinge enthalten: das Vertragsende, das Herausgabeverlangen, die Bitte um Zustimmung zur Datenübertragung und den Widerruf der Vollmacht mit der Bitte, ihn zu melden. Das folgende Muster ist allgemein gehalten. Platzhalter stehen in eckigen Klammern. [Firma der GmbH], [Anschrift] An: [Name der Steuerkanzlei], [Anschrift] Kündigung des Steuerberatungsvertrags vom [Datum] Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit kündigen wir den Steuerberatungsvertrag zum [Datum], hilfsweise zum nächstmöglichen Zeitpunkt. [Variante A: Jahresabschluss und Steuererklärungen für das Jahr [Jahr] bitten wir noch fertigzustellen.] [Variante B: Offene Arbeiten übernimmt ab dem [Datum] die Steuerkanzlei [Name].] Wir bitten um Herausgabe der Unterlagen nach § 66 Abs. 2 StBerG und um Zustimmung zur Übertragung der Buchführungs-, Lohn- und Abschlussdaten an die Steuerkanzlei [Name]. Die erteilte Vollmacht widerrufen wir zum selben Datum. Wir bitten darum, den Widerruf an die Finanzverwaltung zu melden und eingehende Post des Finanzamts an uns weiterzuleiten. Die Schlussrechnung bitte an [E-Mail]. Mit freundlichen Grüßen [Name], Geschäftsführung Unverbindliches Muster, ersetzt keine rechtliche Prüfung im Einzelfall. Form und Fristen richten sich nach dem jeweiligen Vertrag. ### Wie läuft ein Wechsel über die Fideus-Plattform? Über die Fideus-Plattform wird deine Gesellschaft bei einer zugelassenen Steuerkanzlei mandatiert. Die Kanzlei reicht ihre Vollmacht beim Finanzamt ein und erstellt Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung. Fideus ist die Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination: Die Plattform stellt die Vorlagen bereit und koordiniert die Übergabe. Dein Aufwand für den Wechsel liegt in der Regel bei rund 20 Minuten. 1. **Angebot und Mandat:** Je nach Unternehmen entsteht das Angebot automatisch online, bei komplexeren Fällen nach einem Telefonat. Das Mandat zwischen Kanzlei und Gesellschaft kommt beim Onboarding digital auf der Plattform zustande. 2. **Kündigen:** Die Geschäftsführung kündigt den bisherigen Vertrag selbst, per E-Mail mit einer Vorlage von Fideus. 3. **Daten anfordern:** Mit einer zweiten Vorlage forderst du bei der bisherigen Kanzlei die DATEV-Sicherungsdatei an. 4. **Hochladen:** Den letzten Jahresabschluss, den letzten Steuerbescheid und die Sicherungsdatei lädst du auf der Plattform hoch. 5. **Vollmacht:** Die mandatierte Kanzlei reicht ihre Vollmacht beim Finanzamt ein. - **Offene Vorjahre:** Die Kanzlei kann auch offene Vorjahre übernehmen. Der Preis dafür steht gesondert im Angebot. - **Holding und operative GmbH:** Beide Gesellschaften laufen über denselben Plattform-Zugang und dieselbe mandatierte Kanzlei und stehen in einem Angebot. Die Paketpreise gelten je Gesellschaft. - **Steuerkanzlei:** Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Kanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat über 50 Mitarbeitende, darunter mehr als 7 Steuerberaterinnen und Steuerberater. - **Erfahrung:** Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet. - **Preise:** Holding Lite ab 600 € / Jahr, Holding Pro ab 1.450 € / Jahr, Paket „Operatives Unternehmen“ ab 2.000 € / Jahr, jeweils netto. Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. - **Dauer:** Den Jahresabschluss einer Holding erstellt die Kanzlei in eigener Verantwortung, in der Regel in einigen Wochen. Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. ### Fazit Einen Steuerberater zu wechseln, ist für eine GmbH vor allem Organisation. Der Vertrag ist in der Regel jederzeit kündbar, die Herausgabe der Unterlagen und die Übertragung der Daten sind rechtlich geregelt. Die meiste Arbeit steckt in der Abgrenzung offener Jahre und in der Umstellung der Vollmacht. - Vertrag prüfen und je Gesellschaft kündigen. - Offene Jahre und Stichtag vorher mit beiden Kanzleien klären. - Herausgabe, Datenübertragung und Vollmacht in einem Schreiben regeln. Kriterien für die Wahl eines Anbieters zeigt der Artikel [Holding-Jahresabschluss online](https://www.fideus.de/wissen/holding-jahresabschluss-anbieter). Wie der Wechsel für Holdings über die Plattform abläuft, zeigt die Seite [Holding-Jahresabschluss](https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss); die Pakete für operative GmbHs und UGs stehen unter [Preise](https://www.fideus.de/preise). ### Quellen - [Bürgerliches Gesetzbuch (§§ 621, 627, 628, 667, 675)](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__627.html) - [Steuerberatungsgesetz (§ 66)](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__66.html) - [Abgabenordnung (§§ 80, 80a, 147, 149)](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/) - [Handelsgesetzbuch (§§ 257, 264, 325)](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/) - [Bundessteuerberaterkammer: Hinweise zur Mandatsbeendigung und zum Mandatswechsel im Zusammenhang mit elektronischen Datenbeständen (2019)](https://www.bstbk.de/downloads/bstbk/steuerrecht-und-rechnungslegung/fachinfos/BStBK_Hinweise-Mandatsbeendigung_2019-03.pdf) - [Bundessteuerberaterkammer: Vollmachtsdatenbank](https://www.bstbk.de/de/themen/vollmachtsdatenbank) - BGH, Urteil vom 2. Mai 2019, IX ZR 11/18 - [BGH, Urteil vom 11. Februar 2010, IX ZR 114/09](https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/IX_ZS/2009/IX_ZR_114-09.pdf?__blob=publicationFile&v=1) Alle Fundstellen geprüft am 23. und 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Kann ich meinen Steuerberater jederzeit kündigen? In der Regel ja. Ein Steuerberatungsvertrag, der Jahresabschluss, Steuererklärungen oder steuerliche Beratung umfasst, ist nach § 627 BGB ohne Frist und ohne Grund kündbar. Der BGH hat 2019 bestätigt, dass Steuerberater in der Regel Dienste höherer Art leisten. Für einen Vertrag, der nur die Buchhaltung umfasst, können Kündigungsfristen gelten. #### Muss ich dem Steuerberater einen Grund für die Kündigung nennen? Nein. Die Kündigung nach § 627 BGB setzt keinen Grund voraus. Es genügt eine klare Erklärung, dass der Vertrag zu einem bestimmten Datum endet. Eine gesetzliche Form gibt es nicht; verlangt der Vertrag Textform, reicht eine E-Mail. Für eine GmbH kündigt die Geschäftsführung. #### Darf der alte Steuerberater meine Unterlagen zurückhalten? Nur solange Gebühren und Auslagen offen sind, und auch dann nicht, soweit das Zurückhalten unangemessen ist (§ 66 Abs. 3 StBerG). Sind alle Rechnungen bezahlt, muss die Kanzlei die Dokumente herausgeben, die sie von der GmbH oder für sie erhalten hat, und die Übertragung der Buchhaltungsdaten ermöglichen. #### Was kostet ein Steuerberaterwechsel? Kosten entstehen an zwei Stellen. Die bisherige Kanzlei kann die Leistungen abrechnen, die sie bis zur Kündigung erbracht hat (§ 628 Abs. 1 BGB). Bei der neuen Kanzlei können Kosten für die Übernahme der Daten und für offene Vorjahre entstehen; sie sollten vor der Beauftragung im Angebot stehen. Über die Fideus-Plattform stehen alle Kosten im Angebot, der Preis für offene Vorjahre gesondert. #### Kann ich den Steuerberater mitten im Jahr wechseln? Ja. Der Wechsel ist auch im laufenden Geschäftsjahr möglich. Die neue Kanzlei übernimmt die Buchhaltung ab einem vereinbarten Stichtag und braucht dafür die Buchungsdaten und Salden bis zu diesem Tag. Zu klären ist, wer den Jahresabschluss und die Steuererklärungen für offene Vorjahre erstellt. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- # Wissen – Anbietervergleiche --- ## Fideus vs. Resolvio – Holding-Jahresabschluss im Vergleich (2026) URL: https://www.fideus.de/wissen/fideus-vs-resolvio Kategorie: Anbietervergleiche | Lesezeit: 6 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 | Aktualisiert: 23. September 2026 Stand der Angaben: 23. September 2026. Quelle zu Resolvio: https://resolvio.com/holding-jahresabschluss-guenstig Bei beiden Anbietern erstellt eine zugelassene Steuerkanzlei den Holding-Jahresabschluss in eigener Verantwortung. Resolvio ist auf rein vermögensverwaltende Beteiligungsholdings beschränkt. Über Fideus sind auch Holdings mit operativem Geschäft und Umsatzsteuer (Holding Pro) sowie operative Unternehmen möglich. | Kriterium | Fideus + Steuerkanzlei | Resolvio | |---|---|---| | Steuerkanzlei | Zugelassene Steuerkanzlei mit einem Team von über 50 Mitarbeitenden | Partnerkanzlei SOLVING TAX, Koblenz | | Zielgruppe | Holdings (Holding Lite, Holding Pro) und operative Unternehmen | Ausschließlich rein vermögensverwaltende Beteiligungsholdings (GmbH oder UG) ohne operative Tätigkeit | | Umsatzsteuer | Holding Pro: Umsatzsteuer-Jahreserklärung und -Voranmeldungen durch die mandatierte Steuerkanzlei | Paket für Holdings ohne Umsatzsteuerpflicht | | Betreuung | Persönlicher Ansprechpartner, Koordination der Behördenkommunikation | Persönlicher Ansprechpartner, Kommunikation mit dem Finanzamt durch die Partnerkanzlei | ### Holding-Pakete über Fideus - Holding Lite (ab 600 € / Jahr netto): Buchhaltung mit 40 Transaktionen, Jahresabschluss inkl. Bilanz und GuV, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz und Offenlegung bzw. Hinterlegung, je nach Größenklasse, durch die mandatierte Steuerkanzlei; bis zu 3 Beteiligungen und Bilanzsumme bis 150.000 € - Holding Pro (ab 1.450 € / Jahr netto): zusätzlich Umsatzsteuer-Jahreserklärung und Umsatzsteuervoranmeldungen durch die Kanzlei - Bearbeitung in der Regel innerhalb von einigen Wochen; Fideus koordiniert die Kommunikation mit dem Finanzamt, die Vertretung übernimmt die Kanzlei - Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. ### Preise - Fideus: Holding Lite ab 600 € / Jahr netto, Holding Pro ab 1.450 € / Jahr netto, Operatives Unternehmen ab 2.000 € / Jahr netto; Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen durch die mandatierte Steuerkanzlei in eigener Verantwortung. Jeder Preis ist Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. - Resolvio: 389 € / Jahr netto pro Holding bei Beauftragung mindestens 4 Wochen vor Ablauf der Offenlegungsfrist, danach zusätzlich Fast Track für 199 € zzgl. USt. (Pflicht); für Neugründungen 49 € zzgl. USt. ### Welcher Anbieter passt zu deiner Holding? - Nur Beteiligungen, keine Umsätze? Resolvio setzt laut Produktseite voraus, dass die Holding rein vermögensverwaltend ist, keine Umsatzsteuer schuldet und ausschließlich Beteiligungen an deutschen GmbHs oder UGs hält. Holdings mit Umsätzen, etwa aus Beratung oder Geschäftsführung, deckt über Fideus Holding Pro ab. - Operative GmbH mit dabei? Das Resolvio-Paket gilt nur für die Holding. Über Fideus laufen Holding und operative Gesellschaft über eine Plattform. - Zeitpunkt der Buchung: Bei Resolvio gilt der Grundpreis nur bei Buchung mindestens vier Wochen vor Ablauf der Offenlegungsfrist, danach ist der Fast Track für 199 € netto zusätzlich Pflicht. --- ## Fideus vs. firma.de – Holding-Jahresabschluss im Vergleich (2026) URL: https://www.fideus.de/wissen/fideus-vs-firma Kategorie: Anbietervergleiche | Lesezeit: 4 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 | Aktualisiert: 23. September 2026 Stand der Angaben: 23. September 2026. Quelle zu firma.de: https://www.firma.de/jahresabschluss-holding/ | Kriterium | Fideus + Steuerkanzlei | firma.de | |---|---|---| | Schwerpunkt | Holdings (Holding Lite, Holding Pro), dazu ein Paket für operative Unternehmen | Holding-Jahresabschluss als Teil eines breiten Angebots rund um Gründung, Buchhaltung und Recht | | Steuerkanzlei | Zugelassene Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist | Steuerberater aus dem firma.de-Netzwerk, genannt: 8P digital GmbH | | Kommunikation mit Finanzamt | Koordiniert über Fideus, Vertretung durch die Kanzlei | Elektronischer Versand von Steuererklärungen und E-Bilanz durch die Kanzlei | | Voraussetzungen | Holding Lite: bis 3 Beteiligungen, Bilanzsumme bis 150.000 €; nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce | Gründer und Unternehmen bis zu 3 Jahre nach Handelsregistereintrag | | Offenlegung | Offenlegung bzw. Hinterlegung, je nach Größenklasse, durch die Kanzlei enthalten | Nicht enthalten, zubuchbar | | Bearbeitungszeit | In der Regel einige Wochen | Keine konkrete Angabe | | Preis | Holding Lite ab 600 € / Jahr netto, Holding Pro ab 1.450 € / Jahr netto (Komplettpaket aus Plattform- und Kanzleileistungen) | Starter 849 € / Jahr, Basis 949 € / Jahr (jeweils netto) | - Fideus: Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz sowie Offenlegung bzw. Hinterlegung, je nach Größenklasse, durch die mandatierte Steuerkanzlei in eigener Verantwortung; persönliche Betreuung und Koordination der Behördenkommunikation über die Plattform. Jeder Preis ist Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. - firma.de: Paket Starter (849 € / Jahr netto, für Kleinunternehmer ohne Umsatzsteuervoranmeldungen, bis zu 10 Buchungen im Jahr) und Basis (949 € / Jahr netto, monatliche Buchhaltung inkl. Umsatzsteuervoranmeldungen, bis zu 40 Buchungen im Jahr); den Abschluss führen laut firma.de selbständige Steuerberater aus dem firma.de-Netzwerk durch und rechnen ihn selbst ab; das Angebot gilt bis 3 Jahre nach Handelsregistereintrag; das Veröffentlichungsexemplar ist nicht enthalten, aber zubuchbar. --- ## Fideus vs. Boring.tax – Holding-Jahresabschluss im Vergleich (2026) URL: https://www.fideus.de/wissen/fideus-vs-boring-tax Kategorie: Anbietervergleiche | Lesezeit: 4 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 | Aktualisiert: 23. September 2026 Stand der Angaben: 23. September 2026. Quellen zu Boring.tax: https://boring.tax/de/holding, https://boring.tax/de/pricing, https://boring.tax/de | Kriterium | Fideus + Steuerkanzlei | Boring.tax | |---|---|---| | Vorbehaltsaufgaben | Zugelassene Steuerkanzlei in eigener Verantwortung | boring.tax Steuerberatungsgesellschaft mbH oder Partnerkanzleien | | Beteiligungen | Bis zu 3 (Holding Lite), weitere per Add-on | 1 inklusive, weitere je 100 € / Jahr | | Voraussetzungen | Holding Pro auch mit operativem Geschäft und Umsatzsteuer; nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce | Ohne operativen Geschäftsbetrieb; Anlagevermögen nur direkte Beteiligungen an Kapitalgesellschaften | | Kommunikation | Persönlicher Ansprechpartner, Koordination der Behördenkommunikation | Kommunikation und Aufgaben über die boring-Plattform | - Fideus: Holding Lite ab 600 € / Jahr netto mit bis zu 3 Beteiligungen und einer Bilanzsumme bis 150.000 €, Holding Pro ab 1.450 € / Jahr netto auch für Holdings mit Umsatzsteuer; Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz sowie Offenlegung bzw. Hinterlegung, je nach Größenklasse, durch die mandatierte Steuerkanzlei in eigener Verantwortung; persönlicher Ansprechpartner. Jeder Preis ist Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. - Boring.tax: Holding-Paket 500 € / Jahr inkl. einer Beteiligung, jede weitere Beteiligung 100 € / Jahr; nur ohne operativen Geschäftsbetrieb. Ob netto oder brutto, gibt die Produktseite nicht an. - Rechenbeispiel: Eine Holding mit drei Beteiligungen kostet bei Boring.tax 700 € pro Jahr (500 € plus 2 × 100 €), bei Fideus fällt sie in Holding Lite ab 600 € pro Jahr netto. --- ## Fideus vs. Mika – Buchhaltung und Jahresabschluss im Vergleich (2026) URL: https://www.fideus.de/wissen/fideus-vs-mika Kategorie: Anbietervergleiche | Lesezeit: 7 Min. | Veröffentlicht: 24. März 2026 | Aktualisiert: 24. September 2026 Stand der Angaben: 24. September 2026. Quellen zu Mika: https://getmika.de/, https://getmika.de/kosten-rechner, https://getmika.de/was-ist-mika-und-was-nicht, https://getmika.de/gmbh-und-holding Mika und Fideus unterscheiden sich vor allem darin, wer den Jahresabschluss erstellt und beim Finanzamt einreicht. Über Fideus bist du bei einer zugelassenen Steuerkanzlei mandatiert, die Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung erstellt und übermittelt. Im Mika-Paket „Buchhaltung und Jahresabschluss“ machst du den Abschluss laut Mika mit der Software selbst und reichst ihn selbst ein. | Kriterium | Fideus + Steuerkanzlei | Mika | |---|---|---| | Rechtliches Modell | Mandat bei zugelassener Steuerkanzlei | Software; Mika bezeichnet sich als „kein Steuerberater“ und vermittelt Steuerberater aus seinem Netzwerk | | Wer bucht? | Die Kanzlei in eigener Verantwortung; die Plattform ordnet Belege zu und schlägt Konten vor | Du, mit der Software; laut Mika bleibt die Verantwortung beim Unternehmen | | Jahresabschluss | Erstellung durch die mandatierte Steuerkanzlei in eigener Verantwortung | „Buchhaltung und Jahresabschluss“: du erstellst ihn mit Mika selbst; „All-Inclusive“: mit Partner-Steuerberater | | Einreichung beim Finanzamt | Übermittlung durch die Kanzlei | „Buchhaltung und Jahresabschluss“: du reichst direkt aus Mika ein | | Vertretung gegenüber dem Finanzamt | Durch die mandatierte Steuerkanzlei, z. B. bei Rückfragen oder Betriebsprüfungen | Laut Mika nicht Teil der Leistung | | Zielgruppe | Holdings und operative GmbHs/UGs (Agenturen, digitale Dienstleister, Startups) | Kleine GmbHs und UGs ohne CFO, laut Startseite bis 30 Mitarbeitende und weniger als 500 Transaktionen pro Monat; Holdings als Add-on zur operativen GmbH | ### Preise (alle netto zuzüglich 19 % Umsatzsteuer) - Fideus: Holding Lite ab 600 € / Jahr netto (bis zu 3 Beteiligungen, Bilanzsumme bis 150.000 €), Holding Pro ab 1.450 € / Jahr netto, Operatives Unternehmen ab 2.000 € / Jahr netto. Jedes Paket ist ein Komplettpaket aus Plattform- und Kanzleileistungen: Steuerberatung durch die mandatierte Steuerkanzlei, Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen durch die Kanzlei in eigener Verantwortung, Koordination der Behördenkommunikation und persönlicher Ansprechpartner. Jeder Preis ist Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. - Mika: Buchhaltung ab 49 € / Monat; Buchhaltung und Jahresabschluss ab 99 € / Monat bei bis zu 25 Transaktionen im Monat, gestaffelt bis 549 € / Monat bei bis zu 150 Transaktionen; laut Startseite variieren die Preise je nach Anzahl der erwarteten monatlichen Belege und Transaktionen, mit individuellem Angebot; „All-Inclusive“ mit Partner-Steuerberater auf Anfrage; Holding-Jahresabschluss 200 € / Jahr als Add-on zu einem Paket für die operative GmbH, für Holdings mit bis zu 5 Transaktionen im Monat. Nicht betreut werden über Fideus reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. --- ## Digitale Steuerberatung für GmbH und Holding: Anbieter 2026 URL: https://www.fideus.de/wissen/digitale-steuerberatung Kategorie: Anbietervergleiche | Lesezeit: 10 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 ### Kurz zusammengefasst - Digitale Steuerberatung für GmbH und Holding gibt es in drei Modellen: Plattform mit mandatierter Steuerkanzlei, digitale Kanzlei mit eigener Plattform und Software zum Selbsteinreichen. - Über die Fideus-Plattform erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung und übermittelt sie. - Holding und operative GmbH laufen über Fideus mit demselben Zugang und derselben Kanzlei, in einem Angebot: Holding Lite ab 600 €, Operatives Unternehmen ab 2.000 € pro Jahr netto, jeweils Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. - Modellrechnung 2026 für eine fiktive Holding plus Agentur-GmbH: ab 4.100 € netto über Fideus, im Mittel 6.762,30 € netto nach StBVV, jeweils inklusive Buchführung. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. - Ob ein Steuerberater oder eine Steuerberatungsgesellschaft zugelassen ist, zeigt das Steuerberaterverzeichnis der Bundessteuerberaterkammer kostenlos (§ 86b StBerG). **Digitale Steuerberatung** heißt: Belege, Bankdaten und Abstimmung laufen online. Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt weiterhin eine nach § 3 StBerG befugte Kanzlei oder die Geschäftsführung selbst. Für GmbH und Holding gibt es drei digitale Modelle: eine Plattform mit mandatierter Steuerkanzlei, eine digitale Kanzlei mit eigener Plattform und Software zum Selbsteinreichen. Den Unterschied machen drei Fragen: Wer erstellt und übermittelt, welche Gesellschaften passen, und laufen GmbH und Holding beim selben Anbieter? ### Welche Anbieter für digitale Steuerberatung gibt es für GmbH und Holding? Für GmbH und Holding stehen Plattformen mit mandatierter Kanzlei wie Fideus, Software wie Mika und reine Holding-Angebote wie Resolvio zur Wahl. Dazu kommen digitale Kanzleien mit eigener Plattform und die klassische Kanzlei vor Ort. Sie unterscheiden sich darin, wer Abschluss und Erklärungen erstellt, für welche Gesellschaften sie gelten und ob GmbH und Holding zusammen laufen. Stand der Angaben: 24. September 2026. | Anbieter oder Modell | Wer erstellt Jahresabschluss und Steuererklärungen? | Für welche Gesellschaften? | GmbH und Holding beim selben Anbieter | | --- | --- | --- | --- | | Fideus | Die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung; sie übermittelt auch | Holdings, auch mit Umsatzsteuer, und operative GmbHs und UGs wie Agenturen, Dienstleister und B2B-Software | Ja: gleicher Zugang, gleiche Kanzlei, ein Angebot | | Mika | Laut Mika im Paket „Buchhaltung und Jahresabschluss“: „Du machst den Jahresabschluss mit mika selbst.“ Im Paket „All-Inclusive“ ein Partner-Steuerberater | Laut Mika „kleine GmbHs und UGs ohne CFO“, darunter Holdings | Laut Mika „GmbH und Holding, ein Login, ein Klick.“ | | Resolvio | Laut Resolvio die Partnerkanzlei SOLVING TAX | Laut Resolvio nur rein vermögensverwaltende Beteiligungsholdings ohne Umsatzsteuerpflicht | Holding-Paket laut Resolvio nur für Holdings ohne operative Tätigkeit | | Modell: digitale Kanzlei mit eigener Plattform | Die Kanzlei selbst | Je nach Kanzlei | Je nach Kanzlei | | Modell: klassische Kanzlei vor Ort | Die beauftragte Kanzlei | Nach Vereinbarung | Nach Vereinbarung | Angaben zu Mika und Resolvio von deren öffentlichen Seiten, abgerufen am 24. September 2026; Links im Abschnitt „Quellen“. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Die Unterschiede zwischen Fideus und den beiden genannten Anbietern im Einzelnen zeigen die Vergleiche [Fideus vs. Mika](https://www.fideus.de/wissen/fideus-vs-mika) und [Fideus vs. Resolvio](https://www.fideus.de/wissen/fideus-vs-resolvio). Weitere Anbieter vergleichen die Artikel [Alternativen zu Mika](https://www.fideus.de/wissen/mika-alternativen) und [Alternativen zu Resolvio](https://www.fideus.de/wissen/resolvio-alternativen). ### Welche Modelle digitaler Steuerberatung gibt es? Digitale Steuerberatung für GmbH und Holding folgt einem von drei Modellen. Entweder ist die GmbH über eine Plattform bei einer zugelassenen Steuerkanzlei mandatiert, oder eine Kanzlei betreibt ihre Software selbst. Im dritten Modell erstellst und übermittelst du mit einer Software selbst. Daneben steht die klassische Kanzlei vor Ort. - **Plattform mit mandatierter Steuerkanzlei:** Die Plattform strukturiert Belege und Bankdaten und koordiniert den Ablauf. Das Mandat schließt die Gesellschaft direkt mit einer zugelassenen Kanzlei. Sie bucht, erstellt Abschluss und Erklärungen und übermittelt sie in eigener Verantwortung. So arbeitet Fideus. - **Digitale Kanzlei mit eigener Plattform:** Die Kanzlei entwickelt oder betreibt ihre Software selbst. Mandat, Software und fachliche Arbeit liegen bei ihr; Umfang und Preis stehen im Angebot. - **Software zum Selbsteinreichen:** Die Software bereitet Buchhaltung und Abschluss vor, die Geschäftsführung gibt frei und reicht selbst ein. - **Klassische Kanzlei vor Ort:** Du beauftragst die Kanzlei direkt. Sie rechnet ohne abweichende Vereinbarung nach der Steuerberatervergütungsverordnung ab. In den ersten beiden Modellen und bei der Kanzlei vor Ort erstellt eine befugte Kanzlei Abschluss und Erklärungen. Wer dazu befugt ist, regelt [§ 3 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__3.html): > „Zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen sind befugt: 1. Steuerberater, Steuerbevollmächtigte, Rechtsanwälte, niedergelassene europäische Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer, …“ (§ 3 StBerG) Außerdem nennt die Vorschrift Berufsausübungsgesellschaften, etwa Steuerberatungsgesellschaften. Für die eigenen Erklärungen der GmbH braucht die Geschäftsführung keine solche Befugnis; sie kann selbst erstellen und einreichen. Wer im Jahr welche Aufgabe übernimmt, erklärt der Artikel [Wer darf den Jahresabschluss erstellen?](https://www.fideus.de/wissen/wer-darf-jahresabschluss-erstellen) ### Wie prüfst du, ob ein Online-Anbieter Steuerberatung erbringen darf? Ob hinter einem Online-Angebot eine zugelassene Kanzlei steht, lässt sich kostenlos prüfen. Frag nach dem Namen der Kanzlei, mit der du das Mandat schließt, und such ihn im Steuerberaterverzeichnis der Bundessteuerberaterkammer. Sie führt es nach § 86b StBerG für alle Steuerberater, Steuerbevollmächtigten und eingetragenen Berufsausübungsgesellschaften. Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte, die nach § 3 StBerG ebenfalls befugt sind, stehen in den Registern ihrer eigenen Kammern. Kriterien speziell für Holdings zeigt der Artikel [Holding-Jahresabschluss online](https://www.fideus.de/wissen/holding-jahresabschluss-anbieter). Nach [§ 86b Abs. 1 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__86b.html) steht der Abruf einzelner Daten aus dem Verzeichnis „jedem unentgeltlich“ zu. Drei Fragen helfen beim Vergleich: 1. **Mandat:** Mit wem schließt du den Vertrag über Jahresabschluss und Steuererklärungen, mit der Kanzlei oder mit dem Anbieter? 2. **Übermittlung:** Wer übermittelt Abschluss und Erklärungen an das Finanzamt, die Kanzlei oder du selbst? 3. **Verzeichnis:** Ist die genannte Kanzlei im [Steuerberaterverzeichnis](https://steuerberaterverzeichnis.berufs-org.de/) eingetragen, bei Wirtschaftsprüfern oder Rechtsanwälten im Register ihrer Kammer? Die Steuerkanzlei, bei der du über die Fideus-Plattform mandatiert bist, arbeitet nach [§ 57 Abs. 1 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__57.html) eigenverantwortlich. Das Mandat kommt beim Onboarding digital zwischen der Kanzlei und der Gesellschaft zustande. Der Name der Kanzlei steht im Angebot bzw. im Mandatsvertrag. ### Was kostet digitale Steuerberatung für GmbH und Holding? Über die Fideus-Plattform kosten eine fiktive kleine Holding und eine Agentur-GmbH zusammen ab 4.100 € pro Jahr netto, Buchhaltung durch die Kanzlei inklusive. Nach der Steuerberatervergütungsverordnung ergibt dieselbe Konstellation im Mittel des Gebührenrahmens 6.762,30 € netto, ebenfalls inklusive Buchführung. Beide Werte stammen aus einer Modellrechnung für 2026. | Gesellschaft (fiktives Beispiel) | Über Fideus (netto / Jahr) | StBVV, Mittelwert (netto / Jahr) | | --- | --- | --- | | Holding (50.000 € Bilanzsumme, keine Ausschüttungen) | ab 600 € (Holding Lite, mit Buchhaltung durch die Kanzlei) | 1.978,80 € (mit Buchführung) | | Agentur-GmbH (180.000 € Umsatz, 100.000 € Bilanzsumme, quartalsweise Voranmeldung, rund 500 Banktransaktionen) | ab 3.500 € (Operatives Unternehmen) | 4.783,50 € (mit Buchführung) | | Summe | ab 4.100 € | 6.762,30 € | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. StBVV in der Fassung ab 1. Juli 2025, Mittelwert des Gebührenrahmens, ohne Auslagen und Umsatzsteuer. Holding: Buchführung für rund 40 Transaktionen im Jahr, Jahresabschluss mit Anhang, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung. Agentur-GmbH: Buchführung, quartalsweise Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung. Holding Lite gilt für bis zu drei Beteiligungen und 150.000 € Bilanzsumme, mit Buchhaltung für 40 Transaktionen. Fideus-Preise sind Paketpreise je Gesellschaft, jeweils Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. Die Gebührenordnung ist kein fester Preis. Sie gilt nach [§ 1 Abs. 1 StBVV](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__1.html) nur, „soweit nicht etwas anderes vereinbart wird“. Einen Festpreis vereinbaren Kanzlei und Kunde in Textform ([§ 4 Abs. 1 StBVV](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__4.html)). Den Rechenweg für die Holding zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding), den für die Agentur-GmbH der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine GmbH](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-gmbh). ### Was bietet Fideus für GmbH und Holding? Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination für Holdings und operative GmbHs und UGs. Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen erbringt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Holding und operative GmbH laufen über denselben Zugang und dieselbe Kanzlei, beide stehen in einem Angebot. - **Steuerkanzlei:** Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Kanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat ein Team von über 50 Mitarbeitenden, darunter mehr als sieben Steuerberaterinnen und Steuerberater. - **Freigabe:** Die Geschäftsführung gibt Jahresabschluss und Jahreserklärungen frei, bevor die Kanzlei sie übermittelt. - **Arbeitsteilung:** Du verknüpfst Bankkonten, lädst Belege hoch oder leitest sie per E-Mail weiter. Für Software-Abos hinterlegst du eine eigene E-Mail-Adresse von Fideus als Rechnungsadresse. Die Plattform ordnet Beleg und Transaktion mit eigener KI-Technologie zu; die Kanzlei bucht, erstellt Abschluss und Erklärungen und übermittelt sie in eigener Verantwortung. - **Holding Lite (ab 600 € / Jahr netto):** Buchhaltung mit 40 Transaktionen, Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz und Offenlegung bzw. Hinterlegung, je nach Größenklasse, durch die Kanzlei in eigener Verantwortung. Enthalten sind bis zu drei Beteiligungen und 150.000 € Bilanzsumme. Wächst die Holding, passen Add-ons oder Holding Pro das Paket an; der Aufpreis steht im Angebot. - **Holding Pro (ab 1.450 € / Jahr netto):** zusätzlich Umsatzsteuervoranmeldungen und Umsatzsteuer-Jahreserklärung durch die Kanzlei in eigener Verantwortung, für Holdings mit eigenem operativem Geschäft. - **Operatives Unternehmen (ab 2.000 € / Jahr netto):** [laufende Buchhaltung](https://www.fideus.de/wissen/buchhaltung-gmbh), Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung, E-Bilanz und Offenlegung durch die Kanzlei in eigener Verantwortung. Die Lohnabrechnung erstellt über Fideus ein spezialisierter Partner; der Aufpreis steht im Angebot. - **Neugründung:** Die Kanzlei übernimmt Holding und operative GmbH ab der Gründung und erstellt die Eröffnungsbilanz in eigener Verantwortung. Alle Kosten für das erste Geschäftsjahr stehen im Angebot. - **Vor dem Angebot:** Eine Abfrage im Online-Funnel klärt die Besonderheiten, bei komplexeren Fällen folgt ein Telefonat. Anfragen laufen danach über die Plattform oder per E-Mail; eine Antwort kommt typischerweise innerhalb von 24 Stunden. - **Grenzen:** Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet (Eigenangabe). Holding Lite und Holding Pro gelten für UG und GmbH zu denselben Bedingungen und Preisen. Die Paketpreise sind jeweils Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. ### Wie arbeiten Mika und Resolvio? Mika ist nach eigener Angabe eine Software für Buchhaltung und Jahresabschluss kleiner GmbHs und UGs. Im Paket „Buchhaltung und Jahresabschluss“ machst du den Jahresabschluss laut Mika selbst. Resolvio bietet ein Paket für den Jahresabschluss rein vermögensverwaltender Holdings, erstellt von einer Partnerkanzlei. Beide Angaben stammen von den Seiten der Anbieter, Stand 24. September 2026. #### Mika Mika richtet sich laut Startseite an „kleine GmbHs und UGs ohne CFO“. Im Paket „Buchhaltung und Jahresabschluss“ gilt: „Du machst den Jahresabschluss mit mika selbst.“ Die Umsatzsteuervoranmeldung übermittelst du laut Produktseite „direkt aus mika an das Finanzamt“. Im Paket „All-Inclusive“ stellt Mika laut eigener Seite einen Partner-Steuerberater für den Jahresabschluss. GmbH und Holding laufen laut Mika über „ein Login“. #### Resolvio Resolvio richtet sein Holding-Paket an „rein vermögensverwaltende Beteiligungsholding-Gesellschaften“ ohne operative Tätigkeit und ohne Umsatzsteuerpflicht. Der Vertrag kommt laut Resolvio „ausschließlich mit der Resolvio-Partnerkanzlei SOLVING TAX zustande“, Sitz Koblenz. Eine operative GmbH deckt das Paket damit nicht ab. ### Wie läuft der Wechsel zu einem digitalen Anbieter? Beim Wechsel kündigst du die bisherige Kanzlei und forderst die Buchhaltungsdaten an. Die neue Kanzlei braucht in der Regel den letzten Jahresabschluss, den letzten Steuerbescheid und die Daten der bisherigen Buchhaltung. Sie reicht ihre Vollmacht beim Finanzamt ein und übernimmt ab dann die Übermittlung. Den Ablauf im Einzelnen erklärt der Artikel [Steuerberater wechseln](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-wechseln). Über die Fideus-Plattform kündigst du per E-Mail mit einer Vorlage von Fideus und forderst die DATEV-Sicherungsdatei ebenfalls mit einer Vorlage an. Dein Aufwand liegt bei rund 20 Minuten. Offene Vorjahre kann die Kanzlei übernehmen; der Preis dafür steht gesondert im Angebot. Für den Zeitpunkt zählen die Fristen des Geschäftsjahres 2025, wenn es dem Kalenderjahr entspricht. Den Jahresabschluss muss die GmbH bis 31. Dezember 2026 im Unternehmensregister offenlegen ([§ 325 Abs. 1a HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__325.html)). Die Steuererklärungen 2025 sind mit Kanzlei bis 1. März 2027 fällig ([§ 149 Abs. 3 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__149.html), verschoben nach [§ 108 Abs. 3 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__108.html), weil der 28. Februar 2027 ein Sonntag ist). Das Finanzamt kann sie nach § 149 Abs. 4 AO früher anfordern. ### Fazit Digitale Steuerberatung für GmbH und Holding unterscheidet sich weniger in der Software als darin, wer Abschluss und Erklärungen erstellt und übermittelt. Über die Fideus-Plattform ist das die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung, für Holding und operative GmbH mit einem Zugang. - **Erstellung:** zugelassene Steuerkanzlei in eigener Verantwortung, prüfbar im Steuerberaterverzeichnis - **Gesellschaften:** Holding, Holding mit Umsatzsteuer und operative GmbH in einem Angebot - **Kosten:** Holding Lite ab 600 €, Operatives Unternehmen ab 2.000 € pro Jahr netto, jeweils Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab Welche Unterlagen die Kanzlei für Abschluss und Erklärungen braucht, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). Pakete und Preise für beide Gesellschaften stehen auf der Seite [Preise](https://www.fideus.de/preise). ### Quellen Alle Angaben zu Mika und Resolvio wurden am 24. September 2026 auf den folgenden öffentlichen Seiten geprüft. - [Mika: Startseite mit Paketen und Zielgruppe](https://getmika.de/) - [Mika: Produktseite mit Funktionen und mehreren Firmen](https://getmika.de/produkt) - [Resolvio: Holding-Jahresabschluss – Leistungen und Voraussetzungen](https://resolvio.com/holding-jahresabschluss-guenstig) - [Steuerberatungsgesetz (§§ 3, 57, 86b)](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/) - [Bundessteuerberaterkammer: Steuerberaterverzeichnis](https://steuerberaterverzeichnis.berufs-org.de/) - [Steuerberatervergütungsverordnung (§§ 1, 4)](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/) - [§ 325 HGB – Offenlegung](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__325.html) - [Abgabenordnung (§§ 108, 149)](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Was kostet ein Online-Steuerberater für eine GmbH? Das hängt vom Umfang ab. Über die Fideus-Plattform kostet eine fiktive Agentur-GmbH mit 180.000 € Umsatz, quartalsweiser Voranmeldung, 100.000 € Bilanzsumme und rund 500 Banktransaktionen ab 3.500 € pro Jahr netto. Buchhaltung, Voranmeldungen, Abschluss und Erklärungen erstellt die mandatierte Steuerkanzlei in eigener Verantwortung. Das ist der Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Nach der StBVV ergeben Buchführung, Voranmeldungen, Jahresabschluss und Jahreserklärungen für dieselbe GmbH im Mittel 4.783,50 € netto. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. #### Welcher Online-Anbieter passt zu GmbH und Holding? Drei Fragen grenzen die Auswahl ein: Wer erstellt und übermittelt Jahresabschluss und Steuererklärungen, eine befugte Kanzlei oder du selbst? Passt das Angebot zu deinen Gesellschaften, etwa zu einer Holding mit Umsatzsteuer? Laufen Holding und operative GmbH beim selben Anbieter? Über die Fideus-Plattform erstellt und übermittelt die mandatierte Steuerkanzlei in eigener Verantwortung, Holdings mit Umsatzsteuer laufen über Holding Pro, und beide Gesellschaften stehen in einem Angebot. #### Ist digitale Steuerberatung für eine GmbH sinnvoll? Das hängt davon ab, wie die GmbH arbeitet. Digitale Steuerberatung passt typischerweise, wenn Belege und Kontoauszüge ohnehin digital vorliegen und die Abstimmung online laufen soll. Fachlich ändert sich nichts: Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt weiterhin eine befugte Kanzlei oder die Geschäftsführung selbst. Entscheidend ist deshalb, wer erstellt und übermittelt. #### Können Holding und operative GmbH beim selben digitalen Anbieter laufen? Das hängt vom Modell ab. Über die Fideus-Plattform laufen beide Gesellschaften über denselben Zugang und dieselbe mandatierte Steuerkanzlei, und beide stehen in einem Angebot. Holding Lite beginnt bei 600 € pro Jahr netto, das Paket „Operatives Unternehmen“ bei 2.000 € pro Jahr netto, jeweils Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. #### Wer reicht bei digitaler Steuerberatung beim Finanzamt ein? Das hängt vom Modell ab. Bei einer Plattform mit mandatierter Kanzlei und bei einer digitalen Kanzlei übermittelt die Kanzlei Jahresabschluss und Steuererklärungen. Bei Software zum Selbsteinreichen reicht die Geschäftsführung selbst ein. Über die Fideus-Plattform übermittelt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. #### Gibt es eine kostenlose Online-Steuerberatung? Allgemeine Informationen sind kostenlos, etwa Ratgeber und der Abruf im Steuerberaterverzeichnis. Beauftragt die GmbH eine Kanzlei mit Jahresabschluss und Steuererklärungen, zahlt sie eine Vergütung: nach der Steuerberatervergütungsverordnung oder zu einem vereinbarten Preis. Über die Fideus-Plattform sind das Angebot und das Erstgespräch kostenlos und unverbindlich; alle Kosten stehen im Angebot. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Holding-Jahresabschluss online: Worauf du bei der Anbieterwahl achten solltest URL: https://www.fideus.de/wissen/holding-jahresabschluss-anbieter Kategorie: Anbietervergleiche | Lesezeit: 12 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 ### Kurz zusammengefasst - Beim Holding-Jahresabschluss online zählt zuerst, wer Abschluss und Steuererklärungen erstellt: eine nach § 3 StBerG befugte Kanzlei; Steuerberater und Steuerberatungsgesellschaften sind im Steuerberaterverzeichnis prüfbar. - Ein passendes Angebot setzt voraus, dass der Anbieter vorher Beteiligungen, Bilanzsumme, Umsatzsteuer und Depot abfragt; im Angebot sollten alle Kosten stehen. - Umsatzsteuer, weitere Beteiligungen und eine operative Tochter sollten ohne Anbieterwechsel abbildbar sein. - Über die Fideus-Plattform erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, Abschluss und Erklärungen in eigener Verantwortung; Holding Lite ab 600 € pro Jahr netto. - Ein Wechsel ist auch im laufenden Jahr möglich; über die Fideus-Plattform liegt dein Aufwand bei rund 20 Minuten. - Für das Geschäftsjahr 2025 (Kalenderjahr) endet die Offenlegungsfrist am 31. Dezember 2026; ist eine Kanzlei mit den Steuererklärungen beauftragt, sind sie bis 1. März 2027 fällig, sofern das Finanzamt sie nicht früher anfordert. Einen Anbieter für den **Holding-Jahresabschluss online** wählst du nach prüfbaren Kriterien, nicht nach dem Preis allein. Entscheidend ist zuerst, wer Abschluss und Steuererklärungen erstellt und dazu befugt ist. Danach zählen die Prüfung vor dem Angebot und der Umfang des Preises. Das Paket sollte auch mit Umsatzsteuer, weiteren Beteiligungen oder einer operativen Tochter passen. Dazu kommen Erreichbarkeit, Wechselaufwand und die Übernahme ab der Gründung. ### Worauf solltest du bei einem Anbieter für den Holding-Jahresabschluss online achten? Acht Fragen trennen die Angebote für den Holding-Jahresabschluss online. Jede davon kannst du jedem Anbieter stellen und die Antwort auf seiner Seite oder im Angebot prüfen. Die Tabelle nennt das Kriterium, woran du es erkennst, und wie die Fideus-Plattform es erfüllt. Die folgenden Abschnitte erklären, warum das Kriterium zählt. | Kriterium | So prüfst du es | Über die Fideus-Plattform | | --- | --- | --- | | Wer erstellt Abschluss und Steuererklärungen? | Namen der Kanzlei erfragen und im Steuerberaterverzeichnis nachsehen | Die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung; ihr Name steht im Angebot bzw. im Mandatsvertrag. | | Wird die Holding vor dem Angebot geprüft? | Fragt der Anbieter Beteiligungen, Bilanzsumme, Umsatzsteuer und Depot ab? | Besonderheiten-Abfrage im Online-Funnel, bei komplexeren Fällen ein Telefonat vor dem Angebot | | Was ist im Preis enthalten? | Leistungsliste: Buchhaltung, Abschluss, Erklärungen, E-Bilanz, Offenlegung | Holding Lite ab 600 € / Jahr netto mit allen fünf Leistungen durch die Kanzlei, Buchhaltung mit 40 Transaktionen, bis drei Beteiligungen und 150.000 € Bilanzsumme, ohne Umsatzsteuererklärungen; alle Kosten stehen im Angebot | | Passt das Paket bei Umsatzsteuer und Wachstum? | Was gilt bei Rechnungen mit Umsatzsteuer, weiteren Beteiligungen, höherer Bilanzsumme? | Holding Pro ab 1.450 € / Jahr netto; Anpassung jederzeit über Add-ons oder Wechsel zu Holding Pro, Aufpreis im Angebot | | Kann die operative Gesellschaft mitlaufen? | Gibt es ein Paket für die Tochter beim selben Anbieter? | Ja, Paket „Operatives Unternehmen“ ab 2.000 € / Jahr netto; derselbe Plattform-Zugang, dieselbe Kanzlei, beide Gesellschaften in einem Angebot | | Wie erreichst du jemanden? | Kontaktwege und typische Antwortzeit erfragen | Anfragen über die Plattform oder per E-Mail, Antwort typischerweise innerhalb von 24 Stunden | | Wie aufwendig ist der Wechsel? | Wer kündigt, wer fordert die Daten an, was brauchst du? | Dein Aufwand: rund 20 Minuten mit Vorlagen von Fideus; die Kanzlei reicht ihre Vollmacht beim Finanzamt ein | | Übernimmt der Anbieter neu gegründete Holdings? | Ab wann, mit Eröffnungsbilanz, zu welchem Preis im ersten Jahr? | Ab der Gründung; Eröffnungsbilanz mit Preis im Angebot, ein kurzes erstes Geschäftsjahr zum regulären Paketpreis | Preise netto zuzüglich Umsatzsteuer, Stand September 2026. Die Preise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. ### Wer darf den Jahresabschluss einer Holding erstellen? Geschäftsmäßige Hilfe in Steuersachen darf nur leisten, wer dazu befugt ist ([§ 2 Abs. 1 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__2.html)). Unbeschränkt befugt sind die Personen und Gesellschaften, die [§ 3 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__3.html) nennt, etwa Steuerberater und Steuerberatungsgesellschaften. Wer den Abschluss und die Steuererklärungen der Holding erstellt, ist deshalb in der Regel entweder eine solche Kanzlei oder die Gesellschaft selbst, etwa die Geschäftsführung mit Software. Wer im Jahr welche Aufgabe übernimmt, erklärt der Artikel [Wer darf den Jahresabschluss erstellen?](https://www.fideus.de/wissen/wer-darf-jahresabschluss-erstellen) Ob eine Kanzlei zugelassen ist, lässt sich in wenigen Minuten prüfen. Die Bundessteuerberaterkammer führt nach [§ 86b StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__86b.html) ein Gesamtverzeichnis der Steuerberater, Steuerbevollmächtigten und eingetragenen Berufsausübungsgesellschaften, also der Mitglieder der Steuerberaterkammern (§ 74 Abs. 1 StBerG). Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sind nach § 3 StBerG ebenfalls befugt, stehen dort aber nur, wenn sie zugleich Steuerberater sind. Das Gesetz sagt zum Verzeichnis: > „Der Abruf einzelner Daten aus dem Gesamtverzeichnis steht jedem unentgeltlich zu.“ (§ 86b Abs. 1 StBerG) Frag den Anbieter also nach dem Namen der Kanzlei und such ihn im [Steuerberaterverzeichnis](https://steuerberaterverzeichnis.berufs-org.de/). Steuerberater üben ihren Beruf nach [§ 57 Abs. 1 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__57.html) eigenverantwortlich aus. Welche Aufgaben eine Holding im Jahr hat, erklärt der Artikel [Wie funktioniert eine Holding?](https://www.fideus.de/wissen/wie-funktioniert-eine-holding) ### Prüft der Anbieter deine Holding vor dem Angebot? Ob ein Festpreis zur Holding passt, hängt davon ab, was der Anbieter vorher über ihren Aufbau weiß. Zahl der Beteiligungen, Bilanzsumme, Umsatzsteuer und ein Depot verändern den Aufwand für Buchhaltung und Abschluss. Ein Anbieter, der diese Angaben vor dem Angebot abfragt, kann dir einen Preis nennen, der zu deiner Holding passt. Diese Angaben solltest du vor der Anfrage bereithalten: - **Beteiligungen:** an welchen Gesellschaften, mit welcher Quote. - **Bilanzsumme:** aus dem letzten Jahresabschluss oder, bei einer Neugründung, geschätzt. - **Umsatzsteuer:** ob die Holding Rechnungen stellt, etwa für Beratung oder Geschäftsführung. - **Depot:** ob die Holding Wertpapiere hält und handelt. Über die Fideus-Plattform klärt eine Besonderheiten-Abfrage im Online-Funnel genau diese Punkte. Bei komplexeren Fällen folgt ein Telefonat, bevor das Angebot steht. ### Was sollte im Preis für den Holding-Jahresabschluss enthalten sein? Ein Jahrespreis für die Holding sollte alle wiederkehrenden Pflichten abdecken, sonst ist er nicht vergleichbar. Dazu gehören die Buchhaltung, der Jahresabschluss, die Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, die E-Bilanz und die Offenlegung im Unternehmensregister. Prüf außerdem, wer den Beschluss zur Feststellung vorbereitet. - **Buchhaltung:** Buchung der Bankumsätze, Dividenden und Beteiligungszugänge über das Jahr. - **Jahresabschluss:** Bilanz, GuV und, je nach Größe, Anhang; aufzustellen in den ersten drei Monaten des neuen Geschäftsjahres, bei kleinen Gesellschaften bis zu sechs Monate, wenn das einem ordnungsgemäßen Geschäftsgang entspricht ([§ 264 Abs. 1 HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__264.html)). - **Steuererklärungen:** Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung für das Geschäftsjahr. - **Feststellung:** Die Gesellschafter stellen den Abschluss fest (§ 46 Nr. 1 GmbHG). - **E-Bilanz:** elektronische Übermittlung von Bilanz und GuV an das Finanzamt (§ 5b EStG). - **Offenlegung:** Übermittlung an das Unternehmensregister spätestens ein Jahr nach dem Stichtag ([§ 325 Abs. 1a HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__325.html)). Details erklärt der Artikel [Offenlegung des Jahresabschlusses](https://www.fideus.de/wissen/offenlegung-jahresabschluss). Über die Fideus-Plattform umfasst Holding Lite ab 600 € pro Jahr netto alle diese Punkte, Buchhaltung mit 40 Transaktionen inklusive. Das Paket gilt für bis zu drei Beteiligungen und bis 150.000 € Bilanzsumme; Umsatzsteuervoranmeldungen und -Jahreserklärung enthält Holding Pro. Die Kanzlei erstellt mit dem Abschluss den Feststellungsbeschluss; die Gesellschafter unterschreiben ihn digital über die Plattform. Die Kanzlei übermittelt die Unterlagen an das Unternehmensregister, dessen Gebühren das Register der Gesellschaft direkt in Rechnung stellt. Alle Kosten stehen im Angebot. Ein Festpreis bei einer Kanzlei braucht nach § 4 Abs. 1 StBVV Textform. Ohne Vereinbarung gilt die StBVV. Für eine fiktive Holding mit 50.000 € Bilanzsumme ohne Ausschüttungen ergibt sie im Mittel 1.978,80 € netto für Buchführung, Abschluss und Erklärungen. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei; Stand 2026. Den Rechenweg zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten einer Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding). Festpreise im Vergleich zur StBVV zeigt der Artikel [Holding-Jahresabschluss online im Vergleich](https://www.fideus.de/wissen/resolvio-alternativen). ### Passt das Paket, wenn die Holding Umsatzsteuer zahlt oder wächst? Eine Holding bleibt selten so, wie sie gegründet wurde. Stellt sie Rechnungen mit Umsatzsteuer, kommen Voranmeldungen und eine Jahreserklärung dazu. Kommen Beteiligungen hinzu oder steigt die Bilanzsumme, wächst der Aufwand. Prüf deshalb, ob der Anbieter diese Fälle abbildet, ohne dass du wechseln musst. Die Voranmeldung ist bis zum zehnten Tag nach Ablauf des Zeitraums zu übermitteln. Regelzeitraum ist das Quartal, bei mehr als 9.000 € Umsatzsteuer im Vorjahr der Monat ([§ 18 Abs. 1 und 2 UStG](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html)). Bei Neugründungen ist ab 2027 wieder im Gründungsjahr und im Folgejahr der Monat maßgeblich (§ 18 Abs. 2 Satz 4 UStG); für 2021 bis 2026 zählt stattdessen die voraussichtliche Steuer des Gründungsjahres (Satz 6). - **Umsatzsteuer:** Über die Fideus-Plattform deckt Holding Pro ab 1.450 € pro Jahr netto Holdings mit laufendem Geschäft ab. Voranmeldungen und Jahreserklärung erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. - **Wachstum:** Das Paket lässt sich jederzeit anpassen, über die Add-ons „Mehr Beteiligungen“ und „Höhere Bilanzsummen“ oder den Wechsel zu Holding Pro. Der Aufpreis steht im Angebot. - **Operative Tochter:** Das Paket „Operatives Unternehmen“ ab 2.000 € pro Jahr netto läuft über denselben Plattform-Zugang und dieselbe mandatierte Kanzlei. Beide Gesellschaften stehen in einem Angebot. Preise netto zuzüglich Umsatzsteuer. ### Wie erreichst du Anbieter und Kanzlei im laufenden Jahr? Fragen entstehen nicht nur beim Abschluss, sondern etwa bei einer neuen Beteiligung. Frag deshalb vorher, über welche Wege du den Anbieter erreichst und wie schnell in der Regel eine Antwort kommt. Eine Zeitangabe, die der Anbieter nennt, lässt sich später am eigenen Fall überprüfen. Über die Fideus-Plattform laufen Anfragen über die Plattform oder per E-Mail. Eine Antwort kommt typischerweise innerhalb von 24 Stunden. Belege und Bankdaten kommen über verknüpfte Bankkonten, Upload oder E-Mail-Weiterleitung auf die Plattform; eigene KI-Technologie ordnet Belege und Transaktionen zu. ### Wie aufwendig ist der Wechsel zu einem anderen Anbieter? Ein Wechsel ist auch im laufenden Jahr möglich. Die neue Kanzlei braucht den letzten Jahresabschluss, den letzten Steuerbescheid und die Buchhaltungsdaten. Die bisherige Kanzlei muss auf Verlangen die Dokumente herausgeben, die sie von der Gesellschaft oder für sie erhalten hat ([§ 66 Abs. 2 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__66.html)). Beim Finanzamt tritt die neue Kanzlei mit ihrer Vollmacht auf ([§ 80 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__80.html)). Den Ablauf Schritt für Schritt erklärt der Artikel [Steuerberater wechseln](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-wechseln). Alle Termine zeigt der Artikel [Fristen für den Jahresabschluss einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/jahresabschluss-gmbh-frist). Für das Geschäftsjahr 2025, wenn es dem Kalenderjahr entspricht, gelten diese Fristen: - **Offenlegung:** bis 31. Dezember 2026 (§ 325 Abs. 1a HGB). - **Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung mit Kanzlei:** bis 1. März 2027. Die Frist endet am letzten Tag im Februar des übernächsten Jahres ([§ 149 Abs. 3 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__149.html)); weil der 28. Februar 2027 ein Sonntag ist, verschiebt sie sich auf den Montag (§ 108 Abs. 3 AO). Die Frist gilt, wenn eine Kanzlei mit den Erklärungen beauftragt ist; ob auch bei einer Beauftragung nach dem 31. Juli 2026, regelt das Gesetz nicht ausdrücklich. Das Finanzamt kann die Erklärung früher anfordern, mit einer Frist von vier Monaten nach Bekanntgabe der Anordnung (§ 149 Abs. 4 AO). Über die Fideus-Plattform kündigt die Geschäftsführung den bisherigen Anbieter per E-Mail und fordert die DATEV-Sicherungsdatei an, beides mit Vorlagen von Fideus. Die Kanzlei reicht ihre Vollmacht beim Finanzamt ein. Dein Aufwand liegt bei rund 20 Minuten. Offene Vorjahre kann die Kanzlei übernehmen; der Preis steht gesondert im Angebot. ### Was gilt für eine neu gegründete Holding? Bei einer neuen Holding beginnt die Buchhaltung mit der Gründung, und am Anfang steht eine Eröffnungsbilanz ([§ 242 Abs. 1 HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__242.html)). Das erste Geschäftsjahr ist oft kürzer als zwölf Monate. Frag deshalb, ab wann der Anbieter die Holding übernimmt und welcher Preis für das erste Jahr gilt. Was die Gründung selbst kostet, zeigt der Artikel [Kosten einer Holding-Gründung](https://www.fideus.de/wissen/holding-gruenden-kosten). Über die Fideus-Plattform übernimmt die Kanzlei Holdings ab der Gründung und erstellt die Eröffnungsbilanz; deren Preis steht im Angebot. Für ein kurzes erstes Geschäftsjahr gilt der reguläre Paketpreis. Eine Beobachtung aus dem Onboarding neu gegründeter Holdings: In einigen Fällen fehlt die Meldung zum Transparenzregister. Die Gesellschaft muss ihre wirtschaftlich Berechtigten unverzüglich melden ([§ 20 Abs. 1 GwG](https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2017/__20.html)); wie das geht, erklärt der Artikel zum [Transparenzregister](https://www.fideus.de/wissen/transparenzregister). ### Wie erfüllt die Fideus-Plattform diese Kriterien? Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination mit Schwerpunkt Holdings. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet (Eigenangabe). Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen erbringt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Wie ein digitaler Abschluss grundsätzlich abläuft, zeigt der Artikel [Jahresabschluss digital](https://www.fideus.de/wissen/jahresabschluss-digital). - **Kanzlei:** Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Kanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat ein Team von über 50 Mitarbeitenden, darunter mehr als sieben Steuerberaterinnen und Steuerberater. Ihr Name steht im Angebot bzw. im Mandatsvertrag. - **Freigabe:** Die Geschäftsführung gibt Jahresabschluss und Jahreserklärungen vor der Übermittlung durch die Kanzlei frei. - **Dauer:** Den Jahresabschluss einer Holding erstellt die Kanzlei in der Regel in einigen Wochen. - **Arbeitsteilung:** Die Plattform strukturiert Belege und Bankdaten und koordiniert den Ablauf. Die Kanzlei bucht, erstellt Abschluss und Erklärungen und übermittelt sie, jeweils in eigener Verantwortung. - **UG und GmbH:** Holding Lite und Holding Pro gelten für beide Rechtsformen zu denselben Bedingungen und Preisen. Wann eine UG als Holding reicht, erklärt der Artikel [UG als Holding](https://www.fideus.de/wissen/ug-als-holding). - **Grenzen:** nicht für reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen; das Paket „Operatives Unternehmen“ nicht für Handel und E-Commerce. ### Fazit Für den Holding-Jahresabschluss online zählt neben dem Preis vor allem, was er abdeckt und wer die Arbeit macht. Mit den acht Kriterien lassen sich Angebote in wenigen Minuten vergleichen, und die Zulassung einer Steuerkanzlei prüfst du selbst im Steuerberaterverzeichnis. - Kanzlei benennen lassen und im Verzeichnis prüfen. - Leistungsumfang und alle Kosten im Angebot vergleichen. - Umsatzsteuer, Wachstum und operative Tochter vorher klären. Anbieter und Modelle im Überblick zeigt der Artikel [digitale Steuerberatung im Anbietervergleich](https://www.fideus.de/wissen/digitale-steuerberatung). Pakete, Preise und Ablauf über die Fideus-Plattform zeigt die Seite [Holding-Jahresabschluss](https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss). ### Quellen - [Steuerberatungsgesetz (§§ 2, 3, 57, 66, 74, 86b)](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/) - [Bundessteuerberaterkammer: Steuerberaterverzeichnis](https://steuerberaterverzeichnis.berufs-org.de/) - [Handelsgesetzbuch (§§ 242, 264, 325)](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/) - [Abgabenordnung (§§ 80, 108, 149)](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/) - [GmbH-Gesetz (§ 46)](https://www.gesetze-im-internet.de/gmbhg/__46.html) - [Einkommensteuergesetz (§ 5b)](https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__5b.html) - [Umsatzsteuergesetz (§ 18)](https://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__18.html) - [Steuerberatervergütungsverordnung (§ 4)](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__4.html) - [Geldwäschegesetz (§ 20)](https://www.gesetze-im-internet.de/gwg_2017/__20.html) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Wer darf den Jahresabschluss einer Holding erstellen? Wer Jahresabschluss und Steuererklärungen geschäftsmäßig für eine Holding erstellt, muss dazu befugt sein (§§ 2, 3 StBerG), etwa als Steuerberater oder Steuerberatungsgesellschaft. Verantwortlich für die Aufstellung bleibt die Geschäftsführung. Ob ein Steuerberater oder eine Steuerberatungsgesellschaft zugelassen ist, zeigt das Steuerberaterverzeichnis der Bundessteuerberaterkammer kostenlos; Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte stehen dort nur, wenn sie zugleich Steuerberater sind. Über die Fideus-Plattform steht der Name der Kanzlei im Angebot bzw. im Mandatsvertrag. #### Was kostet ein Holding-Jahresabschluss online? Die Kosten hängen davon ab, was der Jahrespreis umfasst. Über die Fideus-Plattform beginnt Holding Lite bei 600 € pro Jahr netto für bis zu drei Beteiligungen, bis 150.000 € Bilanzsumme, ohne Umsatzsteuererklärungen. Enthalten sind Buchhaltung mit 40 Transaktionen, Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz und Offenlegung, erbracht von der Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Eine StBVV-Modellrechnung (Stand 2026) für Buchführung, Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung einer fiktiven Holding mit 50.000 € Bilanzsumme ohne Ausschüttungen ergibt im Mittel 1.978,80 € netto, ohne Auslagen. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. #### Kann ich den Anbieter für den Holding-Jahresabschluss wechseln? Ja, auch im laufenden Jahr. Die neue Kanzlei braucht in der Regel den letzten Jahresabschluss, den letzten Steuerbescheid und die Buchhaltungsdaten, und sie übermittelt ihre Vollmacht an das Finanzamt. Beim Wechsel über die Fideus-Plattform kündigt die Geschäftsführung den bisherigen Anbieter per E-Mail und fordert die DATEV-Sicherungsdatei an, beides mit Vorlagen von Fideus; dein Aufwand liegt bei rund 20 Minuten. #### Brauche ich für eine Holding mit Umsatzsteuer ein anderes Paket? Stellt die Holding Rechnungen mit Umsatzsteuer, etwa für Beratung oder Geschäftsführung, kommen in der Regel Umsatzsteuervoranmeldungen und eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung dazu. Über die Fideus-Plattform deckt das Paket Holding Pro ab 1.450 € pro Jahr netto diese Holdings ab. Die Voranmeldungen erstellt und übermittelt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Resolvio-Alternativen: Holding-Jahresabschluss online im Vergleich (2026) URL: https://www.fideus.de/wissen/resolvio-alternativen Kategorie: Anbietervergleiche | Lesezeit: 10 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 ### Kurz zusammengefasst - Alternativen zu Resolvio unterscheiden sich darin, wer Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt, ob Holdings mit Umsatzsteuer passen und ob die operative Gesellschaft mitlaufen kann. - Über die Fideus-Plattform erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung. Holding Lite kostet ab 600 € pro Jahr netto, Buchhaltung durch die Kanzlei inklusive, als Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen. - Holding Pro (ab 1.450 € pro Jahr netto) umfasst Umsatzsteuervoranmeldungen durch die Kanzlei in eigener Verantwortung, das Paket „Operatives Unternehmen“ (ab 2.000 € pro Jahr netto) die operative Tochter über denselben Plattform-Zugang und dieselbe Kanzlei. - Eine klassische Steuerkanzlei rechnet ohne Vereinbarung nach StBVV ab: im Mittel 1.978,80 € netto inklusive Buchführung (Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei; Stand 2026). - Alle Angaben zu anderen Anbietern stammen von deren öffentlichen Seiten, Stand 23. September 2026. **Alternativen zu Resolvio** für den Holding-Jahresabschluss sind andere Plattformen mit zugelassener Steuerkanzlei, Software zum Selbsteinreichen und die klassische Steuerkanzlei. Sie unterscheiden sich vor allem in drei Punkten: wer Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt, ob Holdings mit Umsatzsteuer passen und ob die operative Gesellschaft mitlaufen kann. Das Jahresabschluss-Paket von Resolvio richtet sich laut eigener Seite ausschließlich an rein vermögensverwaltende Beteiligungsholdings ohne Umsatzsteuerpflicht. ### Welche Alternativen zu Resolvio gibt es für den Holding-Jahresabschluss? Dieser Vergleich stellt vier digitale Angebote für den Holding-Jahresabschluss und die klassische Steuerkanzlei vor. Über Fideus, Boring.tax und firma.de erstellen Steuerkanzleien oder Steuerberater Abschluss und Erklärungen. Bei Mika bereitet laut Anbieter die Software den Abschluss vor; die Geschäftsführung gibt frei und reicht ihn aus der Software ein. Die Tabelle zeigt die Unterschiede, Stand 23. September 2026. | Anbieter | Wer erstellt Jahresabschluss und Steuererklärungen? | Holding mit Umsatzsteuer | Operative Gesellschaft beim selben Anbieter | | --- | --- | --- | --- | | Fideus | Die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung | Ja, Holding Pro mit Umsatzsteuervoranmeldungen durch die Kanzlei | Ja, Paket „Operatives Unternehmen“ | | Boring.tax | Laut Anbieter die boring.tax Steuerberatungsgesellschaft mbH oder Partnerkanzleien | Holding-Paket nur ohne operativen Geschäftsbetrieb | Ja, Pakete für operative Unternehmen | | firma.de | Laut Anbieter selbständige Steuerberater aus dem firma.de-Netzwerk | Paket Basis mit Umsatzsteuervoranmeldungen | Ja, Jahresabschluss für Kapitalgesellschaften | | Mika | Laut Anbieter bereitet die Software Abschluss und Erklärungen vor; die Geschäftsführung prüft, gibt frei und reicht aus der Software ein | Laut Anbieter bereitet die Software auch die Umsatzsteuer-Jahreserklärung vor | Ja, Holding als Add-on zur operativen Gesellschaft | | Klassische Steuerkanzlei | Die beauftragte Kanzlei | Nach Vereinbarung | Nach Vereinbarung | Angaben zu anderen Anbietern von deren öffentlichen Seiten, abgerufen am 23. September 2026; Links im Abschnitt „Quellen“. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Die erste Spalte entscheidet, wer die Zahlen erstellt und ans Finanzamt übermittelt. Das ist entweder eine Kanzlei, die nach [§ 3 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__3.html) zur Hilfeleistung in Steuersachen befugt ist, oder die Geschäftsführung selbst mit Software. Weitere prüfbare Kriterien zeigt der Artikel [Kriterien zur Anbieterwahl](https://www.fideus.de/wissen/holding-jahresabschluss-anbieter). ### Was bietet Fideus als Alternative zu Resolvio? Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination mit Schwerpunkt Holdings. Über die Plattform sind Holdings mit reinen Beteiligungen, Holdings mit Umsatzsteuer und operative GmbHs möglich. Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet (Eigenangabe). - **Steuerkanzlei:** Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Kanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat ein Team von über 50 Mitarbeitenden, darunter mehr als sieben Steuerberaterinnen und Steuerberater. Der Name der Kanzlei steht im Angebot bzw. im Mandatsvertrag. - **Arbeitsteilung:** Die Plattform strukturiert Belege und Bankdaten mit eigener KI-Technologie und koordiniert den Ablauf. Die Kanzlei bucht, erstellt Abschluss und Erklärungen und übermittelt sie, in eigener Verantwortung. - **Freigabe:** Die Geschäftsführung gibt Jahresabschluss und Erklärungen frei, bevor die Kanzlei sie übermittelt. - **Vor dem Angebot:** Eine Abfrage im Online-Funnel klärt die Besonderheiten der Holding, etwa Zahl der Beteiligungen, Bilanzsumme, Umsatzsteuer und Depot. Bei komplexeren Fällen folgt ein Telefonat, bevor das Angebot steht. - **Erreichbarkeit:** Anfragen laufen über die Plattform oder per E-Mail; eine Antwort kommt typischerweise innerhalb von 24 Stunden. - **Wechsel:** Du kündigst den bisherigen Steuerberater per E-Mail und forderst die DATEV-Sicherungsdatei an, jeweils mit einer Vorlage von Fideus. Die Kanzlei reicht ihre Vollmacht beim Finanzamt ein. Dein Aufwand liegt in der Regel bei rund 20 Minuten. Den Ablauf erklärt der Artikel [Steuerberater wechseln](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-wechseln). - **Bearbeitungszeit:** Der Holding-Jahresabschluss liegt in der Regel nach einigen Wochen vor. - **Holding Lite (ab 600 € / Jahr netto):** Buchhaltung mit 40 Transaktionen, Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz und Offenlegung bzw. Hinterlegung, je nach Größenklasse, durch die Kanzlei. Für bis zu drei Beteiligungen und bis 150.000 € Bilanzsumme. - **Holding Pro (ab 1.450 € / Jahr netto):** zusätzlich Umsatzsteuer-Jahreserklärung und Umsatzsteuervoranmeldungen durch die Kanzlei, für Holdings mit laufendem operativem Geschäft. Wird eine Holding im laufenden Jahr umsatzsteuerpflichtig, ist der Wechsel zu Holding Pro jederzeit möglich; der Aufpreis steht im Angebot. - **Operatives Unternehmen (ab 2.000 € / Jahr netto):** für Agenturen, Dienstleister und B2B-Software mit laufendem Geschäft. Holding und operative GmbH laufen über denselben Plattform-Zugang und dieselbe Kanzlei und stehen in einem Angebot, mit Paketpreis je Gesellschaft. - **Grenzen:** Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. Die Paketpreise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. Wie Fideus und Resolvio sich im Einzelnen unterscheiden, zeigt der Vergleich [Fideus vs. Resolvio](https://www.fideus.de/wissen/fideus-vs-resolvio). ### Wie arbeiten Boring.tax, firma.de und Mika? Boring.tax und firma.de arbeiten wie Fideus mit Steuerkanzleien, die Abschluss und Erklärungen erstellen. Bei Mika bereitet laut eigener Seite die Software den Abschluss vor, und die Geschäftsführung reicht ihn selbst ein. Die Angebote unterscheiden sich außerdem darin, für welche Holdings sie gelten. Alle Angaben stammen von den Seiten der Anbieter, Stand 23. September 2026. Einen Überblick über alle Modelle gibt der Artikel [digitale Steuerberatung im Anbietervergleich](https://www.fideus.de/wissen/digitale-steuerberatung). #### Boring.tax Boring.tax ist eine Plattform der boring.legal GmbH. Laut Anbieter führen „die boring.tax Steuerberatungsgesellschaft mbH oder Partnerkanzleien“ sämtliche regulierten Tätigkeiten aus. Das Holding-Paket gilt für „Holding Gesellschaften ohne operativen Geschäftsbetrieb“, deren Anlagevermögen auf direkte Beteiligungen an Kapitalgesellschaften beschränkt ist. Eine Beteiligung ist enthalten. #### firma.de firma.de ist eine Plattform für Unternehmensgründung mit weiteren Leistungen. Den Holding-Jahresabschluss führen laut firma.de selbständige Steuerberater aus dem firma.de-Netzwerk durch und rechnen ihn selbst ab. Das Angebot gilt laut firma.de „für Gründer und Unternehmen bis zu 3 Jahre nach Handelsregistereintrag“. Ein Veröffentlichungsexemplar ist nicht enthalten, lässt sich aber hinzubuchen. #### Mika Mika ist laut eigener Seite „eine automatisierte Softwareanwendung der Get Mika GmbH“ für kleine GmbHs und UGs. Die Software bereitet Jahresabschluss und Steuererklärungen vor; die Geschäftsführung prüft, gibt frei und übermittelt. Für Holdings nennt Mika einen Holding-Abschluss als Zusatz zum Paket der operativen GmbH. „Bei steuerlichen Fragen vermitteln wir dir einen Steuerberater aus unserem Netzwerk“, schreibt Mika. Die Details stehen im Vergleich [Fideus vs. Mika](https://www.fideus.de/wissen/fideus-vs-mika), weitere Modelle der Artikel [Alternativen zu Mika](https://www.fideus.de/wissen/mika-alternativen). ### Was kostet der Holding-Jahresabschluss bei den Alternativen? Über Fideus beginnt der Holding-Jahresabschluss bei 600 € pro Jahr netto im Paket Holding Lite, Buchhaltung mit 40 Transaktionen durch die Kanzlei inklusive. Eine klassische Steuerkanzlei rechnet ohne Vereinbarung nach Gebührenordnung ab, im Mittel 1.978,80 € netto inklusive Buchführung. Den Preis von Resolvio zeigt der Abschnitt „Was bietet Resolvio?“; die übrigen Anbieter nennen Jahrespreise mit eigenem Umfang und eigenen Bedingungen auf ihren Seiten. - **Fideus:** Holding Lite ab 600 € / Jahr netto (bis zu drei Beteiligungen, 150.000 € Bilanzsumme, Buchhaltung mit 40 Transaktionen), Holding Pro ab 1.450 € / Jahr netto, Operatives Unternehmen ab 2.000 € / Jahr netto. Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. - **Klassische Steuerkanzlei:** nach StBVV oder Vergütungsvereinbarung, Modellrechnung im Mittel 1.978,80 € netto inklusive Buchführung. Fideus-Preise laut Preisseite, Stand 23. September 2026. StBVV-Wert: Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei; fiktive Holding mit 50.000 € Bilanzsumme ohne Ausschüttungen und rund 40 Transaktionen im Jahr; Buchführung, Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, Mittelwert des Gebührenrahmens, ohne Auslagen und Umsatzsteuer; StBVV in der Fassung ab 1. Juli 2025. ### Wie arbeitet eine klassische Steuerkanzlei beim Holding-Jahresabschluss? Bei einer klassischen Steuerkanzlei beauftragst du die Kanzlei direkt. Sie bucht, erstellt Jahresabschluss und Steuererklärungen und rechnet ohne abweichende Vereinbarung nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) ab. Für eine kleine Holding ergibt die Modellrechnung im Mittel des Gebührenrahmens 1.978,80 € netto, inklusive Buchführung. Die Gebührenordnung ist dabei kein fester Preis. Sie gilt nach [§ 1 Abs. 1 StBVV](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__1.html) nur mit einem Vorbehalt: > „Dies gilt für die Höhe der Vergütung nur, soweit nicht etwas anderes vereinbart wird.“ – § 1 Abs. 1 Satz 2 StBVV Einen Festpreis vereinbaren Kanzlei und Kunde in Textform ([§ 4 Abs. 1 StBVV](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__4.html)). Den Rechenweg nach Gebührentabellen zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding). ### Was bietet Resolvio? Resolvio ist eine Plattform für Gesellschafterangelegenheiten wie Umlaufbeschlüsse, Versammlungen und Mitarbeiterbeteiligung. Dazu gehört ein Paket für den Holding-Jahresabschluss, das laut Resolvio die Partnerkanzlei SOLVING TAX aus Koblenz erstellt. Es richtet sich ausschließlich an rein vermögensverwaltende Beteiligungsholdings ohne operative Tätigkeit und ohne Umsatzsteuerpflicht. - **Voraussetzungen laut Resolvio:** GmbH oder UG mit Sitz in Deutschland, rein vermögensverwaltend, keine operative Tätigkeit, keine Umsatzsteuerpflicht; nicht für Holdings, die in Aktien, ETFs oder Kryptowährungen investieren. - **Preis laut Resolvio:** 389 € / Jahr netto bei Beauftragung mindestens vier Wochen vor Ablauf der Offenlegungsfrist; danach ist ein Fast Track für 199 € zzgl. USt. Pflicht. Die [Offenlegungsfrist](https://www.fideus.de/wissen/offenlegung-jahresabschluss) endet zwölf Monate nach dem Abschlussstichtag ([§ 325 Abs. 1a HGB](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__325.html)). ### Fazit Bei der Wahl einer Alternative zu Resolvio zählen drei Punkte: wer Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt, ob die Holding Umsatzsteuer schuldet und ob die operative Gesellschaft mitlaufen soll. Über die Fideus-Plattform lassen sich alle drei abdecken; Abschluss und Erklärungen erstellt eine zugelassene Steuerkanzlei in eigener Verantwortung. - **Erstellung:** Über Fideus die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. - **Umsatzsteuer:** Holding Pro ab 1.450 € pro Jahr netto. - **Operative Gesellschaft:** Paket „Operatives Unternehmen“ ab 2.000 € pro Jahr netto über dieselbe Plattform. Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination; Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen erbringt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Die Paketpreise sind Gesamtpreise für Plattform- und Kanzleileistungen. Pakete und Ablauf zeigt die Seite [Holding-Jahresabschluss](https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss). ### Quellen Alle Angaben zu anderen Anbietern wurden am 23. September 2026 auf den folgenden öffentlichen Seiten geprüft, soweit beim Link kein anderes Datum steht. - [Resolvio: Holding-Jahresabschluss – Preise, Leistungen und Voraussetzungen](https://resolvio.com/holding-jahresabschluss-guenstig) - [Resolvio: Startseite mit Produktübersicht](https://resolvio.com/) - [Boring.tax: Holding-Paket – Leistungen und Konditionen](https://boring.tax/de/holding) - [Boring.tax: Preise für operative Unternehmen, Holdings und Selbständige](https://boring.tax/de/pricing) - [firma.de: Jahresabschluss Holding – Pakete, Preise und FAQ](https://www.firma.de/jahresabschluss-holding/) - [firma.de: Jahresabschluss für Kapitalgesellschaften](https://www.firma.de/jahresabschluss-kapitalgesellschaft/) - [Mika: Was ist mika und was nicht, abgerufen am 24. September 2026](https://getmika.de/was-ist-mika-und-was-nicht) - [Mika: Startseite mit Paketen und Zielgruppe, abgerufen am 24. September 2026](https://getmika.de/) - [Mika: GmbH und Holding, abgerufen am 24. September 2026](https://getmika.de/gmbh-und-holding) - [§ 3 StBerG – Befugnis zu unbeschränkter Hilfeleistung in Steuersachen](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__3.html) - [Steuerberatervergütungsverordnung (§§ 1, 4)](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/) - [§ 325 HGB – Offenlegung](https://www.gesetze-im-internet.de/hgb/__325.html) Alle Fundstellen geprüft am 23. September 2026. ### Häufige Fragen #### Welche Alternative zu Resolvio gibt es für Holdings mit Umsatzsteuer? Über die Fideus-Plattform deckt das Paket Holding Pro ab 1.450 € pro Jahr netto Holdings mit operativem Geschäft und Umsatzsteuer ab, als Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen. Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Das Holding-Paket von Resolvio richtet sich laut eigener Seite nur an Holdings ohne Umsatzsteuerpflicht. Stand der Angaben: 23. September 2026. #### Wer erstellt den Holding-Jahresabschluss über Fideus? Den Jahresabschluss und die Steuererklärungen erstellt eine zugelassene Steuerkanzlei in eigener Verantwortung; sie übermittelt sie auch. Die Geschäftsführung gibt den Abschluss vor der Übermittlung frei. Fideus ist die Plattform, über die der Ablauf läuft; sie strukturiert Belege und Bankdaten und koordiniert die Abstimmung. #### Kann die operative GmbH beim selben Anbieter laufen wie die Holding? Über die Fideus-Plattform ja: Beide Gesellschaften laufen über denselben Plattform-Zugang und dieselbe mandatierte Steuerkanzlei und stehen in einem Angebot. Die Preise gelten je Gesellschaft, für die operative etwa das Paket „Operatives Unternehmen“ ab 2.000 € pro Jahr netto, als Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen. Das Holding-Paket von Resolvio richtet sich laut eigener Seite ausschließlich an rein vermögensverwaltende Beteiligungsholdings ohne operative Tätigkeit. Stand der Angaben: 23. September 2026. #### Was kostet der Holding-Jahresabschluss bei einer klassischen Steuerkanzlei? Ohne Vergütungsvereinbarung rechnet die Kanzlei nach der StBVV ab. Für eine fiktive Holding mit 50.000 € Bilanzsumme ohne Ausschüttungen ergibt eine Modellrechnung im Mittel des Gebührenrahmens 1.978,80 € netto. Das umfasst Buchführung für rund 40 Transaktionen im Jahr, Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung (StBVV in der Fassung ab 1. Juli 2025). Über Fideus beginnt Holding Lite bei 600 € pro Jahr netto, Buchhaltung durch die Kanzlei inklusive, als Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen. Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Mika-Alternativen: Buchhaltung und Jahresabschluss im Vergleich (2026) URL: https://www.fideus.de/wissen/mika-alternativen Kategorie: Anbietervergleiche | Lesezeit: 11 Min. | Veröffentlicht: 24. September 2026 | Aktualisiert: 2. Oktober 2026 ### Kurz zusammengefasst - Alternativen zu Mika unterscheiden sich darin, wer Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt, ans Finanzamt übermittelt, im Unternehmensregister offenlegt und dich gegenüber dem Finanzamt vertritt. - Über die Fideus-Plattform erledigt das die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung, für Holdings ebenso wie für operative GmbHs und UGs. - Holding Lite kostet ab 600 € pro Jahr netto, Holding Pro ab 1.450 € und das Paket „Operatives Unternehmen“ ab 2.000 € pro Jahr netto, jeweils Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. - Ist eine Kanzlei mit den Steuererklärungen für 2026 beauftragt, gilt als Abgabefrist der 29. Februar 2028 statt des 2. August 2027 (§ 149 Abs. 2 und 3 AO). **Alternativen zu Mika** sind Plattformen mit mandatierter Steuerkanzlei, die klassische Steuerkanzlei vor Ort und Buchhaltungssoftware, bei der eine eigene Kanzlei den Abschluss erstellt. Der Unterschied liegt in der Rollenverteilung. Bei Mika bereitet laut Anbieter die Software Jahresabschluss und Steuererklärungen vor; die Geschäftsführung gibt frei und übermittelt selbst. Bei den Alternativen erstellt und übermittelt eine zugelassene Kanzlei. Davon hängen Offenlegung, Vertretung und Abgabefrist ab. ### Welche Alternativen zu Mika gibt es? Als Alternative zu Mika kommen drei Modelle in Frage: eine Plattform mit Mandat bei einer zugelassenen Steuerkanzlei wie Fideus, die klassische Steuerkanzlei vor Ort und Buchhaltungssoftware mit eigener Kanzlei. In allen drei Fällen erstellt und übermittelt eine Kanzlei Jahresabschluss und Steuererklärungen. Die Tabelle zeigt die Unterschiede zu Mika, Stand 24. September 2026. | Anbieter oder Modell | Wer bucht? | Wer erstellt Jahresabschluss und Steuererklärungen? | Wer übermittelt ans Finanzamt? | Offenlegung im Unternehmensregister | Vertretung gegenüber dem Finanzamt | Abgabefrist der Erklärungen für 2026 | | --- | --- | --- | --- | --- | --- | --- | | Fideus | Die Kanzlei; die Plattform ordnet Belege zu und schlägt Konten vor | Die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung | Die Kanzlei | Die Kanzlei übermittelt | Durch die Kanzlei mit Vollmacht | 29. Februar 2028 | | Klassische Steuerkanzlei vor Ort | Die Kanzlei oder du, nach Vereinbarung | Die beauftragte Kanzlei | Die Kanzlei | Nach Vereinbarung | Durch die Kanzlei mit Vollmacht | 29. Februar 2028 | | Buchhaltungssoftware plus eigene Kanzlei | Du, mit der Software | Die beauftragte Kanzlei aus deiner Buchhaltung | Die Kanzlei | Nach Vereinbarung | Durch die Kanzlei mit Vollmacht | 29. Februar 2028 | | Mika (Paket „Buchhaltung und Jahresabschluss“) | Du, mit der Software; laut Mika bleibt die Verantwortung beim Unternehmen | Laut Mika bereitet die Software vor; die Geschäftsführung prüft, beschließt und gibt frei | Du, aus der Software | Laut Mika-AGB du selbst; Mika stellt XML-Datei und Anleitung bereit | Laut Mika nicht Teil der Leistung | 2. August 2027 | Angaben zu Mika von getmika.de (Startseite, „Was ist mika und was nicht“, Kostenrechner, „GmbH und Holding“, Vergleichsseite zu Fideus nur für den Holding-Einzelpreis, AGB mit Stand 4. Juni 2026), abgerufen am 24. September 2026; Links im Abschnitt „Quellen“. Im Mika-Paket „All-Inclusive“ stellt Mika laut eigener Seite einen Partner-Steuerberater für den Jahresabschluss. Fristen nach § 149 Abs. 2 und 3 AO und § 108 Abs. 3 AO, vorbehaltlich einer Vorabanforderung. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Geschäftsmäßig für andere dürfen Steuererklärungen und Abschlüsse nur befugte Personen erstellen und übermitteln ([§ 2](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__2.html) und [§ 3 StBerG](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__3.html)), etwa Steuerberater und Steuerberatungsgesellschaften. Für die eigene Gesellschaft darf die Geschäftsführung selbst erstellen und einreichen. Mika schreibt dazu: „Unternehmer können diese Aufgaben alternativ auch selbst wahrnehmen.“ ### Was bietet Fideus als Alternative zu Mika? Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination für Holdings und operative GmbHs und UGs. Über die Plattform bist du bei einer zugelassenen Steuerkanzlei mandatiert. Sie bucht, erstellt Jahresabschluss und Steuererklärungen in eigener Verantwortung und übermittelt sie ans Finanzamt und den Abschluss ans Unternehmensregister. - **Steuerkanzlei:** Fideus arbeitet mit zwei zugelassenen Kanzleien. Die mandatierte Kanzlei hat ein Team von über 50 Mitarbeitenden, darunter mehr als sieben Steuerberaterinnen und Steuerberater. - **Belege:** Du verknüpfst Bankkonten und lädst Belege hoch oder leitest sie per E-Mail weiter. Die Plattform ordnet Beleg und Transaktion mit eigener KI-Technologie zu, die Kanzlei kontiert und bucht. - **Abschluss und Erklärungen:** Die Kanzlei erstellt Jahresabschluss, E-Bilanz und Steuererklärungen in eigener Verantwortung. Die Geschäftsführung gibt frei, dann übermittelt die Kanzlei. Die Gesellschafter unterschreiben den Feststellungsbeschluss digital über die Plattform. - **Vertretung:** Die Kanzlei reicht ihre Vollmacht beim Finanzamt ein und kann dich dort in eigener Verantwortung vertreten. - **Holding und GmbH:** Beide Gesellschaften laufen über denselben Zugang und dieselbe Kanzlei und stehen in einem Angebot. - **Vor dem Angebot:** Eine Abfrage im Online-Funnel klärt die Besonderheiten; bei komplexeren Fällen folgt ein Telefonat. Anfragen laufen danach über die Plattform oder per E-Mail, eine Antwort kommt typischerweise innerhalb von 24 Stunden. - **Offene Vorjahre:** Die Kanzlei kann offene Vorjahre übernehmen; der Preis steht gesondert im Angebot. Den Wechsel von einer bisherigen Kanzlei erklärt der Artikel [Steuerberater wechseln](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-wechseln). - **Holding Lite (ab 600 € / Jahr netto):** Buchhaltung mit 40 Transaktionen, Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung, E-Bilanz und Offenlegung bzw. Hinterlegung, je nach Größenklasse, durch die Kanzlei; bis zu drei Beteiligungen und 150.000 € Bilanzsumme. - **Holding Pro (ab 1.450 € / Jahr netto):** zusätzlich Umsatzsteuervoranmeldungen und Umsatzsteuer-Jahreserklärung, für Holdings mit eigenem operativem Geschäft. - **Operatives Unternehmen (ab 2.000 € / Jahr netto):** [laufende Buchhaltung](https://www.fideus.de/wissen/buchhaltung-gmbh), Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung, E-Bilanz und Offenlegung durch die Kanzlei. Die Lohnabrechnung erstellt über Fideus ein spezialisierter Partner. Beispiele zeigen die Seiten [Fideus für Agenturen](https://www.fideus.de/branchen/agenturen) und [Fideus für digitale Dienstleister](https://www.fideus.de/branchen/digitale-dienstleister). - **Grenzen:** Nicht betreut werden reine Depot- und Immobilien-GmbHs, Aktien- und ETF-Handel sowie Kryptowährungen, im Paket „Operatives Unternehmen“ außerdem Handel und E-Commerce. Die Paketpreise sind jeweils Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Alle Kosten stehen im Angebot. Über die Plattform werden mehr als 600 Unternehmen verwaltet (Eigenangabe). ### Wie arbeitet Mika und was umfasst der Preis? Mika ist laut eigener Seite „eine automatisierte Softwareanwendung der Get Mika GmbH“ für kleine GmbHs und UGs. Die Software bereitet Jahresabschluss und Steuererklärungen vor; die Geschäftsführung prüft, beschließt, gibt frei und übermittelt aus der Software. Zum Paket „Buchhaltung und Jahresabschluss“ schreibt Mika: „Du machst den Jahresabschluss mit mika selbst.“ Alle Angaben stammen von getmika.de, Stand 24. September 2026. - **Buchhaltung:** Die Software erfasst und verbucht Belege und Transaktionen automatisiert. „mika“ bezeichnet laut Mika „ausschließlich diese Software, nicht ein Team von Mitarbeitenden, das Aufgaben für Unternehmen übernimmt“; Formulierungen wie „mika erledigt“ beziehen sich „auf automatisierte Softwareprozesse“. Die Bedienung und Konfiguration der Software obliegt laut AGB (Ziffer 3.4) dem Kunden, der „allein verantwortlich“ für seine steuerlichen und handelsrechtlichen Pflichten ist (Ziffer 3.5). Die Bücher führt damit das Unternehmen selbst, mit der Software als Werkzeug. - **Kontrolle:** „In einem festgelegten Anteil der Fälle kontrollieren qualifizierte Fachkräfte (Steuerfachangestellte) die laufenden Buchungen.“ Das bezieht sich laut Mika „ausschließlich auf die Korrektheit der Buchungsdaten“. - **Jahresabschluss und Erklärungen:** „Der Geschäftsführer bzw. die Geschäftsführerin prüft die Inhalte und beschließt den Jahresabschluss eigenverantwortlich und gibt die vorbereiteten Steuererklärungen frei.“ Übermittelt wird laut Mika „mit einem Klick“ aus der Software. - **Nicht enthalten laut Mika:** „Steuerrechtliche Prüfung oder Freigabe von Jahresabschlüssen, Bilanzen oder Steuererklärungen“ und „Steuerliche Vertretung gegenüber Finanzbehörden“. - **Steuerberater:** Im Paket „Buchhaltung und Jahresabschluss“ schreibt Mika: „Bei steuerlichen Fragen vermitteln wir dir einen Steuerberater aus unserem Netzwerk.“ Im Paket „All-Inclusive“ stellt Mika einen Partner-Steuerberater für den Jahresabschluss, Preis auf Anfrage. - **Offenlegung:** Mika stellt eine XML-Datei und eine Anleitung bereit. „Die Übermittlung an das Unternehmensregister nimmt der Kunde selbst vor“ (AGB, Ziffer 2.5.5). - **Preise:** Buchhaltung ab 49 € / Monat bis 25 Banktransaktionen im Monat, gestaffelt bis 299 € / Monat bis 150; den Jahresabschluss erstellt dann der eigene Steuerberater. Buchhaltung und Jahresabschluss: 99 € / Monat bis 25 Banktransaktionen im Monat, 199 € bis 50, 289 € bis 75, 374 € bis 100, 459 € bis 125 und 549 € bis 150. Darüber erstellt Mika ein individuelles Angebot. Die Stufe passt sich laut AGB automatisch an den Durchschnitt der letzten drei Monate an; abgerechnet wird monatlich im Voraus. Den Jahresabschluss einer Holding nennt Mika „als Standalone“ mit 600 € / Jahr. Als Add-on kostet er laut Mika 200 € / Jahr, wenn für die operative GmbH ein Paket bei Mika gebucht ist; die Seite „GmbH und Holding“ richtet sich dabei an Holdings mit bis zu fünf Transaktionen im Monat. - **Kündigung:** „Die ordentliche Kündigungsfrist beträgt drei (3) Monate zum Monatsende. Kündigungen bedürfen der Textform.“ (AGB, Ziffer 6.1, Stand 4. Juni 2026) Laut Mika sind alle Preise auf getmika.de Nettopreise zuzüglich Umsatzsteuer; laut Startseite variieren sie „je nach Anzahl der erwarteten monatlichen Belege und Transaktionen“. Die beiden Angebote im Einzelnen zeigt der Vergleich [Fideus vs. Mika](https://www.fideus.de/wissen/fideus-vs-mika). Weitere Anbieter und Modelle vergleicht der Artikel [digitale Steuerberatung im Anbietervergleich](https://www.fideus.de/wissen/digitale-steuerberatung), Angebote für den Holding-Jahresabschluss der Artikel [Alternativen zu Resolvio](https://www.fideus.de/wissen/resolvio-alternativen). ### Wie arbeitet eine klassische Steuerkanzlei vor Ort? Bei einer klassischen Steuerkanzlei beauftragst du die Kanzlei direkt. Je nach Vereinbarung bucht sie laufend. Sie erstellt Jahresabschluss und Steuererklärungen, übermittelt sie und kann dich gegenüber dem Finanzamt vertreten. Ohne abweichende Vereinbarung rechnet sie nach der Steuerberatervergütungsverordnung (StBVV) ab, deren Gebühren von Umsatz und Bilanzsumme abhängen. Die Gebührenordnung ist kein fester Preis. Sie gilt nach [§ 1 Abs. 1 StBVV](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__1.html) nur, „soweit nicht etwas anderes vereinbart wird“. Einen Festpreis vereinbaren Kanzlei und Kunde in Textform ([§ 4 Abs. 1 StBVV](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/__4.html)). Für zwei fiktive Gesellschaften ergibt der Mittelwert des Gebührenrahmens folgende Beträge: | Fiktive Gesellschaft | Über Fideus (netto / Jahr) | StBVV, Mittelwert (netto / Jahr) | | --- | --- | --- | | Holding, 50.000 € Bilanzsumme, ohne Ausschüttungen | ab 600 €, Buchhaltung mit 40 Transaktionen inklusive | 1.978,80 €, mit Buchführung | | Agentur-GmbH, 180.000 € Umsatz, 100.000 € Bilanzsumme, rund 500 Banktransaktionen, quartalsweise Voranmeldung | ab 3.500 €, Buchhaltung inklusive | 4.783,50 €, mit Buchführung | Modellrechnung, ersetzt keine Prüfung durch eine Steuerkanzlei. StBVV in der Fassung ab 1. Juli 2025, Mittelwert des Gebührenrahmens, ohne Auslagen und Umsatzsteuer. Holding: Buchführung für rund 40 Transaktionen im Jahr, Jahresabschluss, Körperschaft- und Gewerbesteuererklärung. Agentur-GmbH: Buchführung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Jahresabschluss, Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuererklärung. Fideus-Preise: Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Der Preis für die Agentur-GmbH gilt nur für dieses Beispiel. Den Rechenweg zeigt der Artikel [Steuerberater-Kosten für eine Holding](https://www.fideus.de/wissen/steuerberater-kosten-holding). ### Wie funktioniert Buchhaltungssoftware mit eigener Kanzlei? Bei diesem Modell buchst du die laufenden Geschäftsvorfälle selbst in einer Buchhaltungssoftware. Eine Steuerkanzlei, die du beauftragst, übernimmt die Buchhaltung zum Jahresende, erstellt daraus Jahresabschluss und Steuererklärungen und übermittelt sie. Du bezahlst das Abo der Software und die Kanzlei nach StBVV oder Vereinbarung. Die eigenen Bücher darf die Geschäftsführung selbst führen. Wie Kanzlei und Software zusammenarbeiten, etwa über einen Datenexport, klärst du mit der Kanzlei. Welche Pflichten beim Abschluss auf dich zukommen, erklärt der Artikel [Steuererklärung und Jahresabschluss](https://www.fideus.de/wissen/steuererklaerung-jahresabschluss). ### Welche Abgabefrist gilt für die Steuererklärungen? Wer die Steuererklärungen der GmbH selbst einreicht, muss sie sieben Monate nach Ablauf des Jahres abgeben, für 2025 also bis 31. Juli 2026. Ist eine Steuerkanzlei mit der Erstellung beauftragt, gilt der letzte Tag im Februar des übernächsten Jahres. Für 2025 ist das der 1. März 2027. Rechtsgrundlage ist [§ 149 Abs. 2 und 3 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__149.html). Fällt das Fristende auf ein Wochenende oder einen Feiertag, endet die Frist am nächsten Werktag ([§ 108 Abs. 3 AO](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__108.html)). Die Sonderfristen der Corona-Jahre galten nur bis zum Besteuerungszeitraum 2024. Alle Fristen rund um den Abschluss zeigt der Artikel [Fristen für den Jahresabschluss einer GmbH](https://www.fideus.de/wissen/jahresabschluss-gmbh-frist). | Steuererklärungen für | Selbst eingereicht (§ 149 Abs. 2 AO) | Durch eine Steuerkanzlei (§ 149 Abs. 3 AO) | | --- | --- | --- | | 2025 | 31. Juli 2026 | 1. März 2027 (28. Februar ist ein Sonntag) | | 2026 | 2. August 2027 (31. Juli ist ein Samstag) | 29. Februar 2028 | - **Vorabanforderung:** Das Finanzamt kann Erklärungen früher anfordern, etwa nach einer hohen Abschlusszahlung im Vorjahr (§ 149 Abs. 4 AO). Die Frist beträgt dann vier Monate ab Bekanntgabe der Anordnung. - **Beauftragung:** Die längere Frist gilt, wenn eine Kanzlei mit der Erstellung beauftragt ist. Ob sie für ein Jahr noch greift, wenn die Kanzlei erst nach Ablauf der kürzeren Frist beauftragt wird, klärt die Kanzlei. ### Fazit Bei der Wahl einer Alternative zu Mika zählt vor allem, wer Jahresabschluss und Steuererklärungen erstellt, übermittelt und offenlegt. Über die Fideus-Plattform übernimmt das die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung, für Holding und operative GmbH über denselben Zugang. - **Erstellung und Übermittlung:** durch die Kanzlei in eigener Verantwortung, mit Abgabefrist nach § 149 Abs. 3 AO. - **Offenlegung und Vertretung:** Die Kanzlei übermittelt ans Unternehmensregister und kann dich gegenüber dem Finanzamt vertreten. - **Preise:** Holding Lite ab 600 €, Paket „Operatives Unternehmen“ ab 2.000 € pro Jahr netto, jeweils Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. Fideus ist eine Plattform für Steuer- und Buchhaltungskoordination; Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärungen erbringt die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Pakete und Leistungen zeigt die Seite [Preise](https://www.fideus.de/preise), den Ablauf für Holdings die Seite [Holding-Jahresabschluss](https://www.fideus.de/holding-jahresabschluss). ### Quellen Alle Angaben zu Mika wurden am 24. September 2026 auf den folgenden öffentlichen Seiten geprüft. - [Mika: Was ist mika und was nicht – Leistungen, Grenzen und Preisangaben](https://getmika.de/was-ist-mika-und-was-nicht) - [Mika: Allgemeine Geschäftsbedingungen (Stand 4. Juni 2026)](https://getmika.de/agb) - [Mika: Startseite mit Paketen und Zielgruppe](https://getmika.de/) - [Mika: Kostenrechner mit Preisstufen](https://getmika.de/kosten-rechner) - [Mika: GmbH und Holding – Holding-Jahresabschluss zur operativen GmbH](https://getmika.de/gmbh-und-holding) - [Mika: Vergleichsseite zu Fideus (laut Seite aktualisiert im Mai 2026), nur für den Preis des Holding-Jahresabschlusses als Einzelangebot](https://getmika.de/mika-vs-fideus) - [§ 2 StBerG – Hilfeleistung in Steuersachen](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__2.html) - [§ 3 StBerG – Befugnis zu unbeschränkter Hilfeleistung in Steuersachen](https://www.gesetze-im-internet.de/stberg/__3.html) - [§ 149 AO – Abgabe der Steuererklärungen](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__149.html) - [§ 108 AO – Fristen und Termine](https://www.gesetze-im-internet.de/ao_1977/__108.html) - [Steuerberatervergütungsverordnung (§§ 1, 4)](https://www.gesetze-im-internet.de/stbgebv/) Alle Fundstellen geprüft am 24. September 2026. ### Häufige Fragen #### Welche Alternativen zu Mika gibt es? Dazu gehören die Fideus-Plattform mit Mandat bei einer zugelassenen Steuerkanzlei, die klassische Steuerkanzlei vor Ort und Buchhaltungssoftware, bei der eine eigene Kanzlei den Abschluss erstellt. In allen drei Fällen erstellt und übermittelt eine Kanzlei Jahresabschluss und Steuererklärungen. Bei Mika bucht das Unternehmen selbst mit der Software; sie bereitet Abschluss und Erklärungen vor, und die Geschäftsführung gibt frei und übermittelt selbst. Stand der Angaben: 24. September 2026. #### Wer erstellt über Fideus den Jahresabschluss? Die Steuerkanzlei, bei der du mandatiert bist, in eigener Verantwortung. Sie bucht, erstellt Jahresabschluss und Steuererklärungen, übermittelt sie ans Finanzamt und den Abschluss ans Unternehmensregister. Fideus ist die Plattform, über die der Ablauf läuft: Sie strukturiert Belege und Bankdaten und koordiniert die Abstimmung. #### Welche Abgabefrist gilt, wenn eine Steuerkanzlei die Erklärungen erstellt? Ist eine Steuerkanzlei mit der Erstellung beauftragt, gilt der letzte Tag im Februar des übernächsten Jahres, für 2026 also der 29. Februar 2028. Wer selbst einreicht, muss sieben Monate nach Jahresende abgeben. Für 2026 endet diese Frist am 2. August 2027, weil der 31. Juli 2027 ein Samstag ist (§ 149 Abs. 2 und 3, § 108 Abs. 3 AO). Das Finanzamt kann Erklärungen früher anfordern. #### Laufen Holding und operative GmbH über Fideus zusammen? Ja. Beide Gesellschaften laufen über denselben Plattform-Zugang und dieselbe mandatierte Steuerkanzlei und stehen in einem Angebot. Die Preise sind Paketpreise je Gesellschaft: Holding Lite ab 600 € pro Jahr netto, das Paket „Operatives Unternehmen“ ab 2.000 € pro Jahr netto, jeweils Gesamtpreis für Plattform- und Kanzleileistungen; Fideus und die Kanzlei rechnen ihren Anteil jeweils selbst ab. **Hinweis:** Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung im Einzelfall. Die Plattform wird von der Fideus GmbH betrieben. Vorbehaltsaufgaben werden ausschließlich von Steuerkanzleien in eigener Verantwortung erbracht. Rechtliche Leistungen wie Gründung oder Vertragsgestaltung erbringen spezialisierte Partner. Stand: 09/2026; Angaben zu Steuersätzen, Freibeträgen und Fristen beziehen sich auf das genannte Jahr. Erstellt mit KI-Unterstützung und redaktionell geprüft von der Fideus Redaktion. --- ## Karriere bei Fideus URL: https://www.fideus.de/karriere Fideus baut eine digitale Plattform für die Buchhaltung, den Jahresabschluss und die Steuern von GmbHs. Die Plattform strukturiert die Daten und koordiniert alle Abläufe; Buchhaltung, Jahresabschluss, Steuererklärungen und Steuerberatung erbringen zugelassene Steuerkanzleien in eigener Verantwortung. Heute werden über die Plattform mehr als 600 Unternehmen verwaltet. Gerade baut Fideus die Plattform für operative GmbHs aus. ### Team Wir sind insgesamt 5 Mitarbeitende inklusive der drei Co-Founder, dazu ein paar Werkstudierende. Sitz: Berlin, Arbeit überwiegend remote. - Daniel – Product und Tech - Kai – Growth - Lennart – Tax Operations ### Was wir bieten - Marktgerechtes Brutto-Gehalt - Equipment-Budget für dein Setup - 30 Urlaubstage - Flexible Arbeitsorte innerhalb DACH/EU - Tiefe Einblicke in den Aufbau eines wachsenden Steuer-Tech-Unternehmens - Den Pfad, mit Fideus mitzuwachsen – oder die Erfahrung mitzunehmen und selbst zu gründen ### Offene Stellen Aktuell sind keine Stellen offen. ### Bewerbung E-Mail: hello@fideus.de